Rückblick vom Faetzig Camp 2009

Faetzig Camper_innen 18.06.2009 22:07 Themen: Indymedia Kultur Medien Repression
Das diesjährige Faetzig Camp fand vom 12.06. – 14.06.2009 im Geheeger Bad in der Nähe von Rothenburg statt. Schon im Vorfeld kamen einige Bürger_innen von Geheege und Rothenburg auf die Organisator_innen zu und bekundeten ihr positives Interesse an. Sie freuten sich sehr, dass das Faetzig Camp in ihrer Gegend stattfindet und boten ihre Unterstützung an.
Vor allem die Stadt Rothenburg, der Bauhof Rothenburg und die Agrarproduktion Rothen-burg setzten alles in Bewegung, um das Gelände nutzbar zu machen. Die Kulturinsel Einsie-del, einige regionale Baumärkte, Marktfrisch und die Zimmerei und Holzbau GmbH „Kero“ stellten Baumaterialien kostenlos zur Verfügung, die zum Aufbau des Camps sehr nützlich waren. Weitere Unterstützung erhielten die Organisator_innen vom Bauhof Rietschen, vielen Vereinen und Einzelpersonen. Die Sächsische Zeitung veröffentlichte am Freitag einen Artikel zum Faetzig Camp.

Nach dem Aufbau am Freitag startete das Camp mit ca. 150 Besucher_innen mit dem Konzert der Band LSS und dem Film „Uranium – is it a country?“, welchen die Grüne Jugend Görlitz zur Verfügung stellte. Einige Teilnehmer_innen verteilten in Geheege und Rothenburg Informationen zu den neonazistischen Veranstaltungen in der Gaststätte „Zur deutschen Eiche“, dessen Besitzer der NPD-Stadtrat Steffen Hentschel ist. Woraufhin einige Geheeger_innen auf das Camp kamen und sich für diese Informationen bedankten. Sie äußerten sich positiv zum Faetzig Camp und wünschten sich, dass das Camp auch in den nächsten Jahren weiterhin in ihrer Region stattfinden soll. Sie informierten sich über die Angebote auf dem Camp und freuten sich über die gebaute Brücke und Rutsche am Geheeger Bad.

Am Samstag gab es Workshops zu verschiedenen Themen wie beispielsweise Biopiraterie, Antisexismus, Homophobie und Männlichkeitskult im Fußball, ein Planspiel zum Thema „Abschiebehaft“ und den brasilianischen Kampftanz Capoeira, die bei den Teilnehmer_innen auf großes Interesse stießen. Des Weiteren konnten die Besucher_innen einfach auf der Wiese sitzen und über verschiedene Themen diskutieren, Fußball oder Volleyball spielen oder sich am Büchertisch über aktuelle Themen informieren. Die vielen Kinder planten am Nachmittag eine Zirkusvorführung mit Jonglage und Orchester und führten diese am Abend vor begeisterten Besucher_innen erfolgreich auf. Es kamen auch einige ortsansässige Bürger_innen vorbei, um sich das „bunte Treiben“ anzuschauen und staunten über die Vielfalt auf dem Faetzig Camp.
Am Abend spielten drei musikalisch verschiedene Bands (von Salsa Rhythmen bis Punkrock) und im Zelt mit Elektromusik sollte Mensch bis in den Morgen tanzen können, wenn sich die Polizei an ihre mit den Organisator_innen abgesprochene Strategie gehalten hätte. Die Beamt_innen der Polizei versuchten mit dem Grund der angeblichen Ruhestörung die positive Stimmung im Camp zu verändern. Mit massiver Präsenz fuhren sie ab 20.00 Uhr rund um das Campgelände und teilweise auf die gemieteten Flächen, auf denen sich eine nicht unerhebliche Anzahl an Kindern befand. Auch nach Verhandlungen mit dem Einsatzleiter PHK Müller wurde diese Art von Provokation nicht eingestellt. Sie erzählten den Verantwortlichen des Camps, dass sie die Camper_innen vor eventuellen Übergriffen der Besucher_innen der Gaststätte „Zur deutschen Eiche“ in Geheege schützen wollen. Die Frage, die sich dabei stellte, ist, warum sie sich nicht rund um die Gaststätte aufhielten, sondern rund um das Campgelände. Ab 23.00 Uhr drängten sie auf Ruhe im Camp, obwohl eine Ausnahmegenehmigung vorlag. Des Weiteren wurden zwei verantwortliche Mitorganisator_innen, wovon eine auch den persönlichen und telefonischen Kontakt zum Einsatzleiter Müller hielt, in einer Verkehrs- und Personalkontrolle auf das massivste durchsucht, wobei eine von ihnen zusätzlich einen Drogen- und Alkoholtest über sich ergehen lassen musste. Außerdem wurde die Profiltiefe der Autoreifen geprüft.
Ist dies wirklich eine Art von Schutz? Den Organisator_innen kam es wie eine große Schikane vor und sie sind sehr traurig, dass sich die positive und faetzige Stimmung nicht auf die Polizei ausgewirkt zu haben scheint. Sie hoffen, dass dies im nächsten Jahr besser gelingt.
Die Organisator_innen bedanken sich bei allen Mitwirkenden, Unterstützer_innen, Kooperationspartner_innen, Referent_innen, Besucher_innen und nicht zuletzt den Bürger_innen aus Geheege für ihr Engagement und die positiven Einstellungen und Rückmeldungen zum Faetzig Camp.

Görlitz, 18.06.2009
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verdammt — abiasuglv

Görlitz — hier und da

schön — mike