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15 Monate Haft aufgrund eines youtube-Videos

no camera - no problem 14.06.2009 20:02
In Berlin wurde am 10. Juni eine Person, der vorgeworfen wird am 14. März diesen Jahres einen Polizeibeamten auf einer Demonstration angegriffen zu haben, zu 15 Monaten Haft verurteilt. Ein youtube-Video, welches wenige Tage nach der Demo in Internet hochgeladen wurde, stellte das Hauptbeweismittel im Prozess dar.
Am 14. März zog eine lautstarke Freiräume-Demontration mit über 5.000 Personen durch die Berliner Stadtteile Neukölln, Kreuzberg und Friedrichshain. Angekommen im Friedrichshain in der Revaler Strasse gab es auf einem Hausdach eine Performance mit Bengalos und Transparenten. Die Bullen versuchten in das Haus einzudringen, woraufhin der Mannschaftswagen von mehreren Demonstrierenden attackiert wurde. Es wurde versucht die Wanne umzuwerfen, was leider nicht gelang. Der Kontaktbulle, ein bekannter Schläger in Uniform, versuchte sich dazwischen zu werfen, woraufhin dieser angegriffen wurde und eine Platzwunde am Kopf davon trug. Mehrere Personen wurden nach dieser Aktion festgenommen und bekamen zum Teil Haftbefehle, welche aber außer Vollzug gesetzt wurden, ausgestellt.
Die Person, die nun zu 15 Monaten Haft verurteilt wurde, bekam auch einen Haftbefehl, da dieser den Kontaktbullen verletzt haben soll. Sein Haftbefehl wurde auch außer Vollzug gesetzt, aber wenige Tage später, als ein Video bei youtube zu sehen war, welches den Tatverdacht erhärtete, wieder in Kraft gesetzt. Auf Grund dieses Videos, welches von einer Person, welche die Demonstration filmte, ins Netz gestellt wurde, kam es nun zur Verurteilung.

Diese ganze Geschichte ist mal wieder der beste Beweis dafür, warum es der totale Unsinn ist auf Demonstration und anderen Aktionen zu filmen, fotografieren oder was auch immer.
Wozu nehmen Leute ihre Kameras und Fotohandys mit?
Für wenn oder was werden diese Fotos gemacht?
Wäre es nicht mal eher an der Zeit wieder offensiv auf Demos zu gehen, anstatt mit Kamera bewaffnet und wartend auf den Krawall?
Die gemachten Aufnahmen erfüllen nur einen Zweck, wenn sie in die Hände der Bullen gelangen. Sie dienen dazu uns besser zu überwachen und weitere Erkenntnisse über uns zu sammeln. Auch wenn Demos heute breitflächig von den Bullen abgefilmt werden, sind diese doch nicht immer dabei und filmen alles aus allen möglichen Positionen. Schlussendlich dienen sie dazu uns vor die Richter_innen zu zerren und können zum Teil auch das fehlende Teil im Puzzle sein, wie im genannten Fall.

Gegen sinnentleertes Filmen und Photographieren auf Demos!
Idiot_innen die Kameras aus den Händen schlagen!
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Ergänzungen

???

xgh 15.06.2009 - 01:05
Warum muss jeder zweite Indyartikel mit stumpfen Parolen enden? Meint ihr die Leute können nicht alleine denken? Ist das hier ein Flugblatt oder ein Bericht/Artikel/Meldung?

Und warum gleich schlagen? Kann man nicht einfach Leute darauf hinweisen oder vorher mit ihnen sprechen bzw. gucken wer sich auf den Demos aufhält?

Was ist eine Demonstration

Roland Ionas Bialke 15.06.2009 - 04:42
"Eine Demonstration (von lat.: demonstrare, zeigen, hinweisen, nachweisen, Kurzform: Demo) ist eine in der Öffentlichkeit stattfindende Versammlung mehrerer Personen zum Zwecke der Meinungsäußerung." -  http://de.wikipedia.org/wiki/Demonstration

Wenn irgendwer im Keller der Wand irgendwas zeigen will, dann soll er oder sie es gerne tun. Aber eine Demonstration ist das dann nicht. Medien (Film und Foto) gehören zu Demonstrationen dazu. Wir sollten Uns von daher nicht Gedanken machen, wie Wir Menschen die Unser Meinung-zeigen verbreiten sonder eher wie Wir diese Menschen und somit Uns schützen. Die Polizei filmt auch ihre Schweinereien, nur schützen sie die filmenden PolizistInnen.

Etwas anderes sind militante Aktionen. Auch wenn diese oft aus Demonstrationen heraus geschehen. Dazu muss ich Euch sagen, gegen in Ketten laufen hat die Polizei Feuerlöscher mit Pfefferspray und das zweite Glied in der Kette einen Schlagstock auf den Kopf hauen erfunden. Und auch so manches Schuhwerk scheint schon so einige Maskierte enttarnt zu haben.

Die drei Zauberregeln können einfach nicht mehr befolgt werden, von daher funktionieren einige militante Aktionen nicht mehr bzw. nur noch bedingt. Aktzeptiert das und schafft neue Aktionsformen!

Linz: Angeklagter durch Video entlastet

Roland Ionas Bialke 15.06.2009 - 05:23
Hier ist das Ganze dann umgekehrt:  http://tt.com/tt/home/story.csp?cid=9416499&sid=57&fid=21 - Eine Videoaufnahme entlastet einen angeklagten Demonstranten.

wat

rulf 15.06.2009 - 12:30
"Idiot_innen die Kameras aus den Händen schlagen!"

Bin ich ein Idiot weil ich Fotos mach?
Wer mir die Kamera weghaut den hau ich die Rübe weg.Ganz einfach.
Man sollte die Polizei filmen so wie sie uns filmt,das ist heutzutage leider so.

Bullen mit Fotos in die Pfanne gehaun

Dein Name 15.06.2009 - 14:12
Ein schönes Berliner Beispiel warum Fotografen auf Demos auch nützlich sind:
 http://de.indymedia.org/2009/03/244446.shtml
Polizistin mit Quarzsandhandschuhen Disziplinarverfahren verursacht...

Hat also auch eine Schutzfunktion - Die Frage ist halt, was von wem fotografiert wird...

Polizisten brauchen kein YouTube

connewitzer 15.06.2009 - 15:41
Sorry, aber so einen dümmlichen Unsinn habe ich schon länger nicht gelesen und ich dachte eigentlich, wir wären schon weiter. Polizisten schneiden seit Jahren jede Demo umfassend mit. Die sind weder auf Journalisten noch auf YouTube-Homemade-Videos angewiesen.

Was die Bullen nicht so gut hinkriegen, ist die Auswertung der Aufnahmen. Da kann YouTube tatsächlich bequemer und schneller sein. Wesentlich jedenfalls ist: Wer auf eine Demo geht, muss sich klar darüber sein, dass jede Handbewegung gefilmt werden kann. Die Kamera kann sich nahezu unsichtbar 100 Meter entfernt befinden. Ein YouTube-Video kann niemanden ans Messer liefern. Die Leute können sich nur selber ans Messer liefern, indem sie vor laufender Kamera (= Normalfall bei Demos) identifizierbar Mist machen.

Was die eigenen und neutralen Kameras bei Demos anbelangt: Es kann davon gar nicht genug geben. Sie sind nicht zuletzt Schutz. Ein Bulle prügelt nicht, wenn die dpa oder ARD neben ihm steht. Und eine Demo, die nicht wahrgenommen wird, ist keine.

Da es einige scheinbar immer noch nicht geschnallt haben, ganz groß nochmal:

GEWALT HAT AUF EINER DEMO NICHTS ZU SUCHEN, SIE FÜHRT IMMER ZUM EIGENTOR!

Wenn jemand Stadtguerilla spielen will, soll er sich einen anderen Rahmen dafür suchen. Demonstrationen sind dafür nicht geeignet. Wut lässt sich auch in Geist statt Gewalt umwandeln.

Fotografieren auf Demos

? 15.06.2009 - 16:08
Ich finde es eigentlich ganz sinnvoll wenn Leute auf Demos Fotos machen die ein bisschen Ahnung haben worauf es ankommt und wenn lauter demonstrantengesichter in die Linse lächeln die Finger vom Auslöser lassen. Gleich jedem Fotografen die kamera aus den Fingern zu hauen ist dämlich bis obenhin lieber mal hinlatschen und gucken wer da eigentlich gerade fotgrafiert anstatt den großen Macker zu machen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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@Bialke — Aktionsform

@ Aktionsform — Roland Ionas Bialke

Aha — Kirkuk

mal was ganz anderes — glühbirne

Dumpfe Gewalt — egal