Demonstration gegen Zoos in Berlin

Berliner-Tierrechts-Aktion (BerTA) 07.06.2009 23:48 Themen: Biopolitik Ökologie

Mit einer Kundgebung am 07. Juni wurde eine Protestwoche gegen Zoos in Berlin eröffnet. Etwa 15 Aktivist_innen demonstrierten vor den Toren des Zoologischen Gartens in der Berliner Innenstadt. Die Berliner-Tierrechts-Aktion (BerTA) hatte zu Protesten unter dem Motto "Artgerecht ist nur die Freiheit" aufgerufen. Im Laufe der Woche sind weitere Aktionen geplant. An dieser Stelle ein Aktionsbericht zur Kundgebung und Hintergrundinformationen.

Auftaktkundgebung zur Aktionswoche gegen Zoos in Berlin

Am Sonntag den 7. Juni 2009 begann die Aktionswoche gegen Zoos in Berlin mit einer mehrstündigen Kundgebung vor dem Zoologischen Garten am Eingang Hardenbergplatz. Zu dieser Aktionswoche vom 07.06.-14.06.2009 rief die Berliner-Tierrechts-Aktion (BerTA) auf. An der Auftaktkundgebung beteiligten sich ca. 15 AktivistInnen mit zwei Transparenten und verteilten Informationsblätter an Menschen, die den Zoo besuchen wollten. Mit Transparenten wie 'Haftanstalten sind keine Arche Noah' und 'Nur Freiheit ist Artgerecht' und Informationsblättern haben die Aktivist_innen die Zoo BesucherInnen darauf aufmerksam gemacht, dass der Zoo auf Ausbeutung, Unterdrückung und Unterwerfung nicht-menschlicher Individuen aufbaut. Die Direktion des Zoologischen Gartens war über die Kundgebung offensichtlich nicht sehr erfreut. Mehrfach wurden Polizeibeamte angefordert, um die Kundgerbung zu beenden, was aber nicht gelang. Weiterhin wurde von einem Mitarbeiter des Zoo versucht Aktivist_innen einzuschüchtern und das Verteilen von Informationsmaterial zu behindern. Die Kundgebung wurde jedoch wie geplant erfolgreich durchgeführt.

Artgerecht ist nur die Freiheit

Stahlgitter, Beton und Kacheln bilden die trostlose Umgebung der zur Bewegungslosigkeit verdammten Tiere im Zoo. Die Folgen dieser Form der Tierausbeutung sind verhaltensgestörte und in den Wahnsinn getriebene Geschöpfe: Frustration, Apathie, Stress und Lethargie machen sich unter den Tieren breit. In ihren engen Gefängnissen entwickeln die Tiere stereotype Verhaltensmuster. Sie schaukeln rhythmisch hin und her oder laufen tagein, tagaus die gleiche Strecke in ihrem Käfig ab. In der Europäischen Union gibt es mindestens 1000 Zoos und Tierparks mit einer Million Tiere. In Deutschland sind es allein 300. Bevor die Tiere eingeknastet werden können, müssen sie an ihren "Hauptfeind", den Menschen, gewöhnt werden. Mit körperlicher und psychischer Gewalt wird der Wille der Tiere gebrochen, bevor sie an die Zoos geliefert werden. Eine Legitimation der Haltung von Tieren in Zoos kann es nicht geben. Die Bezeichnung der Gefangenschaft von tierlichen Individuen als „artgerecht“ mutet angesichts der tatsächlichen Lebensbedingungen der Tiere als Zynismus an.

Proteste für die Befreiung der Tiere

Die Proteste fordern daher die Befreiung der Tiere, nicht nur aus den Käfigen und Knästen der Zoos, sondern auch aus der ihnen zugewiesenen Stellung in der Gesellschaft als verwertbare Ressourcen und Objekte menschlicher Interessen. Es gil daher nicht für größere Käfige, sondern für die Abschaffung von Zoos in ihrer gegenwärtigen Form einzutreten. Weitere Kundgebungen und Aktionen im Rahmen der Protestwoche folgen am Samstag 13. Juni 2009 von der Tierrechtsorganisation und am Sonntag, dem 14. Juni, findet die Abschlusskundgebung ab 10:30 Uhr am Eingang Hardenbergplatz des Berliner Zoos statt.

Weitere Informationen:

"Tierausbeutung ist angreifbar"
Homepage der Berliner-Tierrechts-Aktion (BerTA)

"Artgerecht ist nur die Freiheit"
Aufruf zur Aktionswoche gegen Zoos
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Ergänzungen

@ dummschwätzer_innen

OMG 08.06.2009 - 13:52
"Dann lasst mal alle tiere frei, ihr spinner. Würde gern sehen was ihr macht, wenn auf einmal ein löwe auf offener straße auf euch zugerannt kommt."

dieser schwachsinn ist tatsächlich "OMG"! :D

ist ja klar, dass zoogegner_innen nicht nur den zoo, sondern auch unsere städte als ungeeignetes lebensumfeld für wildtiere ansehen. oO die tiere werden aus ihrer natürlichen umgebung gerissen und unnatürlich weitergezüchtet und nun stellst du es so hin, als ließe sich da jetzt halt nix mehr machen? ok, es ist zwar grausam, aber es wäre zu umständlich, dagegen vorzugehen? wie peinlich und naiv! schon mal was von auswildern gehört? ist ja klar, dass jedes tier in sein natürliches umfeld zurückgebracht werden muss (falls dieses überhaupt noch intakt ist...). es ist außerdem auch ein unterschied, ob EINE generation von löw_innen und sonstigen zootieren im zoo ihr gnadenbrot bekommen oder ob diese tiere zum geldgewinn und zur unterhaltung weitergezüchtet werden und damit auch ihre kinder- und kindeskinder unter gefangenschaft und platzmangel usw. zu leiden haben.

dass es schimpans_innen und sonstigen tieren in gefangenschaft besser ginge als in freiheit ist totaler scheiß und alle, die sich schonmal damit befasst haben, werden das nicht mehr ernsthaft behaupten können, denn die liste, der verhaltensstörungen bei tieren in gefangenschaft ist meterlang.

Satire pur

Mensch_in 08.06.2009 - 14:20
schimpans_innen und löw_innen .... ohne worte :-D

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 9 Kommentare

sehr gut!

gegen zoos 08.06.2009 - 01:07
sehr gut! Diese scheiss tierausbeutungsbetriebe gehören dicht gemacht! Ihr Ossis in Berlin, wie Nordlichter gegen den Tierpark in Lübeck ;)

tiere sind keine waren, keine ausstellungsobjekte, keine sportgeräte, sie gehören uns nicht!

Bullshit

... 08.06.2009 - 02:17
Zoos sind toll.

Ha ha...

Metzgermeister Milz 08.06.2009 - 06:46
...als ob dieser dämlich glotzende Affe da oben irgendwie checken würde ob er im Käfig sitzt oder nicht. Im Gegenteil: da kriegt er regelmäßig fressen - vegan? -, ist sicher und geschützt vor Wind und Wetter sowie Dieben und wird obendrein noch bestaunt. Also, das ist ein Leben!

Omg

Zoo-freund 08.06.2009 - 09:46
Dann lasst mal alle tiere frei, ihr spinner. Würde gern sehen was ihr macht, wenn auf einmal ein löwe auf offener straße auf euch zugerannt kommt.

Yeah

K 08.06.2009 - 12:18
Free Mumia!

Berliner Zoodirektor Finger abgebissen

Free all animals 08.06.2009 - 19:38
Berlin: Schimpanse beißt Zoodirektor Finger ab
zurück
Dem Berliner Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz ist von einem Affen ein Finger abgebissen worden. Der 55-Jährige wollte dem Schimpansen-Männchen Pedro bei einer Führung heute Mittag Futter durch die Gitterstäbe reichen, bestätigte eine Zoosprecherin einen Bericht der Berliner Tageszeitung "B.Z.".

Der Schimpanse zog den rechten Arm des Direktors durch das Gitter und biss einen Teil seines Zeigefingers ab. Am Nachmittag versuchten Ärzte den Angaben zufolge, den Finger wieder anzunähen.

Schimpansen sind nach Angaben der Sprecherin durchaus gefährlich. Sie räumte ein, dass sich Blaszkiewitz wohl unvorsichtig verhalten habe. Er habe den Unfall aber mit Fassung getragen. "Er war nicht aufgeregter, als wenn ihm jemand auf den Fuß getreten hätte."

Quelle:  http://orf.at

Pro Zoo

peter 09.06.2009 - 22:40
Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit als Zoos, Menschen dafür zu sensibilisieren, dass viele Arten bald aussterben, wenn man nicht handelt.

ureinwohner

contra zoo 10.06.2009 - 15:51
"Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit als Zoos, Menschen dafür zu sensibilisieren, dass viele Arten bald aussterben, wenn man nicht handelt."

willst du etwa auch, dass man ureinwohner in den knast steckt und sie züchtet, damit sie nicht aussterben?

bessere möglichkeit

? 10.06.2009 - 16:27
"Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit als Zoos, Menschen dafür zu sensibilisieren, dass viele Arten bald aussterben, wenn man nicht handelt."

ach ja? wie wäre es mit all den dokus in denen mensch freilebende tiere in ihrer natürlichen lebensräumen sehen kann? und zwar ohne verhaltensstörungen. das ist aufklärung und sensibilisierung.
wie viele besucher von zoos interessieren sich denn für die freilebenden artgenossen, für deren arterhaltung und den schutz des lebensraums? und wie viele kommen nur, um zu glotzen, sich einen schönen tag zu machen und keinen gedanken dran zu verschwenden, wie es den freien artgenossen geht?
zoos geht es nicht um die "sensibilisierung" der menschen, da geht es wie überall auch ums geschäft. und das macht mensch nicht mit aufklärung, das macht mensch mit ausbeutung.
und was sollen mensch beim anblick eines tieres hinter gittern lernen? das es ok ist, tiere einzusperren? wie mensch an manchen beiträgen sieht, kommt wirklich nur diese botschaft an. dumme, lustige tiere hinter gittern. und denen gefällt das. die sind ja schließlich zum anschauen und belustigen da. zu allem anderen auch.
zoos tun genau das gegenteil, sie stumpfen den menschen gegenüber tierleid.