Punkrock in Moskauer Bezirksgericht
Der Zensurprozess gegen den Künstler Jerofejew in einem Moskauer Bezirksgericht wurde am 29. Mai vom Auftritt einer Punkband unterbrochen, die eine russische Version von "ACAB" zum Besten gab.
Dem Anarchokurator Andrej Jerofejew sollte im Sitzungssaal Nr. 204 des Bezirksgerichts Moskau-Tagan (Marxistskij-Gasse 1/32) der Prozess gemacht werden. Er war wegen der von ihm organisierten Ausstellung "Verbotene Kunst 2006" von einer orthodoxen Gruppierung angezeigt worden. Das Motiv ist wohl die offene Sympathie des Kurators für Leute, die das Regime der Putin-Junta stürzen wollen. In der "VK-2006" wurden Arbeiten ausgestellt, die von der staatlichen Zensur 2006 verboten worden waren, darunter die Gemälde "McDonald's-Reklame", "Kaviar-Ikone" und "Heil Russland!" Vorgeworfen wird ihm deshalb, Hass auf Geistliche und Feindschaft mit den Bullen zu schüren, was nach Paragraph 282 Russ. StGB bis zu fünf Jahre Haft gibt.
Die Sitzung wurde um 11:00 eröffnet; der Staatsanwalt hatte vor, die 150-seitige Anklageschrift gegen Jerofejew zu verlesen. Im Saal befanden sich u. a. geschätzte 15 zeitgenössische oppositionelle KünstlerInnen und Kulturschaffende. In der ersten Reihe saß ein feister Eber, der die Seite der orthodoxen Anklage vertrat.
Es verging eine halbe Stunde des faschistoiden Schauspiels. Da plötzlich erhob sich User Lawrentij (aka Fepowskaja Mras) von der Bank, ein Aktivist der Gruppe Wojna (Krieg), unterbrach den Richter, indem er ihn Richtung Staatsanwalt wegschubste, und machte eine Ansage: "Hier und jetzt findet ein Auftritt des Punk-Kollektivs "Chuj w Otschko" (Schwanz ins Auge) statt!!! Es erwartet Sie eine Aufführung des neuen Programms PLEN (aufs Maul den Mega-Scheiß Bullenspitzeln)", sowie die Aufnahme eines Clips für die Komposition "Wse Menty Ubludki" (= A.C.A.B.)!!! Nach dem Programm improvisierte Häppchen!!! Afterparty auf der Polizeiwache Tagan!!!" Der Menschenrechtler Lew Ponomarjow stürzte sich mit den Fäusten auf Lawrentij, während der feiste Eber nach draußen floh und die Türen zuknallte. Da stöpselten die MusikantInnen der Band "Chuj W Otschko" ihre Kabel ins Mischpult, griffen in die Saiten und brüllten in die Mikrofone:
Oi-oi-oi-oi
Graue Uniform, grauer Terror
Ihre Provokationen, die Willkür der Bullen
Sie können alle verprügeln - sie sagen nichts
Schwarze Knüppel kennen keine Gnade
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
Graue Uniform, hohle Birne
Die Wahrheit wissen die Bullen nie
Kugelsichere Westen und Automatikwaffen
Verprügelte unschuldige Menschen
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
Es folgte ein Solo der Aktivistin Ks und des einmonatigen Säuglings Kaspi. Das Publikum, das eine längere Dauer des Auftritts fürchtete, flüchtete entsetzt aus dem Sitzungssaal. In dem Gedränge am Ausgang stapelte sich spontan eine Barrikade aus orthodoxen Omas und umgestürzten Bänken auf.
Mitten im Lied platzten die Büttel in den Saal herein, es begann eine zünftige Punk-Slam-Prügelei. Die Oi-VerehrerInnen entzogen sich der amtlichen Störung und setzten den Auftritt fort. Zuletzt kletterten die MusikantInnen auf den Käfig für besonders gefährliche Angeklagte und übten sich dann im Stagediven. Die Fans fingen sie auf und trugen sie auf Händen durch den Sitzungssaal.
Nachdem "Nasch Chuj - Wasche Otschko" ihren Auftritt beendet hatten, nahmen CWO Abschied vom Bezirksgericht Tagan. Opfer und Verhaftete gab es unter den Punks nicht. Nur ein Bass ist leider dabei draufgegangen.
Die Sitzung wurde um 11:00 eröffnet; der Staatsanwalt hatte vor, die 150-seitige Anklageschrift gegen Jerofejew zu verlesen. Im Saal befanden sich u. a. geschätzte 15 zeitgenössische oppositionelle KünstlerInnen und Kulturschaffende. In der ersten Reihe saß ein feister Eber, der die Seite der orthodoxen Anklage vertrat.
Es verging eine halbe Stunde des faschistoiden Schauspiels. Da plötzlich erhob sich User Lawrentij (aka Fepowskaja Mras) von der Bank, ein Aktivist der Gruppe Wojna (Krieg), unterbrach den Richter, indem er ihn Richtung Staatsanwalt wegschubste, und machte eine Ansage: "Hier und jetzt findet ein Auftritt des Punk-Kollektivs "Chuj w Otschko" (Schwanz ins Auge) statt!!! Es erwartet Sie eine Aufführung des neuen Programms PLEN (aufs Maul den Mega-Scheiß Bullenspitzeln)", sowie die Aufnahme eines Clips für die Komposition "Wse Menty Ubludki" (= A.C.A.B.)!!! Nach dem Programm improvisierte Häppchen!!! Afterparty auf der Polizeiwache Tagan!!!" Der Menschenrechtler Lew Ponomarjow stürzte sich mit den Fäusten auf Lawrentij, während der feiste Eber nach draußen floh und die Türen zuknallte. Da stöpselten die MusikantInnen der Band "Chuj W Otschko" ihre Kabel ins Mischpult, griffen in die Saiten und brüllten in die Mikrofone:
Oi-oi-oi-oi
Graue Uniform, grauer Terror
Ihre Provokationen, die Willkür der Bullen
Sie können alle verprügeln - sie sagen nichts
Schwarze Knüppel kennen keine Gnade
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
Graue Uniform, hohle Birne
Die Wahrheit wissen die Bullen nie
Kugelsichere Westen und Automatikwaffen
Verprügelte unschuldige Menschen
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
ACAB - vergesst das nie
Es folgte ein Solo der Aktivistin Ks und des einmonatigen Säuglings Kaspi. Das Publikum, das eine längere Dauer des Auftritts fürchtete, flüchtete entsetzt aus dem Sitzungssaal. In dem Gedränge am Ausgang stapelte sich spontan eine Barrikade aus orthodoxen Omas und umgestürzten Bänken auf.
Mitten im Lied platzten die Büttel in den Saal herein, es begann eine zünftige Punk-Slam-Prügelei. Die Oi-VerehrerInnen entzogen sich der amtlichen Störung und setzten den Auftritt fort. Zuletzt kletterten die MusikantInnen auf den Käfig für besonders gefährliche Angeklagte und übten sich dann im Stagediven. Die Fans fingen sie auf und trugen sie auf Händen durch den Sitzungssaal.
Nachdem "Nasch Chuj - Wasche Otschko" ihren Auftritt beendet hatten, nahmen CWO Abschied vom Bezirksgericht Tagan. Opfer und Verhaftete gab es unter den Punks nicht. Nur ein Bass ist leider dabei draufgegangen.
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Ergänzungen
Die Repression der Kunst in Russland
Klick auf:
Ponomarjow? Prima!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
hahahha.
das nenn ich mal eine nennenswerte aktion :D
acab
umso witziger die direct-action dieser companeros, das nenn ich echt mutig.
immerhin ist die russische repression ja auch nicht zimperlich mit autonomen und punks.
mehr infos bitte zu der sache!
...wir sind nicht weit davon entfernt!
Ich habe mit einem Kollegen aus ru gesprochen,
und er sagte mir, dass die Entwicklung in Deutschland der in Russland ziemlich nahe kommt.
Sprich: Die Vorgehensweise ist vergleichbar und kongruent!
Ihr müsst alle selber wissen, was dies bedeutet!