Inti zur Kampagne"Zwangdienst?Nicht mit Mir!"

Antirepressiva 28.05.2009 07:24 Themen: Militarismus
Neues Interview von dem linksnationalen Sozialrevolutionär Alex L. zur Kampagne "Zwangsdienst? Nicht mit Mir!" und Bastian Sturzebechers Ansichten zu Weltsicht, Politik und Militär.
Alex L.: Hallo Bastian, erzähl doch mal warum du „Totalverweigern“ möchtest.
Was bewegte dich dazu?

Bastian: Das war im Grunde das Menschsein selbst.
Ich meine, was macht uns als diese wunderbaren Wesen denn so einzigartig? Im Grunde beläuft sich die Antwort nur auf das Wort „Liebe“. Aus ihr geht alles hervor: Respekt, Ehrfurcht und Achtung oder das Grundbedürfnis nach Freiheit und der alte Wunsch nach Frieden. Dafür müssen wir allerdings wieder Fragen stellen, die unsere Existenz und die Aufgabe in dieser Welt zu beantworten versuchen. Dem fehlt es heute leider unserer Kultur.
Was es heute gibt ist keine Vielfalt mehr. In dieser Globalisierung besitzen all diese Werte kein Gewicht und werden stattdessen durch materielle Dinge ausgetauscht. Was wir vergessen haben ist, dass eben genau diese Sachen unsere Frage nach der menschlichen Existenz beantworten können. Es sind unsere Grundbedürfnisse, welche nicht einfach abgestellt werden können. Die Märkte besitzen dort unglaublich kreative Menschen, die genau diese Lücken versuchen zu füllen. Das Volk konsumiert dann wohlwollend, erkennt jedoch nur langsam, dass diese Ersatzdroge das Problem nicht zu lösen vermag.
Stattdessen entstehen noch größere Identitätsschäden, scheint uns doch etwas zu zerfressen, was wir nur durch sehr genaues Hinschauen erkennen können. Das fällt den meisten Menschen heute jedoch sehr schwer. Wir sind also losgelöst von allem, was uns als Menschen wertvoll macht – unseren Grundprinzipien und Bedürfnissen. Das führt zu irreparablen Schäden.

Alex L.: Du meinst also, unser Menschenvolk schreitet langsam in den sicheren Tod?

Bastian: Das denke ich weniger. Wir haben anscheinend eine recht tragische Methode entwickelt um auf unsere Probleme zu reagieren. Diese lautet: handeln, wenn es dafür eigentlich schon zu spät ist. Wir brauchen erst einen großen Knall um aus unserem ohnmächtigen Zustand zu erwachen. Das muss aber so nicht bleiben.

Heute stehen wir vor Problemen, welche der Menschheit bisher unbekannt waren. Zu erklären wäre dies durch die großen industriellen Revolutionen der letzten Jahrhunderte. In der Zeit davor schien der Mensch noch in Harmonie mit seiner Umwelt zu leben, also mit den Pflanzen, Tieren und Ökosystemen. Jeder Schaden eines Teils wirkte sich schließlich unweigerlich, meist negativ, auf das ganze System aus. Außerdem hielt sich alles in einem sehr kleinen, überschaulichen Rahmen. Die Menschen schätzten also ihre „Mitwelt“ und lebten so in einer gesunden Harmonie in diesem großen „Netz des Lebens“.

Die industrielle Revolution änderte diese Ordnung der natürlichen Kreisläufe jedoch drastisch. Plötzlich gab es keinen Bezug mehr zu der Natur. Was zählte war der Profit, nicht das nur jedes „nichtmenschliche“ Leben abgewertet wurde, auch die Werte und Bedürfnisse der Menschen wurden stets dem Gewinn untergeordnet. Dieser „Anthropozentrismus“, also ein Weltbild indem der Mensch Mittelpunkt allen Seins darstellt, ordnet jedes nichtmenschliche Leben dem Menschen unter und legitimiert dadurch eine Tragik, die wir vom Rassismus kennen. Wird etwas abgewertet, so hat dies wohl auch zwangsläufig zur Folge, dass der oder das Abgewertete auch zur Unterdrückung oder gar dem Tod verdammt ist.

Wir können nicht verkennen, dass die sozialen Probleme unserer Gesellschaften logische Konsequenzen einer lebensvernichtenden Kultur sind. Unsere Zivilisation hat ein System geschaffen welches auf vehementen, industriellen Wachstum basiert. Dies bedeutet schlicht und einfach eine ständige Ausbeutung der Rohstoffe bei immer weiter steigendem Abfall. Wir müssen keine Intellektuellen sein um zu verstehen, dass wir damit unsere Lebensgrundlagen zerstören.
In dieser Zeit befinden wir uns in einer globalen Krise welche für viele Menschen unüberwindbar scheint. Für viele beginnt nun der Zustand der Angst, der Verzweiflung und es bilden sich meist sehr tragische “Schutzmaßnahmen“.
Sie schirmen sich ab, verstricken sich in religiöse Wahnlehren, äußern ihre Unzufriedenheit in Aggressionen und Gewalt, kalter Lethargie und Desinteresse.
Ursache dafür ist die Fehlentwicklung unserer Kultur sowie die falsche Vorstellung des Begriffes Wachstum. Es geht nur noch darum mehr zu haben. Dies fing mit der schlagartigen Mechanisierung an. Sie trug dazu bei uns als gesondertes Wesen zu sehen, welches außerhalb der natürlichen Kreisläufe völlig abgeschirmt und nur für sich allein lebt. Daraus resultierte dann der Glauben die Natur wäre lediglich etwas, was wir willkürlich missbrauchen und ausbeuten können, der Mensch stellte sich selbst als Mittelpunkt des Kosmos dar.

Diese kulturelle Desorientierung finden wir vor allem in der westlichen Zivilisation wieder. Länder die aus unserer Sicht des (finanziellen) Reichtums ärmer sind, erfreuen sich jedoch eines beeindruckenden Reichtums geistiger und spiritueller Reife. Die Schlussfolgerung dass wir wieder in Holzhütten hausen sollten ist aber natürlich Unsinn. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass unser Begriff des Fortschritts ein verzweifelter Versuch ist, fehlende Grundbedürfnisse des Menschen durch materiellen Ersatz zu befriedigen.
Fortschritt allein ist jedoch nicht die Wurzel unsere Probleme, es ist die Entfremdung des Menschen seiner selbst, der Natur sowie des Lebens an sich.

Alex L.: Die gesellschaftlichen Probleme hängen also damit zusammen, dass wir unsere Wurzeln zu unserer Existenz gekappt haben. Wo allerdings, ist nun der Bezug zur Bundeswehr, beziehungsweise deiner totalen Kriegs,- oder wie du sagst, Zwangsdienstverweigerung?

Bastian: Das ist ganz einfach. Es ist eine sehr tragische Reaktion auf diesen Zustand den ich als eine ohnmächtige Rationalität beschreibe, Mensch könnte es auch als Materialismus bezeichnen. Heute ist es eben dies, was Marx als „Opium fürs Volk“ beschreiben würde.
Da der Mensch verlernt hat Werten wie Liebe, Freiheit und Solidarität Ausdruck zu verleihen und stattdessen in einer Welt lebt, die alles Leben kategorisch abwertet, ist das mehr als verständlich. Nicht nur, dass wir Menschen uns selbst bekriegen und unterdrücken, wir kamen tatsächlich zu der Annahme, dass wir jedes nichtmenschliche Lebewesen einfach als Objekt ansehen können. Aber genau das passiert nun langsam auch bei den „nicht-wohlhabenden“ Menschen.
Gut zu erkennen ist das bei der Musterung in der wir nur darauf reduziert werden, was wir für unser „Vaterland“ leisten können. Der Mensch ist dabei völlig zweitrangig, was dann wiederum an der Uniformierung der Menschen zu erkennen ist.
Versucht ein Mensch also sein Leben selbst und vor allem frei nach seinen Idealen zu bestimmen, kommt er schnell zu dem Punkt, wo er erkennt, dass dies leider nicht mehr möglich ist. An dieser Stelle stehen dann die Zwangsdienste, dessen Prinzipien in mehrerer Hinsicht menschenverachtend sind und das nicht nur weil diese Zwangsdienste gegen gleich mehrere Menschenrechte verstoßen.
„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“, lautet der erste Absatz des vierten Artikels unserer Menschenrechte.
Meinen Glauben widme ich dem Weltfrieden, der Liebe und der Freiheit. Und ich lebe diese Werte. Das ist der Grund warum mir mein Gewissen verbietet, aufgrund von staatlichen Zwängen von all dem abzukommen, was mein Leben ausmacht. Niemand sollte seinen Lebensinhalt wegen Zwängen aufgeben. Kant erklärte dies als die Pflicht einer Handlung aus Achtung des ethischen Gesetzes.

Auch wenn es heute fast absurd klingt und in dieser Zeit, selbst von politisch aktiven Menschen, abgelehnt wird, aber sind nicht unsere Träume, Hoffnungen, Werte und die fantastische Schönheit unseres Seins nicht doch viel wertvoller als die festen Strukturen dieser kalten, rationalen Zeit? Auch wenn es die Illusion des Status quo nicht erlaubt, ich glaube daran, dass wir über kurz oder lang darüber lachen werden wenn wir zurück schauen und sehen, dass diese großartige, schöpferische Spezies materielle und finanzielle Aspekte an den Gipfel ihrer Existenz stellte.
An dieser Stelle sind wir wieder bei dem Zeitgeist, in der der Mensch alles kontrollieren und analysieren muss um seine fehlenden Bedürfnisse zu „befriedigen“ und da ist eben kein Platz für Gefühle und wahres Menschsein.

Alex L.: Gibt es noch andere, spezifischere Gründe für deine Totalverweigerung? Oder beläuft sich alles auf die Entfremdung des Menschen?

Bastian: Die Wurzeln liegen wie ich ja bereits sagte in dieser menschlichen Ohnmacht, die wir richtigerweise auch Entfremdung nennen können. Aber natürlich gibt es auch einige Aspekte die direkter zu meiner Entscheidung beigetragen haben. Dort ist der Hauptgrund das Prinzip des Zwangsdienstes. Unser System bezeichnet sich ja selbst als Demokratie, was ja übersetzt soviel wie Volksherrschaft bedeutet.
Zwangsdienste, Überwachung, Bürokratisierung, Verfolgung und Diffamierung politisch Andersdenkender, finanzielle Ausbeutung durch das Erpresserprinzip der Lohnarbeit und die Vorratsdatenspeicherung zeigen uns allerdings, dass die Politik nur noch ein egoistisches Konstrukt ist, welches sich in keinster Hinsicht um die Bedürfnisse der Menschen kümmert.
Es darf einfach nicht sein, dass Menschen in militärische Einzelhaft gesteckt werden, wenn sie aufgrund ihrer Lebensweise einen Zwangsdienst ablehnen. Häufig kam die Kritik von Außenstehenden ich könne ja einfach sagen ich sei Homosexuell oder mich anderweitig „ganz“ ausmustern lassen. Allerdings ginge das völlig an der ganzen Problemlage vorbei.
Solang es Zwangsdienste gibt, gehören diese Zustände angeklagt und Gesetze bewusst und öffentlich gebrochen. Repressionen haben nicht nur die Wirkung „Verbrecher“ zu bestrafen, sie treten ja nicht nur direkt nach einer kriminellen Tat ein. Heute wird im Grunde das ganze Alltagsleben davon bestimmt, Mensch lebt in ständiger Angst und Überwachung. Da muss es einfach mehr Leute geben die, auf welche Art auch immer, zeigen, dass diese Repressionen nichts weiter als lächerliche Versuche sind ein marodes System am Leben zu halten.
Es geht also um zivilen Ungehorsam, das bewusste Übertreten von öffentlichen Regeln und das Hinterfragen von allgemeingültigen Prinzipien die als „normal“ gehandhabt werden.
Ob dies nun in Form von Straßentheatern, Straßen oder Hausbesetzungen oder eben auch durch Totalverweigerungen geschieht liegt ganz an dem Menschen selbst. Zusammengefasst geht es also um Zwangsdienste, das Verbrechen an meiner Glaubens- und Handlungsfreiheit, die geschlechtliche, also sexistische Selektion, sowie die Lüge hier regiere das Volk.

Hier ein Auszug aus dem Grundgesetz:
„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“
Der Trugschluss, welcher Frauen nun auch bezüglich der Wehrpflicht zwingen dürfe, ist aber natürlich absurd.

Alex L.: Neu ist jedoch das ein Totalverweigerer aus linksnationalen Kreisen kommt. Inwiefern definierst du diese Einstellung und bestehen dort Sympathien zum „nationalen Widerstand“ und dessen Ideologie?

Bastian: Das ist natürlich völliger Unsinn, aber ich denke bei solchen Abstraktionen brauch ich mich auch kaum rechtfertigen. Vielleicht sollte Mensch aber darauf eingehen zu klären was sich hinter diesem neuen Linksnationalismus verbirgt. Denn der Nationalismus ist keinesfalls ein explizit „rechtes“ Phänomen, auch wenn die „Linke“ sich heute dagegen wehrt, jenes Thema anzunehmen. Meines Erachtens ist es kein abstrakter Antinationalismus der das Gegenstück des rechtsreaktionären, repressiven Nationalismus darstellt.
Auch Clara Zetkin, Rudolf Rocker, Karl Marx, Erich Mühsam, Rudi Dutschke oder auch Rosa Luxemburg stellten sich der so genannten „nationalen Frage“ und versuchten eine sozialistische Antwort darauf zu finden. Diese Antwort hatte keineswegs etwas mit Unterdrückung, Rassismus, Elitendünkel und reaktionärer Ideologie zu tun. Heute überlässt die „Linke“ diese Thematik den reaktionären Nationalisten, welche diese Chance natürlich nutzen um darin ihre rassistischen und egozentrischen Ideologien zu manifestieren.
Nicht umsonst heißt es, der nationale Analphabetismus der „Linken“ sei der Faschismus der „Rechten“.

Dieser Linksnationalismus unterscheidet sich also elementar zur Ideologie des „nationalen Widerstands“ welcher dort die rassische und nicht die soziale Antwort vermutet.
Statt esoterische Egoismen und Aggressionen betrachten wir das Volk nicht als rassisches Konstrukt, sondern eher als ein gemeinschaftliches Wesen auf Grundlagen der Kultur, Sprache und den spezifischen Interessen der Menschen.
Rudolf Rocker war einer der führenden anarchistischen Theoretiker und schrieb dazu im Nationalen Einheitsphantom:

„Ein Volk ist das natürliche Ergebnis gesellschaftlicher Organisation, ein Sich-Zusammen-Finden von Menschen, die durch die Verwandtschaftlichkeit der Abstammung, durch allgemeine Formen und Eigentümlichkeiten ihrer Kultur und die Gemeinschaftlichkeit der Sprache, Sitten, Traditionen usw. innerlich vorhanden sind. Dieser gemeinsame Zug lebt und wirkt in jedem einzelnen Gliede des Volksverbandes und bildet einen wichtigen Teil seiner individuellen und kollektiven Existenz. Er kann ebenso wenig künstlich gezüchtet als gewaltsam zerstört werden, es sei denn, dass man alle Glieder eines Volkes ausrotte.
Ein Volk kann einer Fremdherrschaft unterworfen und in seiner natürlichen Entwicklung künstlich beeinträchtigt werden, nie aber gelingt es, seine psychologischen und kulturellen Eigentümlichkeiten und Veranlagungen zu ersticken. Im Gegenteil, gerade unter fremdem Joche treten dieselben umso deutlicher hervor und bilden vorzugsweise ein Schutzmittel für die Existenz des Volksganzen.“

Es geht also um das innere, kollektive Erlebnis des „Wir“ ohne dabei unterdrückend zu wirken und Menschen auszugrenzen. Handeln durch Nicht-Handeln , Sein durch Nicht-Sein.
Es ist das dezentrale Prinzip des Anarchismus, der Selbstverwaltung von unten heraus. Selbst in ein und derselben Kultur kann es eine enorme Vielfalt an Strömungen und Absonderungen geben, das elementarste Beispiel wäre dort der Begriff des Volkes.

Rudi Dutschke sagte dazu : „Unter solchen Bedingungen fängt der linke Deutsche an, sich mit allem möglichen zu identifizieren, aber einen Grundzug des kommunistischen Manifestes zu ignorieren: Der Klassenkampf ist international, in seiner Form aber national.“

Nationale Identität in internationaler Solidarität – ähnlich den Zapatisten Mexikos, den Linksnationalen im Baskenland oder den um die Freiheit kämpfenden Nordiren.
Schon Marx sagte, dass das Proletariat erst ein Vaterland ihr Eigen nennen kann, wenn dieses durch den Klassenkampf erschaffen wurde.

Ebenso wie wir die reaktionäre und faschistische Ideologie ablehnen welche wir auf eine andere, viel gefährlichere Art und Weise hinter dem Kapital erkennen, lassen wir uns das Etikett der „Vaterlandsverräter“ aufkleben. Wir finden uns dabei weder in der linken Antinationalen, noch in der rechten Nationalen wieder.
Wir definieren uns durch einen emanzipierten und freiheitlichen Linksnationalismus, fern jeder Rassenlehre, Ausländerfeindlichkeit oder der nationalkapitalistischen Prägung der Bourgeoisie, welche sich heute in der BRD manifestiert.
An dieser Stelle verabschiede ich mich jedoch mit dem Hinweis auf den weiterführenden Artikel zum Linksnationalismus des antifaschistischen Linksnationalen C. Schwert.


 http://totalverweigern.blogsport.de/linksnationalismus/
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Verdrehter Nationalismus

Philip Gale 28.05.2009 - 11:04
Schon wieder ein Text zur Lobpreisung des Nationalismus. Das es hier "Linksnationalismus" heißt kaschiert nicht seine Bedeutung. Auch nicht wenn ihr versucht durch recht einwillige Interpretationen von Aussagen antinationaler ProtagonisteInnen der sozialen Bewegung das Nationale als positiv zu deuten.
Natürlich muss lokal gekämpft werden, aber enbensowichtig steht die Internationale Solidarität im Vordergrund. Unterstütze ich einen Arbeitskampf bei VW-Mexico, dann ist mein Angriffspunkt bei deutschen VW-Werken, weil ich da ran komme. Das hat nichts damit zu tun, das es um nationale Kämpfe geht.
Das unsere Welt in Nationalstaaten aufgeteilt ist, heißt noch lange nicht das die "soziale Frage" eine nationale wäre. Ganz im Gegenteil: Wir können nur gewinnen, wenn wir die nationalen Schranken durchbrechen und uns als Menschen begreifen, gleich welcher Herkunft.

Antinationale Solidarität!

Linksnationaler Sozialrevolutionär?

Karl 28.05.2009 - 12:53
Ist das so etwas wie ein Nationalsozialistischer, revolutionärer Linker?
Im Ernst, was soll der Quatsch?
Selbst wenn man von einem "Volk" als einer Gruppe Menschen mit gleicher Herkunft, gleichen Eigenarten und gleichen Interessen ausgeht, brauchen diese für ihr Zusammenleben keine Nation. Siehe die Sorben in Ostdeutschland.
Im übrigen macht eine Verweigerung noch lange keinen Sozialrevolutionär. Ich wage zu bezweifeln, dass sich in unserer "Nation" derzeit Menschen befinden, die man als Revolutionäre betiteln könnte.
Dies ist Querfront allererster Güte.
In diesem Sinne:

No Border - No Nation!

...

repressiva 28.05.2009 - 13:10
Entschuldigt die Frage, aber wo ist jetzt bitte die programmatische Auseinandersetzung?
@Phillip Gale: die Reduzierung des Linksnationalismus auf geographische Aspekte ist falsch bis völlig irrsinnig. Das Zitat Dutschke`s besitzt also in keinster Weise absolutheitsanspruch ( „Unter solchen Bedingungen fängt der linke Deutsche an, sich mit allem möglichen zu identifizieren, aber einen Grundzug des kommunistischen Manifestes zu ignorieren: Der Klassenkampf ist international, in seiner Form aber national.“ ) und diente nur als Hinweis dass die nationale Frage in keinster Weise ein "rechtes" Phänomen ist.

Um es an dieser Stelle mit den Worten des vormals linken Nationalrevolutionärs Alexander-Raoul Lohoff zu sagen: „Die nationale Frage war und ist "rechts" schlecht aufgehoben, belastet mit Vorurteilen gegen die Arbeiterschaft, und mit Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Militarismus und weiteren bürgerlichen Schwächen, befreien wir progressive nationale Ideen aus dem Mief, der sich da "nationaler Stallgeruch" nennt und in Wahrheit nur der Gestank von gestern ist.“

Ziehen wir ausnahmsweise die „Ideologie des Sozialdemokratismus in der Gegenwart“ , herausgebracht 1971 in der DDR, zur Hilfe, welches, trotz aller berechtigter Kritik am DDR-Regime, doch recht aufschlussreiche Worte beinhaltet: „Es gibt in der Welt keinen abstrakten Nationalismus "an sich". In der soziologischen und philosophischen Literatur der kapitalistischen Länder häufen sich die Definitionen des Nationalismus "an sich", unabhängig von der historischen Etappe der gesellschaftlichen Entwicklung, der Gesellschaftsordnung und der Klassenkräfte, die den konkreten Inhalt des Nationalismus bestimmen. (...) Der antiimperialistische Nationalismus der unterdrückten Völker verschmilzt in dieser Literatur mit dem Nationalismus der Kolonialherren.

Von den Marxisten wird die progressive Rolle der nationalen Befreiungsbewegung und der antiimperialistischen Ideologie gebührend geschätzt. Lenin warnte einst vor einem abstrakten Herangehen an die Frage des Nationalismus sowie vor der Vermengung des Nationalismus einer unterdrückten Nation mit dem Nationalismus einer Unterdrückernation, des Nationalismus einer großen Nation mit dem einer kleinen Nation"

Weiter heißt es in dem fortführenden Artikel Conrad Schwert`s: "Aus diesem Zitat wird klar, dass die Richtung gen reaktionärer Färbung (nationale Egozentrik, Chauvinismus, Rassismus, Imperialismus usw.) oder Progressivität (nationale Identität, internationale Solidarität, Kulturaustausch, internationale Vernetzung usw.) aus der jeweiligen politischen Ideologie und dem unterschiedlichen Klasseninteresse gespeist wird. Es gibt keinen „reinen“ Nationalismus „an sich“, sondern eine linke und eine rechte Spielart."

Dass die von mir aufgeführten Zitate von antinationalen Protagonisten kommen ist zudem auch nicht so ganz richtig. Zwar warnten sie, wie auch wir, vor einer aggressiven, rechtsreaktionären oder bourgeoisen Spielart des Nationalismus, jedoch steht der Linksnationalismus dem schroff entgegen. Mensch kann den Linksnationalismus als Begriff nicht trennen, dabei das "links" weglassen und es somit auf Nationalismus reduzieren, dann noch zusätzlich reaktionäre und faschistische Ideologie beimengen und dann sagen: Linksnationalisten sind "rechts" oder wasauchimmer. Das geht so nicht, auch die Forderung diesen Beitrag hier zu löschen zeichnet sich für mich eher als Zeichen einer meinungstotalitären Gesinnung ab. Leichter es es mensch stigmatisiert und denunziert, verbietet vertreibt. Sehr antifaschistisch.

Im Übrigen kann ich keine "Verarschung" Marx`s in meinem Text finden, aber das ist auch wieder sehr amüsant: ohne darauf einzugehen dass der Materialismus heute die Menschen "verblendet" wird diese Behauptung umgedreht und als provokante Beleidigung genutzt. Ich habe mich vor einer Weile mit der gewaltfreien Kommunikation beschäftigt,- dort bezeichnet mensch die Art wie "antifa" spricht als trennende, gewalttätige Kommunikation die laut meiner Interpretation die Folge einer Ellbogengesellschaft sein muss. Es lässt sich einiges daran erkennen, scheint mensch doch zu sehen das Worte wie Hilfsbereitschaft, Solidarität, Gemeinschaftssinn, Nächstenliebe und ähnliches nur als Wortphrasen dienen um das eigene Image aufzubessern. Leben tut mensch es meisten nicht, oder "antifa"?

Und noch ein Wort zu dem geographischen Aspekt@Gale: kennst du die EZLN,- die Zapatistas und deren autonomen Gemeinden der Chiapas? Dort wird am deutlichsten klar dass der Linksnationalismus seine Komonenten nicht in der Grenzziehung sieht. Dort kämpfen die Zapatisten für ihre indigene Volklichkeit, für ihre (links)national(istisch)e Selbstbestimmung auf internationaler Ebene. Gehören sie inzwischen auch zum Feindbild der "Linken" weil sie ihre soziale Frage dialektisch zusammen mit der nationalen Frage beantworten? Es ist doch ganz eindeutig: die nationale Frage ist weder "links" noch "rechts". Sie findet sich nicht in Schubladen.

Was jedoch, und da ist der Knackpunkt, "links" oder "rechts" erscheinen kann ist der Versuch einer Antwort die im "Rechten" meist reaktionär, faschistisch, egozentrisch und in der "Linken" eben sozialistisch, anarchistisch, kommunistisch ausfallen kann. Che, Marx, Dutsche, Zetkin, Rocker, Mühsam, Lenin etc. etc. versuchten eben eine Antwort zu finden wie sich in ihren Werken zeigt. Damals mag es keinen "Linksnationalismus" gegeben haben, unser Versuch einer Antwort ist jedoch der Gleiche wie damals, nur das wir es Gefäß geschaffen haben welches es damals nicht gab. Nennt sich "Linksnationalismus" wie er im Baskenland, Katalonien, Nordirland, Afrika, Kuba Mexiko (EZLN ) eben vorkommt. Die Nation hat dort keine rechtsreaktionäre oder bürgerliche Bedeutung, sondern wird als Siedlungsraum des Volkes angesehen.
Nationale identität in internationaler Solidarität

bla bli blub

Super Kim 28.05.2009 - 13:43
Heidiho Genossen...

............

Natürlich muss lokal gekämpft werden, aber enbensowichtig steht die Internationale Solidarität im Vordergrund. Unterstütze ich einen Arbeitskampf bei VW-Mexico, dann ist mein Angriffspunkt bei deutschen VW-Werken, weil ich da ran komme. Das hat nichts damit zu tun, das es um nationale Kämpfe geht.

..............

Hast du schon Recht. Es sagt ja keiner das der antikapitalistische Kampf auschließlich national geführt werden soll. Gerade soziale Kämpfe werden aufgrund des global agierenden Kapitalismus auch global geführt werden müssen. Aber wie Marx schon beschrieben hat muss die Arbeiterklasse eines jeden Volkes sich auf nationaler Ebene emanzipieren um den Internationalismus möglich zum machen. Internationalismus darf hierbei nur nicht mit Antinationalismus gleichgesetzt werden.


..............

No Border - No Nation!
..............

So und jetzt pumpen wir mal die verkürzte Scheisse aus dem Kopf und fangen an nachzudenken. Auch bei deinen Anführungen greift wieder der gemeinsame globale Kampf. Man kann natürlich zusammen kämpfen, aber dennoch bestehen nun einmal kulturelle Eigenheiten. Und ob zum Beispiel die Sorben eine eigene Nation brauchen, lass sie mal lieber selbst entscheiden. Sie streben zu großen Teilen eine sorbische Nation an um den kulturellen Siedlungsraum in einer Nation zu manifestieren. Wenn du meinst du brauchst keine Nation, denn ist das ja schön und gut und dein Recht als Mensch. Aber spreche es bitte nicht anderen Menschen ab, die danach streben.


So reingehauen.

danke, toller beitrag!

totalverweigerer 28.05.2009 - 14:16
wie weh muss es tun, wenn ein sich so nennender totalverweigerer den zusammenhang von militarismus, patriarchat, kapitalismus und nation nicht sieht? wenn ein deutscher staatsangehöriger vom linksnationalismus faselt? die nation ist immer eine der freien assoziation entgegengesetzte kategorie, die durch eine rein politische interpretation allenfalls abgemildert wird, weil sie überflüssig wird, ersetzt werden kann durch "kollektiv", "gemeinschaft", "gesellschaft" (mit bestimmtem erfahrungshintergrund). wer aber die nation benennt als "lebensraum des volkes" gehört in stalingrad beerdigt, mit all seinen grossvätern, die garantiert auch alle keine nazis waren. danke dass ihr euch so offen outet.

Zum Them Sorben

repressiva 28.05.2009 - 15:12
Ich zitiere aus dem Artikel "Der Linksnationalismus" :
Das heißt, der Nationalist richtet sein Augenmerk auf eine nichtstaatliche Größe, die Nation, jenes geschichtlich gewachsene, kulturelle Gebilde, das wir als Siedlungsraum eines Volkes bezeichnen können (schließlich gibt es noch „ziehende Völker“, die, weil kein dauerhafter Siedlungsraum vorhanden, keine Nation bilden). Das kann (!) auftreten als Wendung explizit gegen andere Gemeinschaften dieser Art, was dann aber wiederum Chauvinismus (intolerant-aggressiver Nationalismus) wäre, muss es jedoch keineswegs und ist vor allen Dingen nicht automatisch im Nationalismus angelegt.

Ps: Wenn mensch Querfront als eine oberflächliche Verbindung/Vermischung politischer Dogmen Links- und Rechtsradikaler bezeichnet, und so kennen wir die Versuche einer Querfront hier ja nun mal, könnte mensch sagen das ich dem Prinzip der Querfront konträr gegenüberstehe! Es geht eher um das vitale, wechselseitige Zusammenspiel, die tiefe Dialektik zwischen der sozialen und nationalen Frage, zwischen Konservatismus und Revolutionismus, zwischen antinationalen Linken und reaktionären Rechten die nicht als politische Mitte verstanden darf und somit den reaktionären Charakter beider Pole übernimmt.

nix titel

name urself 28.05.2009 - 19:15
so ein regressiver scheiß, das ganze entfremdungsgequatsche. Klar docken einige Punkte von euch an linken Themen an aber dieses Rückwärtsgewandtsein was sich der interviewte nicht selbst zugesteht schmeckt für mich mehr nach konservativ (früher war alles besser da gab es noch liebe bla bla bla) und öko-fanatisch (nix gegen öko aber sich einen vermeintlichen früheren optimalzustand herbeizufantasieren gegen den die menschen dauernd verstoßen würden bringt keine weiterentwicklung).

zivilen ungehorsam mit straßentheatern straßen-und hausbesetzungen lediglich mit dem bewußten verstoß gegen gesetze zu begründen reduziert diese kreativen und subversiv wirksamen aktionen, offensichtlich nur, damit der Held des Interviews sich damit in eine Reihe stellen kann obwohl die Praxis der Totalverweigerung, so verständlich sie auch ist, doch erst mal dazu dient den eigenen arsch zu retten.

Achja: Von linksnational will ich hier echt nix hören. Nur weil "links-" vornedrangestellt wird, fällt damit die Borniertheit des Denkens in vermeintlich natürlichen Zusammenhängen, hier die nation, nicht weg. Das Ziel kann nur sein die Kategorien von Nation, Geschlecht und Privateigentum zu bekämpfen und aufzulösen!
Dieses Volkskörpergeschwafel ("gemeinschaftliches Wesen") bietet den Boden auf dem sich die Einteilung in "Wir" und "die Anderen" entwickelt was Grundlage von Rassismus ist, wenn vielleicht auch erstmal nur in den subtileren Formen (Stereotypisierung von Menschen aufgrund ihres Aussehens).

Alles in allem völkisches Geschwafel, bei dem versucht wird Marx und Konsorten ähnliches in den Mund zu legen. Da sind mir ja die Antideutschen noch lieber.

verarschung

totalverweigerer 29.05.2009 - 09:07
antirepressiva um 20.20: er hat also noch gar keinen bescheid erhalten und erwartet in nächster zeit auch keinen. es geht hier also nur darum, "links"national, volk, siedlungsraum und all diesen ganz rechten quatsch auf indymedia unter dem deckmäntelchen der totalverweigerung diskussionswürdig zu machen.

Thema Abgrenzung

antirepressiva 30.05.2009 - 11:44
Anscheinend herrscht ja hier die Vorstellung dass die Unterschiedlichkeit der Völker und Kulturen der Grund für den Rassismus und die Ausgrenzung sind. Ich finde das irgendwie paradox, also einerseits ist es eh albern die Unterschiedlichkeit dafür verantwortlich zu machen und andererseits sollen nach "eurer", also antinationaler Meinung ja anscheinend diese Unterschiedlichkeiten "überwunden" werden um so den Menschen wieder zu einen. Es wird ja herbei fantasiert das "wir" die Menschen nur nach ihre Volksangehörigkeit beurteilen und so uns nicht mehr als Menschen zu begreifen. Allerdings begreifen wir uns dennoch als Menschen, die sich aber eben zu verschiedenen Gemeinschaften zusammenfinden, also zu Kulturen, Völkern und ähnliches. Identität entsteht nunmal durch Abgrenzung. Das ist individuell genauso wie volklich. Der Unterschied zwischen uns und den Rechtsnationalen ist da jedoch das wir trotz der Abgrenzung eine solidarische Freundschaft pflegen und von Ab- nicht zu Ausgrenzung wechseln. Interessant jedoch das Antinationale das anders sehen, jedoch sich dabei stetig selbst widersprechen. Volkliche Unterschiedlichkeit, oder generell Unterschiedlichkeit wird als Grund für Ausgrenzung, Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus gedeutet, also sollen diese Unterschiede überwunden und die Menschen geeint ( vereinheitlicht ) werden. Das Interessante jedoch ist wenn es politische Unterschiedlichkeiten gibt, also beispielsweise zwischen "uns" und "euch", wird auch nichts geeint, überwunden oder für was auch immer ihr sonst so einsteht. Es findet auch keine Abgrenzung statt die eine Freundschaft, Solidarität, Vernetzung oder ein Miteinanderauskommens zur Folge hat. Statt dessen ( analog zu den Rechtsnationalen ) geht mensch von der Abgrenzung zur Ausgrenzung über, fordert Zensur, Verbot, denunziert, beleidigt und feindet an. Ist es nicht genau das gleiche, auf einer anderen Ebene, was ihr den Faschos und Nazis vorwerft,- eine Ausgrenzung auf Grund von Unterschiedlichkeit?
Unterschiede sind niemals die Ursachen von Konflikten, sondern die Denkweise und Auffassung wie mensch mit diesen Unterschiedlichkeiten umgeht. Und da scheinen wir, gegenteilig zu euren Behauptungen die Einzigsten zu sein die von Ab- nicht zu Ausgrenzung wechseln...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 10 Kommentare an

wilkommen... — antifa

SupiSupi! — @Kim

kein name angegeben — kein autor

Hippie? Ja gerne! — antirepressiva

lob für mods — oo

Monotonie nervt... — antirepressiva

... — antirepressiva

@ Supi Supi — Super Kim

---- — antirepressiva