Fotobericht von der DGB-Demo am 16.5. Berlin
Es kostete mich am frühen Vormittag des vergangenen Samstags einige Überwindung, doch noch auf auf eine Demo zu gehen, die von einer Organisation veranstaltet wurde, deren Führungsriege seinerzeit die Hartz4-Gesetzgebung und damit den radikalsten Sozialabbau seit Bestehen der BRD mitunterschrieben und deshalb mitzuverantworten hat. Sie haben die (Sozialverbrechens-)Büchse der Pandorra zum Öffnen freigegeben!
Jetzt im Nachhinein packt mich noch immer der kalte Zorn, daß der Schröder-Spezi, Michael Sommer, zusammen mit Spitzenfunktionären der Sozialverbrecherparteien SPD und Grüne die Demo anführen konnten, ohne von den DemonstrantInnen gellend ausgepfiffen und fortgejagt zu werden. Eine Bande von Heuchlern hat diese Demo erwartungsgemäß mißbraucht, um manipulativen Wahlkampf vor allem für die SPD zu machen, ganz nach dem Motto: denn die dümmsten Kälber suchen ihren Schlächter selber!
Jetzt im Nachhinein packt mich noch immer der kalte Zorn, daß der Schröder-Spezi, Michael Sommer, zusammen mit Spitzenfunktionären der Sozialverbrecherparteien SPD und Grüne die Demo anführen konnten, ohne von den DemonstrantInnen gellend ausgepfiffen und fortgejagt zu werden. Eine Bande von Heuchlern hat diese Demo erwartungsgemäß mißbraucht, um manipulativen Wahlkampf vor allem für die SPD zu machen, ganz nach dem Motto: denn die dümmsten Kälber suchen ihren Schlächter selber!
Die DGB-Groß-Demo in Berlin war von den Veranstaltern und ihren Strippenziehern im Hintergrund als Beruhigungspille, als Placebo, gedacht, damit eventuell aufkeimende soziale Unruhen auch in der BRD möglichst gar nicht erst zur Entwicklung kommen sondern - wenn sich der berechtigte Zorn der Massen schon nicht ganz verhindern läßt, so muß er doch weitgehend gesteuert und entschärft werden. Das hat ja auch prima geklappt.
Schon die Ortswahl der beiden Demo-Sammelpunkte, nämlich der enge, knackvolle Breitscheidplatz und die Brachlandwüste vor dem Hauptbahnhof, paßte optimal ins Konzept der herrschenden Strippenzieher und jener Mitläufer, die glauben, sie würden herrschen. In den menschenleeren Weiten des Hauptbahnhof-Brachlandes würde jeder Protest ohnehin verpuffen. Und die Reisenden im Hauptbahnhof selber sind vor allem eher mit ihrem Reiseanliegen beschäftigt, als einer, wenn auch berechtigten Demo besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Eine der herrschenden Klasse gefährlich werdende Außenwirkung der Demo auf die Bevölkerung war also kaum zu erwarten.
Ich traf so gegen 11:30 Uhr am Bahnhof Zoo ein. Schon dort herrschte eine völlig unübersichtliche (beabsichtigte!) Enge. Tausende von DemonstrantInnen, die mit Sonderzügen angereist waren, hunderte sanges- und trankeslustige Schalke-Fans (Hertha gegen Schalke im Olympiastadion) drängelten und irrten kreuz und quer durch die Bahnhofsausgänge, verstopften die Hardenbergstraße in Richtung Breitscheidplatz - und sie alle waren dann irgendwie happy, am "großen Ereignis" dabei sein zu können.
Den ohnehin wenigen kämpferisch oppositionellen aber auch anderen DGB-Gruppen war damit nahezu unmöglich gemacht bzw. erschwert worden, sich überhaupt zu finden und zu sammeln. Einen kleiner Teil des klassenkämpferischen Blocks, ca. 20 - 30 Personen, traf ich am Premierenkino in der Hardenbergstraße, der größere Teil mit ihrem Lauti solle sich ganz am Ende des Demozuges in der Budapester Straße befinden, wurde mir gesagt. Weil ja die Demo eh die Hardenbergstraße in Richtung Ernst-Reuter-Platz entlang und sich die KlassenkämpferInnen hier vor dem Kino dann in ihren Block einreihen würden, blieb ich gleich bei ihnen bzw. in ihrer Nähe.
Tobias Pflüger lief an uns vorbei (Bild 006), hielt kurz an, ließ sich interessiert einen Flyer geben und ging zum benachbarten Stand von DIE LINKE. Bald darauf zuckelte auch ein sichtlich das Bad der Menge genießender Bütikofer (Grüne) in entgegengesetzter Richtung - von der Menge unerkannt bzw. unbeachtet - vorbei. Vielleicht wollte er ja rechtzeitig am zweiten Demosammelpunkt Hauptbahnhof sein, denn DGB-Sommer war bereits dorthin unterwegs, nachdem er und u.a. Müntefering (SPD) am Breitscheidplatz eine (nicht ausgepfiffene!) Rede gehalten haben sollen.
Während der Unterhaltung mit Mitstreitern bemerkte ich um uns herum außer dem grün uniformierten Team Green auch mehrere, mir bis dahin unbekannte Zivis, einer von ihnen hatte sich sogar betont unauffällig dicht hinter uns geschlichen, wohl um uns besser belauschen zu können. Zwei, Männlein und Weiblein, standen etwas abseits zusammen mit Team Green und beäugten mich recht intensiv - vielleicht gefiel ihnen ja meine Knipse? So gingen die, jedenfalls von meiner Seite, freundlichen Blickkontakte immer hin und her.
Und siehe da, nach einer Weile hielt es die Grünlinge nicht länger und monierten (ab Bild 011) u.a. ein Transpi der SAS, filzten zwei, potentiell "gefährlich" gekleidete junge Leute und kontrollierten auch deren Taschen. Natürlich fanden sie nix aber zumindest die Pflöcke waren eingeschlagen - diese Willküraktion wohl vor allem signalisieren: wir rücken euch auf die Pelle, wann immer wir wollen und bleiben in eurer Nähe. So war's ja dann auch - bis zur erwarteten! gezielten Provakation (ab Bild 072) in der Straße des 17. Juni kurz vor der Bahn-Unterführung am S-Bahnhof Tiergarten. Im viertnächsten Absatz mehr dazu.
Nach Stunden endlosen Wartens gings dann endlich ganz allmählich los. Die Demo wurde von mehreren, mit Gewerkschaftsballons geschmückten LKW's der Berliner Stadtreinigung angeführt. Eine Symbolik, die verschiedene Deutungen zuläßt. Schier endlos schob sich der Demozug mit tausenden roten Fahnen vorbei. Jedesmal, wenn ein Trupp flaggenschwenkender LinksparteilerInnen in Sicht- und Hörweite waren, skandierten die jungen KlassenkämpferInnen hinter mir:
WER HAT UNS VERRATEN? - SOZIALDEMOKRATEN! - UND WER WAR MIT DABEI? - DIE LINKSPARTEI!
Daß die so Begrüßten zumeist not amused waren, ist verständlich, aber rund um uns herum, auch in der solid-Linksjugend, lächelte alles wissend-zustimmend. Kennen wir doch alle den regierungs- bzw. karrieregeilen Berliner Realoflügel von DIE LINKE rund um Klaus Lederer & friends nur zu (un-)gut.
Wie auch immer, die Breitscheidplatz-Demo hatte außer roten Fahnen und nichtssagenden Transpis nur wenig Kreatives zu bieten. Das war auf der "Wir zahlen nicht für eure Krise"-Demo am 28. März noch ganz anders! Aber die wurde ja auch nicht vom DGB organisiert, dem sie wohl ohnenhin zu suspekt, weil nicht ferngelenkt war. - Bei aller Kritik an den äußeren Umständen und diversen organisatorischen Unzulänglichkeiten ist doch das Engagement der vielen Tausend Basis-GenossInnen aus Gewerkschaft und anderen Organisationen gar nicht hoch genug zu schätzen und begeistert zu loben!
Was hätten diese insgesamt über hundertausend, zumeist gewerkschaflichen DemonstrantInnen für einen Druck auf die herrschende Klasse und in der Öffentlichkeit aufbauen können! Was hätten sie bewirken können, wären sie von ihrer Führung nicht bewußt in menschenleere Straßen sondern in die Hauptstraßen Berlins geleitet worden! - Die Enge des Breitscheidplatzes habe ich schon angeführt, die Hardenbergstraße wird von samstags leerstehenden Universitäts- und Bürogebäuden gesäumt, es waren dort nur eine Handvoll Passanten unterwegs, die die Demo bestaunen konnten. Ab Ernst-Reuter-Platz und in der Straße des 17. Juni war die Demoroute links und rechts zudem mit vom DGB gecharterten Bussen zugeparkt, sodaß eventuelle, sich hierher verirrende Spaziergänger die DemonstrantInnen ohnehin nicht wahrgenommen hätten. Diese Demo glich eher einer Geisterdemo, wo sich die GenossInnen in Ermangelung eines Publikums selbst zujubeln mußten. Außenwirkung vor Ort gleich Null. Aber mit schönen Fernsehbildern friedlicher, lieber, braver DemonstrantInnen berieselten ganz im Sinne der Mächtigen die BRD-Zwangsglotzanstalten am Abend und tagsdarauf die Zuschauer der restlichen BRD. "Friede, Freude, Eierkuchen" und "Krise? Was für eine Krise?" würde den BundesbürgerInnen vorgegaukelt. Und nach den Wahlen ist Zahltag für alle, die nicht der herrschenden Klasse angehören bzw. von ihr protegiert werden.
Offenbar haben einige in der Polizei-Einsatzleitung den sensationsgeilen Medien und der reaktionären Politkaste doch noch einige Krawallbilder zwecks Propaganda gegen "linksradikale Chaoten" liefern wollen. Wie anders ist zu erklären, daß kurz vor der Bahnunterführung am S-Bahnhof Tiergarten, eine Polizeiwanne, scheinbar völlig unmotiviert, in eine, extra für eine Sprint-Einlage freigehaltene Demolücke hineingefahren ist?! - Der Schüler- und Studentenblock sowie der klasenkämpferische Block bildeten, wie schon erwähnt, den zwar engagierten aber absolut friedlichen Schluß der Demo, ständig links und rechts von Team Green "begleitet". Immer wieder gab's zur Auflockerung fröhliche Sprinteinlagen, wurden die üblichen Parolen skandiert und interessante Vorträge vom Lauti aus gehalten. Trotz Team Green war bis zum Schluß auch nicht der leiseste Anschein einer möglichen Aggression und/oder Eskalation auszumachen.
Nicht einmal - die Fotos beweisen es - als die Polizeiwanne widerrechtlich mitten in der Demo war. Parallelen zur 18 Uhr-Demo am 1. Mai in Berlin (
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/1/24492439.0.30115.html und dann scrollen) drängen sich da auf. Vor der Feuerwache in der Wiener Straße waren auch plötzlich gleich 2 Polizeifahrzeuge widerrechtlich mitten in der Demo. Das war dann wohl der Hauptauslöser für die späteren Gewalteskalationen nach Demoende.
Mit großem Geschick, sehr viel Humor und Spott und absolut friedlich meisterten die jungen Leute hier auf der Straße des 17. Juni diese gefährliche Situation. Es gab also für die Journaille keine Bilder von steine- und bierflaschenwerfenden "Chaoten", ja nicht einmal die Außenspiegel des Bullenfahrzeugs wurden verdreht. - Und weil's leider nicht so lief, wie's wohl laufen sollte und aus Sicht der Lohnschreiberlinge in den Redaktionsstuben keinen besonderen "Nachrichtenwert" darstellte, wurde über diese Polizei-Provokation bislang auch nirgends in der Journaille berichtet - nach meiner Kenntnis jedenfalls, denn ich lese keine BLÖD-Zeitung oder ähnliche Massenverblödungs-Blätter.
Abschließend kann ich nur wiederholen:
WAS HÄTTEN AM SAMSTAG DIE ÜBER HUNDERTTAUSEND DEMONSTRANTINNEN FÜR EINEN DRUCK AUF DIE HERRSCHENDEN AUSÜBEN KÖNNEN!
Würden sie nicht von der Gewerkschaftsführung und der reaktionären Politik mit solchen Placebo-Aktionen wie am vergangenen Samstag immer wieder ruhiggestellt werden.
WIR BRAUCHEN FRANZÖSISCHE (und britische) VERHÄLTNISSE!
Alle 92 Fotos sind eingestellt unter
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/1/24606921#24606921
Die Gesichter nur bei denen unkenntlich gemacht, die möglicherweise Repressalien durch die Staatsmacht und/oder Nazis ausgesetzt sein könnten! Die übrigen DemonstrantInnen wollen gerade auf DGB-Demos Gesicht und Flagge zeigen!
Sämtliche Demo-Fotos dürfen übrigens gerne bei namentlicher Nennung des Knipsers und Angabe der Quelle für nichtkommerzielle Zwecke heruntergeladen, gespeichert und weiterverbreitet werden.
Bernd Kudanek alias bjk
Internetportal:
http://freies-politikforum.carookee.com
weitere Berichte auf indymedia in chronologischer Reihenfolge unter:
http://de.indymedia.org/2009/05/250880.shtml?c=on#comments2
http://de.indymedia.org/2009/05/250810.shtml
http://de.indymedia.org/2009/05/250784.shtml
http://de.indymedia.org/2009/05/250773.shtml
http://de.indymedia.org/2009/05/250677.shtml
Schon die Ortswahl der beiden Demo-Sammelpunkte, nämlich der enge, knackvolle Breitscheidplatz und die Brachlandwüste vor dem Hauptbahnhof, paßte optimal ins Konzept der herrschenden Strippenzieher und jener Mitläufer, die glauben, sie würden herrschen. In den menschenleeren Weiten des Hauptbahnhof-Brachlandes würde jeder Protest ohnehin verpuffen. Und die Reisenden im Hauptbahnhof selber sind vor allem eher mit ihrem Reiseanliegen beschäftigt, als einer, wenn auch berechtigten Demo besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Eine der herrschenden Klasse gefährlich werdende Außenwirkung der Demo auf die Bevölkerung war also kaum zu erwarten.
Ich traf so gegen 11:30 Uhr am Bahnhof Zoo ein. Schon dort herrschte eine völlig unübersichtliche (beabsichtigte!) Enge. Tausende von DemonstrantInnen, die mit Sonderzügen angereist waren, hunderte sanges- und trankeslustige Schalke-Fans (Hertha gegen Schalke im Olympiastadion) drängelten und irrten kreuz und quer durch die Bahnhofsausgänge, verstopften die Hardenbergstraße in Richtung Breitscheidplatz - und sie alle waren dann irgendwie happy, am "großen Ereignis" dabei sein zu können.
Den ohnehin wenigen kämpferisch oppositionellen aber auch anderen DGB-Gruppen war damit nahezu unmöglich gemacht bzw. erschwert worden, sich überhaupt zu finden und zu sammeln. Einen kleiner Teil des klassenkämpferischen Blocks, ca. 20 - 30 Personen, traf ich am Premierenkino in der Hardenbergstraße, der größere Teil mit ihrem Lauti solle sich ganz am Ende des Demozuges in der Budapester Straße befinden, wurde mir gesagt. Weil ja die Demo eh die Hardenbergstraße in Richtung Ernst-Reuter-Platz entlang und sich die KlassenkämpferInnen hier vor dem Kino dann in ihren Block einreihen würden, blieb ich gleich bei ihnen bzw. in ihrer Nähe.
Tobias Pflüger lief an uns vorbei (Bild 006), hielt kurz an, ließ sich interessiert einen Flyer geben und ging zum benachbarten Stand von DIE LINKE. Bald darauf zuckelte auch ein sichtlich das Bad der Menge genießender Bütikofer (Grüne) in entgegengesetzter Richtung - von der Menge unerkannt bzw. unbeachtet - vorbei. Vielleicht wollte er ja rechtzeitig am zweiten Demosammelpunkt Hauptbahnhof sein, denn DGB-Sommer war bereits dorthin unterwegs, nachdem er und u.a. Müntefering (SPD) am Breitscheidplatz eine (nicht ausgepfiffene!) Rede gehalten haben sollen.
Während der Unterhaltung mit Mitstreitern bemerkte ich um uns herum außer dem grün uniformierten Team Green auch mehrere, mir bis dahin unbekannte Zivis, einer von ihnen hatte sich sogar betont unauffällig dicht hinter uns geschlichen, wohl um uns besser belauschen zu können. Zwei, Männlein und Weiblein, standen etwas abseits zusammen mit Team Green und beäugten mich recht intensiv - vielleicht gefiel ihnen ja meine Knipse? So gingen die, jedenfalls von meiner Seite, freundlichen Blickkontakte immer hin und her.
Und siehe da, nach einer Weile hielt es die Grünlinge nicht länger und monierten (ab Bild 011) u.a. ein Transpi der SAS, filzten zwei, potentiell "gefährlich" gekleidete junge Leute und kontrollierten auch deren Taschen. Natürlich fanden sie nix aber zumindest die Pflöcke waren eingeschlagen - diese Willküraktion wohl vor allem signalisieren: wir rücken euch auf die Pelle, wann immer wir wollen und bleiben in eurer Nähe. So war's ja dann auch - bis zur erwarteten! gezielten Provakation (ab Bild 072) in der Straße des 17. Juni kurz vor der Bahn-Unterführung am S-Bahnhof Tiergarten. Im viertnächsten Absatz mehr dazu.
Nach Stunden endlosen Wartens gings dann endlich ganz allmählich los. Die Demo wurde von mehreren, mit Gewerkschaftsballons geschmückten LKW's der Berliner Stadtreinigung angeführt. Eine Symbolik, die verschiedene Deutungen zuläßt. Schier endlos schob sich der Demozug mit tausenden roten Fahnen vorbei. Jedesmal, wenn ein Trupp flaggenschwenkender LinksparteilerInnen in Sicht- und Hörweite waren, skandierten die jungen KlassenkämpferInnen hinter mir:
WER HAT UNS VERRATEN? - SOZIALDEMOKRATEN! - UND WER WAR MIT DABEI? - DIE LINKSPARTEI!
Daß die so Begrüßten zumeist not amused waren, ist verständlich, aber rund um uns herum, auch in der solid-Linksjugend, lächelte alles wissend-zustimmend. Kennen wir doch alle den regierungs- bzw. karrieregeilen Berliner Realoflügel von DIE LINKE rund um Klaus Lederer & friends nur zu (un-)gut.
Wie auch immer, die Breitscheidplatz-Demo hatte außer roten Fahnen und nichtssagenden Transpis nur wenig Kreatives zu bieten. Das war auf der "Wir zahlen nicht für eure Krise"-Demo am 28. März noch ganz anders! Aber die wurde ja auch nicht vom DGB organisiert, dem sie wohl ohnenhin zu suspekt, weil nicht ferngelenkt war. - Bei aller Kritik an den äußeren Umständen und diversen organisatorischen Unzulänglichkeiten ist doch das Engagement der vielen Tausend Basis-GenossInnen aus Gewerkschaft und anderen Organisationen gar nicht hoch genug zu schätzen und begeistert zu loben!
Was hätten diese insgesamt über hundertausend, zumeist gewerkschaflichen DemonstrantInnen für einen Druck auf die herrschende Klasse und in der Öffentlichkeit aufbauen können! Was hätten sie bewirken können, wären sie von ihrer Führung nicht bewußt in menschenleere Straßen sondern in die Hauptstraßen Berlins geleitet worden! - Die Enge des Breitscheidplatzes habe ich schon angeführt, die Hardenbergstraße wird von samstags leerstehenden Universitäts- und Bürogebäuden gesäumt, es waren dort nur eine Handvoll Passanten unterwegs, die die Demo bestaunen konnten. Ab Ernst-Reuter-Platz und in der Straße des 17. Juni war die Demoroute links und rechts zudem mit vom DGB gecharterten Bussen zugeparkt, sodaß eventuelle, sich hierher verirrende Spaziergänger die DemonstrantInnen ohnehin nicht wahrgenommen hätten. Diese Demo glich eher einer Geisterdemo, wo sich die GenossInnen in Ermangelung eines Publikums selbst zujubeln mußten. Außenwirkung vor Ort gleich Null. Aber mit schönen Fernsehbildern friedlicher, lieber, braver DemonstrantInnen berieselten ganz im Sinne der Mächtigen die BRD-Zwangsglotzanstalten am Abend und tagsdarauf die Zuschauer der restlichen BRD. "Friede, Freude, Eierkuchen" und "Krise? Was für eine Krise?" würde den BundesbürgerInnen vorgegaukelt. Und nach den Wahlen ist Zahltag für alle, die nicht der herrschenden Klasse angehören bzw. von ihr protegiert werden.
Offenbar haben einige in der Polizei-Einsatzleitung den sensationsgeilen Medien und der reaktionären Politkaste doch noch einige Krawallbilder zwecks Propaganda gegen "linksradikale Chaoten" liefern wollen. Wie anders ist zu erklären, daß kurz vor der Bahnunterführung am S-Bahnhof Tiergarten, eine Polizeiwanne, scheinbar völlig unmotiviert, in eine, extra für eine Sprint-Einlage freigehaltene Demolücke hineingefahren ist?! - Der Schüler- und Studentenblock sowie der klasenkämpferische Block bildeten, wie schon erwähnt, den zwar engagierten aber absolut friedlichen Schluß der Demo, ständig links und rechts von Team Green "begleitet". Immer wieder gab's zur Auflockerung fröhliche Sprinteinlagen, wurden die üblichen Parolen skandiert und interessante Vorträge vom Lauti aus gehalten. Trotz Team Green war bis zum Schluß auch nicht der leiseste Anschein einer möglichen Aggression und/oder Eskalation auszumachen.
Nicht einmal - die Fotos beweisen es - als die Polizeiwanne widerrechtlich mitten in der Demo war. Parallelen zur 18 Uhr-Demo am 1. Mai in Berlin (
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/1/24492439.0.30115.html und dann scrollen) drängen sich da auf. Vor der Feuerwache in der Wiener Straße waren auch plötzlich gleich 2 Polizeifahrzeuge widerrechtlich mitten in der Demo. Das war dann wohl der Hauptauslöser für die späteren Gewalteskalationen nach Demoende. Mit großem Geschick, sehr viel Humor und Spott und absolut friedlich meisterten die jungen Leute hier auf der Straße des 17. Juni diese gefährliche Situation. Es gab also für die Journaille keine Bilder von steine- und bierflaschenwerfenden "Chaoten", ja nicht einmal die Außenspiegel des Bullenfahrzeugs wurden verdreht. - Und weil's leider nicht so lief, wie's wohl laufen sollte und aus Sicht der Lohnschreiberlinge in den Redaktionsstuben keinen besonderen "Nachrichtenwert" darstellte, wurde über diese Polizei-Provokation bislang auch nirgends in der Journaille berichtet - nach meiner Kenntnis jedenfalls, denn ich lese keine BLÖD-Zeitung oder ähnliche Massenverblödungs-Blätter.
Abschließend kann ich nur wiederholen:
WAS HÄTTEN AM SAMSTAG DIE ÜBER HUNDERTTAUSEND DEMONSTRANTINNEN FÜR EINEN DRUCK AUF DIE HERRSCHENDEN AUSÜBEN KÖNNEN!
Würden sie nicht von der Gewerkschaftsführung und der reaktionären Politik mit solchen Placebo-Aktionen wie am vergangenen Samstag immer wieder ruhiggestellt werden.
WIR BRAUCHEN FRANZÖSISCHE (und britische) VERHÄLTNISSE!
Alle 92 Fotos sind eingestellt unter
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/1/24606921#24606921 Die Gesichter nur bei denen unkenntlich gemacht, die möglicherweise Repressalien durch die Staatsmacht und/oder Nazis ausgesetzt sein könnten! Die übrigen DemonstrantInnen wollen gerade auf DGB-Demos Gesicht und Flagge zeigen!
Sämtliche Demo-Fotos dürfen übrigens gerne bei namentlicher Nennung des Knipsers und Angabe der Quelle für nichtkommerzielle Zwecke heruntergeladen, gespeichert und weiterverbreitet werden.
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http://de.indymedia.org/2009/05/250810.shtml
http://de.indymedia.org/2009/05/250784.shtml
http://de.indymedia.org/2009/05/250773.shtml
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Ergänzungen
#42-"sogar ein FAUista weiß, wo er hingehört"
Und bei so was wie: "Wir fordern politisches Streikrecht" denk ich mir nur: Wenn die 100.000 mit ihren Betrieben gemeinsam dafür streiken würden, hätten wir das ziemlich bald.
Theorie
FAU und die Kamera
Da ist ja wohl eindeutig sowas wie ein FAU-Block. Keine revolutionäre Masse zwar, aber, immerhin.
Angebliche Bullenprovokation
"Offenbar haben einige in der Polizei-Einsatzleitung den sensationsgeilen Medien und der reaktionären Politkaste doch noch einige Krawallbilder zwecks Propaganda gegen "linksradikale Chaoten" liefern wollen. Wie anders ist zu erklären, daß kurz vor der Bahnunterführung am S-Bahnhof Tiergarten, eine Polizeiwanne, scheinbar völlig unmotiviert, in eine, extra für eine Sprint-Einlage freigehaltene Demolücke hineingefahren ist?!"
Das ist falsch. Ich habe diese Situation aus direkter Nähe beobachtet und mir schien es beim besten Willen nicht so, als sei die Polizei hier auf Provokation aus gewesen. Was den Fahrer des Busses in diesem Augenblick geritten haben muss, ist mir unerklärlich, aber Verhalten der anderen Bullen ließ nicht auf eine geplante oder gewollte Aktion schließen. Vielmehr lief der "Führer" der 8erTruppe die neben uns herlief schnell kopfschüttelnd und alleine zu dem Fahrer des Wagens um die Lage zu entschärfen und zu gucken, wie er den Idioten da wieder rausbekam, während die anderen sieben weiterhin ohne Stress neben her lief.
Ein paar von uns hätten es wohl gerne gehabt wenn es noch ein bisschen Action gegeben hätte - statt einfach hinzunehmen dass es der Fahrer dümmlich verrafft hat gabs machomäßiges "Haut ab" und "BRD-Bullenstaat"-Gegröhle von ein paar wenigen. So etwas sollte man sich für Situationen aufheben, für die das zutrifft - und die gibt es sonst nicht wenig - sonst wird man mit diesen Sprüchen in jenen Situationen nicht mehr ernst genommen.
Der Bullenwagen ist auch nicht irgendwie "in die Menge hinein" gefahren, so als hätte da eine Gefahr für die Demoteilnehmer bestanden, vielmehr war wegen einer "Hinsetzen"-Einlage Platz zwischen den Blocks und die Wanne kam zwischen zwei Bussen hervor, konnte also nicht alles richtig sehen und hat vermutlich nicht gescheit nach rechts geguckt oder in dem Moment dann dummerweiße entschieden die sinnlose Fahrt fortzusetzen.
Es gibt oft Provokationen der Polizei und mich nervt sie auch, in diesem Fall war es aber mit Sicherheit nicht so wie das der Berichterstatter oben empfunden hat. Ich finde es falsch, jede Situation entsprechend seiner Ideologie auszulegen. Die Wahrheit ist wichtiger, und nur dann glaubt man uns auch, wenn es wirklich Stress gibt.
langweilig!!!
Noch etwas, der Klassenkämperische Block war lachhaft klein und leider fast ausschließlich von Interkom - Leuten besucht gewesen. Wo war die undogmatische Linke, wo waren Autonome, Antifa etc.? Die meisten davon zu Hause, wie immer, wenn es darum geht mit den Menschen auf der Straße, die nicht gleich politisch total Korrekt drauf sind, Kontakt aufzunehmen und ihren Beitrag zur Radikalisierung zu ermöglichen -vor gut 10 Jahren hätte im Übrigen so einer wie Sommer, auf der Bühne in der Situation, mindestens mit Eiern oder Farbe rechnen müssen, für diese Verlogenheit. Aber sicher hätten wir das auch anders kommunizieren können - haben wir aber nicht - so sieht es aus!
War er nicht derjenige der die Hartz IV - Proteste, deshalb nicht unterstützen wollte, weil wir sonst heute schon "in einer anderen Republik" (sein Wortlaut) leben würden - dazu gibt es ein sehr entlarfendes Interview aus der Zeit...wenn es jemand hat, stellt es doch bitte rein!
Ansonsten: natürlich hätte bei der Masse ganz anderes Laufen müssen, aber es war ein Anfang für die Leute die da waren und die, die mitbekommen, dass es mehr werden, die was anderes wollen...
recht hat er
am wochenende wäre die perfekte gelegenheit für einen starken linksradikalen block gewesen. also in zukunft müssen wir zu solchen großveranstaltungen mobilisieren, wenn wir sie schon nicht selber auf die beine stellen (können).
übrigens der link zum oben erwähnten interview: