Abschiebeknast soll geschlossen werden
BewohnerInnen Ingelheims erhalten Schreiben der Stadt über geplante Schließung des Abschiebeknasts.
In der kleinen Rheinland-Pfälzischen Stadt Ingelheim erhielten am Dienstag Morgen (12.5.) zahlreiche BewohnerInnen einen Brief der ihnen Erleichterung schaffte. Er bedeutete für sie das Ende der Betitelung Ingelheims als die Stadt "in der der Abschiebeknast steht". Dieses Schreiben, dem Briefpapier nach zu urteilen, offensichtlich von der Stadt, besagte nämlich, dass im Kreistag endlich die Schließung der sogenannten Gewahrsamseinrichtung für Ausreisepflichtige beschlossen worden sei. Gleichzeitig wurden die IngelheimerInnen dazu aufgerufen, sich an einem Ideenwettbewerb zur Neugestalutung des alten Gefängnisgebäudes zu beteiligen. Dieses solle nämlich in Zukunft ein Ort der kulturellen Zusammenkunft der Menschen Ingelheims und der Welt werden.
Ein wunderbarar wahrgewordener Traum.
Ein Traum, nicht nur der tausenden GegnerInnen des Abschiebeknasts, die sich alle ein bis zwei Jahre versammeln um gegen die Missstände im Knast und gegen den Missstand der bloßen Existens dieses Knast überhaupt, gegen die Abschiebepolitik und Für Globale Bewegungsfreiheit zu demonstrieren.
Dieser Traum ist jedoch geplatzt mit dem Dementi der Ingelheimer Stadtverwaltung noch am Dienstag. Auch den Termin zur Veranstaltung des Ideenwettbewerbs hat sie in ihrem knappen Schreiben abgesagt. Das spricht nicht gerade für die Offenheit mit der die Stadt sonst so wirbt. Hätte sie dieses Treffen doch auch als Austausch darüber nutzen können, warum es so viele KritikerInnen des Knasts gibt und was es gesellschaftlich für eine Stadt überhaupt bedeutet, ein Abschiebegefängnis vor der Tür zu haben, ständig die Augen schließen zu müssen vor dem Unrecht.
Doch statt sich der Diskussion zu stellen, stellt die Stadtverwaltung lieber Strafantrag.
Trotzdem war der Knast am Dienstag Morgen sicher Thema an so manchem Frühstückstisch. Und das ist ja auch wo die geistigen Fragezeichen über den Brief und das kritische Denken hin sollen - in die Köpfe der Menschen.
Auf dass sie aufwachen und endlich vom Frühstückstisch aufstehen.
Ein wunderbarar wahrgewordener Traum.
Ein Traum, nicht nur der tausenden GegnerInnen des Abschiebeknasts, die sich alle ein bis zwei Jahre versammeln um gegen die Missstände im Knast und gegen den Missstand der bloßen Existens dieses Knast überhaupt, gegen die Abschiebepolitik und Für Globale Bewegungsfreiheit zu demonstrieren.
Dieser Traum ist jedoch geplatzt mit dem Dementi der Ingelheimer Stadtverwaltung noch am Dienstag. Auch den Termin zur Veranstaltung des Ideenwettbewerbs hat sie in ihrem knappen Schreiben abgesagt. Das spricht nicht gerade für die Offenheit mit der die Stadt sonst so wirbt. Hätte sie dieses Treffen doch auch als Austausch darüber nutzen können, warum es so viele KritikerInnen des Knasts gibt und was es gesellschaftlich für eine Stadt überhaupt bedeutet, ein Abschiebegefängnis vor der Tür zu haben, ständig die Augen schließen zu müssen vor dem Unrecht.
Doch statt sich der Diskussion zu stellen, stellt die Stadtverwaltung lieber Strafantrag.
Trotzdem war der Knast am Dienstag Morgen sicher Thema an so manchem Frühstückstisch. Und das ist ja auch wo die geistigen Fragezeichen über den Brief und das kritische Denken hin sollen - in die Köpfe der Menschen.
Auf dass sie aufwachen und endlich vom Frühstückstisch aufstehen.
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Ergänzungen
zum verständnis
In der Nacht von Montag auf Dienstag wurden in Ingelheim Flugblätter verteilt. Die Flugblätter, die in einem neutralen Umschlag in die Briefkästen gesteckt wurden, erwecken den Eindruck eines offiziellen Schreibens der Stadt. Die Stadtverwaltung weißt ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt. Die Stadt hat keinen Ideenwettbewerb ausgelobt zur Neugestaltung des Geländes der Gewahrsamseinrichtung für Ausreisepflichtige (GfA). Auch hat der Kreistag keinen entsprechenden Beschluss gefasst. Die in dem Flugblatt angekündigte Diskussionsrunde im Rathaus am kommenden Mittwoch findet nicht statt. Auch dieser Hinweis ist eine Fälschung. Informationen zum Ideenwettbewerb gibt es keine. Auch ist es zwecklos die angegebene Telefonnummer anzurufen oder sogar das Rathaus aus diesem Grunde aufzusuchen. Die Stadtverwaltung hat bei der Polizei Ingelheim Strafantrag gestellt. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon blaaa an.
Die Demo findet statt, die demoorga hatte wies scheint nichts mit der Aktion zu tun.
Hier der Link zur Demo, wers noch nicht kennt:
Aktionswoche gegen Abschiebungen
Wir schließen alle Lager
Lagerunterbringung bedeutet Entrechtung, Ausgrenzung und Isolation. Es gibt keine Privatsphäre, bis zu 8 Personen müssen sich ein Zimmer teilen. Viele Flüchtlinge werden in unwirtliche Orte in der tiefsten bayerischen Provinz verbannt. Flüchtlinge und antirassistische Gruppen wehren sich seit Jahren gegen die menschenunwürdigen Zustände und kämpfen für die Abschaffung des Lagerzwangs.
Seit Herbst 2008 hat sich einiges getan:
Einige der schlimmsten Lager zum Beispiel die Waldmeisterstraße und die Rosenheimer Straße in München wurden durch öffentlichen Druck geschlossen. Im kommenden Sommer entscheidet der bayerische Landtag über die Zukunft der Unterbringung von Flüchtlingen. Das bayernweite Netzwerk »Deutschland Lagerland« ruft deshalb unter dem Motto »Lagerschlussverkauf« vom 11. bis 14. Juni auf zu Anti-Lager-Aktionstagen in München. Das Ziel: Schließung aller Lager –
freie Wohnortwahl, Bewegungsfreiheit und Recht auf menschenwürdiges Wohnen
für Alle. Ohne faulen Kompromiss.
Zur Debatte um die Abschaffung der Flüchtlingslager in Bayern
Wir schließen alle Lager!
Vortrag und Kurzfilmbeiträge von der Karawane für die Rechte der
Flüchtlinge und Migrantlnnen
29. Mai 09, 20 Uhr
Kulturladen Westend, Ligsalzstraße 44 in München
(U-Bahnhaltestelle Schwanthaler Höhe)
Eintritt frei
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
flugblatt? — nicht wichtig
Demo — egal
Demo findet statt — Ingelheimer Igel