Zwitterprozess: Nächste Runde + Demo 20.5.

Nella & Seelenlos 13.05.2009 16:23 Themen: Biopolitik Gender Soziale Kämpfe
Während PolitikerInnen weiterhin meist nur labern [1], muss die zwangskastrierte Intersexuelle Christiane Völling auch nach dem Sieg auch in 2. Instanz weiter vor Gericht um ihr Recht kämpfen: Der inzwischen rechtskräftig verurteilte Chirurg will "partout nicht zahlen". Zwischengeschlecht.org ruft auf zur Demo vor dem Prozess vor dem LG Köln.
Am 3. September 2008 hatte das Oberlandesgericht Köln den Chirurgen, der Christiane Völling seinerzeit ohne Einwilligung die inneren Geschlechtsorgane entfernte, definitiv zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verurteilt. Der 5. Senat des OL urteilte einstimmig, der Zwangsoperateur habe Christiane Völling "nicht hinreichend aufgeklärt und sie daher mangels wirksamer Einwilligung schuldhaft in ihrer Gesundheit und ihrem Selbstbestimmungsrecht verletzt" (5 U 51/08). [2]

Es war das erste Verfahren überhaupt, wo es einem intersexuellen Menschen gelungen war, einen Chirurgen wegen genitalen Zwangsoperationen vor den Richter zu bringen, kurz vor Ablauf der absoluten Verjährungsfrist. Auch heute noch werden Zwitter systematisch zwangsoperiert. Da den Zwittern selbst jeweils die wahre Natur der Eingriffe verheimlicht wird, besteht für die meisten gar keine Möglichkeit, die Mediziner vor Gericht zu bringen, weil die Taten vorher längst verjährt sind.


Chirurg will auf keinen Fall zahlen

Das Verfahren geht nun am 20. Mai 2009 wieder zurück ans Landgericht, wo über die Höhe des Schmerzensgeldes verhandelt wird. Der verurteilte Chirurg Prof. Dr. L. will "partout nicht zahlen", wie er bekannt gab: "Er ließ das Gericht wissen, dass er aus damaliger medizinischer Sicht alles richtig gemacht habe. Und deshalb in keinem Fall bereit sei zu zahlen." (Express, 23.3.2009) [3] Einen Vergleichsvorschlag des Gerichts habe Prof. Dr. L. abgelehnt.

Obwohl sich das Verfahren schon 2 Jahre hinzieht, lässt sich Christiane Völling durch die erneute Hinhaltetaktik von Prof. Dr. L. nicht zermürben: "Da ist er an die Falsche geraten!"


Kundgebung vor dem Landgericht Köln

Die genitalen Zwangsoperationen an Zwittern müssen so schnell wie möglich beendet werden!

Zwischengeschlecht.org fordert "Menschenrechte auch für Zwitter!" und ruft auf zur Kundgebung unmittelbar vor der Verhandlung:

>>> Mittwoch, 20. Mai 2009, 14:00 Uhr
>>> Landgericht Köln, Luxemburger Straße 101, 50939 Köln

Kommt alle! Ünterstützt die Zwitter in ihrem Kampf gegen genitale Zwangsoperationen und für ihre Menschenrechte auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Würde!


[1]
Aktuelles Beispiel:  http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/05/05/Fachgesprach-der-Grunen-Berlin-Mi-27509-14-18h
Aktuelle Ausnahme (bestätigt die Regel in vielerlei Hinsicht):  http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/05/11/2-neue-Kleine-Anfragen-Zur-Situation-intersexueller-Menschen-im-Bundestag

[2]
Bericht zum OLG-Sieg:  http://de.indymedia.org/2008/09/226177.shtml
Das vollständige Urteil:  http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2008/5_U_51_08beschluss20080903.html
Pressespiegel:  http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/10/Von-Zwangsoperateur-schuldhaft-in-Selbstbestimmungsrecht-verletzt-Zwitterprozess-Pressespiegel-OLG-4608

[3]
 http://www.express.de/nachrichten/region/koeln/zwitter-prozess---arzt-will-nicht-zahlen_artikel_1235811412629.html

Regelmässige Updates:  http://zwischengeschlecht.info
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Ergänzungen

In Frankreich keine Geisteskrankheit mehr

http://de.news.yahoo.com 17.05.2009 - 18:11
Transsexualität gilt in Frankreich künftig nicht mehr als Geisteskrankheit. Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot habe kürzlich einen Erlass gekippt, durch den die Identitätsstörung bisher als psychisches Leiden eingestuft worden war, sagte eine Ministeriumssprecherin. Diese Änderung sei ein "starkes Signal", da sich Transsexuelle bisher stigmatisiert gefühlt hätten, ergänzte die Sprecherin.

Die französischen Organisatoren des internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie am Sonntag sprachen von einer "historische Entscheidung". Zahlreiche Prominente und Politiker forderten nach dem Beschluss Frankreichs auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf, Transsexualität nicht mehr als Geisteskrankheit einzustufen. Einem entsprechenden Aufruf der Zeitung "Le Monde" schlossen sich auch der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit und Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek an.

20-Jährige gewinnt Transsexuellen-Wettbewerb

http://magazine.web.de 17.05.2009 - 18:14
Zu Tränen gerührt hat sich die 20-jährige Thailänderin Sorrawee Nattee zur schönsten Transsexuellen im Land küren lassen.

"Ich bin sehr aufgeregt", sagte die als Mann geborene zierliche Frau, als sie im Badeort Pattaya ungläubig und mit zitternden Händen die silberne Krone auf ihrem Kopf berührte. "Sie gab kluge Antworten und sieht wunderschön aus", sagte Marut Sarowat als einer der Juroren zur Begründung für die Wahl.

Einen kleinen Honda und umgerechnet 2860 Euro in bar darf die Siegerin mit nach Hause nehmen - zusätzlich zu der Ehre, vor 15 Millionen Fernsehzuschauern in einem der umkämpftesten Schönheitswettbewerbe des Landes gewonnen zu haben. Horden von Fotografen, Kamerateams und Gratulanten umscharten Sorrawee nach ihrem Erfolg.

Die Begeisterung in den Zuschauerreihen im Transsexuellen-Kabarett "Tiffany's Show" von Pattaya fand kein Halten mehr, als die Gewinnerin auf die Frage nach den Helden in ihrem Leben ihre Mutter und ihren Vater nannte. Und nicht einmal die Konkurrentinnen verspürten offenbar Neid: Die drittplatzierte Napatsawan Cholakorn sagte, sie sei nicht enttäuscht über ihr Abschneiden, schließlich seien die Transsexuellen in Thailand die "besten der Welt", da gebe es nun einmal große Konkurrenz.

Merkel & Co: Einladung zu Zwitterprozess

seelenlos 18.05.2009 - 01:19

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Die tote Klitoris

riotqueer 14.05.2009 - 18:14
Könnt ihr nicht verstehen, dass studierte Mediziner aus ästhetischen Gründen damals die OP benutzt haben, um eure Elternschaft zu befriedigen und der aus einem Betroffenheits'deutsch' sein formulierte Kontext eures Protestes, sich in keinster Weise auf Norm-zusammenhänge beziehen wird.

Eure APO ist alteriert.