"Atomkraft blockiert Ausbau der Regenerativen

Wolfgang Ehmke 11.05.2009 03:07 Themen: Atom Ökologie
Dresdener Jahrestagung der Atomlobby von Protest begleitet - "Atomkraft blockiert den Ausbau der Regenerativen"

Zur Jahrestagung Kerntechnik 2009 lädt das Deutsche Atomforum in der Zeit vom 12.-14. Mai nach Dresden ein. Dafür, dass die Veranstaltung der Atomlobby nicht geräuschlos über die Bühne des Kongresszentrums geht, wollen Umweltverbände und Anti-Atom-Initiativen sorgen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) gehört zu den Unterstützern des
Protests.
Mit einer Mahnwache vor dem Kongresszentrum ab 8.30 Uhr, einer
Demonstration und Kundgebung am Abend unter dem Motto "Keine Zeit für
Halbwertzeit" sprechen die Atomkraftgegner die Gefahren der Atomkraft an:
"Uranabbau, Reaktorbetrieb, Castortransporte und Endlagerung
hochradioaktiver Abfälle stehen für die schleichende Verseuchung durch die
Atomkraftnutzung." Allein in der havarierten Asse II, der illegal betriebenen
Atommülldeponie, zählt das Bundesamt für Strahlenschutz über 200
Zwischenfälle, etliche davon waren mit der Kontamination der dort
Beschäftigten verbunden", hält die BI dem Atomforum vor.

Bereits am Tschernobyljahrestag waren zahlreiche Gorleben-Gegner nach
Krümmel aufgebrochen, flankiert von 20 Bäuerinnen und Bauern, die mit ihren
Traktoren gegen das Wiederanfahren des "Leukämiereaktors" demonstriert
hatten. "Keine Zeit für Halbwertzeit" - Zeit für die Stilllegung aller AKWs, so
münzt die Bürgerinitiative das Demo-Motto um, denn in Dresden wird auch für
die Teilnahme an der großen Berliner Anti-Atom-Demonstration am 5.
September geworben.

Das Deutsche Atomforum rückt auf ihrer Jahrestagung den "deutschen
Sonderweg" des Atomausstiegs in den Mittelpunkt. "Aus Großbritannien weiß
man inzwischen, dass die Atomkraft den Ausbau der Regenerativen blockiert",
kritisiert die BI. Das Atomforum hat u.a. den Greenpeace-Energieexperten
Roland Hipp zur Podiumsdiskussion eingeladen. In der Anti-Atom-Szene ist der
Auftritt des Greenpeace-Mannes auf der Jahrestagung Kerntechnik höchst
umstritten. Die Lobby suggeriere Dialogbereitschaft. "Ein Dialog setzt gleiche
Augenhöhe voraus, die ist in diesem Kreis überhaupt nicht gegeben. Das
Atomforum repräsentiert die geballte ökonomische Macht der Stromkonzerne,
die am Weiterbetrieb der AKWs verdienen wollen. Argumente zählen nicht, was
zählt ist politischer Gegendruck", kommentiert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Er
war ebenfalls zu einem moderierten Streitgespräch zum Thema Asse-Gorleben
eingeladen, hatte aber abgesagt: "Ich rede nicht gern gegen die Wand. Meinen
Vorschlag, stattdessen Thesen zur Thematik den Tagungsunterlagen beizulegen,
hat der Veranstalter abgelehnt."
Statt des BI-Sprechers wird nun die Europa-Abgeordnete der Grünen, Rebecca
Harms, am Streitgespräch teilnehmen.

Wolfgang Ehmke 0170 5105606
Kontakt vor Ort: Kerstin Rudek 0160 1592473

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20 29439 Lüchow

Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
büro@bi-luechow-dannenberg.de
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Ergänzungen

Atomlobby will Allianz mit den Erneuerbaren

Tobias 12.05.2009 - 16:28
Viel schlimmer finde ich, dass die Atomlobby jetzt auch noch die Allianz mit den Erneuerbaren Energien sucht:  http://www.sueddeutsche.de/85P38V/2886312/Ein-strahlendes-Angebot.html

Dabei sollte doch eigentlich klar sein, dass die Kernenergie den Ausbau der Erneuerbaren behindert. Wenn nämlichg mehr Strom aus Erneuerbaren in´s Netz eingespeist wird, dann sinkt Menge an benötigtem Strom aus anderen Quellen. Aber ein Atom- oder auch Kohlekraftwerk lässt sich nicht so einfach "drosseln". Ganz oder gar nicht. Daher: Aus mit den AKWs, Kohle nur noch zum Grillen und Strom aus Erneuerbaren und Gas.