LG: EON-Propaganda stößt auf Kritik

LIgA-Eichhoernchen 10.05.2009 21:09 Themen: Atom Weltweit
Am 7. und 8. Mai 2009 verbreitete der Atomkonzern EON - im Rahmen eines Tour durch ganz Deutschland mit seinem „EnergieSpar-Mobil“ - seine Propaganda auf dem Lüneburger Marktplatz direkt vor dem Rathaus. AtomkraftgegnerInnen bemühten sich um etwas Gegenwehr / -Information und verteilten Flügblätter mit Informationen zu den Atomgeschäften und Atom-Verflechtungen des Konzerns .
In Lüneburg ist es keine einfache Aufgabe über die Politik des EON-Konzerns aufzuklären. Der Konzern prägt das Stadtbild enorm: Oberbürgermeister Mädge, der im Aufsichtsrat von EON sitzt und gerne Antiatom-Demonstrationen verbieten oder aus der Innenstadt vertreiben lässt, allgegenwärtige Werbung mit Bildern von glücklichen blonden und blauäugigen Kindern, denen die unendliche Energie für immer zugesichert wird.
Dabei wird verschwiegen welche Zukunft EON diesen Kindern eigentlich schenkt: eine radioaktiv strahlende Zukunft. „ EON versucht durch manipulierenden Werbeplakte und Werbeveranstaltungen sich als Klimaschützer und Weltretter zu profilieren. Die Politik des Konzerns, insbesondere sein Atomkurs zeigt aber genau das Gegenteil. Wir Fordern EON dazu auf, sich von den gefährlichen schmutzigen Atomgeschäften zu verabschieden“, erläutert LIgA-Aktivist Karsten H.

Das EnergieSpar-Mobil von EON macht gerade eine Tour durch ganz Deutschland. Auf der Homepage von EON  http://www.eon-energiesparen.de/pages/eon-energiesparen/tourdaten.htm kann Mensch gucken, wann wo EON mit seiner Propaganda-Veranstaltung halt macht. Mensch kann sich einen netten kritischen und kreativen Empfang ausdenken...

Denn es gibt viele Gründe EON zu kritisieren und zu bekämpfen. Bereits bei der Jahreshauptversammlung des Konzerns wurde scharfe Kritik geäußert (siehe:  http://de.indymedia.org/2009/05/249659.shtml ).

Die Lüneburger Initiative gegen Atomanlagen (LIgA) fasste ihre Kritik an EON wie folgt zusammen:

EON ist zusammen mit Vattenfall Betreiber der norddeutschen Pannen-Atommeiler Krümmel und Brünsbüttel. „Beide Atomkraftwerke wurden 2007 wegen schwerer Pannen stillgelegt. In beiden AKW wurden bei der Reparatur weitere schwere Sicherheitsmängel entdeckt, in der Nähe von Krümmel wurde erneut bei einem Kind Leukämie entdeckt. Dennoch wollen EON und Vattenfall beide AKW noch dieses Jahr wieder in Betrieb nehmen“, erläuterte Antiatom Aktivist Jan B. gegenüber GPMagazin.

EON steht als Betreiber der Urannreicherungsanlge in Gronau (NRW) für den Weiterbetrieb von Atomanlagen weltweit und für Schmutzigen Atomgeschäften. Die Gronauer Anlage wird derzeit erweitert, dabei sollen immer mehr Aktomkraftwerke mit Brennelementen weltweit versorgt werden, der Uranbergbau findet unter katastrophalen Bedingungen im Ausland statt, das Atommüllproblem ist keinesfalls gelöst. EON besitzt zusammen mit RWE ein Drittel der Anteile am Urananreicherer Urenco. Seit 1996 wurden 30 000 Tonnen abgereicherter Uranmüll von Gronau nach Russland geliefert, wo der gefährliche Strahlenmüll unter offenem Himmel lagert.

„Ich komme aus Frankreich, wurde in Deutschland verhaftet, weil ich einen Zug blockierte, der giftigem gefährlichen Uranmüll nach Russland brachte.“ Die in Lüneburg lebende Französin Cécile L. bringt es auf dem Punkt. Widerstand muss über die Grenzen hinaus gehen. Zahlreiche Protestkationen, u.a. ihre „Luftblockaden“ vergangenes Jahr brachten EON dazu, das baldige Ende dieser Transporte nach Russland zu verkünden. EON bleibt jedoch unbelehrbar: Am 28. April stoppte die französische Kletteraktivistin einen weiteren Zug. Die Aktion brach einen ersten -geheimen- Uranmülltransport von Gronau nach Frankreich ans Licht. (Siehe  http://de.indymedia.org/2009/04/248604.shtml , weitere Luft-Blockaden, siehe:  http://www.eichhoernchen.ouvaton.org/deutsch/anti-atom/Luftakrobatik-Atomtransporte.html )

EON fordert den Neubau von Atomanlagen weltweit: In Finnland, Frankreich und Großbritanien will sich EON an den Betrieb von neuen Atomkraftwerken vom Typ EPR beteiligen. „Finger Weg vom EPR“, sagen AtomkraftgegnerInnen dazu.( Infos zum EPR:  http://www.eichhoernchen.ouvaton.org/deutsch/anti-atom/tract_epr_2009.pdf ) Am 6. und 7. Juni 09 wollen sie gegen diese Neubauten in Deutschland protestieren (Aufruf siehe:  http://www.eichhoernchen.ouvaton.org/deutsch/anti-atom/EPR_Aufruf_2009.pdf )

EON setzt weiter auf die hochriskante menschenverachtende Atomenergie und behindert damit den Umstieg auf Erneuerbare Energien. Damit ist EON ein Teil des Problems und nicht der Lösung für unsere zukünftige Energieversorgung.

In Lüneburg haben am Donnerstag und Freitag LIgA-AktivistInnen Flyer an PassantInnen vor der EON-Veranstaltung verteilt, um sie über diese Machenschaften zu informieren. Die EON-Veransltalung selbt stieß auf wenig Begeisterung und wurde kaum besucht. Wie - in einer Stadt, wo der Atomkonzern schon omnipräsent ist - zu erwarten war, ignorierte die Lokale Landeszeitung die zuvor in einer Presseinformation formulierte Kritik der AktivistInnen und berichtete am Freitag kritiklos über die Veranstaltung des Konzerns. Diese „Berichterstattung“ entspricht aber keinesfalls die Meinung zahlreicher BürgerInnen: Die meisten PassantInnen nahmen die Flyer der AktivistInnen gerne entgegen. Es wurden einige Gespräche mit interessierten PassantInnen geführt, einige fragten genauer nach und ließen sich über Stromwechsel informieren.
Die EON-MitarbeiterInnen versuchten die AktivistInnen in Gespräche zu verwickeln, um diese vom Verteilen abzulenken. Und es stellte sich schnell heraus, dass die EON-PropagandistInnen in Phrasendrescherei wohl eingeübt sind. Argumente gegen die von den AktivistInnen angebrachte Kritik hatten sie aber keine.

Sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerken weltweit! Solidarität mit Widerständigen – weltweit!
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Ergänzungen

Vattenfall verklagt Klimaschützer

klimacamperin 11.05.2009 - 01:29
Nach dem AntiRa-Klimacamp im letzten Jahr verklagt jetzt Vattenfall Leute die die Baustelle in Moorburg blockierten. Seit kurzen gibt es eine online Kampagne unter Titel Vattenfall ausgekohlt.net um solidarität mit den Betroffenen zu zeigen und Druck auf Vattenfall auszuüben endlich den Scheiß zu lassen. Alle können mitmachen, mehr infos hier:

Vattenfall verklagt Klimaschützer_innen
+++ JETZT online protestieren: http:/www.ausgekohlt.net +++Nächste Prozesse schon am 12. u. 20. Mai +++

Im letzten Sommer besetzten mehr als 30 Klimaschützer_innen die Baustelle des von Vattenfall geplanten Kohlekraftwerks in Hamburg- Moorburg. Die Aktion im Rahmen des Klimacamps erregte viel Aufsehen - wenige Tage später versuchten über 700 Menschen die Baustelle noch einmal zu besetzen.

Klimasünder bestraft Klimaschützer?
Nun will Vattenfall die Klimaschützer_innen für ihre Aktion zivilen Ungehorsams vor Gericht zur Kasse bitten! Und das obwohl diese nur das getan haben, was angesichts der drohenden Klimakatastrophe dringend notwendig ist – sie haben den Bau eines weiteren Klima-Killers blockiert!

Vattenfall klagt an – tu etwas dagegen – www.ausgekohlt.net !
Die nächsten Prozesse sollen in Kürze stattfinden. Beteilige Dich jetzt an der Online-Aktion ausgekohlt.net und fordere von Vattenfall die Rücknahme der Anzeigen und den sofortigen Baustopp des Kohlekraftwerkes in Moorburg.

Wir lassen uns Klimaschutz nicht verbieten – erst recht nicht von Vattenfall!
 http://www.ausgekohlt.net

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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wo — Erneuerbare -Ja!