Bergheim: pro NRW - Lächerlicher geht's nicht

Antifaschistische Organisation Wipperfürth 10.05.2009 16:20 Themen: Antifa
Wieder einmal hat pro NRW zur Unterhaltung beigetragen und die Gegendemonstranten mal wieder ordentlich zum Lachen gebracht. Bei ihrer letzten Kundgebung im Rahmen des Anti-Islam-Kongress auf dem Bergheimer Hubert-Rheinfeld-Platz gaben die etwa 50 Teilnehmer einmal mehr ein äußerst lächerliches Bild ab.
Bis an die Zähne mit Deutschlandfahnen, Holzkreuzen und Transparenten bewaffnet, hat es sich die selbsternannte "Bürgerbewegung" zum Ziel gesetzt, gegen die - so wörtlich - "Jünger Stalins" der Antifa anzutreten und auf dem wieder einmal viel zu großen Platz in der Bergheimer Fußgängerzone die "demokratischen und freiheitlichen Werte" zu verteidigen. Dass sie selbst diese heiß geliebten Werte mit ihrer Hetzpropaganda insbesondere gegen Muslime und Türken mit Füßen treten, scheint ihnen dabei nicht bewusst zu sein.

So klang in den Reden der Teilnehmer immer wieder ein deutlich rechtsextremer Grundton mit, der allerdings aus den Mündern der pro-Bewegung einfach nur lachhaft wirkt. Das ehemalige Mitglied der Republikaner, Judith Wolter, forderte die antifaschistischen Gegendemonstranten beispielsweise dazu auf, sich doch mal zu waschen (!) und bezeichnete sie in diesem Zusammenhang als "dreckige Antifa". Der stellvertretende pro-Köln-Vorsitzende Markus Wiener setzte noch einen drauf und wetterte entrüstet gegen die "Halunken" auf der Gegenseite. Die italienische Islamkritikerin Adriana Bolchini Gaigher bezeichnete die Gegendemonstranten als "Idioten" und forderte nebenbei auch gleich noch, dass türkische Zeitungen in Deutschland gefälligst in deutscher Sprache zu erscheinen sind. Robert Spieler, Abgeordneter der französischen "Nouvelle Droite Populaire", sagte auf der Kundgebung in Bezug auf türkische Immigranten: "Sie kamen als Gäste und sie blieben als Türken". Dabei wurde zusätzlich das komplette Diffamierungsprogramm abgespult, das die pro-Bewegung zu bieten hat: Alle Muslime seien für die Sharia und den Ehrenmord sowie gegen Integration. Die "einheimischen" Europäer müssten sich in ausreichendem Maß fortpflanzen, um nicht von den Zuwanderern ausgerottet zu werden. So viel zu der dreisten Behauptung, "pro NRW" sei eine seriöse Partei, die mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nichts am Hut habe.

Vollkommen absurd wurde es, als sich eine italienische pro-Köln-Anhängerin bei einem Gegendemonstranten darüber beschwerte, er habe Porträtfotos von ihr geschossen. Unter Androhung einer Anzeige verlangte sie, den Film der Kamera ausgehändigt zu bekommen und rief dabei auch den Ehrenfelder Jörg Uckermann zu Hilfe. Dieser verlangte von der Polizei, den "Vorfall" zu klären: "Wenn dies ordentliche Polizisten wären, würden sie eingreifen", so Uckermann. Scheinbar sind es keine "ordentlichen" Polizisten; niemand sprach dem Fotografen das Bildrecht ab.

Während am Hubert-Rheinfeld-Platz, wo "pro NRW" mal wieder gänzlich unter sich blieb, etwa 200 Gegendemonstranten gegen die propagandistische Sülze protestierten, fanden sich einige hundert Meter weiter etwa 500 Personen zu einem Rockkonzert gegen Rechts ein. Dort sprachen unter anderem auch mehrere Lokalpolitiker aus Bergheim und Umgebung.
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