Euromayday Bremen: What a start! (English)

gollum gollum 07.05.2009 21:25 Themen: Soziale Kämpfe
+ + + First Euromayday-Parade in Bremen + + + Organizers: "A complete success!" + + + 500 to 800 participants + + + Bring on the good life! + + +
The day had started early for half a dozen superhero-costume wearing Euromayday-activists who had joined the official trade-union demonstration in the morning in order to promote the first Euromayday-Pparade in Bremen after the union march and to perform a short militant research on precarious working conditions among factory staff unionists using a clipboard questionnaire.

The day before, the German newspaper TAZ had featured long interviews with the local trade-union boss Helga Ziegert and Euromayday-activist Lea with a strong em-phasis on the differences between what they regard to be “old school” trade-unionism and “new-school” Euromayday-activism. So for a little change on May 1st, armed with a clipboard full of questions, the activists set out to find common grounds.

When the unionists heard that the Euromayday-Parade was all about precarious la-bour, superficial prejudices were quickly dispelled. Almost every colleague had a re-port of precarious working conditions in her shop on her lips. But the activists them-selves were also rather flabbergasted, when the majority of the unionists responded to the questionnaire-question “Can you picture a world without capitalism?” either with response “b) Would be worth a try, wouldn’t it?” or with “a) I dream about this every day”. No wonder, some of the colleagues joined the parade later, so that one could even spot a small couple of Arcelor-steelworkers wearing red IG Metall jackets among the participants.

After a short but suspenseful waiting time between the two marches, only a stone’s throw away from the trade unionists’ final rally point, a good 500 euromayday-protesters appeared rather suddenly around the sole parade-truck. The activists had not expected more than 250 protesters to attain the parade. But shortly after starting off, the parade even grew to 800 people.

It was the first Euromayday-Parade in Bremen, but there wasn’t left much to explain to the protesters. They did not only bring good vibes right from the start, they also brought lots and lots of realized ideas to play an active part in the parade: Blank car-toon-bubble-signs distributed by some activists were quickly filled with personalised protest slogans. A rolling bed drove trough the parade to scandalize working condi-tions in the nursing&care-industry. A self-proclaimed cleaning brigade even moped the café guests’ latte-macchiato-glasses shiny. A small delegation of the local “mil-lionaires club” tried desperately to brush up the image of “their” bank, but using way to much dishwashing agent on its windows didn’t make it any better. Other protesters promoted the climate-action-day on may 16th, were people are asked to ride public transports without paying in order to claim eco-friendly free public transport ( http://klimaplenum-bremen.blogspot.com/).

The organisators had also prepared a lot of features. Numerous short speeches from the driving truck scandalized many public grievances in Bremen, for example the huge number of detained fare dodgers who simply hadn’t possessed the means to pay neither fare nor fine next to the city court. In front of a supermarket the speakers criticised working conditions in this industry and applauded the retail workers strug-gles and strikes. The same applause went to the 2002 cleaning workers’ strike in Paris when the parade passed a hotel belonging to the hotel-group Accor. Another speech raised awareness for the exploitation of nurses and care-workers and pro-moted the upcoming “Shit-Strike” in this branch ( http://www.jenseits-des-helfersyndroms.de/). But the parade’s two highlights certainly were the speeches of two well-known refugee-activists from Bremen who were talking about their precari-ous and racist working conditions in a sausage factory and a temp agency.

The organizers had made bold plans for the parade. Its route turned out too long when half the participants disappeared in the afternoon’s summer heat after the last stopover in front of the main station. But even the remaining protesters made a lot of noise when they reached their final destination at the traditional leftwing street festival at Buchtstraße.

What a start for the Euromayday-Parade in Bremen! But there’s more in the works: “We’re not a mere parade-organizing club. We’re an open political association. We’ll keep on tying our network tighter throughout the whole year in order to connect the different social struggles in Bremen, in order to give the many different faces of pre-carity a common expression. Stay tuned!”
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Ergänzungen

Fotos

claudi knüppel 08.05.2009 - 16:01
hier ein paar Fotos...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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originelle aktion

alter falter 07.05.2009 - 23:46
es war einfach eine originelle, konstruktive demo, die spaß gebracht hat, vielfalt präsentierte und auch "alten" linken gezeigt hat, dass die "jungen" in der lage sind, neue dinge auf den weg zu bringen.
mich hat es motiviert, wieder an einer demo teilzunehmen, nachdem ich dieses destruktive pseudopolitische aggrogehabe mehr als leid war (und bin)und lange zeit deswegen demos gemieden habe...

thanks for that

abgekupferte langeweile

junger gott 08.05.2009 - 01:32
es war einfach ein kopiertes, langweilig-destruktives rumgehopse, das keinen spaß gebracht hat, stumpfsinn präsentierte und "alten" linken gezeigt hat, wie wenig die "jungen" allein in der lage sind, neue dinge auf den weg zu bringen.
mich hat das abgeschreckt, künftig an demos teilzunehmen, da ich solches destruktives unpolitische gehopse, das niemandem wehtut, mehr als leid bin (und sein werde) und deshalb - sollte es immer so sein - demos meiden werde...
thanks for that

80er Agitation meets Fasching

Bremer_in 08.05.2009 - 08:34
Ich war auf dem Euromayday in Bremen und ich muss sagen, dieses Abfeiern hier ekelt mich an! Die Demo bestand zu 90 % aus Szene. Nur wenn sonst der Teil der Szene mit Vorliebe mit dunklen Klamotten vor allem auf Demos zu finden ist, dann war auf dieser Demo vor allem der Szene-Teil mit Vorlieb für Fasching mit Glitzer da. Ansonsten war nicht erkennbar worum es eigentlich bei der Demo ging, ich habe sie als mich abstoßenden AgitProp-Zirkus empfunden: 80er Agitation meets Fasching. Aber vielleicht war ich auch nur nicht vielfältig genug für den repressiv-vielfältig-bunten Charakter dieses Aufzuges? Alles in allem ist es dem EMD Bremen nicht gelungen, seinen eigenen Anspruch auch nur in Ansatz zu erfüllen: nämlich nicht Nicht-Linke anzusprechen. Aber auf eine eigene kritische Reflexion scheinen die Organisator_innen ja eh keinen Wert legen, ansonsten würden sie ja indy auch nicht mit Jubelartikeln vollspamen...

Geiles Ding!

Uhura 08.05.2009 - 10:27
Prima Sache, ich fand die Außenwirkung deutlich politisch. Wer nur tradiertes als politisch wahrnimmt ist vielleicht besser bei der CDU aufgehoben (...oder der TAZ ;)). Vor allem die Aktion auf der Gewerkschaftsdemo ist sicherlich ausbaufähig. Viel wichtiger ist aber, was über das Jahr läuft, am 1. Mai kann man dann auch einfach nur feiern was man an den anderen Tagen geleistet hat.

@ Bremer_in

Carnevalista 08.05.2009 - 11:59
Das "Da-kommt-doch-nur-die-Szene"-Gejammer wird in den begegnungs- und bewegungsfaulen Teilen der Bremer Linken noch in hundert Jahren als Ausrede dafür dienen, lieber im heimelig-warmen Ostertor-Elfenbeinturm schön gemütlich auf fünf Treffen pro Woche über die reine Lehre des Marxismus zu diskutieren. So kadert/ködert man schließlich auch ein paar Teenagerinnen pro Jahr, das wird für die Revolution fürs erste genügen ...

Den Vorwurf an die Euromayday-Parade zu richten, entlarvt nicht nur eine gänzlich fehlende Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der Frage nach der Klassenzusammensetzung, sondern vor allem auch, dass man auf dem antirassistischen Auge immer noch genau so blind ist wie vor fünfzig Jahren. Wie sonst könnte man z.B. die Anwesenheit zahlreicher Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, die Rede der kommunistischen Genoss/innen aus dem Iran zum ersten Mai dort oder die Wortbeiträge der beiden Kollegen, die von ihren Erfahrungen mit prekärer Arbeit und rassistischer Diskriminierung berichten, einfach achselzuckend als "Szene-Fasching" abhaken?

Olle Kramellen aus der Bonbonfabrik

Bremer_in 08.05.2009 - 12:57
Es ist der Anspruch des EMD aus der Szeneecke herauszukommen. Und an diesem habe ich ihn gemessen. Und an diesem ist er gescheitert. Anstatt darauf argumentativ einzugehen, kommste mit ner Tüte Moral, garnierst sie mit Anti-Intellektuellismus und krönst das Ganze mit dem Wort "Klasse": Fertig ist der indymedia-Beitrag. Nur weil DU bisher die Genoss_innen von der WP Iran bisher nicht auf dem Schirm hattest, aber einmal im Jahr auf deiner Loverpaarde die Alibiausländer spielen lässt, bedeutet das noch lange nicht, das das allen anderen auch so geht. Tatsächlich ist der Euromayday Bremen an seinen eigenen (verkehrten) Ansprüchen gescheitert, vielmehr als ein AgitProp-Zirkus auf Wanderschaft war nicht. Da hilft auch deine ganze Betroffenheitsretorik nicht.

@ Bremer_in @ junger Gott

alter falter 09.05.2009 - 11:52
1. gehöre ich nicht zu den organisatorInnen, sondern war spontaner teilnehmer

2. glaube ich kaum, dass hier irgendjemand/frau die deutungshoheit politischer aktion für sich pachten kann. viele meiner generation sehen in den black blocks auch nichts mehr, als verkleidete faschingsgruppen, die ihren adrenalinsucht als politische aktion zu verkaufen suchen

3. junger gott scheint ja zu glauben, dass eine aktion, die niemandem wehtut, keine politische aktion sei. lassen wir ihm diesen glauben.....

gescheitert?

schuliwulidulidu 09.05.2009 - 15:21
Bei rund 800 Teilnehmerinnen auf der allerersten Veranstaltung von einem "Scheitern" zu sprechen, is nu wirklich ma ne interessante These. Aber hey, von irgendwas müssen die ganzen Psychotherapeuten ja leben ...