LEJ-Militärnutzung: Sachsen leugnet weiter
Seit 2006 nutzt die US-Regierung den Flughafen Leipzig-Halle (LEJ) für Truppentransporte zu Kampfeinsätzen. Das ist ein offenes Geheimnis. Umso mehr erstaunt, dass Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo die militärische Nutzung noch immer abstreitet.
Am 27. April 2009 stand im Sächsischen Landtag auf Antrag der Partei "Die Linke" erneut die militärische Nutzung des Flughafens Leipzig-Halle als Drehkreuz des US-Militärs auf der Tagesordnung.[1] Die Fragen der Linken schienen betont simpel und harmlos, umso mehr überraschte, dass Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo vorgab, sie nicht beantworten zu können.[2]
Wenn Buttolo die Wahrheit sagt, dann ist dem Freistaat keine militärische Nutzung des Flughafens Leipzig/Halle (an dem der Freistaat 76,64 Prozent der Anteile besitzt) bekannt. Buttolo: "Bei den Flügen [...] handelt es sich um keine militärische Nutzung [...] Es sind Flüge ziviler amerikanischer Fluggesellschaften [...] Die Fluggesellschaften führen die Flüge im Auftrag der US-Regierung durch. Dabei fliegen sie Angehörige der US-Streitkräfte von ihren Einsatzgebieten in die USA zum Heimaturlaub bzw. aus dem Heimaturlaub in den USA zurück zum Einsatzgebiet."
Keine militärische Nutzung? Von Maschinen ziviler Fluggesellschaften sollte man annehmen, dass sie auf Flugplänen verzeichnet sind und auf Portalen wie Flightstats[3] Spuren hinterlassen. Doch dort sucht man die Flugzeuge von World Airways und Ryan International Airlines vergeblich.
Die McDonnell Douglas MD11 auf dem angehängten Foto, die World Airways-Maschine N273WA, landete am 27. April kurz nach 14 Uhr auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Längst prägen Maschinen wie diese längst das Bild am LEJ; Touristenbomber sieht man dort seltener. Dennoch gestaltet es sich schwierig, weitere Informationen zu erhalten. Auch um die Soldaten im Flecktarn ein- und aussteigen zu sehen, muss man schon abseits des "normalen" Fluggastbetriebs über den Zaun spähen. Notiert man dann die Flugnummer und gibt sie anschließend auf einer Website ein, die den Flugfunk auswertet[4], so erhält man ein Ergebnis, mit dem Buttolo dringend noch einmal konfrontiert werden sollte:
"ACARS mode: 1 Aircraft reg: N273WA [McDonnell Douglas MD11]
Message label: ** Block id: @ Msg no: 03b4
Flight id: MC0758 [] [USAF Military Airlift Command]
Message content:-
SBS-1 Callsign: RCH0758"
USAF steht für United States Air Force, Military Airlift bedeutet militärische Luftbrücke. Belügt der Freistaat Sachsen also seine Bürger? Wäre ein andere Schluss möglich?
[1]
http://www.landtag.sachsen.de/de/aktuelles/tagesordnungen_der_ausschuesse/tagesordnung.do/nd5192
[2]
http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=14663&dok_art=Drs&leg_per=4
[3]
http://www.flightstats.com
[4]
http://www.acarsd.org
Wenn Buttolo die Wahrheit sagt, dann ist dem Freistaat keine militärische Nutzung des Flughafens Leipzig/Halle (an dem der Freistaat 76,64 Prozent der Anteile besitzt) bekannt. Buttolo: "Bei den Flügen [...] handelt es sich um keine militärische Nutzung [...] Es sind Flüge ziviler amerikanischer Fluggesellschaften [...] Die Fluggesellschaften führen die Flüge im Auftrag der US-Regierung durch. Dabei fliegen sie Angehörige der US-Streitkräfte von ihren Einsatzgebieten in die USA zum Heimaturlaub bzw. aus dem Heimaturlaub in den USA zurück zum Einsatzgebiet."
Keine militärische Nutzung? Von Maschinen ziviler Fluggesellschaften sollte man annehmen, dass sie auf Flugplänen verzeichnet sind und auf Portalen wie Flightstats[3] Spuren hinterlassen. Doch dort sucht man die Flugzeuge von World Airways und Ryan International Airlines vergeblich.
Die McDonnell Douglas MD11 auf dem angehängten Foto, die World Airways-Maschine N273WA, landete am 27. April kurz nach 14 Uhr auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Längst prägen Maschinen wie diese längst das Bild am LEJ; Touristenbomber sieht man dort seltener. Dennoch gestaltet es sich schwierig, weitere Informationen zu erhalten. Auch um die Soldaten im Flecktarn ein- und aussteigen zu sehen, muss man schon abseits des "normalen" Fluggastbetriebs über den Zaun spähen. Notiert man dann die Flugnummer und gibt sie anschließend auf einer Website ein, die den Flugfunk auswertet[4], so erhält man ein Ergebnis, mit dem Buttolo dringend noch einmal konfrontiert werden sollte:
"ACARS mode: 1 Aircraft reg: N273WA [McDonnell Douglas MD11]
Message label: ** Block id: @ Msg no: 03b4
Flight id: MC0758 [] [USAF Military Airlift Command]
Message content:-
SBS-1 Callsign: RCH0758"
USAF steht für United States Air Force, Military Airlift bedeutet militärische Luftbrücke. Belügt der Freistaat Sachsen also seine Bürger? Wäre ein andere Schluss möglich?
[1]
http://www.landtag.sachsen.de/de/aktuelles/tagesordnungen_der_ausschuesse/tagesordnung.do/nd5192 [2]
http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=14663&dok_art=Drs&leg_per=4 [3]
http://www.flightstats.com [4]
http://www.acarsd.org
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Ergänzungen
re
soviel auch zur ausschließlich zivilen nutzung des flughafens leipzig/ halle
Deutschlandfunk Feature 17.2.
Truppentransporte für den Aufbau Ost
Wie der Flughafen Leipzig/Halle zum Militärdrehkreuz wurde
Von Anne König und Jan Caspers
Jeder vierte Passagier in Leipzig/Halle ist ein US-Soldat. (Bild: Leipzig-Seiten.de)
Der Flughafen Leipzig/Halle sollte ein wirtschaftlicher Leuchtturm für die Region werden. Bis vor wenigen Jahren aber dümpelte das Projekt mit seiner mit 1,5 Milliarden Euro geförderten Infrastruktur vor sich hin. Die sächsische Landesregierung, Haupteigentümerin des Flughafens, legte sich ins Zeug: Mit einer uneingeschränkten Nachtflugerlaubnis bewog sie die Posttochter DHL 2004, ihr europäisches Luftfrachtdrehkreuz von Brüssel nach Leipzig zu verlegen.
Außerdem schloss die Flughafen AG 2006 einen Vertrag mit einem US-amerikanischen Luftfahrtkonsortium, das für das Pentagon Truppen in den Irak und nach Afghanistan fliegt. Inzwischen ist jeder vierte Passagier in Leipzig/Halle ein US-Soldat.
Die Autoren haben gemeinsam mit anderen Künstlern eine Arbeit entwickelt, die im Rahmen eines Theaterfestivals auf dem Flughafen Leipzig/Halle gezeigt werden sollte. Doch die Geschäftsleitung ließ das Wandbild nicht zu, weil es die militärische Nutzung thematisierte.
Produktion: Deutschlandfunk 2009
Manuskript zur Sendung als pdf
oder im barrierefreien Textformat
wikipedia Flughafen Leipzig/Halle
Militärische Nutzung
# 6 Widerstand aus der Bevölkerung
* 6.1 Ausbau des Flughafens
* 6.2 Militärische Nutzung
Dradio-Feature
Allerdings enthält es den ein oder anderen groben Patzer (spontan erinnere ich mich, dass darin der Lokalchef der Leipziger Volkszeitung kurzerhand zum Chefredakteur "befördert" wurde).
Sicherheitsüberprüfung in Leipzig
Verfasser unbekannt 22.04.2009 10:06 Themen: Medien Militarismus Netactivism
Fotos von World Airways am Flughafen LEJ
Außerdem möchte ich hier auf das Internetprojekt Zone Interdite von Christoph Wachter und Mathias Jud aufmerksam machen, die - anlässlich der Ausstellung "Netze des Krieges" 2009 im D21 Kunstraum Leipzig - die genauen Flugrouten der World-Airways-Maschinen aus den USA über Leipzig in die Kriegsgebiete des Irak anhand von Online-Recherchen auf privaten Weblogs von US-Soldaten darlegten.
Fazit:
Militär und Flughafen strengen sich nicht einmal an, die als zivil bezeichneten Truppentransporte über Leipzig im geheimen stattfinden zu lassen.
Das Wissen ist da und trotzdem behaupten PR-Abteilungen und Politiker wie Albrecht Buttolo es gebe keine militärische Nutzung des Flughafens.
Wie ignorant, verlogen und dumm das ist, zeigen einmal mehr diese Fotos!
Links:
Zone Interdite:
Wiki zum Flughafen Halle-Leipzig:
Wikipedia World Airways: