Protesttage Uni-Leipzig
Dies ist ein Kommentar zu den Protesttagen an der Universität Leipzig, die in einer Besetzung von universitären Räumlichkeiten münden und fortgeführt werden.
Vor weg, dieser Text ist eine persönliche Einschätzung der Protesttage an der Universität Leipzig. Er stellt in keiner Form verallgemeinbare inhaltliche Aussagen der beteiligten Personen dar.
Ich schreibe einen kleinen Erlebnisbericht, der die Ereignisse der letzten Tage beschreiben soll.
Bei den beiden ersten Protesttagen am 15.4. und 16.4. wurde ausgiebig über die persönlichen Studiumssituationen von StudentInnen und DozentInnen gesprochen, eine Diskussion über Bildung und deren gesellschaftliche Ausgestaltung angefangen, über die strukturellen/organisatorischen Situationen an Hochschulen debattiert und nicht zu letzt die katastrophale Ausgestaltung und Verwirklichung der Bologna-Reform kritisiert.
Als besonders angenehm empfand ich die offen gestalteten Gesprächsrunden, das gegenseitige Zuhören und die entstandene Eigendynamik der Veranstaltung, der zum Glück kein starres Korsett angelegt worden war.
Nachdem die Menschen in der ersten Nacht den Raum des 'Geisteswissenschaftlichen Zentrums' besetzten und für weitere Diskussionen nutzten, wurde am 16.4 die Veranstaltung in Form von 'Workshops' und Diskussionsrunden fortgesetz.
Es stellte sich realtiv schnell herraus, dass der angefangene Diskurs nicht so einfach beantwortet werden kann. Die Situation ist komplex und sollte als solche auch behandelt werden.
Ich war höchst erfreut, dass an Stelle eines übereilten Forderungskatalogs, eine Weiterführung des begonnenen Diskurses angestrebt wird.
Die beteiligten Menschen stellten implizit doch eine Forderung, nämlich die Fortsetzung und Vertiefung der Protesttage. Es wurde erkannt, dass dafür offene, jedem Menschen zugängliche, universitäre Räumlichkeiten benötigt werden, wo diese Auseinandersetzung mit den oben genannten Themen und -hoffentlich- vielen weiteren stattfinden können..
Diese Räumlichkeiten sind nicht gegeben. Als Konsequenz daraus wurden die passenden Räumlichkeiten besetzt.
Diese sind sind zentral gewählt und für alle zugänglich:
Im Neuen Seminargebäude in der Universitätsstraße 1, 1. Stock: 5 besetzte Räume!
Ich hoffe, dass diese Aktion weiterhin von so vielen Menschen besucht, gestaltet und weiterentwickelt wird. Vielleicht dienen die Ereignisse als Anstoß für StudentInnen dieser und anderer Bildungseinrichtungen Diskurse aufzumachen und einen ähnlichen Weg einzuschlagen.
Kommt vorbei!!!
für weitere Infos:
http://protesttage.blogspot.com/
Ich schreibe einen kleinen Erlebnisbericht, der die Ereignisse der letzten Tage beschreiben soll.
Bei den beiden ersten Protesttagen am 15.4. und 16.4. wurde ausgiebig über die persönlichen Studiumssituationen von StudentInnen und DozentInnen gesprochen, eine Diskussion über Bildung und deren gesellschaftliche Ausgestaltung angefangen, über die strukturellen/organisatorischen Situationen an Hochschulen debattiert und nicht zu letzt die katastrophale Ausgestaltung und Verwirklichung der Bologna-Reform kritisiert.
Als besonders angenehm empfand ich die offen gestalteten Gesprächsrunden, das gegenseitige Zuhören und die entstandene Eigendynamik der Veranstaltung, der zum Glück kein starres Korsett angelegt worden war.
Nachdem die Menschen in der ersten Nacht den Raum des 'Geisteswissenschaftlichen Zentrums' besetzten und für weitere Diskussionen nutzten, wurde am 16.4 die Veranstaltung in Form von 'Workshops' und Diskussionsrunden fortgesetz.
Es stellte sich realtiv schnell herraus, dass der angefangene Diskurs nicht so einfach beantwortet werden kann. Die Situation ist komplex und sollte als solche auch behandelt werden.
Ich war höchst erfreut, dass an Stelle eines übereilten Forderungskatalogs, eine Weiterführung des begonnenen Diskurses angestrebt wird.
Die beteiligten Menschen stellten implizit doch eine Forderung, nämlich die Fortsetzung und Vertiefung der Protesttage. Es wurde erkannt, dass dafür offene, jedem Menschen zugängliche, universitäre Räumlichkeiten benötigt werden, wo diese Auseinandersetzung mit den oben genannten Themen und -hoffentlich- vielen weiteren stattfinden können..
Diese Räumlichkeiten sind nicht gegeben. Als Konsequenz daraus wurden die passenden Räumlichkeiten besetzt.
Diese sind sind zentral gewählt und für alle zugänglich:
Im Neuen Seminargebäude in der Universitätsstraße 1, 1. Stock: 5 besetzte Räume!
Ich hoffe, dass diese Aktion weiterhin von so vielen Menschen besucht, gestaltet und weiterentwickelt wird. Vielleicht dienen die Ereignisse als Anstoß für StudentInnen dieser und anderer Bildungseinrichtungen Diskurse aufzumachen und einen ähnlichen Weg einzuschlagen.
Kommt vorbei!!!
für weitere Infos:
http://protesttage.blogspot.com/
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Auch an der Uni HH gibt's ne Protestwoche
Dass, das gesamte Hochschulsystem über Dekaden Unterfinanziert ist und deswegen (wie an der Uni HH 365€) Studiengebühren rein rechnerisch nicht „zusätzlich“ für die Verbesserung der universitären Lehre sein können, wurde bereits 2004 vor der Einfüh-rung der Uni-Maut u.a. von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) festgestellt. Das Studiengebühren deswegen faktisch dazu benutz werden um Finanzlö-cher zu stopfen, zeigt sich in einer besonders dreisten Art am Fachbereich Erziehungs-wissenschaft der Universität Hamburg.
Nach jahrelanger Unterfinanzierung im Erziehungswissenschaftsbereich der Universität Hamburg steht dem Fachbereich und der gesamten Fakultät Erziehungswissenschaft, Psycho-logie und Bewegungswissenschaft im Januar 2009 erneut Kürzungen bevor.
Unter dem Vorwand eines „gerechteren“ Verteilungsmodells hat die Präsidentin der Hambur-ger Universität, Raketen-Moni (Frau Auweter-Kurtz) eine Formel gefunden, welche zu dem Ergebnis führt, dass das Budget der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften um 17% gesteigert wird, das der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sogar um über 20%, während die Geisteswissenschaften und die Juristen weniger Geld erhalten und die Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft mit 11% Budgetkürzung am härtesten getroffen wird.
Dass diese inner-universitäre Finanzumverteilung mit den Zielen des neoliberalen Konzepts der sog. „Wachsenden Stadt Hamburg“ übereinstimmt, ist sicher kein Zufall!
In die mediale Öffentlichkeit gelangte dies bereits, durch den Abendblatt Artikel vom 21.10.2008, mit dem Titel „Uni-Proteste: Eine Gefahr für die Lehrerausbildung“ in dem auch auf den Protest-Brief der Professorenschaft des Fachbereiches eingegangen wird, der im Rahmen der Auseinandersetzung im Fakultätsrat an das Unipräsidium sowie an die zuständi-gen Senatorinnen Goetsch und Gundelach geschrieben wurde. Innerhalb dieses Protestbriefes äußert die ProfessorInnenschaft grundlegend Kritik an der Umverteilung, sieht darin keine Lösung des Problems und fordert eine demokratische und gemeinsame Auseinandersetzung und Problemlösung mit den Zuständigen auf universitärer und senatspolitischer Ebene.
Auch wird in dem dieser Auseinandersetzung die Verwendung von Studiengebühren kritisch hinterfragt. So titelt am 22.10.2008 (wieder) das Abendblatt „Campus-Maut: Streit an Ham-burger Uni - Professoren befürchten Zweckentfremdung“. Und in der Tat ist es bezeichnend wie im aktuellen Fall erst öffentliche Gelder gekürzt und die dadurch entstehende Lücke dann durch Studiengebühren wieder geschlossen werden soll! (vgl. Protestbroshüre)
Kurz gesagt, das Präsidium fordert von der Fakultät in den kommenden zwei Jahren ca. 1,5 Millionen Euro an Sach- und Personalmitteln einzusparen. Diese Kürzungen des Etats werden die Qualität des Studiums wie wir es als Studierende bisher kennen, in starken Maße ver-schlechtern. Außerdem ist zu befürchten, dass durch diese Einsparungen die historisch ge-wachsene wissenschaftliche Substanz insbesondere der Erziehungswissenschaft und der Leh-rerbildung zerstört wird. So wird höchst wahrscheinlich das Fach Arbeitslehre und Turkologie weckfallen, die Fachbereiche „ausgedünnt“ und weniger Profs für die Didaktiken geben.
Fakultätsweite Protestwoche 20.- 24. April
Um gegen diese Maßnahmen etwas entgegen zu setzten, die Öffentlichkeit zu informie-ren und StudentInnen für mehr Widerstand zu organisieren, wurde ende 2008 bereits zwei „Dias Academicus“ organisiert, an dem fakultätsübergreifend Workshops und Selbstorgani-sierte Veranstaltungen u.a. zum strittigen Thema Bildung + Finanzierung gab.
Zudem wurde auf einer fakultätsweiten Vollversammlung eine für den 20.- 24. April stattfin-dende fakultätsweiten Protestwoche geplant. Auch hier werden Lehrende angefragt ob sie sich beteiligen und/oder Veranstaltungen zum Thema Bildungsfinanzierung o.ä. abhalten wollen, Studentische AG’s gegründet, und selbstorganisierte Workshops vorbereitet.
Die Auftaktveranstaltung wird am Mo. den 20.04 ab 10 Uhr in/oder vor VMP8, Donnerstag 23.04 eine art Campus Fest ab 16 Uhr im Caffe Knallhard und als Abschluss am Freitag den 24.04 ab 14 Uhr von Bhf Dammtor eine Demonstration geben.
Du bist also herzlich dazu eingeladen dich an der Protestwoche zu beteiligen und/oder (z.B. durch ein selbst organisiertes Seminar, kleine Wokshops, Aktion oder Performance) dort mit-zuwirken. Und für alle die mehr Infos zu Geschehnissen und Organisation der fakultätsweiten Protestwoche haben möchte, können sich in der Internetplattform Educommy im Raum "Ret-tet die Bildung“ (Code: 123) anmelden.
Was natürlich sehr erfreulich ist, ist dass die Zeit dieser fakultätsweiten Protestwoche auch in die Zeit des “Kampagnen - Starts” des Bundesweiten Bildungsstreiks 2009 (www.bildungsstreik2009.de) und der “Reclaim your Education - Global Week of Action” (www.emancipating-education-for-all.org) fällt. Das heißt, dass in dieser Woche es auch bun-des- und weltweit Aktionen gegen die Unterfinanzierung und Ökonomisierung von (Hoch-schul-) Bildung geben!
Also kommt zur Fakultätsweiten Protestwoche vom 20.- 24. April!
Für kritische Bildung statt Produktion von Humankapital und zwar Weltweit!!
Interview bei Radio Corax
In Leipzig protestieren dieser Tage etwa 400 Studenten gegen die Studienbedingungen der dortigen Universität. Damit wollen die Studierenden ein offenes Forum für Veränderungen an der Leipziger Universität schaffen. Ein freies Feld für Kritik, Nachdenken und Debattieren über Missstände, welche den Lernwilligen überall an der Bildungsstätte begegnen.
Ein Gespräch über Möglichkeiten, Hindernisse und Aussichten bei der gewählten Protestform gibt es im Folgenden.