Die Krise heisst Kapitalismus - Aktion

Soziale Kämpfe 25.03.2009 14:35 Themen: Soziale Kämpfe
Die Krise heißt Kapitalismus – Banken und Konzerne Enteignen !
Aktion zur Mobilisierung für die Demo 'wir zahlen nicht für eure krise' (28. März) am Freitag, 21.März in Berlin
Letzten Freitag mittag auf der Berliner Einkaufsmeile Friedrichstrasse. Ein blauer Übertragungswagen der ARD, eine Wanne. Dahinter: die Hertie School of Governance, eine private Elite-Hochschule. Dort drin: eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Der Staat und die Finanzmarktkrise", mit Vertretern von Bundesbank, Hypo Real Estate und des Finanzministeriums. Draußen: tut sich was..
Etwa 50 Leute haben sich versammelt und vor dem Eingang ein Transparent entrollt mit der Aufschrift „Banken und Konzerne enteignen. Die Krise heißt Kapitalismus. Reichtum umverteilen!" Auf Schildern heißt es „Kapitalismus abwracken!“ und natürlich: „Wir zahlen nicht für die Krise! Demo 28. März“. Zahlreiche Pressekameras klicken. Die Polizei findet’s nicht so gut und verweist die Protestierenden auf die andere Straßenseite. Dort werden bei strahlendem Sonnenschein Demoaufrufe an die PassantInnen verteilt, während RTL filmt...

"Hier diskutieren diejenigen, die durch ihre neoliberale Politik der letzten Jahre mitverantwortlich für die Krise sind, darüber wie der Staat für sie die Profite sichern und die Verluste der Banken und Finanzmarktakteure auf die Gesellschaft abwälzen kann. Die Rechnung wird spätestens nach der Bundestagswahl präsentiert werden: Entlassungen, Kurzarbeit, und Kürzungen im Bildungs- und Sozialbereich.", erklärt Michael Prütz für das Berliner Bündnis "Wir zahlen nicht für Eure Krise! Für eine solidarische Gesellschaft!" in einer Pressemitteilung zu der Aktion.
Denn bei dieser Veranstaltung sitzen, so die Eigenwerbung, erstmals so illustre VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in einer Runde: die Ökonomin Beatrice Weder di Mauro (eine der sogenannten fünf neoliberalen Wirtschaftsweisen), Michael Endres (Aufsichtsratschef der Hypo Real Estate), CDU-Politiker Kurt Biedenkopf (aus dem Lenkungsausschuss des Bankenrettungsfonds Soffin) sowie der Bundesbankpräsident Axel Weber. Der sagt dann auch „ Die Krise birgt auch eine Chance“. Was er meint: die Chance für einen neuen Kapitalismus, eine möglicherweise post-neoliberale Neu-Formatierung des Verhältnisses von Staat und Markt, um neue Regulierungen, um einen neuen Kapitalismus.


Das Bündnis 'Wir zahlen nicht für eure Krise' aus u.a. Gewerkschaften, antikapitalistischen Gruppen, Attac und der Linkspartei fordert, dass die Verursacher der Krise zur Kasse gebeten werden. "Die Politik der letzten Jahrzehnte hat soziale Ungleichheit verschärft und gesellschaftlichen Reichtum massiv privatisiert" erklärt Christina Kaindl für das Bündnis.
"Statt riesige Summen für die Rettung von Banken und Konzernen ohne grundlegende Veränderungen der Eigentumsverhältnisse auszugeben, muss jetzt eine radikale Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft vorangetrieben werden."

In einem ‚Aufruf von Intellektuellen, Kulturschaffenden und KünstlerInnen’ für die Demonstrationen am 28.März und globale Proteste gegen die Krise heisst es zur Kritik des herrschenden Krisenmanangements:
„Die Regierungen versprechen Garantien. Doch für wen? Können wirklich Vermögensbestände gesichert werden, die ein Vielfaches des Bruttosozialprodukts ausmachen? Wer zahlt dafür, wer trägt die Kosten? Bisher ist es den Reichen und Mächtigen in der Regel gelungen, das Risiko abzuwälzen: Sozialisierung der Verluste, Privatisierung der Gewinne. Es gibt keine Transparenz. Unter dem Vorwand des Krisennotstands wird die Demokratie weiter eingeschränkt. Die Gesetze zur Sicherung der Finanzmärkte ermächtigen die Regierungen, an der Öffentlichkeit, an den Parlamenten vorbei zu handeln: Lenkungsausschuss, Leitungsausschuss, G8, G20, Aktivitäten überall: Neue Ordnung, neue Regulierung, neuer Kapitalismus.
Wir müssen zeigen, dass wir das nicht akzeptieren. Sollen wir dieselben, die das alles verursacht und mitbetrieben haben, so weitermachen lassen? Wir müssen es selbst in die Hand nehmen. Jetzt. Die Gesellschaft muss über Alternativen jenseits des Kapitalismus nachdenken und neue Perspektiven entwickeln. Wir sollten sofort damit anfangen. Aktive Intoleranz gegenüber denen, die uns ausplündern!“. (der vollständige Aufruftext unter: www.kapitalismuskrise.org/aufruf-intellektuelle-kulturschaffende-kuenstler)

Informationen zur Demo: www.kapitalismuskrise.org

Antikapitalistischer ‚floating’ Block: „Die Krise heisst Kapitalismus!“, Aufruf und Infos zum Block: www.kapitalismuskrise.org/floating-block
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Ergänzungen

Where is my fuckin´ happiness?!

Peta 25.03.2009 - 16:02
Wir fordern nichts - denn uns geht es ums Ganze!

Aufruf zum antikapitalistischen Block auf der Demonstration “Wir zahlen nicht für eure Krise!” am 28. März 2009 in Berlin. 12 Uhr. Rotes Rathaus

Aufruf wird unterstützt von: Antifaschistische Aktion Bernau, Antifaschistische Schüler_innen Vernetzung (Berlin), Antifa Jugendaktion Kreuzberg (Berlin), Autonome Neuköllner Antifa (Berlin), Emanzipative Antifaschistische Gruppe (Berlin), Fast Forward (Hannover), Redical M (Göttingen) und TOP B3RLIN.

Tony Soprano, fiktiver Mafiaboss aus suburbia, wird von Panikattacken geplagt und kann seinen Job nur mit Hilfe von Prozac und Psychotherapie erledigen. Denn das erhoffte Glück stellt sich auch mit Haus, Frau und Kindern nicht ein. In einer Sitzung sagt er seiner Therapeutin: „Ich habe gestern im history channel gesehen, dass wir die einzige Nation sind, die das Glück in der Verfassung garantiert. But Where is my fuckin´ happiness?!“ Die Antwort der Therapeutin fällt ebenso richtig wie staatstragend aus: verfassungsmäßig verbrieft ist nur das Streben nach Glück, nicht das Glück selbst.

Der Antibürger Soprano ist hier ganz der Staatsbürger ­ auch wenn er bürgerliche Verkehrsformen sonst außer Acht lässt. In der Krise appelliert er an den Staat und will von ihm sein Glück bekommen. Erfüllen wird sich dieses Versprechen bekanntlich nie. Indem Staaten das Streben nach Glück in die Form kapitalistischer Konkurrenz bannen, sorgen sie allein dafür, dass das Hamsterrad nie stillsteht. Die zur Hoffnung verdammten und doch permanent frustrierten Bürger drängen wieder und wieder zur Anrufung des Staats. Er soll wirkliches Glück herbeiführen, während seine rechtlichen Garantien die Voraussetzung des kapitalistischen Hauens und Stechens sind...

mehr vom aufruf unter:
 http://antifabernau.blogsport.de/2009/03/16/where-is-my-fuckin-happiness/

Die Verursacher der Krise

Lokführer 25.03.2009 - 16:16
Das ist aber schön, dass die "Linkspartei" die Verursacher der Krise zu Kasse bitten will. Schließt das auch sie selbst ein? Als Regierungspartei in Berlin ist die Linkspartei immerhin dafür mitverantwortlich, dass die BVG im letzten Jahr 200 Millionen Miese alleine dadurch gemacht hat, dass der rosa-rote Senat versucht hat, das windige Cross-Border-Leasings des halben BVG-Fuhrparks durch noch windigere Finanzgeschäfte abzusichern. Die Konsequenz - die Berliner SteuerzahlerInnen und die BVG-NutzerInnen müssen für über 200 Millionen Euro Verluste aufkommen. Aber die Linkspartei ist das immerhin in guter Gesellschaft - der ver.di-Vertreter im Aufsichtsrat der BVG hatte den Finanzjonglagen mit CDOs tapfer zugestimmt, die die BVG jetzt an den Rand des Ruins getrieben haben.

sozialrevolutionären und antinationalen

Block 25.03.2009 - 17:10

Auf zum sozialrevolutionären und antinationalen Block auf der Krisen-Demo am 28.03. in Frankfurt/M


Wir haben eine eigene Auftaktkundgebung organisiert, da wir zwar gemeinsam mit anderen gegen die Bezahlung der Krise durch uns protestieren wollen, im Gegensatz zu anderen aber jede Flickschusterei, d.h. Rettungspakete am Kapitalismus, ablehnen.

Kommt zum sozialrevolutionären und antinationalen Block auf der Krisen-Demo am

Samstag, dem 28.03.2009 nach Frankfurt/M.

Treffpunkt um 12 Uhr in Bockenheim, Senckenberganlage / Beethoven-Platz

Mobiclip

left vision 25.03.2009 - 19:20
das zitierte Video am Ende des Clips ist hier zu sehen:

 http://www.youtube.com/watch?v=sxvrzMHVpfU

oder auch hochauflösend hier:

 http://www.youtube.com/watch?v=sxvrzMHVpfU&feature=hd

mobi-video

sabine christiansen 25.03.2009 - 22:24

Teilverbot der Demonstration

xyz 26.03.2009 - 00:57
In Berlin will die Polizei die Demonstration "Wir zahlen nicht für eure Krise" am Samstag den 28.03.09 nicht durch die Friedrichstraße gehen lassen. Die geplante Route ist unter  http://www.kapitalismuskrise.org/demoinfo-berlin/ einzusehen. Als Grund für das Teilverbot wird seitens der Bullen angegeben, dass in der Friedrichstr. zu viele sensible Objekte lägen und daher Auschreitungen wie bei der Freiraum-Demo am 14.03.09 zu befürchten seien. Hierzu eine Presseerklärung von Evrim Baba:

Nr. I 24. 03. 2009

Thema: Polizei kriminalisiert Teilnehmer an Demonstration „Wir zahlen
nicht für Eure Krise“ am 28.März 2009

Dazu erklärt Evrim Baba, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

Die Einschränkung des Versammlungsrechtes wird offensichtlich zum Gewohnheitsrecht. Erneut versucht die Berliner Polizei den angemeldeten Routenverlauf einer Demonstration zu reglementieren und einzuschränken. Betroffen ist diesmal die Demo „Wir zahlen nicht für eure Krise“ am 28. März 2009.
Skandalös ist dabei vor allem, die schon zur Regel werdende Vorabkriminalisierung von Veranstalter/innen, Unterstützer/innen und Teilnehmer/innen von Veranstaltungen bei Kooperationsgesprächen und in den Begründungen von Einschränkungen durch die Polizei.
So wird darauf verwiesen, dass viele Objekte entlang der angemeldeten Route vor den „Wutausbrüchen“ der Teilnehmer/innen nicht ausreichend geschützt werden könnten. Nicht nur, dass dies einem Offenbarungseid der Hilflosigkeit der Polizei gleichkommt. Unterstellt wird damit den Teilnehmer//innen, diese seien lediglich auf Krawall aus. Um diese abstrusen Behauptungen zu unterlegen, greift die Behörde auch manipulativ auf einzelne Ausschreitungen oder Internetveröffentlichungen zurück. Diese stehen überwiegend weder zeitlich noch örtlich in einem Zusammenhang mit der angemeldeten Demonstrationen. Es ist nicht hinnehmbar, dass über einzelne Personen eine gesamte Veranstaltung kriminalisiert wird. Derartige Versuche sind auch schon in Gerichtsentscheidungen als rechtswidrig eingestuft worden.
Gerade nach den öffentlich gewordenen Verstößen und Übergriffen von Polizeibeamtinnen und -beamten in den vergangenen Wochen und Monaten, muss sich die Polizei selbst ein paar Fragen zur Rechtstreue von Beamtinnen und Beamten stellen. Einen Generalverdacht gegen alle Beamtinnen und Beamte der Polizei wird sie daraus aber wohl auch nicht abgeleitet sehen wollen.

Ich fordere den Innensenator Erhardt Körting dazu auf, die Art und Weise des Umgangs der Polizei mit Demonstrationsanmelder/innen, -teilnehmerinnen und Unterstützer/innen zu überprüfen und die angemeldete Route für die Demonstration „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ zu gewährleisten.
 http://kapitalismuskrise.org

Wir zahlen nicht für eure Krise!

antifa.sozialbetrug 26.03.2009 - 13:51
Sozialprotestejingle Lauti 28.3.

 http://www.freie-radios.net/mp3/20090325-sozialprotes-27081.mp3

Wir zahlen eure Krise nicht Jingle zum 28.3.09
 http://www.freie-radios.net/mp3/20090325-wirzahelne-27080.mp3

 http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-post-7812.html#7812


Wir zahlen nicht für eure Krise! Für eine solidarische Gesellschaft
Demonstrationen am 28. März in Frankfurt/Main und in Berlin
 http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about1562.html

Österreich
 http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about1925.html

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