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Wunstorf? Da geht noch was!
Offizielle Stellungnahme der Antifa [rk] Wunstorf
In den letzten Tage sind mehrere unabhängige Berichte über die Ereignisse in Wunstorf veröffentlich worden.
Wir dokumentieren an dieser Stelle die offizielle chronologische Zusammenfassung der Geschehnisse aus Sicht der Antifa [rk] Wunstorf.
Geplanter Angriff nach Geburtstagsfeier
In der Nacht zum 15.3. fand in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums „Der Bauhof“ in Wunstorf eine Geburtstagsfeier mehrerer Jugendlicher, unter anderem eines Kaders der „Autonomen Nationalisten Wunstorf“ statt.
Im Laufe des Abends sammelten sich dort unter den Augen der Polizei mehrere Dutzend Nazis aus der Region Hannover, Seelze, Schaumburg, Wunstorf und weiteren Gegenden.Gegen 0.00 Uhr bewegte sich eine Gruppe von 30-40 oben genannter Personen Richtung Bahnhof. Dort marschierten sie mit Hitlergrüßen und Parolen auf den Busbahnhof und bewegten sich energisch in Richtung des Kultur- und Kommunikationszentrums „Wohnwelt“.Die Polizei wusste anscheinend hierüber bereits Bescheid und versperrte der ankommenden Gruppe mit 2 Streifenwagen den unmittelbaren Weg Richtung Zentrum.
Zur gleichen Zeit etwa begaben sich zwei AntifaschistInnen, welche von der Situation nichts wussten, durch den Bahnhofstunnel Richtung Busbahnhof.Beim Verlassen des Tunnels wurden sie sofort aus der Gruppe heraus attackiert. Diese hatte eine Art regelrechten Kessel um den Vorplatz und den Weg Richtung Wohnwelt aufgebaut.Beide Angegriffenen hatten keine Chance, der Situation noch rechtzeitig zu entkommen.Sie wurden umgehend zu Boden geschlagen und auf der Erde zusammengetreten. Eine der Personen wurde derart stark verletzt, dass sie noch vor Ort bewusstlos liegen blieb.Personen, welche sich in der Wohnwelt befanden, machten die anwesenden Polizeibeamten auf den Angriff aufmerksam. Diese reagierten geistesgegenwärtig und bahnten sich zu zweit einen Weg zu den am Boden liegenden AntifaschistInnen.Der mehrfach vorbestrafte Nazi Marco Siedbürger, erst kürzlich in Detmold zu einer Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung von 14 Monaten verurteilt, war einer der wenigen unvermummten Angreifer und hörte erst auf, in die bewusstlose Person reinzutreten, als die heraneilenden PolizistInnen ihn davon abhielten.Beide Personen mussten mit Rettungswagen in das Neustädter Krankenhaus transportiert werden. Bereits vor Ort kümmerte sich ein Notarzt um die Verletzten.
Im Zuge der daraufhin durch die Polizei eingeleiteten Fahndung nach den Tätern wurde Siedbürger festgenommen, allerdings kurz darauf wieder auf freien Fuß gesetzt.
Razzia in der Wohnwelt Wunstorf
Unmittelbar nach diesem eindeutigen Angriff auf das Kultur- und Kommunikationszentrum „Wohnwelt“ fand am Donnerstag, den 19.3., eine Razzia in eben jenen Räumlichkeiten statt. Der Durchsuchungsbefehl galt zwei Privatpersonen und der Vorwand war angeblicher Schusswaffenbesitz.Eine der beiden beschuldigten Personen ist eines der Opfer vom vergangenen Samstag.Das Ergebnis der Durchsuchung war allerdings nur die Beschlagnahmung von zwei veralteten PCs sowie mehreren länglichen Gegenständen, mit welchen man sich „selbst verteidigen könne“, so die Begründung der BeamtInnen.
Together we stand ....
Eine am Abend des 19.3. stattfindende Informationsveranstaltung über regionale Nazistrukturen bekam durch die vorangegangenen Ereignisse sehr regen Zulauf.Ca. 80 Personen lauschten den Ausführungen des Referenten. Das Publikum setzte sich u.A. auch aus interessierten SchülerInnen und BürgerInnen zusammen.
Auf Grund der Geschehnisse und der dadurch aufgestauten Wut und Entrüstung formierte sich nach der Veranstaltung noch eine Spontandemonstration von ca. 100 AntifaschistInnen, welche entschlossen und lautstark gegen Nazistrukturen und Repressionen durch Wunstorfs Straßen zog.Die schon seit Beginn des Abends anwesende Bereitschaftspolizei aus Hannover und Braunschweig agierte trotz der erfolgten spontanen Anmeldung der Demo aggressiv und eskalierend.Der Weg zu dem Wohnhaus des Wunstorfer Nazikaders Christian Warnecke wurde der Demo mit Knüppeleinsätzen versperrt.Mehr als zwei DemonstrantInnen wurden dabei leicht verletzt.

Dank der zahlreichen TeilnehmerInnen und der Entschlossenheit der Demo konnte diese bis zu ihrem Ende am Bahnhof durchgeführt werden.

Wir bedanken uns im Namen der Antifa [rk] Wunstorf und im Namen der betroffenen Einzelpersonen bei allen solidarischen, entschlossenen GenossInnen, welche sowohl der Polizei als auch den Nazis gezeigt haben, dass Wunstorf noch immer „our Streets“ bedeutet.

Auch auf eventuelle weitere Repressionen und Angriffe werden wir in nächster Zeit entsprechend zu reagieren wissen.Antifa [rk] Wunstorf, 20.03.2009
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Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Auch wenn es einigen evtl. nicht leichfallen — wird....
??? — antifa verden