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„Volksdeutsche“ auf dem Friedensmarsch

Joghurt 13.03.2009 15:36
Die Anmeldung eines „Deutsch-russischen Friedensmarsches in Friedland“ am 9. Mai beunruhigt Polizei und Ordnungsbehörden. Der Anmelder ist eine schillernde Persönlichkeit: Viktor Kasper, Vorsitzender des Freundeskreises der russlanddeutschen Konservativen, der schon die SchillPartei in Hamburg und zuletzt die NPD im Landtagswahlkampf unterstützt haben soll.
Polizeichef Thomas Rath und Ordnungsdezernentin Christel Wemheuer (Grüne) vom Landkreis bestätigten auf Anfrage gestern die Anmeldung der Versammlung. Rund 150 Teilnehmer mit Fahnen und Transparenten seien für den 9. Mai von 12 bis 16 Uhr angekündigt. Vom Treffpunkt am St. Norbert-Platz solle die Kundgebung zum Heimkehrerdenkmal auf dem Hagenberg führen. Aufgerufen zu dem Treffen an historischer Stätte zwischen Ost- und Westdeutschland seien „die patriotischen Kräfte Deutschlands und Russlands“. Der „Friedensmarsch“ wird im Internet auf der Homepage der „Volksdeutschen Stimme“ angekündigt. Auf der Seite mit Bildern von Hermannsdenkmal und Reichstag werben die NPD und die national-konservative Zeitung Deutsche Stimme. Veranstalter des Friedensmarsches sind die „Russlanddeutschen Konservativen“, die sich „National-konservative Bewegung der Deutschen aus Russland“ nennen. Dass Anmelder Viktor Kasper und seine Leute unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen und die „Russlanddeutschen Konservativen“ Kontakt zum kürzlich gegründeten „Arbeitskreis der Russlanddeutschen“ in der NPD – darunter auch zum Gründer der Kameradschaft Northeim, Torsten Heise – hält, lässt nicht gerade darauf schließen, dass die Göttinger Linke einen derartigen Friedensmarsch ohne Protest gewähren ließe. Forderungen der Veranstalter sind etwa: Abzug aller ausländischen Militäreinheiten aus Deutschland, Austritt Deutschlands aus der Nato und Abzug aller deutschen Soldaten aus Nato-Einsätzen. Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) dazu: „Wir leben in einer Demokratie, deshalb muss man damit leben, wenn auch diese Gruppen ihre demokratischen Rechte in Anspruch nehmen. Man muss aber genau hinsehen, wer sich hinter ihnen verbirgt.“ Deshalb prüfen Kreis und Polizei die Gefährdungslage, darunter auch, ob das Treffen verboten werden muss. Das fordert auch Thomas Oppermann (SPD): „Der Landkreis sollte alles tun, dass die Veranstaltung im Rahmen rechtlicher Möglichkeiten verhindert wird.“ Und weiter: „Wir müssen sehen, dass diese Truppen in Friedland kein Bein auf die Erde kriegen. Es ist unglaublich, dass so ein historischer Ort von solchen Kreisen heimgesucht wird.“
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Ergänzungen

Naziaufmarsch verhindern!

[M]andy 13.03.2009 - 16:22
Die Göttinger Linke lässt dies, da vermutet der/die AutorIn richtet, nicht unbeantwortet und hat u. a. eine Gegendemonstration am 9. Mai ab 10Uhr in Friedland angemeldet... Hier von der Seite der zur Demo aufrufenden Redical M: Kein Frieden mit Deutschland und seinen Nazis! Antifa-Demo gegen den Nazi-Aufmarsch 9. Mai um 10 Uhr ab Bahnhof in Friedland! (Gemeinsame Abfahrt aus Göttingen per Zug um 9 Uhr 14) Für Samstag, den 9 Mai 2009, rufen die eng mit der NPD verknüpften „National-konservative Bewegung der Russlanddeutschen" und „Deutsch-Russische Friedensbewegung im europäischen Geistes e.V." zu einem „Friedensmarsch" in Friedland bei Göttingen auf. Im Vorstand des Vereins sitzt unter anderem das inzwischen bundesweit bekannte NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise.Der mehrfach vorbestrafte Neonazi geriet zuletzt in die Schlagzeilen, weil bei einer Hausdurchsuchung seines Anwesens in Fretterode (Thüringen) Schusswaffen gefunden wurden. Heise ist als Bindeglied zwischen militanten sogenannten „freien Kameradschaften" (er selbst gründete die „Kameradschaft Northeim") und der vermeintlich gesetzeskonformen NPD in deren Bundesvorstand gewählt worden. Auf Veranstaltungen dieser beiden Organisationen geben sich regelmäßig weitere bundesweit bekannte Neonazis ein Stelldichein, wie z.B. Jürgen Rieger und Manfred Röder. Fester Bestandteil dieser ist auch die „Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ)", die mittlerweile kurz vor einem Verbot wegen Verbreitung von Nazi-Ideologie steht. Einem solchen Nazi-Aufmarsch muss auf allen Ebenen und mit allen Mitteln entgegengetreten werden - völlig egal wo und unter welchem Deckmantel dieser angekündigt wird. Die Redical M ruft daher zu einer antifaschistischen Gegendemonstration am 9 Mai 2009 um 10 Uhr ab Bahnhof Friedland auf. Die verstärkten Neonazi-Aktivitäten in dieser Region sind nicht hinzunehmen. Sei es im Harz, um Northeim oder in Nordhessen. Den Luxus sich im vermeintlich ruhigen Göttingen auszuruhen, dürfen wir uns nicht erlauben. Die antifaschistische Mobilisierung in Göttingen war stark genug, um 2005 einen Nazi-Aufmarsch zu stoppen und 2006 zwei weitere Versuche auf in Polizeifestungen stattfindende Kundgebungen am Bahnhofsvorplatz zu beschränken. Diese Politik werden wir auch nach Friedland tragen. Ein Nazi-Aufmarsch wird auch dort nicht störungsfrei stattfinden können! redical.org

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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alter hut — no name