NATO-Gipfel in Straßburg, Kehl & Baden-Baden

Hinterlandjournalist 08.03.2009 15:18 Themen: G8 Militarismus Repression
Im April wird in Straßburg, Kehl und Baden-Baden eine große NATO-Konferenz stattfinden. Die dafür geplanten Sicherheitsmaßnahmen sind extrem - und auch extrem umstritten.
Alleine auf deutscher Seite ist der Einsatz von rund 15.000 Polizeibeamten vorgesehen. Die Bundeswehr wird mit Abfangjägern, Transporthubschraubern, Sanitätern, Motorradeskorten sowie Bussen, Personen- und Lastwagen dabei sein.

Es ist abzusehen, dass dieser Einsatz der Bundeswehr im Inland heftige Kritik von Menschen, die eine zu starke Militarisierung fürchten, unter anderem sicherlich von Bürgerrechtsorganisationen und Oppositionspolitikern, hervorruft. Und möglicherweise ist die Aufzählung der bereitgestellten Einsatzmittel noch nicht einmal komplett. Zwar ist bisher kein Einsatz der in Heiligendamm eingesetzen und schon damals sehr stark kritisierten Tornado-Aufklärungsjets und Spähpanzer vorgesehen - ob es dabei bleibt, weiß man aber nicht.

Auch die Anwohner der betreffenden Orte werden durch den Gipfel wohl einige Unannehmlichkeiten erleiden. Im Grenzort Kehl dürfen die Bewohner eines Stadtteils von Freitag bis Samstagvormittag ihre Häuser nur in Begleitung eines Polizisten verlassen, und auch das nur in dringenden Fällen und mit vorheriger Anmeldung. Der Grund für diese drastische Maßnahme: In der Gegend soll ein Gruppenbild der Regierungschefs, unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, entstehen. Der badische Grünen-Abgeordnete Alexander Bonde ist entsetzt und bezeichnete die geplanten Maßnahmen als "völlig absurd" und "einen Gipfel der Zumutungen". Für das Foto würden "Hunderte Bürger quasi unter Hausarrest gestellt", schimpfte er und stellte so die Verhältnismäßigkeit der geplanten Sicherheitsmaßnahmen massiv in Frage.

Auch mit massiven Verkehrsbehinderungen, die dem reibungslosen und sicheren Transport der VIPs dienen sollen, ist im Umfeld des Gipfels zu rechnen. Ganz zu schweigen von den in einem derartigen Umfeld üblichen Eingriffen in die Grundrechte durch massive Kontrollen und teilweise hochproblematische Präventionsmaßnahmen, die Anwohner und Besucher, aber gerade auch Kritiker des Gipfels sicher über sich werden ergehen lassen müssen.
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Ergänzungen

Polizeieinsatz mit Falschmeldungen begründet

copy/ paste 08.03.2009 - 16:41
[Gipfelsoli Infogruppe]

Pressemitteilung 19.2.2009

  • Extremistischer Landesinnenminister: “Alle wegsperren”
  • Einkaufen in Kehl mit Polizeibegleitung

Der Gesamteinsatz der Polizei für den NATO-Gipfel fußt auf Falschmeldungen aus Polizeikreisen. In einer Anhörung des Innenausschuss des Landtags Baden-Württemberg im Januar wurde erneut behauptet, beim G8-Gipfel hätten Gipfelgegner Waffen in Camps geschmuggelt, 500 Polizisten seien teils schwer verletzt worden. Um “gewalttätige Auseinandersetzungen” zu verhindern, dürften folglich keine unkontrollierten Camps entstehen, die Region solle großflächig kontrolliert werden.

“Nach dem G8 in Heiligendamm stellten sich die Aussagen der Polizei als bewußte Falschmeldungen heraus. Die Sonderbehörde der Polizei ‘Kavala’ hatte sogar das Bundesverfassunggericht belogen”, erklärt Hanne Jobst von der Gipfelsoli Infogruppe.

Das Gericht befaßte sich damals mit dem Verbot einer Abschlußdemonstration (“Sternmarsch”). Das BVG bekräftigte, das Demonstrationsverbot kollidiere mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Auch Staatsgäste müßten sich mit Protest konfrontieren.
Jedoch stützten die Richter das Verbot, da die Polizei falsche Informationen vortrug, die inzwischen von mehreren unabhängigen Quellen entlarvt wurden.
Der Pressesprecher von “Kavala”, Axel Falkenberg erklärte nach dem G8: “Die Öffentlichkeit fühlte sich von mir oft falsch informiert – und zwar zu Recht”.

“Über 1.700 Demonstranten wurden in Gewahrsam genommen, meist wegen fadenscheinigen Begründungen, etwa weil nicht der Gehweg benutzt wurde. Die meisten Verfahren wurden eingestellt”, erläutert Jobst.

NATO-Gegner gehen davon aus, dass die Daten der Verhafteten nun in einer Datenbank über “Störer” gelandet sind, die beim Schengen Informationssystem (SIS II) geführt wird. Weil, wie bei Gipfelprotesten üblich, ein Teil des Schengen-Abkommens außer Kraft gesetzt wird und Kontrollen wieder eingeführt werden, könnte ihnen der Grenzübertritt nach Strasbourg verweigert werden.

Auch Landesinnenminister Rech begründet die massive Behinderung des geplanten Protests mit der Polizeipropaganda von Heiligendamm: “Wenn die schwer bewaffnet ankommen, dann sperre ich die weg für die Zeit. Da bin ich auch nicht zimperlich”. Rech sieht sich von Innenminister Schäuble gestützt, in dessen Wahlkreis zahlreiche Protestinitiativen gegen den Gipfel mobilisieren.

“Rechs extremistische Äußerungen sollen wie vor dem G8 in Heiligendamm eine Stimmung produzieren, in der die polizeilichen Maßnahmen als unausweichlich dargestellt werden können”, kritisieren Gipfelgegner.

Tatsächlich kündigt die Sonderbehörde der Polizei “BAO Atlantik” regelmäßig neue Verschärfungen an. In einer Sitzung des Gemeinderats der Stadt Kehl wurde am Mittwoch das “Zonenkonzept” für die Zeit des Gipfels bekannt gegeben. Demnach dürfen Einwohner ihre Häuser nur nach vorheriger Unterrichtung der Polizei verlassen. Besuch muß angemeldet werden. In einer “Roten Zone” ist sämtliche Bewegung verboten.

Die Bundeswehr bringt Luftüberwachung und -abwehr in Stellung, stellt Radar, militärischer Aufklärung, Personentransport, Hubschrauberlandeplätzen und hilft mit “Gestellung eines Fackelspaliers”.

Hintergrund

Source: Gipfelsoli Presseverteiler

Fight back!

... 08.03.2009 - 16:46
Protesters attack and rob police officers

March 09, 2009
Eleven police officers were assaulted and one robbed by protesters at a Saturday anti-government rally over the Yongsan tragedy. Eight demonstrators were arrested and are being questioned in connection with the case.

Police said yesterday that a special investigation team has been launched to capture the remaining offenders.

According to Seoul’s Hyehwa Police Precinct, over 200 protesters participated in the rally near Seoul Station. In the Yongsan incident, five squatters and a police officer were killed in an eviction gone wrong.

At around 9:15 p.m., protesters moved to the Jongno area and encountered a plainclothes police officer identified as Park near Dongdaemun subway station. A protester saw him holding a walkie-talkie and shouted, “There’s a cop!” Park was then mobbed by dozens of protesters and severely beaten.

“Most of them looked in their 40s and 50s and some looked homeless,” Park said. His wallet and walkie-talkie were taken. Police found that his credit card had been used to buy a 152,000 won ($98) jacket and a pack of cigarettes.

The protesters then moved to Jongno 5-ga and attacked eight riot police officers and a traffic cop. An officer identified as Choi said they took his two walkie-talkies. An officer called Kang had his nose broken.

Joo Sang-ryong, commissioner of the Seoul Metropolitan Police Agency, said police will “sternly punish those who engaged in the illegal violence.”

Infoveranstaltung

VVN-BdA Ortenau 08.03.2009 - 18:14
19.03.2009: 60 Jahre Nato. Ein Insider berichtet

"Kriege werden gemacht, bevor sie geführt werden - 60 Jahre NATO - Kein Grund zum Feiern!"

Referent: Rainer Rupp, NATO-Insider und Journalist
Moderation: Arnold Schölzel, Chefredakteur junge Welt

Der Dipl. Volkswirt Rainer Rupp war ab 1977 als Referent in der „Politischen Abteilung" im NATO-Hauptquartier in Brüssel tätig, aber insgeheim arbeitete er für die Auslandsaufklärung der DDR ( Deckname TOPAS).

An diesem Abend soll vor allem diesen Fragen nachgegangen werden:

Welche Ziele verfolgt die Nato aktuell ? Welches waren die Gründe für die Schaffung der Nato- nur fünf Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges?

Was wollen die Politiker und Militärs der Natostaaaten eigentlich feiern. Gibt es Alternativen zur Nato etc.

Veranstaltet durch: VVN-BdA Ortenau und andere

20:00 Uhr
Hotel Hofreit
Bierkellerstr. 16
77694 Kehl am Rhein

Die FAZ schreibt:

Leser 08.03.2009 - 19:19
Am 5. April wird ein Haydn-Oratorium in der Baden-Badener Stadtkirche gespielt. Dann dürften die meisten Absperrgitter weggeräumt und die schwerbewaffneten Polizisten aus der einstigen Sommerhauptstadt Europas wieder abgezogen sein. Am Abend des 3. April wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy die Gäste des Nato-Gipfels im Bénazet-Saal des Kurhauses begrüßen. Der 60. Geburtstag des Militärbündnisses soll gefeiert werden. Der amerikanische Präsident Barack Obama wird sich zum ersten Mal nach seiner Amtseinführung in Europa aufhalten, und vielleicht wird er sich sogar auf einem Hotel-Balkon zeigen.(...)

Weiterlesen:  http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E82D332A5231B4ACF8E4D5A5842B63D06~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed

Bild Reporter dokumentiert Anschlag auf DHL

Leser 08.03.2009 - 19:28
Ein BILD-Leser-Reporter dokumentierte das Werk der Vandalen.

Konzern-Sprecherin Uta Schaller (53): „Der komplette Selbstbedienungsbereich, also alle Automaten, die Packstation und die Fensterscheiben wurden mit dunkelgrüner Farbe beschmiert. Wir haben Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Zum Glück sind die Automaten noch funktionstüchtig. Was die Reinigung kosten wird, ist aber noch unklar.“

Weiterlesen:  http://www.bild.de/BILD/news/leserreporter/lokal-uebersicht/03-berlin/2009/03/03/farbanschlag-auf-postfiliale/in-kreuzberg.html

Frankreich: Baupläne für Knast gestohlen

X 09.03.2009 - 13:19
Nancy: Baupläne von neuem Gefängnis gestohlen

Beim Bau eines neuen Gefängnisses in Nancy ist es zu einer peinlichen Panne gekommen. Noch vor der Eröffnung sind die Baupläne und die Geheimcodes der Haftanstalt gestohlen worden.

Nach Angaben der Polizei wurden in der vergangenen Woche während der Mittagszeit vier Laptops aus den Räumen der mit dem Bau des Gefängnisses beauftragten Baufirma gestohlen.

Auf diesen Laptops befanden sich die Unterlagen. Ob die Täter diese zur Vorbereitung von Fluchtplänen nutzen wollen, ist unklar. Das Gefängnis mit 690 Zellen soll Ende Juni öffnen.

Probe für Protestaktion gegen Nato-Gipfel

http://www.bild.de 09.03.2009 - 19:59
Nicht nur die Polizei bereitet sich auf ihren Einsatz beim Nato-Gipfel in Straßburg und Baden-Baden Anfang April vor. Auch Anti-Nato-Aktivisten proben bereits ihre Protestaktionen am Rande des Treffens der Staats- und Regierungschefs. Rund 60 Aktivisten aus Frankreich und Deutschland kamen am Sonntag in Straßburg zusammen, um sich auf Sitzblockaden und andere Aktionen des zivilen Ungehorsams vorzubereiten. Dabei ging es auch um das Verhalten gegenüber Einsatzkräften der Polizei. Zu diesem Zweck schlüpften einige der Aktivisten in die Rolle von Polizisten. Bei der gespielten Auflösung einer Sitzblockade trugen sie die „Demonstranten“ von der Straße. Die Aktion auf einem Platz der Elsassmetropole dauerte etwa eine halbe Stunde. Der Nato-Gipfel anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Bündnisses findet am 3. und 4. April statt. Zahlreiche Gruppierungen haben bereits Protestaktionen angekündigt.

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Wieso fährt da überhaupt jemand hin???

nahme 08.03.2009 - 23:18
Ich frage mich echt wieso sich überhaupt Leute den Stress geben, noch in die Nähe einer solchen Veranstaltung zu fahren um zu protestieren. G 8 2007 in Heiligendamm war das optimale Beispiel für geordneten Protest, bewacht von 17 000 Pullen...Wieso wird nicht einfach woanders hin mobilisiert, wo dann die Einsatzkräfte fehlen? Dann können die ihren Gipfel in Ruhe abhalten und an nem anderen Ort kann jeder seine Form von Protest ausleben...Straßenblockaden in Frankfurt/M., Latschdemos in Berlin ;-), Randale in Obererkenschwick, Sit-ins in Hamburg, eine Kerzenprozession um den Mercedes-Parkplatz in Sindelfingen... http://sozialearbeit2punkt0.de.vu

Warum Strassburg wichtig ist

willi 09.03.2009 - 00:39
Ausnahmezustand - Notstanduebung - so gut sind WIR beschuetzt!! Die NATO security zeigt ihre haessliche Maske. Klappern gehoert zum Geschaeft um UNS gehoerig Respekt einzufloessen. In der Praxis ist es doch moeglich, siehe G8, Ihnen in die Suppe zu Spucken.

Die Welt kuckt nach Strassburg,aber eben auch die Opfer der NATO, wie Afghanen, Palestinenser, Guantanamo-Gefangene oder illegalisierte Migranten. Ihnen gehoert unsere Solidaritaet. Deshalb ist es richtig weiter zu mobilisieren und zu zeigen: Sie sind nicht allein, auch im Herzen der Bestie gibt es Widerstand.

OBAMA ist kein Friedensengel, nur nicht sone Dumpfbacke wie George W.Bush. Fuer Gaza hatte er zum Amtsantritt keine Traene ueber. An den Hindukusch schickt er 17.000 US soldiers mehr, plus xxx NATO Verbuendete, plus xxx private Soeldner, plus ... 150 Kolumbianer, trainierte Konterguerilla von der School of Americas. Das hat Spaniens Aussenminister Moratinos letzte Woche in Bogota eingestielt. Obama will die Russen wieder ins Boot holen, koedert die Iraner. Pax americana an den Pipelinerouten Iran-Pakistan-Indien, Aserbaidjan-Georgien, Kurdistan-Tuerkei und die Tankerroute am Horn von Afrika. Obamas Chefberater ist der Brzeszinski think tankmit dem "Euro-Asiatischer Block". Mit einer Mischung aus Diplomatie und low-intensity warfare kontolliert die NATO / US-Centcom die Energiereserven am Golf und am Kaspischen Meer. Hauptgegner ist die Shanghai-Gruppe; Russland, China und post-CCCP Laender in Zentralasien. Afghanistan ist dabei geostrategisch einfach guenstig gelegen.

zu informationsveranstaltung

ein leser 09.03.2009 - 03:16
auf der info-veranstaltnung schnacken also ein ddr-agent und der chefredakteur der jungen welt über die nato.
objektivität? gute nacht.

Gegen Krieg und NATO in Braunschweig

XYZ 11.03.2009 - 13:08
Gemeinsam gegen Krieg und NATO!
Kein ruhiges Hinterland für Kriegstreiber und Kriegsprofiteure!

Am kommenden Samstag, den 14.03.2009, findet um 12 Uhr am Brunnen der Friedrich-Wilhelm-Str. (zwischen City-Kino und der Deutschen Post) in Braunschweig eine Kundgebung im Vorfeld der NATO-Feierlichkeiten statt.

Neben der NATO selbst, geht es um die Pläne der Deutschen Post, über ihre Tochterfirma DHL an Logistikaufträge der Bundeswehr zu kommen und sich somit an Kriegseinsätzen zu breichern.

Nieder mit Krieg und Militarismus! Kommt alle!