Demo gegen "Thor Steinar"-Shop in F-Hain

Mensch 07.03.2009 20:32 Themen: Antifa Antirassismus Blogwire
Heute, am 07.03, protestierten rund 1000 Menschen gegen den neuen „Thor Steinar“-Shop in Friedrichshain.
Heute, am 07.03, protestierten rund 1000 Menschen gegen den neuen „Thor Steinar“-Shop. Die Demo begann leicht verspätet am S-Bahnhof Warschauerstraße und führte zum Frankfurter Tor, wo sich der neue Laden, mit Namen „Tromsø“ in der Petersburger Str. 94 befindet. Aufgrund der Auflagen waren sowohl Front- als auch Seitentranspis verboten, was nicht gerade zur Stimmung beitrug. Die Demo ging unter den Rufen der Standart-Parolen, die nicht mal einen Kilometer lange Strecke entlang. Einzig gegen Ende der Demonstration, 100 Meter vor „Tromsø“, sorgte ein zögerlicher, unkoordinierter Sprint für etwas bessere Stimmung in der sonst eher langweiligen Demo.
Der Laden war mit Hamburger Gittern und mehreren Wannen geschützt, sodass sich die Abschlusskundgebung auf vereinzelte Parolen rufe und ein paar schlecht verständliche, aber interessante Redebeiträge reduzierte. Während der Abschlusskundgebung kam es zu mindestens einer Ingewahrsamnahme.

Im Gegensatz zu der Demo letztes Jahr gegen den „Thor Steinar“-Shop in Mitte, die sowohl kämpferischer als auch länger war, war diese Demo für uns eine große Enttäuschung.

Als Kritikpunkte sehen wir sowohl die strengen Auflagen (Transpis), die viel zu kurze Route, als auch den schlechtverständlichen Lauti, der die größtenteils interessanten Redebeiträge ziemlich ruinierte.

Fotos:
 http://gallery.atpic.com/de/25970

Berichte:

 http://www.morgenpost.de/berlin/article1049795/750_Berliner_demonstrieren_gegen_Thor_Steinar.html

 http://de.indymedia.org/2009/03/243496.shtml

Nun müssen wir unsere ganze Aufmerksamkeit erstmal dem nächsten Samstag stattfindenden Landesparteitag der NPD in Lankwitz widmen, den es mit allen Mitteln zu verhindern gilt!
[weitere Infos auf antifa.de und bei uns]
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Ergänzungen

der protest ist gerade mal am anfang

Dein Name 07.03.2009 - 20:57
klar hätte mehr gehen können, aber wann war das schon mal anders, der thor steinar laden existiert jetzt seit einer woche. zur eröffnung 250 menschen die dagegen demonstrierten, in der woche flyer und transpi aktionen, dazu ne kaputte scheibe, erste vernetzungstreffen und nun nach einer woche ne demo mit 1000 leuten, also wenn das so weiter geht, macht der laden nicht lange. es entwickelt sich einiges und mensch sollte nach 7 tagen auch nicht zu viel erwarten.

nächste woche erst die npd besuchen und anschließen für die freiräume in berlin auf die straße gehen...

am 21.03 dem internationalen tag gegen rassismus zeigen, das f-hain bunt und tolerant und nicht braun und hohl ist.

Bilder Bilder Bilder.........

Stasi 2.0 07.03.2009 - 23:05
Hier noch Bilder von der Demo heute!!!!

 http://www.flickr.com/photos/35960443@N06/sets/72157614860489991/

@ Roland Ionas Bialke´s Comment

Thorten Schneidar 08.03.2009 - 08:41
Du schreibst doch Bullshit in Bezug auf die Vorkontrollen!
Ich war auch mit nem Bekannten da und wir wurden nicht kontrolliert!
Mensch muss nur wissen "WIE" Er diese Vorkontrollen umgehen kann, möglichkeiten dazu gibt es meistens!

Vorkontrollen

assel 08.03.2009 - 09:43
Ganz stark, dass du die Vorkontrollen umgangen hast, Respekt! Haste den direkten Weg von der S-Bahn gewählt, wa? Da gab es nämlich keine Vorkontrollen! Die einzigen Vorkontrollen, die ich mitbekommen habe, waren auf dem Weg vor der Revaler Str. (vielleicht haben die Bullen von den F'hainer mehr Angst als vor X-Bergern ;) ....) Wie auch immer, ist ja auch ziemlich egal, dennoch kann ich Roland durchaus Recht geben. Ich weiß nicht wieso menschen das Posen nicht lassen können. Aus der S-Bahn steigen und erstmal Sonnenbrillen aufsetzen etc. is einfach nur lächerlich, zumal klar war, dass nichts großartiges passieren wird. Wieso sollte mensch auch den Laden aus ner Demo heraus angreifen, wo überall Bullen rumrennen und nur darauf warten? Wenn dann sollten die Aktionen eher bei anderen Gelegenheiten laufen, dabei aber auf Zivis aufpassen, die da zur Zeit noch rund um die Uhr rumhängen... da könnte mensch sich auch fragen wieso die soviel Steuergelder zum Beschützen von Nazi-Klamotten ausgeben... oder ist dieser Laden vielleicht doch nicht so unerwünscht von Bullenseite und kann gut genutzt werden um militante Linke einzubuchten? Warten wir ab.

mehr Entschlossenheit und Selbstkritik!

fürdiezukunft 08.03.2009 - 19:48
Die Anzahl der TeilnehmerInnen war an und für sich ein Erfolg, gerade auch für das immer unpolitischer werdende Friedrichshain und somit hoffentlich nur der Beginn von kreativen anderen Aktionen im Umfeld der Auseinandersetzung mit dem Thor Steinar - Laden.

Für mich als etwas älterer Teilnehmer bleibt jedoch ein flaues Gefühl, wenn so viele junge Leute schwarz - radikal (ver-)kleidet daherkommen und dann nichts aber rein gar nichts an gemeinsamer Aktion geschieht, denn der Laden hätte am diesen Tag locker eine farbig-stinkende Grundgestaltung erhalten können...
Positiv: das übliche Bild von den "linken Chaoten" bei den Mehrheitsbürgern verschwindet.
Negativ: der aufgetragene Radikalklamottenstil mit ein paar radikalen Sprüchen - steht diametral dem eigenen Nichtstun und der eigenen Harmlosikeit gegenüber. Individualismus und die Endsolidarisierung finden hier augenscheinlich auch ihren konkreten Ausdruck. Das heißt der Inhalt schwindet in der Linken zunehmend hinter vorgetragener Fassade und zu einfachen Parolen, weshalb Nazis es ja unter anderem auch immer leichter fällt, vieles von uns einfach vereinnahmen zu wollen.
Für die Zukunft wünschte ich mir mehr gemeinsames Handeln, geschlossenes und entschlossenes Auftreten, mehr Kreativität bei Sprüchen und Aktionen.
Noch eine Anmerkung, gerade im Zusammenhang mit diesem Wochenende:
Es ist schon irre, wenn wir jede Woche mehrere Tausend Leute in der BRD gegen Naziläden oder deren Demos gerissen bekommen und es aber nicht schaffen in der derzeitigen Krisensituation des Kapitalismus ähnliche Mobilisierungen hin zu bekommen. Das sollte uns zu Denken geben!



Dennoch:

auch wenn ich es mehr als kritisch betrachte, dass der Kampf um Klamottenläden und deren Symbolträchtigkeit

Schon etwas traurig

Codeispoetry 10.03.2009 - 15:37
Ich war zuerst sehr positiv von der großen Anzahl an Demonstranten überrascht, aber schon der Zug zum Laden hin war deutlich zu leise und unauffällig; Das was vor Ort passiert ist war nur noch peinlich. Es gab keinerlei Druck, die Leute standen noch nicht mal direkt vor den Absperrungen sondern irgendwo in der Gegend oder beim viel zu leisen Lauti. Ich hab noch etwas mehr drüber in meinem Blog geschrieben:  http://blog.adrianlang.de/?p=252. Ich bin gespannt ob es in den nächsten Wochen noch Aktionen gibt, die Samstage sind ja bereits mit einer Menge Demos vollgepackt.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 6 Kommentare

@mensch

menschin 07.03.2009 - 21:05
dann mach das alles mal besser mit einer vorbereitungszeit von <6 Tagen!

Wenn du dann ne fette, bundesweite, kämpferische Demo auf die Beine gestellt hast kannst du hier gerne deine Kritik äußern...bis dahin: Ball flach halten.

Kurze Route - MackerInnenmilitanz

Roland Ionas Bialke 07.03.2009 - 23:57
"Als Kritikpunkt[e] sehen wir [...] die viel zu kurze Route [...]"

Die länge der Route war durchaus in Ordnung. An der Demonstration nahmen auch (geh-)behinderte Menschen teil. Wenn Wir nicht nur eine exklusive Gruppe bei Unseren Demonstrationen haben wollen, dann sollten Wir Uns anderen (potenziellen) AktivistInnen öffnen. Behinderte Menschen haben auf Unsere Demonstrationen sonst keine Chance. Doch heute war die Laufgeschwindigkeit bezüglich dieses Punktes angemessen. Bei einigen Demonstrationen gibt es beispielsweise spezielle Fahrzeuge, die ältere oder behinderte Menschen bei Bedarf aufnahmen können. Nicht nur im Bereich Antifa, sondern auch in anderen Bereichen, beispielsweise Hausbesetzung und Nutzung von "besetzten Häusern" gibt es ein Bedarf etwas zu ändern. Momentan sind Wir da die Bösen und haben keine behindertenfreundlichen Projekte.

Mein Kritikpunkt liegt eher bei der MackerInnenmilitanz. Dass nichts passieren wird, dass konnte niemand vorher wissen. Das ist bei vielen Demonstrationen so. Aber bei einigen Bildern musste ich schon schmunzeln: Ein Mensch mit bunten Haaren, vermummt mit einen Tuch und einer charackteristischen Zipfelmütze? Was soll das bringen? Und dann viele Anifas, mit schwarzer Kleidung, fetten Handschuhen - Gehen einfach durch die Vorkontrollen und lassen sich kontrollieren, laufen dann in einen Kessel? Das "Katz- und Mausspiel" am Ende war unsinnig.

@assel

Thorten Schneidar 08.03.2009 - 10:01
Wat du mir hier schreibst weiß Ich doch eh alles und das in den nächsten Wochen oder Monaten bei dem Laden nichts gehen sollte dürfte ja wohl klar sein, oder...?!?!

titel

name 08.03.2009 - 11:29
"Wenn du dann ne fette, bundesweite, kämpferische Demo auf die Beine gestellt hast kannst du hier gerne deine Kritik äußern...bis dahin: Ball flach halten."

Was ist denn das für eine dämliche Aussage? Ich muss doch kein Koch sein um zu merken wann die Suppe versalzen ist.

Oder muss ich erst mal meinen eigenen Staat regiert haben, bevor ich die deutsche Politik kritisieren kann?

Solche kindischen Aussagen sind leider symptomatisch für die Linke. Kritikfähigkeit gleich null.

nicht unterschätzen

marius 09.03.2009 - 03:18
Auch wenn es noch lau wirkte: wir laufen uns noch warm. Also bitte weiter mithelfen! Wir rechnen hier in Friedrichshain mit einem langen Kampf, langweilige Phasen inbegriffen. Die Entschiedenheit ist aber groesser als bisher sichtbar.Bitte nicht unterschätzen!

Kundgebung gegen NPD-Parteitag geplant

http://www.tagesspiegel.de 09.03.2009 - 19:42
Linke und Antifaschisten rufen zu einer Demonstration gegen den für den 14. März geplanten Landesparteitag der NPD in Lankwitz auf.

Die Aktion an der Gallwitzallee/Ecke Frobenstraße steht unter dem Motto "Nazis raus aus Parlamenten - Nie wieder Parteitage in Berlin und anderswo", wie ein Polizeisprecher am Montag mitteilte. Zu der von der Linken-Politikerin Evrim Baba angemeldeten Veranstaltung werden rund 200 Teilnehmer erwartet.

Zu den Unterstützern des Protests gehört die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Sie rief am Montag Parteien, Organisationen und Initiativen auf, "sich in einer gemeinsamen, solidarischen Demonstration den Nazis entgegenzustellen" und den Parteitag zu verhindern. Es müsse Schluss sein mit der Vergabe von öffentlichen Räumen an Neonazis, hieß es in der Erklärung, in der zudem ein neuer Anlauf für ein NPD-Verbot gefordert wurde.(...)

Weiterlesen:  http://www.tagesspiegel.de/berlin/NPD-Lankwitz-Parteitag;art270,2747591