Feldbefreiungsprozess in Magdeburg verschoben
Am 26.2. hätte der Schadensersatzprozess gegen Gendreck-weg-FeldbefreierInnen in Magdeburg stattfinden sollen. Als er abgesagt wurde, veranstalteten die Angeklagten kurzerhand ein Prozesstraining mit ihren UnterstützerInnen
Prozesstraining statt Schadensersatzprozess
Am 26.2. hätten die sechs FeldbefreierInnen eigentlich am Magdeburger Landgericht einer Schadensersatzforderung von 170.000 € gegenüber gestanden. Sie gehören zur Initiative Gendreck-weg und haben 2008 ein Versuchsfeld mit gentechnisch verändertem Weizen in Gatersleben "unauswertbar" gemacht.
Normalerweise würde in einem solchen Fall erst ein Strafprozess stattfinden, um die Schuldfrage der Angeklagte zu klären, doch das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung hat es wohl besonders eilig, das Geld zu bekommen. Dennoch wurde der Prozesstermin auf den 28.5. verschoben. Die Klageerwiderung der FeldbefreierInnen war sehr umfangreich und "substantiiert". Möglicherweise hat der Anwalt der Gegenseite nicht so schnell auf darauf reagieren können, wie für den Prozessablauf nötig gewesen wäre.
Anwalt der Gegenseite
Dieser Anwalt ist übrigens auch noch ein interessantes Detail an diesem Fall, denn es handelt sich um Dr. Horst Rehberger, ehemaliger Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, und unter anderen dafür zuständig, dass in der Kulturpflanzenbank (IPK) Gatersleben seit 1990 nicht nur traditionelle Sorten erhalten, sondern auch Biotechnologiefirmen angesiedelt werden. Damit stehen sich zwei dezidierte Kontrahenten in der Gentechnikfrage direkt gegenüber.
Besuch von Gentechniklobbyist
Statt sich nun gemütlich auf die faule Haut zu legen, hielten die FeldbefreierInnen ihre Demo vor dem Landgericht aufrecht. Zu den 20 GentechnikkritikerInnen gesellte sich bald auch ein unerwarterter Gast: Uwe Schrader, Vorsitzender des Gentechniklobbyvereins Innoplanta, dem auch Dr. Rehberger und der Direktor des IPK angehören. Er war wohl sehr aufgebracht, aber die FeldbefreierInnen taten ihm nicht den Gefallen, sich einer Unterhaltung mit ihm zu entziehen. So erfuhren sie auch, dass selbst Herr Schrader so seine Probleme mit dem artenübergreifenden Gentransfer hat. Das dürfte es für ihn ziemlich schwierig machen, überhaupt irgendeine gentechnisch veränderte Pflanze gut zu finden, denn die meisten von ihnen enthalten zusätzliche Gensequenzen, die nicht aus anderen Pflanzen stammen.
Öffentliches Prozesstraining
Für den ausgefallenen Prozess setzten die AktivistInnen kurzerhand ein öffentliches Prozesstraining an. In verteilten Rollen (nur die Angeklagten waren "echt") spielten die Anwesenden einen Zivilprozess durch, mit Einwürfen und Kommentaren der GentechnikkritikerInnen und des Gentechnikverteidigers. Sogar ein Filmteam war dabei und die Angeklagten konnten die Verteidigung des Gentechnik-Anwalts gut parieren. Wenn dem IPK nicht noch ein ausgefallener Kniff einfällt sieht ihre Argumentation und Rechnungsaufstellung ziemlich dünn aus.
Denn die Klageschrift von Herrn Rehberger lässt einiges zu wünschen übrig:
- sie enthält mehr politische Diffamierungen und Plattitüden als juristische Beweiskraft.
- die Rechnungsaufstellung durch das Institut ist undurchsichtig und legt sogar den Schluss nahe, dass mehr Pflanzen ausgebracht wurden als sie genehmigt bekommen hatten
- den Angeklagten wurde zur Last gelegt, einen Ausweichversuch in Chile zu bezahlen, damit die Ergebnisse aus Gatersleben ergänzt werden können
- doch nun heißt es, der Versuch in Chile konnte nicht durchgeführt werden, weil der in Gatersleben zerstört wurde
Ungereimtheiten über Ungereimtheiten, die dann hoffentlich am 28.5. am Landgericht präsentiert werden können.
Alles nachzulesen unter:
www.gendreck-weg.de
Studie zu Filz zwischen Politik und Gentechnikfirmen von Christoph Then und Antje Lorch:
http://db.zs-intern.de/uploads/1210846724-08_05_14_kontrolle_oder_kollaboration_agrogentech.pdf
Organigramm zu Filz zwischen Politik und Gentechnikfirmen:
http://www.umweltinstitut.org/download/Gentechnik_Netzwerk_SA.pdf
Dienstaufsichtsbeschwerde des M�chener Umweltinstituts gegen f�rende Zulassungsbeamte des Bundesamtes f� Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL):
http://umweltinstitut.org/gentechnik/freisetzungsversuche/dienstaufsichtsbeschwerde-484.html
Dokumentation des Konfliktes um das Genweizenfeld in Gatersleben:
www.keine-gentechnik.de/dossiers/gentech-weizen.html
Am 26.2. hätten die sechs FeldbefreierInnen eigentlich am Magdeburger Landgericht einer Schadensersatzforderung von 170.000 € gegenüber gestanden. Sie gehören zur Initiative Gendreck-weg und haben 2008 ein Versuchsfeld mit gentechnisch verändertem Weizen in Gatersleben "unauswertbar" gemacht.
Normalerweise würde in einem solchen Fall erst ein Strafprozess stattfinden, um die Schuldfrage der Angeklagte zu klären, doch das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung hat es wohl besonders eilig, das Geld zu bekommen. Dennoch wurde der Prozesstermin auf den 28.5. verschoben. Die Klageerwiderung der FeldbefreierInnen war sehr umfangreich und "substantiiert". Möglicherweise hat der Anwalt der Gegenseite nicht so schnell auf darauf reagieren können, wie für den Prozessablauf nötig gewesen wäre.
Anwalt der Gegenseite
Dieser Anwalt ist übrigens auch noch ein interessantes Detail an diesem Fall, denn es handelt sich um Dr. Horst Rehberger, ehemaliger Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, und unter anderen dafür zuständig, dass in der Kulturpflanzenbank (IPK) Gatersleben seit 1990 nicht nur traditionelle Sorten erhalten, sondern auch Biotechnologiefirmen angesiedelt werden. Damit stehen sich zwei dezidierte Kontrahenten in der Gentechnikfrage direkt gegenüber.
Besuch von Gentechniklobbyist
Statt sich nun gemütlich auf die faule Haut zu legen, hielten die FeldbefreierInnen ihre Demo vor dem Landgericht aufrecht. Zu den 20 GentechnikkritikerInnen gesellte sich bald auch ein unerwarterter Gast: Uwe Schrader, Vorsitzender des Gentechniklobbyvereins Innoplanta, dem auch Dr. Rehberger und der Direktor des IPK angehören. Er war wohl sehr aufgebracht, aber die FeldbefreierInnen taten ihm nicht den Gefallen, sich einer Unterhaltung mit ihm zu entziehen. So erfuhren sie auch, dass selbst Herr Schrader so seine Probleme mit dem artenübergreifenden Gentransfer hat. Das dürfte es für ihn ziemlich schwierig machen, überhaupt irgendeine gentechnisch veränderte Pflanze gut zu finden, denn die meisten von ihnen enthalten zusätzliche Gensequenzen, die nicht aus anderen Pflanzen stammen.
Öffentliches Prozesstraining
Für den ausgefallenen Prozess setzten die AktivistInnen kurzerhand ein öffentliches Prozesstraining an. In verteilten Rollen (nur die Angeklagten waren "echt") spielten die Anwesenden einen Zivilprozess durch, mit Einwürfen und Kommentaren der GentechnikkritikerInnen und des Gentechnikverteidigers. Sogar ein Filmteam war dabei und die Angeklagten konnten die Verteidigung des Gentechnik-Anwalts gut parieren. Wenn dem IPK nicht noch ein ausgefallener Kniff einfällt sieht ihre Argumentation und Rechnungsaufstellung ziemlich dünn aus.
Denn die Klageschrift von Herrn Rehberger lässt einiges zu wünschen übrig:
- sie enthält mehr politische Diffamierungen und Plattitüden als juristische Beweiskraft.
- die Rechnungsaufstellung durch das Institut ist undurchsichtig und legt sogar den Schluss nahe, dass mehr Pflanzen ausgebracht wurden als sie genehmigt bekommen hatten
- den Angeklagten wurde zur Last gelegt, einen Ausweichversuch in Chile zu bezahlen, damit die Ergebnisse aus Gatersleben ergänzt werden können
- doch nun heißt es, der Versuch in Chile konnte nicht durchgeführt werden, weil der in Gatersleben zerstört wurde
Ungereimtheiten über Ungereimtheiten, die dann hoffentlich am 28.5. am Landgericht präsentiert werden können.
Alles nachzulesen unter:
www.gendreck-weg.de
Studie zu Filz zwischen Politik und Gentechnikfirmen von Christoph Then und Antje Lorch:
http://db.zs-intern.de/uploads/1210846724-08_05_14_kontrolle_oder_kollaboration_agrogentech.pdf Organigramm zu Filz zwischen Politik und Gentechnikfirmen:
http://www.umweltinstitut.org/download/Gentechnik_Netzwerk_SA.pdf Dienstaufsichtsbeschwerde des M�chener Umweltinstituts gegen f�rende Zulassungsbeamte des Bundesamtes f� Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL):
http://umweltinstitut.org/gentechnik/freisetzungsversuche/dienstaufsichtsbeschwerde-484.html Dokumentation des Konfliktes um das Genweizenfeld in Gatersleben:
www.keine-gentechnik.de/dossiers/gentech-weizen.html
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Gendreck Weg! - Prozess gegen Feldbefreier