Berlin - 9. Prozesstag gegen Roland

Roland Ionas Bialke 24.02.2009 19:13 Themen: Repression
Heute, am 24. Februar 2009, fand der neunte Prozesstag gegen Roland statt. Ursprünglich sollte das Urteil gegen ihn gesprochen werden, jedoch geht der Prozess mehr als zwei Prozesstage weiter. Roland wird vorgeworfen bei einer Aktion in der Nähe von der Bundeskanzlerin Angela Merkel widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet zu haben. Ausserdem wird ihm ein Verstoss gegen das Waffengesetz und ein Verstoss gegen das Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe angelastet.
Ich bereitete mich vor dem heutigen Prozess darauf vor, dass das mündliche Urteil gesprochen wurde. Ein böses letztes Wort und das Nicht-Aufstehen bei der Urteilsverkündung hatte ich schon geübt. Aber soweit sollte es nicht kommen. Zuerst berichtigte die Richterin eine ihrer Feststellungen. Am letzten Prozesstag unterstellte sie als wahr, dass ich mich nicht während der Festnahme im Beisein von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy nicht widersetzt hätte. Heute berichtigte sie, dass sich ihre Wahr-Unterstellung nur auf die Festnahmesituation in der (fiktiven) Sicherheitszelle bezog. Was in der Folge geschehen war, dass ich mich dort auch nicht gegen die Festnahme gewehrt habe, dass unterstellte sie nun nicht mehr als wahr.

Da ich am letzten Prozesstag noch von einen Freispruch zu diesen Anklagepunkt ausgegangen war, jetzt klar war, dass die Richterin mich deswegen verurteilen will, zauberte ich acht Beweisanträge hervor. Die meisten Beweisanträge bezogen sich auf chemisches Fachwissen, ich beantragte einen Physiker und zwei Chemiker als Sachverständige zu hören. Hauptsächlich ging es in den Anträgen darum, dass die bei mir gefundene schwarzpulversuspekte Substanz erst weiss gepunktet war und viel später bei der Untersuchung durch die Polizei homogen schwarz-grau aussah. In Beweisanträgen sollte unter anderen belegt werden, dass die schwarzpulversuspekte Substanz mit festen Kohlenstoffdioxid (Trockeneis) phlegmatisiert war. Dem Beweisantrag zufolge konnte das feste Kohlenstoffdioxid unter Zimmertemperatur sublimieren und der nicht-explosive Stoff zu einem Explosivstoff werden.

Fünf der acht Anträge wurden allerdings abgelehnt, da ich damit, so die Richterin Biesterfeld, nur den Prozess verschleppen wolle. Also folgten den acht Anträgen noch zwei weitere: Ich lehnte die Richterin wegen Befangenheit ab, da sich klar abzeichnete, dass die Richterin mich entlastende Anträge aus Zeitgründen - um ihre anderen Prozesse besser managen zu können - ablehnte. Ein weiterer Antrag bezog sich auf zwei weitere namentlich bekannte PolizistInnen, die mich bei der Festnahme während der Merkel-Aktion beobachteten. Eine Polizeiobermeisterin belastete mich allerdings in ihrer Polizeivernehmung, sodass sie primär erstmal nicht als Zeugin für meine Verteidigung in betracht kam. Von daher ist es nötig, dass ich Druck gegen diese Polizistin aufbauen muss.

Bitte kommt zahlreich zu den nächsten Prozesstagen, besonders aber zum 11. Prozesstag - Denn dort wird diese Belastungszeugin gehört, die behauptet ich habe einen Polizisten während der Festnahme gegen den Oberkörper getreten. Wie auch die anderen PolizistInnen im Gerichtssaal, log sie in ihrer polizeilichen Vernehmung. Das offensichtlich zumachen ist nun meine Aufgabe. Der 10. Prozesstag findet am 10. März 2009 um 13 Uhr im Raum B 219 des Berliner Amtsgericht Tiergarten statt. Der 11. Prozesstag dann 24. März 2009 um 12 Uhr 30 im Raum B 219 des Amtsgericht Tiergarten.

Schön wäre es auch, wenn Ihr morgen um 9 Uhr im Raum 700 des Amtsgericht Tiergarten auftaucht. Im sogenannten "mg-Prozess" müssen dort drei Menschen das Geschwafel des Vizepräsidenten des Bundesamt für Verfassungsschutz, Hans Elmar Remberg, antun, weil es verboten sein soll aus Kriegstransporter und Finanzämter ein wärmendes Feuerchen zu machen.

Zeigt Solidarität!! Schwarze Flattergespenster auslachen!!

Vergangene Prozesstage:

1. Prozesstag -  http://de.indymedia.org/2008/11/231679.shtml
2. Prozesstag -  http://de.indymedia.org/2008/11/232789.shtml
3. Prozesstag -  http://de.indymedia.org/2008/12/234759.shtml
4. Prozesstag -  http://de.indymedia.org/2008/12/236428.shtml
5. Prozesstag -  http://de.indymedia.org/2008/12/236870.shtml
6. Prozesstag -  http://de.indymedia.org/2009/01/238796.shtml
7. Prozesstag -  http://de.indymedia.org/2009/01/239975.shtml
8. Prozesstag -  http://de.indymedia.org/2009/02/241626.shtml
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Ergänzungen

Beweisantrag Phlegmatisierung

Roland Ionas Bialke 24.02.2009 - 19:53
Beweismittel:

Ich beantrage einen Sachverständigen für Chemie – Spezialbereich Phlegmatisierung von Chemikalien – als Zeugen zu hören und einen Sachverständigen für Chemie – Fachbereich Sublimierung von Kohlenstoffdioxid - zu hören.

Die zu hörenden Beweismittel (Sachverständigen) sollen die folgenden Tatsachen beweisen:

Der Zeuge Lepke, der Zeuge Richter und die Zeugin Rademacher sagten aus, dass sie am 24. Dezember 2006 in der zu durchsuchenden Wohnung in der Berliner Reuterstrasse 99 atmen konnten während sie eine schwarzpulversuspekte Substanz beschlagnahmten bzw. an der Beschlagnahmung beteiligt waren.

Die offen in einen Gefäss liegende schwarzpulversuspekte Substanz war mit den gasförmigen Chemikalien durchmischt, an der Oberfläche der schwarzpulversuspekten Substanz konnten die gasförmigen Chemikalien mit der schwarzpulversuspekten Substanz reagieren. Nach den Aussagen der Zeugen Richter und Lepke war die schwarzpulversuspekte Substanz während des längeren Transports zum Sprengplatz Grunewald nicht vakuumiert. Die zur Atmung notwendigen Chemikalien konnten weiter aus der durch festen Kohlenstoffdioxid schwarzpulversuspekten Substanz entstehen und weiter mit der schwarzpulversuspekten Substanz reagieren.

Auf den Fotos die die Zeugin Rademacher von der schwarzpulversuspekten Substanz machte, sind weisse Punkte in einer schwarzen Substanz zu sehen. Der Zeuge Lepke sagte aus, dass er eine homogene schwarz-graue Substanz, lange nach der Beschlagnahme in der Reuterstrasse 99, untersucht hat. In der schwarzpulversuspekten Substanz befanden sich vor der Durchsuchung am 24. Dezember 2006 und bei der Durchsuchung am 24. Dezember 2006 in der Reuterstrasse 99, mehrere Prozent festes Kohlenstoffdioxid, die weissfarbig aussehende Chemikalie wird auch Trockeneis genannt, sowie flüssiges Wasserstoffperoxid.

Durch die extrem schnelle Gasförmigwerdung des festen Kohlenstoffdioxids und die rasante Umwandlung des H2O2 zu H2O und O2, das, so sagten die Zeugen aus und ist allgemein bekannt, die Zeugen atmeten, konnte die phlegmatisierte schwarzpulversuspekte Substanz sich in eine nicht-phlegmatisierte Substanz umwandeln.

Die beteiligten Polizisten Lepke und Richter und die Polizistin Rademacher liessen die Chemikalien während der Beschlagnahme und während des Transports entweichen oder atmeten sie ein.

Ein phlegmatisierte Substanz ist keine explosionsgefährliche Substanz.

In der Chemie bedeutet phlegmatisiert meist, dass ein (pulverförmiger) Stoff mit einen anderen Stoff überzogen ist. Stoffe, die in Pulverform vorliegen, sind oft hochreaktiv und neigen dazu explosionsartig zu oxidieren. Um Umgang, Transport und Lagerung solcher Stoffe ungefährlicher zu machen, werden sie phlegmatisiert. So sind die einzelnen Teilchen von beispielsweisen dünnen Ölschichten, Kohlenstoffdioxid oder Wasser umgeben und sind daher weniger reaktiv. Beispiele sind die Phlegmatisierung von Pikrinsäure mit Wasser, die Phlegmatisierung von Schwarzpulver mit festen Kohlenstoffdioxids unter Kühlung, die Phlegmatisierung von Aluminiumpulver mit Leinöl.
Ich beantrage einen Gerichtsbeschluss.

Datum:

Unterschrift:

kleiner Hinweis

unterbrecher 25.02.2009 - 00:06
nach zehn Verhandlungstagen ändert sich da was in der StPO, längere Unterbrechungen der Verhandlungen sind dann möglich. die grenze wird ja wahrscheinlich erreicht.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Kreative Aktionen — Roland Ionas Bialke

Eine erhobene Hand — Werbefest

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es ist doch — nicht