Köln: Bundeswehr Wegputzen

bundeswehr wegputzen 17.02.2009 22:53 Themen: Militarismus
„Es ging alles ganz schnell, und es kamen immer mehr von denen.“
Die schnell eingreifende Putztruppe hatte tatsächlich nicht lang gefackelt. Mit großen Mülltüten, Schürzen und Kitteln, Handschuhen und Kopftüchern ausgestattet kamen die 20 Reinigungskräfte aus den Toilettenräumen direkt zum Messebreich der Bundeswehr herüber und haben den ganzen Hochglanz-Bundeswehr-Werbemist einfach komplett eingesackt.
Alles muss raus!

Ob Taschen, Kugelschreiber, Prospekte, Gimmicks, großformatige Plakate oder sonstige Bundeswehr-Devotionalien - alles wurde eingestampft und ohne Mülltrennung extern entsorgt. Festgeschraubte Installationen wurden mit scharfen Reinigungsmitteln (Backofenreiniger) unter dem Zuspruch vieler Jugendlicher eingeschäumt. Marco vom Gymnasium in Bergisch Gladbach war erstaunt, „dass die Bundeswehr gar nicht eingreift“- macht sie doch sonst zu jeder Gelegenheit. Die acht Werbeoffiziere versuchten tatsächlich eher die letzten Prospekte vor dem rabiaten Zugriff der AufräumerInnen in Sicherheit zu bringen. Ein ungeschicktes „Verteidigen“ des Werbemülls vor den Augen von hunderten SchülerInnen hätte vermutlich noch schlechter ausgesehen. Also lieber die Kaumuskeln anspannen, Haltung wahren und hoffen das alles schnell vorbei ist. Doch Flugblätter und Diskussionen des Reinigungspersonals mit den SchülerInnen sorgten für eine länger anhaltende Wirkung. Draußen auf dem Messeparkplatz nahmen einige der Bundeswehrfahrzeuge Schaden.

Schafft viele militärfreie Zonen…

Die zweitägige Abiturientenmesse „Einstieg Abi“ in Köln ist mit über 35.000 BesucherInnen zwar die bundesweite größte dieser Art, aber eben doch nur eine von vielen Job-Messen, auf denen sich die Bundeswehr als vermeintlich attraktiver und ganz normaler Arbeitgeber präsentiert. Immerhin geht es um die derzeit knappeste Resource der Bundeswehr: SoldatInnen.
Denn der „Arbeitgeber“ Bundeswehr hat Imageprobleme. Zu hierarchisch und zu gefährlich finden viele BerufsanfängerInnen die Bundeswehr. Bei denen, die die Bundeswehr am dringendsten braucht, den OffiziersanwärterInnen mit Abitur, sind die Bewerberzahlen im letzten Jahr rapide zurückgegangen. Gut die Hälfte der BerufssoldatInnen würde laut bundeswehrinterner Umfrage potenzielle BewerberInnen nicht zum Eintritt in die Bundeswehr ermuntern und sich nicht noch einmal für diesen „Job“ entscheiden-

…auch an Eurer Schule!

Immer häufiger taucht die Bundeswehr daher an Schulen, Universitäten, Messen und Arbeitsagenturen auf. Ihr Ziel ist dabei mittels ‚Nachhilfeunterricht’ mehr Zustimmung zu ihren Kriegseinsätzen zu erhalten und Jugendliche als Soldaten zu rekrutieren. Armut, Arbeitslosigkeit und der besonders starke Druck auf junge HartzIV EmpfängerInnen treiben Jugendliche in die Arme der Bundeswehr.

Mit direkten Aktionen und der Forderung „Ausbildungsplätze statt Auslandseinsätze“ haben deshalb SchülerInnen in Weimar, Duisburg, Göttingen, Bernau und Hamburg die Bundeswehr an ihrer Schule behindern und vertreiben können.

Gründet ein, zwei, viele Bundswehr-Entsorgungsbetriebe!
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NATO Planspiele an Gymnasien

Neue Informationen 18.02.2009 - 02:18
NATO - Planspiele an Gymnasien :


Vom 1.-4. 12. 2008 trafen sich 45 Schülerinnen und Schüler aus Polen (Lublin) und Deutschland (Veitshöchheim) in dem Tagungsheim „Benediktushöhe“ in Retzbach am Main, um an der Politiksimulation POL & IS („Politik und Internationale Sicherheit“,

Auszug aus dem Tagesplan:

9.00 – 12.00 Konfliktlösungs- und Vermeidungsstrategien in der Gegenwart und Zukunft
12.00 Mittagessen
13.30 – 18.00 Globale Sicherheitsstrukturen Die NATO – Planspiel

Quelle:  http://www.dethloff.pl/retzbach2008/index_de.htm



Wolfenbüttel :
Schüler simulieren den Nato-Rat

Jugendliche sollen in Pilotprojekt der Carl-Gotthard-Langhans-Schule fiktive Konfliktsituation in Somalia lösen
Von Karl-Ernst Hueske
WOLFENBÜTTEL. Um 11.48 Uhr fiel die Entscheidung im Nato-Rat. Das Verteidigungsbündnis tagte am Dienstag im Rundraum der Carl-Gotthard-Langhans-Schule.

Ohne Gegenstimmen, aber mit einigen Enthaltungen votierten die Schüler für die Option 2, die zuvor "Nato-Generalsekretärin" Yvonne Plate skizziert hatte.

Vorausgegangen waren intensive Beratungen der Schüler im Plenum über die sich fiktiv zuspitzende Situation in Somalia. Neben einigen Bombenanschlägen auf Hotels in Mogadischu scheint das Terroristennetzwerk Al Qaida das Land als neuen Rückzugsraum zu benutzen. Außerdem war ein Tanker vor der Küste dieses afrikanischen Staates von Piraten entführt worden.

Planspiel entwickelt

Mit dieser angenommenen Konfliktsituation hatten sich die Schüler im Nordatlantikrat in einem Planspiel auseinanderzusetzen. Entwickelt hatte das Spiel die CGLS-Referendarin Katja Dietrich: "Gerade in diesem Jahr, zum 60-jährigen Bestehen der Nato, halte ich diese Form des Unterrichts für eine sehr gute Möglichkeit, meinen Schülern die sehr komplexe Organisation dieses Verteidigungsbündnisses auf eine spielerische Art und Weise näher zu bringen."

Eher Zufall war es, dass der ausgewählte Konflikt durchaus großen Realitätsbezug hatte. Das politische Interesse der Schüler wurde durch die Veranstaltung geweckt. Die Nachrichten im Fernsehen wurden mit ganz anderen Augen und einem ganz anderen Hintergrund angeschaut, berichtete Dietrich, der bei der Umsetzung des Planspiels die Braunschweiger Jugendoffiziere Normen Ulbrich und Thomas Duhme zur Seite standen.

Mit Schlips und Anzug waren die Schüler zur entscheidenden Ratssitzung erschienen. Jeder Schüler hatte sich zuvor intensiv mit dem Land beschäftigt, das er im Nordatlantikrat zu vertreten hatte. Die Debatte, welche der drei vorgegebenen Optionen gezogen werden sollten, verlief sehr intensiv. Teilweise verzichteten die Schüler sogar auf Pausen, um weiterzudiskutieren.

Die Konsensfindung verlief schließlich erfolgreich. Die Nato-Generalsekretärin verkündete zum Schluss des zweitägigen Planspiels, das anschließend aufgearbeitet wurde, den Beschluss, den Tanker militärisch zu befreien und begrenzte Angriffe gegen die Terror-Camps zu starten.

Sicherheitspolitik vermittelt

Für die Bundeswehr war dieses Planspiel gleichzeitig eine gute Möglichkeit, Sicherheitspolitik anschaulich zu vermitteln. "Wir informieren und diskutieren über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, erläutern in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Bundeswehr als Teil einer zunehmenden komplexer werdenden Sicherheitsarchitektur", nannte Hauptmann Normen Ulbrich die Zielrichtung der Veranstaltung. Das Planspiel an der CGLS war dabei ein Pilotprojekt. Bisher gab es derartige Planspiele nur für die gymnasiale Oberstufe.

Quelle:  http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2164/artid/9885500






Planspiel auch in Köln

Saubere Arbeit 18.02.2009 - 11:55

Sehr geehrte Putztruppe, höchst lobenswerte Aktion!

Aber Achtung, die Bundeswehr will auch an der Uni Köln so ein Planspiel durchführen. Habe vor einiger Zeit den Termin im Interner gesehen, aber direkt wieder gelöscht, also Obacht, in diesem Sinne, ohne Meldung, weitermachen!!

bitte?

maik 18.02.2009 - 12:51
Also die aktion ist schon super!

Aber irgendwie verstehe ich nicht ganz was das soll?
Mit kriegen in der welt und so denn wenn man nur seine 9 monate grunddienst absolviert darf man doch garnicht ins ausland...
Und außerdem was kanns schaden auch ein paar vernünftige leute in der bundeswhr zu haben?
Müssen ja nich alles nur ideoten und nazis sein!
Und das man mit waffen umgehen kann schadet auch nicht-denn freiwillig wird in diesem land keiner platz für eine bessere zukunft machen!

Prozesse gegen Bundeswehr-Wegtreten

Antimilitaristinnen 18.02.2009 - 15:33
In Berlin und Umland gibt es derzeit mehrere Prozesse gegen Antimilitarist_innen (siehe:  http://de.indymedia.org/2009/02/242107.shtml )

Am Freitag, dem 27. März 2009 um 11 Uhr findet am Amtgericht Zehdenick, nördlich von Berlin, ein Prozess gegen mehrere Aktivist_innen von Bundeswehr-Wegtreten statt. Sie haben im April 2008 während der Bernauer Ausbildungs- und Studienbörse im Paulus-Praetorius-Gymnasium gegen die Präsenz der Bundeswehr protestiert. Aufgrund ihres antimilitaristischen Engagements erwartet sie nun ein Prozess wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

Kommt zum Prozess: Freitag 27.03.2009, 11 Uhr, Saal 6 des Amtsgerichts, Friedrich-Ebert-Platz 9, 16792 Zehdenick

Mehr Infos:  http://antimil.blogsport.de/

eine der wohl besten aktionsformen überhaupt

Mein Name 20.02.2009 - 14:40
ja großartig! DAS zeigt wirkung, wir haben sowas auch mal gemacht (als wild zusammengewürfeltes grüppchen, damals ohne "bekannt" für einen politisches spektrum zu sein), ging gut, bis auf das verpetzen hinterher. verweise - aber was solls...

ich bin mir sicher das hat einen teil dazubeigetragen warum fast alle aus der klasse die ausmusterung / verweigerung vorgezogen haben.

big up !

bessere retusche???

opjepasz 21.02.2009 - 14:54
passt nur auf daß sie euch nicht wieder erkennen....