Ein Zivi auf der SiKo (und die Solidarität)
Persönlich erlebtes, subjetive Eindrücke auf der SiKo-München, die zum Anlaß genommen werden sollen, um auf Mißstände hinzuweisen, die wir in den eigenen Reihen verändern müssen!
Ein Zivi auf der SiKo (und die Solidarität)
Samstag 7. Februar München
Gegen 12:30 kam ich am Marienplatz an und mischte mich unters Volk, immer auf der Suche nach bekannten Gesichtern. Diese ließen auch nicht lange auf sich warten + abgesehen von den wenigen Münchnern, die ich kannte, traf ich dann auch noch einige türkische Anarchisten. (viele Grüße an Karakök aus München!)
Ansonsten schoß ich einige Fotos + hörte vereinzelt Gesprächen zu.
Kurz bevor der Zug sich in Bewegung setze, inspizierte ich dann die einzelnen Lautis + deren „Bewachung“.
(Fahrer- oder Beifahrer-Tür von Lautsprecherwägen zu eskortieren ist eine meiner Lieblingssportarten...)
Im Lauf der Demo hab ich dann geblickt, daß ich im Jugendblock teilnahm.
Aber kein Problem für mich, waren es doch andere Kriterien als die des Alters, die mich zu dieser Standortwahl innerhalb des Protestmarsches bewegten.
Problematisch war auf jeden Fall, daß die linke Flanke des Lautis
(meine Position) die meiste Zeit gänzlich ungedeckt, oder nur sporadisch gedeckt war. Der Sprecher des Wagens forderte zwar oft genug dazu auf, dies zu ändern, aber länger als 15 Minuten hats leider nie gehalten.
Zur Verteidigung der Demonstranten muß aber auch gesagt werden, daß die Ordnungsmacht diverse Schikanen bereithielt, so wurden z.B. einige Durchfahrten gesperrt, wodurch der Fahrer des Lautis gezwungen war, mehrere Bordsteinkanten zu überqueren + sich zwischen Hindernissen wie Straßenspielerorgeln, Bullenwannen + Obstständen hindurchzuquetschen.
Derartige Behinderungen waren so einige zu überwinden + so wurde allmählich der Abstand zum internationalistischen Block, welcher vor uns war, immer größer.
Folglich versuchten der Fahrer, Beifahrer + die beiden Ordner vorm Lauti, den Abstand zwischen uns + dem internationalistischen Block immer wieder zu verringern, was natürlich dazu führte, daß die Lauti-Eskorten Links- und Rechts– Seitig des öfteren zurückfielen.
Irgendwann gabs dann eine Durchsage, daß sich rechts + links vorne am Lauti Zivis befänden + diese wurden eindringlich aufgefordert, sich aus der Demo zu verpissen + vor allem aus dem Jungendblock, weil man ihnen ja ansähe, daß sie nicht mehr allzu Jugendlich seien.
Da ich schon ganze 32 bin, hat das wohl gereicht, um aus mir den Zivi zu machen, so tuschelten zumindest einige Mädels links vor mir, daß ich als einziger Älterer in diesem Abschnitt der besagte Zivi sein mußte. Daß von mir keine Teilnahme an den Sprechchören kam, war für sie auch ein eindeutiges Indiz.
Und hier gilt mein Respekt den Jugend-Ketten, die mich fortan bewachten, auch wenn ich anfangs ziemlich angepisst darüber war.
Man hätte mich ja einfach fragen können, aber was hätte das letztendlich gebracht?
Egal was ich entgegnet hätte, Beweise zu liefern wäre unmöglich gewesen.
(Da hatt ich ja Glück, daß ich wenigstens nicht als Pädophiler „enttarnt“ wurde!)
Der Fahrer hatte schon die 50 überschritten + hat sich genauso wenig wie ich an den Sprechchören beteiligt, dennoch wurde er nicht Verdächtigt, der Feind in den eigenen Reihen zu sein.
Der Beifahrer hätte aber durchaus etwas deeskalierend agieren können, da ich ihm nicht gänzlich unbekannt bin, mehr als ein grinsen konnte ich ihm aber nicht abringen, wenn sich unsere Blicke gelegentlich trafen.
Letztendlich ist die Sache aber durchaus positiv zu bewerten, denn da ich von nun an immer einen Geleitschutz von 2-3 Ketten aus 15-20 Personen hatte, war auch der Lauti ab diesem Zeitpunkt an seiner linken Flanke besser (wenn auch immer noch spärlich) gedeckt.
Übel aufgestoßen ist mir auch noch, daß wieder einmal so einige Menschen aus den Blöcken gedrängt wurden, die Bier tranken.
Natürlich ist es absolut dämlich, wenn wenige ihre Flaschen irgendwo in der Menge liegen lassen.
Aber das sind doch nicht Alle, außerdem ist ein Bier auch durchaus angebracht, um die Hemmschwelle an den richtigen Punkt zu bringen. (nur meine Meinung)
Hätte ich nicht schon wegen der 1,5 L Wasser sowieso so dringend zum Pissen gemusst (was ich mir aufgrund der unzureichenden Lauti-Eskorte aber verkniff), hätte ich auch mein mitgebrachtes Bier getrunken.
Wenn ein Bier pro Person in unseren Reihen ein ernsthaftes Problem ist, das dazu führt, daß man den Bullen willkürlich zum Fraß vorgeworfen wird, stellt sich doch die Frage, wie „Wir alle“ nach der vielbeschworenen + ewig herbeigesehnten Revolution miteinander klarkommen könnten.
Nach Demoende, so gegen 19 Uhr stand ich dann noch am Fischbrunnen um mir doch wenigstens noch ein „Feierabendbier“ zu gönnen. Dabei kam ich mit 2 Demokollegen (einem Spanier und einem Thailänder) ins Gespräch, denen ich vorher schon an der Schleuse begegnet war.
(Einer davon durfte die Abschlusskundgebung an der Bullenschleuse 15 Minuten lang wegen einem Che-Guevara-Shirt nicht verlassen, was hier schon zu Konfrontationen mit der Staatsgewalt führte. Vielleicht ham sie sich sein Gesicht gemerkt?
Das Video hierzu folgt noch...)
Die Cops, die die Absperrgitter abbauten entfernten uns unsanft, was wir dementsprechend kommentierten, uns aber weiter nicht darum kümmerten.
Nachdem die Absperrgitter verladen waren, gönnten sich 1Polizistin und ihre 8 Kollegen noch einen kleinen Abschlußspaß, indem sie meinen spanischen Kollegen umringten.
Er wurde von Einem in den Schwitzkasten genommen, ein anderer Cop stieß ihm den Helm in die Rippen, während ein Dritter auf seinem Fuß stand. Der Rest bildete einen Kreis drumherum + der Spanier bekam wie herrlichsten Angebote, die ich hier nicht aufzählen muß, weil`s ja allgemein bekannt ist, was man sich an Drohungen so anhören darf.
Als ich die wenigen Schritte bis auf einen Meter herankam, um die Angelegenheit auf Video zu bannen, hatte ich bereits 2 Stöße gegen Brust + Hals eingesteckt, gefolgt von einem Ellenbogen in der Magengegend, noch bevor ich meine Kamera überhaupt auspacken konnte.
Dies wurde lautstark mit den Worten „Hau ab! Hau bloß ab!“ kolportiert, nur wär ich gar nicht dazu gekommen, weil ich erst mal 2 Minuten zusammengeklappt in der Hocke verbrachte.
Dann wurde noch der Thailänder dazu eingeladen, mit um die Ecke zu kommen um „...in den Arsch gefickt zu werden, daß er in einem Monat noch Fransen hat...“
Bis hierhin ja alles normal, - everyone knows!!!
Was aber nun wirklich unerträglich ist:
10-12 Autonome kamen des Weges + haben diese Szene genau beobachtet, gingen aber zügig weiter (vielleicht mußten sie ja noch zu nem wichtigen Plenum?) + die 7 oder 8 Punks, die am Fischbrunnen ebenfalls zusahen + friedlich ihr Bier tranken haben die Szene nur mit den Worten „Wir sehn uns am 1. Mai in Berlin!“ kommentiert.
Hätten sich beide Gruppen die maximal 15 Schritte zu uns angenähert, wäre das Kräfteverhältnis 2:1 für uns gewesen + wir hätten diese 20 Minuten anders erlebt.
In diesem Sinne kann ich nur sagen: „Hoch die (internationale) Solidarität!“ +
„No justice, no peace – Fight the Police”.
Was für ein scheiß Gelaber! Diese Worte verlieren jegliche Bedeutung, wenn man sich noch nicht mal in einer solch eindeutigen Situation seiner Stärke bewußt ist!
Natürlich schere ich hier nicht einfach Gruppen wie Autonome oder Punks (in denen ich mich selbst wiederfinde, auch ohne meine Kleiderordnung perfekt angepaßt zu haben...) über einen Kamm, auch bin ich mir bewußt, daß dies nur ein absolut subjektiver Bericht ist (Objektivität ist meist sowieso nur Illusion),
dennoch halt ich es für wichtig, all diese persönlichen Erlebnisse hier zu erzählen, weil sich so etwas ja nicht zum ersten mal ereignet hat.
Mir ist klar, daß wir schon genügend Zerwürfnisse innerhalb unserer Reihen haben, ich habe diesen Text aber nicht geschrieben, um dies noch zu Verschärfen sondern um die eklatanten Mißstände aufzuzeigen, die nicht hinnehmbar sind!
Wo wollen wir hin?
Wollen wir eine ernsthafte Veränderung?
Wollen wir nur während einer Demo unsere Rechte vertreten, unsere Stärke zeigen + klarmachen, wo unsere Ziele liegen (auch wenn wir nicht immer alles unterschreiben könn(t)en, was die Person neben uns macht, denkt, sagt),
oder wollen wir für all das auch vor und nach einer Demo eintreten, an jedem Tag!, ohne uns ständig gegenseitig zu bekämpfen oder nur die eigene Haut zu retten?
Was sind die Parolen wert, wenn sie nur zu hohlen Phrasen werden?
(ich weiß, daß dies alles sehr pathetisch klingt, mir geht’s aber um eine wirkliche Veränderung + ein Umdenken + nicht ums Gejammer!)
Greetinx!
born against
Samstag 7. Februar München
Gegen 12:30 kam ich am Marienplatz an und mischte mich unters Volk, immer auf der Suche nach bekannten Gesichtern. Diese ließen auch nicht lange auf sich warten + abgesehen von den wenigen Münchnern, die ich kannte, traf ich dann auch noch einige türkische Anarchisten. (viele Grüße an Karakök aus München!)
Ansonsten schoß ich einige Fotos + hörte vereinzelt Gesprächen zu.
Kurz bevor der Zug sich in Bewegung setze, inspizierte ich dann die einzelnen Lautis + deren „Bewachung“.
(Fahrer- oder Beifahrer-Tür von Lautsprecherwägen zu eskortieren ist eine meiner Lieblingssportarten...)
Im Lauf der Demo hab ich dann geblickt, daß ich im Jugendblock teilnahm.
Aber kein Problem für mich, waren es doch andere Kriterien als die des Alters, die mich zu dieser Standortwahl innerhalb des Protestmarsches bewegten.
Problematisch war auf jeden Fall, daß die linke Flanke des Lautis
(meine Position) die meiste Zeit gänzlich ungedeckt, oder nur sporadisch gedeckt war. Der Sprecher des Wagens forderte zwar oft genug dazu auf, dies zu ändern, aber länger als 15 Minuten hats leider nie gehalten.
Zur Verteidigung der Demonstranten muß aber auch gesagt werden, daß die Ordnungsmacht diverse Schikanen bereithielt, so wurden z.B. einige Durchfahrten gesperrt, wodurch der Fahrer des Lautis gezwungen war, mehrere Bordsteinkanten zu überqueren + sich zwischen Hindernissen wie Straßenspielerorgeln, Bullenwannen + Obstständen hindurchzuquetschen.
Derartige Behinderungen waren so einige zu überwinden + so wurde allmählich der Abstand zum internationalistischen Block, welcher vor uns war, immer größer.
Folglich versuchten der Fahrer, Beifahrer + die beiden Ordner vorm Lauti, den Abstand zwischen uns + dem internationalistischen Block immer wieder zu verringern, was natürlich dazu führte, daß die Lauti-Eskorten Links- und Rechts– Seitig des öfteren zurückfielen.
Irgendwann gabs dann eine Durchsage, daß sich rechts + links vorne am Lauti Zivis befänden + diese wurden eindringlich aufgefordert, sich aus der Demo zu verpissen + vor allem aus dem Jungendblock, weil man ihnen ja ansähe, daß sie nicht mehr allzu Jugendlich seien.
Da ich schon ganze 32 bin, hat das wohl gereicht, um aus mir den Zivi zu machen, so tuschelten zumindest einige Mädels links vor mir, daß ich als einziger Älterer in diesem Abschnitt der besagte Zivi sein mußte. Daß von mir keine Teilnahme an den Sprechchören kam, war für sie auch ein eindeutiges Indiz.
Und hier gilt mein Respekt den Jugend-Ketten, die mich fortan bewachten, auch wenn ich anfangs ziemlich angepisst darüber war.
Man hätte mich ja einfach fragen können, aber was hätte das letztendlich gebracht?
Egal was ich entgegnet hätte, Beweise zu liefern wäre unmöglich gewesen.
(Da hatt ich ja Glück, daß ich wenigstens nicht als Pädophiler „enttarnt“ wurde!)
Der Fahrer hatte schon die 50 überschritten + hat sich genauso wenig wie ich an den Sprechchören beteiligt, dennoch wurde er nicht Verdächtigt, der Feind in den eigenen Reihen zu sein.
Der Beifahrer hätte aber durchaus etwas deeskalierend agieren können, da ich ihm nicht gänzlich unbekannt bin, mehr als ein grinsen konnte ich ihm aber nicht abringen, wenn sich unsere Blicke gelegentlich trafen.
Letztendlich ist die Sache aber durchaus positiv zu bewerten, denn da ich von nun an immer einen Geleitschutz von 2-3 Ketten aus 15-20 Personen hatte, war auch der Lauti ab diesem Zeitpunkt an seiner linken Flanke besser (wenn auch immer noch spärlich) gedeckt.
Übel aufgestoßen ist mir auch noch, daß wieder einmal so einige Menschen aus den Blöcken gedrängt wurden, die Bier tranken.
Natürlich ist es absolut dämlich, wenn wenige ihre Flaschen irgendwo in der Menge liegen lassen.
Aber das sind doch nicht Alle, außerdem ist ein Bier auch durchaus angebracht, um die Hemmschwelle an den richtigen Punkt zu bringen. (nur meine Meinung)
Hätte ich nicht schon wegen der 1,5 L Wasser sowieso so dringend zum Pissen gemusst (was ich mir aufgrund der unzureichenden Lauti-Eskorte aber verkniff), hätte ich auch mein mitgebrachtes Bier getrunken.
Wenn ein Bier pro Person in unseren Reihen ein ernsthaftes Problem ist, das dazu führt, daß man den Bullen willkürlich zum Fraß vorgeworfen wird, stellt sich doch die Frage, wie „Wir alle“ nach der vielbeschworenen + ewig herbeigesehnten Revolution miteinander klarkommen könnten.
Nach Demoende, so gegen 19 Uhr stand ich dann noch am Fischbrunnen um mir doch wenigstens noch ein „Feierabendbier“ zu gönnen. Dabei kam ich mit 2 Demokollegen (einem Spanier und einem Thailänder) ins Gespräch, denen ich vorher schon an der Schleuse begegnet war.
(Einer davon durfte die Abschlusskundgebung an der Bullenschleuse 15 Minuten lang wegen einem Che-Guevara-Shirt nicht verlassen, was hier schon zu Konfrontationen mit der Staatsgewalt führte. Vielleicht ham sie sich sein Gesicht gemerkt?
Das Video hierzu folgt noch...)
Die Cops, die die Absperrgitter abbauten entfernten uns unsanft, was wir dementsprechend kommentierten, uns aber weiter nicht darum kümmerten.
Nachdem die Absperrgitter verladen waren, gönnten sich 1Polizistin und ihre 8 Kollegen noch einen kleinen Abschlußspaß, indem sie meinen spanischen Kollegen umringten.
Er wurde von Einem in den Schwitzkasten genommen, ein anderer Cop stieß ihm den Helm in die Rippen, während ein Dritter auf seinem Fuß stand. Der Rest bildete einen Kreis drumherum + der Spanier bekam wie herrlichsten Angebote, die ich hier nicht aufzählen muß, weil`s ja allgemein bekannt ist, was man sich an Drohungen so anhören darf.
Als ich die wenigen Schritte bis auf einen Meter herankam, um die Angelegenheit auf Video zu bannen, hatte ich bereits 2 Stöße gegen Brust + Hals eingesteckt, gefolgt von einem Ellenbogen in der Magengegend, noch bevor ich meine Kamera überhaupt auspacken konnte.
Dies wurde lautstark mit den Worten „Hau ab! Hau bloß ab!“ kolportiert, nur wär ich gar nicht dazu gekommen, weil ich erst mal 2 Minuten zusammengeklappt in der Hocke verbrachte.
Dann wurde noch der Thailänder dazu eingeladen, mit um die Ecke zu kommen um „...in den Arsch gefickt zu werden, daß er in einem Monat noch Fransen hat...“
Bis hierhin ja alles normal, - everyone knows!!!
Was aber nun wirklich unerträglich ist:
10-12 Autonome kamen des Weges + haben diese Szene genau beobachtet, gingen aber zügig weiter (vielleicht mußten sie ja noch zu nem wichtigen Plenum?) + die 7 oder 8 Punks, die am Fischbrunnen ebenfalls zusahen + friedlich ihr Bier tranken haben die Szene nur mit den Worten „Wir sehn uns am 1. Mai in Berlin!“ kommentiert.
Hätten sich beide Gruppen die maximal 15 Schritte zu uns angenähert, wäre das Kräfteverhältnis 2:1 für uns gewesen + wir hätten diese 20 Minuten anders erlebt.
In diesem Sinne kann ich nur sagen: „Hoch die (internationale) Solidarität!“ +
„No justice, no peace – Fight the Police”.
Was für ein scheiß Gelaber! Diese Worte verlieren jegliche Bedeutung, wenn man sich noch nicht mal in einer solch eindeutigen Situation seiner Stärke bewußt ist!
Natürlich schere ich hier nicht einfach Gruppen wie Autonome oder Punks (in denen ich mich selbst wiederfinde, auch ohne meine Kleiderordnung perfekt angepaßt zu haben...) über einen Kamm, auch bin ich mir bewußt, daß dies nur ein absolut subjektiver Bericht ist (Objektivität ist meist sowieso nur Illusion),
dennoch halt ich es für wichtig, all diese persönlichen Erlebnisse hier zu erzählen, weil sich so etwas ja nicht zum ersten mal ereignet hat.
Mir ist klar, daß wir schon genügend Zerwürfnisse innerhalb unserer Reihen haben, ich habe diesen Text aber nicht geschrieben, um dies noch zu Verschärfen sondern um die eklatanten Mißstände aufzuzeigen, die nicht hinnehmbar sind!
Wo wollen wir hin?
Wollen wir eine ernsthafte Veränderung?
Wollen wir nur während einer Demo unsere Rechte vertreten, unsere Stärke zeigen + klarmachen, wo unsere Ziele liegen (auch wenn wir nicht immer alles unterschreiben könn(t)en, was die Person neben uns macht, denkt, sagt),
oder wollen wir für all das auch vor und nach einer Demo eintreten, an jedem Tag!, ohne uns ständig gegenseitig zu bekämpfen oder nur die eigene Haut zu retten?
Was sind die Parolen wert, wenn sie nur zu hohlen Phrasen werden?
(ich weiß, daß dies alles sehr pathetisch klingt, mir geht’s aber um eine wirkliche Veränderung + ein Umdenken + nicht ums Gejammer!)
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
was man noch erwähnen sollte...
was mich aber am meisten geschockt hat, war der scharfschütze auf dem dach der residenz, der die ganze zeit runter auf die abschlusskundgebung zielte. sicherlich zu unserem schutz.
ich stand etwas abseits, und konnte besser als die meisten beobachten, dass er sich zwar nach der bekanntgabe seiner position zurückzog, aber nach ca. 3 minuten seine stellung wieder bezog. da, finde ich, hätte der druck der demonstranten konstanter sein sollen, und nicht nur gebündelt in einem einzelnen pfeifkonzert.
die allgemeine waffenpräsenz war es, die mich nachhaltig schockierte. dass ich auf der demo wie ein schwerverbrecher behandelt werde, ist nichts neues für mich, ebenfalls wie die ungerechtfertigte provokation von seiten der bullen. wenn aber ein verfickter scheissbulle mit seinen gewehr auf meinen kopf zielt, während ich einer basisdemokratischen pflicht, nämlich der redefreiheit, nachgehe, ist für mich eine grenze meilenweit überschritten.
...
Sicher ist es schwer, als Außenstehender da aktiv (körperlich) einzugreifen, zumal die darauf folgende Reaktion der Bullen den meisten bekannt ist.
Aber Öffentlichkeit schaffen, Zeuge sein, laut sein, einfach unbequem werden für die Bullen. Das sollte doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
Zu den Waffen der Bullen auf Demos kann ich nur sagen, dass ich das eigentlich nicht als außergewöhnlich einstufen würde.
Eher als Standart. Es konnte auch schon oft genug beobachtet werden, dass Bullen ihre Waffe beim Laufen/Gerangel verloren haben.
In diesem Sinne
No Justice! No Peace! Fight the Police!
Solidarität mit den von Polizeiwillkür betroffenen!
nüchtern
Wer nach einem Bier besoffen ist, oder auch nur in seiner Reaktionsfähigkeit eingeschränkt, sollt es natürlich lieber sein lassen!
Ist halt schwierig, das bei Anderen zu beurteilen, aber so gut kennen sich Alle ja eigentlich selbst, um das zu entscheiden.
Insofern versteh ich Deinen Standpunkt.
Leider werden wir uns weiters da wohl nicht einig werden.
Da bliebe dann noch die Frage der Solidarität.
Schließlich red ich nicht von der Stumpfcore-Asselfraktion! + selbst denen gilt im Zweifelsfalle meine Solidarität, weil ich se sicher Niemandem zum Fraß vorwerfe + auch nicht zusehen würde.
Nen Dichten Idioten, der eine Gefährdung darstellt würd ich schon auch rauswerfen, aber eben nur dort, wo er vor den Cops sicher ist + diese Stellen sind ja wohl relativ rar.
Vielleicht müßte man das schon vor Beginn eines Marsches machen, obwohl ich mich schon unwohl fühlen würde, derartige Selektion zu betreiben...
Polizeiwillkür
Meiner Meinung nach ist es schon schwer Genossen und Bullen aus einander zu halten wenn Leute aus verschiedenen Städten kommen. Da kann mir bestimmt keiner sagen der aus Berlin kommt und einer aus Stuttgart ist das er nicht weis ob er einer von uns oder ein Bulle ist.
Zu den Lauti und die Linke Schutzseite sag ich nur eins. Dumm gelaufen sowas, naja ist schon verbesserung erwünscht.
Bier und Demo ?? Klar das weis doch jeder das es nicht gut ist.
1. Glasflaschen sind ja eh verboten
2. Alkohol macht Birne hohl, man sollte auf Demos nen klaren kopf haben.
Eine Ergänzung
Ein Alkoholverbot wird allerdings weiterhin genau so von uns durchgesetzt, wir werfen damit auch niemanden den Bullen vor die Personen können ja genauso nach hinten den Block verlassen oder nach vorne. Nur in unserem Block stellen Betrunkene nun mal ein Sicherheitsrisiko nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere dar und wir kennen genug Fälle in denen Leute eben nicht ihre Grenzen kannten.
A new way of resistance?
Nix neues
Naja was soll mann sagen , dass du für nen Zivi gehalten wurdest kann mann halt nicht vermeiden, wenn du deutlich älter warst als der Rest, wobei die Bullen normalerweise eher jüngere Leute einschleußen.
Zum Thema Alkohol, Alkohol stellt auf ner Demo haltn Risiko dar und hat deshalb meiner Meinung nach dort auch nix zu suchen, die situation kann halt ganz schnell auß dem Ruder geraten, wenn ein Betrunkener auf einmal auf die Idee kommt,ne Flasche zu werfen und das der Auslöser für nen Bullenangriff auf die Demo ist, is das nunmal scheisse und es ist auch schon oft genug passiert, von welcher Hemmschwelle sprichst du eigentlich is es nich n bissl erbärmlich, dass du Bier brauchst um auf ner Demo in der richtigen Stimmung zu sein , ne Demo is keine Party oder kein Ort an dem mann geht um etwas zu erleben sondern eine Versammlung von Leuten die politische Ziele verfolgen, das sollte mann meiner Meinung nach halt auch nüchtern machen, es gibt zuviele Idioten die sich besaufen oder andere BTM sich vor der Demo geben, um ihre "Hemmschwelle zu überwinden" was dann zu nix anderem führt als sinnloser Action.
Kein DHMO auf Demos
Das Mitführen von Schusswaffen durch PolizistInnen auf Demonstrationen ist tatsächlich alltäglich geworden. Ich weiss auch nicht was daran verhältnismässig sein soll. In "Polizeiforen" kann jede und jeder lesen wie BereitschaftspolizistInnen darüber diskutieren wie das im Einsatz mitgeführte Messer zur "Sekundärwaffe" werden könnte.
Bezogen auf das Misstrauen bei Demonstrationen und Aktionen gegenüber anderen Menschen ist mir auch aufgefallen, dass die Kriterien für das Misstrauen eher auf "Lookism" als auf Vernunft beruhen. Der Haarschnitt, die Kleidung und das (gruppenfremde) Verhalten führen oft zu diesem Misstrauen. Dabei kommt es eher auf das Mittel und die Vermittlung des Mittels an: Auf einer bunten Demo, bei der sich niemand ernsthaft vermummt, und die sich für Aussenstehende öffnet, braucht es kein Misstrauen und es ist relativ egal ob sich ein Polizist in ziviler Kleidung ["ZivilpolizistInnen" gibt es nicht, da PolizistInnen militärisch organisiert sind] in der Demonstration befindet. Juristisch ganz sich nicht, aber das lasse ich aussen vor.
Dem entgegen, kann es nicht sein, dass sich PolizistInnen in ziviler Kleidung in anderen Demonstrationsformen befinden. Bezogen auf das Mittel "Black Block" würde das auch überhaupt nicht gehen, da Black Block nicht in ziviler Kleidung, sondern "uniform" stattfindet. Ausserdem sollte dieses Mittel organisiert sein. Wenn dem so ist, und dieses Mittel scheint ja meistens nicht mehr organisiert zu sein, dann muss das auch nach aussen kommuniziert/vermittelt werden. Die Verwirrung ensteht aber auch, weil es das Mittel "Black Block" nicht mehr gibt und einige Menschen es noch nach aussen mackermilitant kommunizieren.
Es nützt auch nicht mehr im Kräfteverhältnis 2 zu 1 auf PolizistInnen zuzugehen, denn dieses Kräfteverhältnis ist relativ. Denkt bitte vierdimensional! Die PolizistInnen haben Kameras dabei und später wird das Aufgenommene ausgewertet. Selbst wenn der Kampf 20 DemonstrantInnen gegen 10 gepanzerte, bewaffnete und geschulte PolizistInnen gewonnen wird, es wird ein weiterer Angriff der Polizei auf die DemonstrantInnen (Repression nach der Videoauswertung) folgen.
scharfschütze...
das einzige bild dass ich von dem bastard finden konnte...
dass bei den übergriffen/verhaftungen einfach viele wegsehen ist eine SCHANDE! die parolen werden wirklich nur noch zu hohlen phrasen!!!
hoffe mensch erkennts:
guter + nachvollziehbarer artikel
@ companero:
der ausschnitt ist für ausenstehende zusammenhanglos...
lg
f
Ungewöhnlich?
Und es tragen nicht nur überraschend viele Bullen auf der Siko-Demo Waffen, sondern alle Bullen auf allen Demos, Einsätzen usw. Ist für die Vorschrift-nur werden die Waffen häufig unter der Jacke getragen.
@ Arthur
Scharfschützenvideo
Wer in Berlin auf Demos ist oder in Heiligendamm oder Mainz war, kennt das Bild. Wenn der Demozug an den geschützten Hotels vorbeizieht, sieht man die Scharfschützen.
@ arthur
unterstelle mir bitte nichts, von dem du keine ahnung haben kannst.
falls es dich interessiert, ich war auch im schillerstrassenkessel 03
und dann weiter in gewahrsam.
also habe ich durchaus schon demoerfahrung. das einzige, was ich sage, ist, dass es mir dieses jahr aufgefallen ist, dass sogar die uskler waffen trugen. das ist es mir vorher so nicht.
und, bitteschön: natürlich habe ich nach fotos der schützen gesucht. einfach lapidar hinzuschreben "schau doch auf spo" wenn man selber keine ahnung hat, dass es da keine fotos gibt, find ich lächerlich.
und nur weil es anscheinend mittlerweile usus ist, scharfschützen auf dächern zu postieren, heisst das für mich noch lange nicht, dass ich das stillschweigend akzeptieren muss.
deshalb: wäre super wenn jemand das ganze foto hätte damit ich das in meinen rohemailtext einbinden kann. thx.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
solidarität — veganlibertad
Kein Bier auf Demos! — Berufsdemonstrant
nicht euer ernst?! — flores
kein alk — x
Scharfschütze — born against
titel — name
super! — flores
regeln auf demos — nüchtern
Eine Revolution ohne Bier ist nicht — meine Revolution
mir auch schon passiert... — vollkommen unwichtig