Kiel: Zu den aktuellen Naziumtrieben
Flugblattaktionen, Sprühereien, Glasscherben und Quarzhandschuhe – Zu den aktuellen Naziumtrieben in Kiel
In Kiel sind Neonazis aus dem Spektrum der „autonomen Nationalisten“, die sogenannte „Aktionsgruppe Kiel“, wieder vermehrt aktiv. Der folgende Text versucht einen Überblick über die Geschehnisse der letzten Wochen zu geben.
In Kiel sind Neonazis aus dem Spektrum der „autonomen Nationalisten“, die sogenannte „Aktionsgruppe Kiel“, wieder vermehrt aktiv. Der folgende Text versucht einen Überblick über die Geschehnisse der letzten Wochen zu geben.
Vorausgegangen war den Naziaktionen ein Outing von 10 militanten Neonazis der „Aktionsgruppe Kiel“, um die es nach der Inhaftierung von Peter Borchert im August 2008 zunächst wieder ruhiger geworden war. Gegen Borchert läuft derzeit in Kiel ein vielbeachteter Prozess. Ihm wird vorgeworfen in einer Schlägerei ein Mitglied der "Hells Angels" lebensgefährlich verletzt zu haben. Das Outing durch AntifaschistInnen am 17.01. informierte die AnwohnerInnen über die neonazistischen Aktivitäten ihrer NachbarInnen. Desweiteren wurden die ArbeitgeberInnen der Neonazis informiert (siehe:
http://de.indymedia.org/2009/01/240342.shtml).
In der Nacht zum 18.01. wurde ein Brandanschlag auf ein Auto vor einem Wohnprojekt in Neumünster verübt. Dass dies als Reaktion auf die Outing-Aktion geschah wird bisher nur vermutet, ist aber nicht auszuschließen.
In Kiel kam es dann Anfang der letzten Januarwoche, am 26.01. und 27.01., zu jeweils halbstündigen Verteilaktionen von veraltetem NPD-Material in der Kieler Innenstadt, vermutlich durch lokale NPD-Aktivisten. Im gleichen Zeitraum tauchten vermehrt Aufkleber nahezu überall in Kiel und einige Sprühereien in der Innenstadt sowie an einer linken Kneipe auf. Dabei zeigte sich anscheinend ein Teilerfolg des Outings, da sich die offensichtlich faschistischen UrheberInnen der dilettantischen Sprühereien aufrichtig für ihre kurzfristig eingetretene Arbeitslosigkeit bedankten.
Als dann am Dienstag, den 03.02., wieder eine Flugblattaktion, diesmal jedoch durchgeführt von drei militanten Neonazis der „Aktionsgruppe Kiel“ (u.a. Daniel Z. und Peter v. d. B.) in der Innenstadt stattfand, traf sich eine kleine Gruppe von AntifaschistInnen, die die Aktion allerdings nur kurzfristig stören konnten. Auf die aggressiven Aufforderungen zu einer Schlägerei reagierten die AntifaschistInnen nicht und gingen so einer Konfrontation aus dem Weg. Die Flugblätter setzten sich aus ebenfalls veraltetem Infomaterial, bestellbar über das Internet, mit dem Aufdruck „Aktionsgruppe Kiel“ zusammen.
In der Nacht auf den 04.02. wurden dann zwei Angriffe auf linke Projekte verübt. Dem Buchladen „Zapata“ und der Druckerei der „Hansastraße 48“ wurden die Scheiben eingeworfen. Dass „autonome Nationalisten“ aus der „Aktionsgruppe Kiel“ hierfür verantwortlich sind, ist relativ sicher, so haben diese im Frühjahr 2008 im Vorfeld der Kommunalwahlen unter anderem genau diesen Projekten die Scheiben eingeworfen. (siehe:
http://www.antifa-kiel.org/index.php/chronologie.html)
Gestern, am 04.02., kam es dann im Rahmen einer erneuten Verteilaktion durch die dieselben Neonazis zu einer Auseinandersetzung mit einigen AntifaschistInnen. In dessen Folge kam es zu Festnahmen und erkennungsdienstlichen Behandlungen von vier AntifaschistInnen. Mindestens einer der Neonazis (Daniel Z.) ist ebenfalls durch die Polizei gefasst worden.
Es ist unklar, ob die Kieler „autonomen Nationalisten“ wieder eine Serie von militanten Anschlägen und anderen Aktionen wie im Frühjahr 2008 planen. Von antifaschistischer Seite darf und sollte hier mit vielfältiger Gegenwehr gerechnet werden, um der „Aktionsgruppe Kiel“ und allen anderen faschistischen und neonazistischen Organisationen klare Kante zu geben.
Keinen Millimeter den FaschistInnen!
Organisiert den antifaschistischen Widerstand!
http://de.indymedia.org/2009/01/240342.shtml). In der Nacht zum 18.01. wurde ein Brandanschlag auf ein Auto vor einem Wohnprojekt in Neumünster verübt. Dass dies als Reaktion auf die Outing-Aktion geschah wird bisher nur vermutet, ist aber nicht auszuschließen.
In Kiel kam es dann Anfang der letzten Januarwoche, am 26.01. und 27.01., zu jeweils halbstündigen Verteilaktionen von veraltetem NPD-Material in der Kieler Innenstadt, vermutlich durch lokale NPD-Aktivisten. Im gleichen Zeitraum tauchten vermehrt Aufkleber nahezu überall in Kiel und einige Sprühereien in der Innenstadt sowie an einer linken Kneipe auf. Dabei zeigte sich anscheinend ein Teilerfolg des Outings, da sich die offensichtlich faschistischen UrheberInnen der dilettantischen Sprühereien aufrichtig für ihre kurzfristig eingetretene Arbeitslosigkeit bedankten.
Als dann am Dienstag, den 03.02., wieder eine Flugblattaktion, diesmal jedoch durchgeführt von drei militanten Neonazis der „Aktionsgruppe Kiel“ (u.a. Daniel Z. und Peter v. d. B.) in der Innenstadt stattfand, traf sich eine kleine Gruppe von AntifaschistInnen, die die Aktion allerdings nur kurzfristig stören konnten. Auf die aggressiven Aufforderungen zu einer Schlägerei reagierten die AntifaschistInnen nicht und gingen so einer Konfrontation aus dem Weg. Die Flugblätter setzten sich aus ebenfalls veraltetem Infomaterial, bestellbar über das Internet, mit dem Aufdruck „Aktionsgruppe Kiel“ zusammen.
In der Nacht auf den 04.02. wurden dann zwei Angriffe auf linke Projekte verübt. Dem Buchladen „Zapata“ und der Druckerei der „Hansastraße 48“ wurden die Scheiben eingeworfen. Dass „autonome Nationalisten“ aus der „Aktionsgruppe Kiel“ hierfür verantwortlich sind, ist relativ sicher, so haben diese im Frühjahr 2008 im Vorfeld der Kommunalwahlen unter anderem genau diesen Projekten die Scheiben eingeworfen. (siehe:
http://www.antifa-kiel.org/index.php/chronologie.html) Gestern, am 04.02., kam es dann im Rahmen einer erneuten Verteilaktion durch die dieselben Neonazis zu einer Auseinandersetzung mit einigen AntifaschistInnen. In dessen Folge kam es zu Festnahmen und erkennungsdienstlichen Behandlungen von vier AntifaschistInnen. Mindestens einer der Neonazis (Daniel Z.) ist ebenfalls durch die Polizei gefasst worden.
Es ist unklar, ob die Kieler „autonomen Nationalisten“ wieder eine Serie von militanten Anschlägen und anderen Aktionen wie im Frühjahr 2008 planen. Von antifaschistischer Seite darf und sollte hier mit vielfältiger Gegenwehr gerechnet werden, um der „Aktionsgruppe Kiel“ und allen anderen faschistischen und neonazistischen Organisationen klare Kante zu geben.
Keinen Millimeter den FaschistInnen!
Organisiert den antifaschistischen Widerstand!
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Weitere Artikel zum Thema
Kurzmeldung der Taz: Anschlag auf Kieler Buchladen
In den Kieler Nachrichten wird nur von der Schlägerei berichtet. Kieler Nachrichten: Extremisten ließen die Fäuste fliegen
Hansastraße
Was ja duchaus auch Provokation ist, denn die Nähe zur Hansastraße 48 ist bestimmt nicht zufällig!
Spendenaufruf für die Betroffenen
ANTIFASCHISTISCHE SOLIDARITÄT GEGEN WIEDERHOLTE NEONAZISTISCHE
WUTAUSBRÜCHE IN KIEL!
Spätestens als Konsequenz vor allem aus der deutschen Geschichte, bedeutet
Antifaschismus neben der Aufklärung über die Ursprünge, Erscheinungsformen
und Gefahr faschistischer Ideologie auch immer direkte und frühzeitige
Gegenwehr gegen erklärte AnhängerInnen dieser Ideologie. Erst recht, wenn
von ihnen öffentliche und politische Aktivität und damit eine unmittelbare
Gefahr für alle sich im Widerspruch zu ihnen befindlichen Menschen
ausgeht. Es liegt also im Selbstverständnis von AntifaschistInnen
begründet, dass sie Neonazis und anderen FaschistInnen durch
unterschiedliche Formen der Intervention regelmäßig ihr politisches Leben
erschweren. Neben der ohnehin schon dem Faschismus innewohnenden
Aggressivität gegen alle Menschen, die nach ihrem nationalistischen,
rassistischen und antisemitischen Weltbild weniger wert sein sollen als
andere oder solche, die sich in politischer Opposition zu ihnen befinden,
rufen vor allem in ihrem Anliegen erfolgreiche antifaschistische Aktionen
immer wieder Reaktionen von Seiten der Neonazis und FaschistInnen hervor.
In Kiel traf die Wut über das Engagement von AntifaschistInnen im
vergangenen Jahr vor allem Initiativen und Räume, die Teil der
antifaschistischen Bewegung sind oder von den Nazis mit ihr assoziiert
werden: Als es im Frühling 2008 zu Aktivitäten gegen Kandidaten der NPD
zur Kommunalwahl gekommen war, wurden z.B. in der Hansastr. 48 dem
Zapata-Buchladen, dem damaligen Arbeitslosenzentrum in Gaarden oder an
einem alternativen Wohnprojekt in der Wik Fensterscheiben eingeworfen.
In der Nacht vom 3. Auf den 4. Februar 2009 sind nun abermals
Fensterscheiben beim Zapata-Buchladen und an der Druckerei der Hansastr.
48 zu Bruch gegangen. Es liegt nahe, dass dies wiederum Reaktionen auf
antifaschistische Aktionen waren: So machen sich AntifaschistInnen seit
der erhöhten Aktivität der offen neonazistischen sogenannten Aktionsgruppe
Kiel im vergangen Jahr daran, ebendiese durch permanente Aktionen
langfristig zu zerschlagen. Bei den Mitgliedern der AG Kiel handelt es
sich im übrigen um diejenigen Nazis, die sowohl für die letztjährigen als
auch die aktuellen Attacken auf linke Läden verantwortlich sind. Im Januar
wurden z.B. alle Mitglieder der AG Kiel unter dem Motto Nazis raus aus der
Anonymität in ihrer Nachbarschaft als menschenfeindliche Neonazis
öffentlich geoutet. Mit ihrer momentan wieder zunehmenden Aktivität - so
wurden neben den Attacken in den letzten Wochen mehrmals Nazi-Flugblätter
in der Kieler Innenstadt verteilt - versucht die derzeitige Führungsriege
der AG Kiel um Peter von der Born und Daniel Z. nun offensichtlich, eine
jetzt erst recht wieder aufblühende Organisation zu suggerieren.
Die Autonome Antifa-Koordination Kiel sieht sich als Teil der breiten
antifaschistischen Bewegung in Kiel, die den Nazis notwendigerweise
permanent Steine in den Weg legt. Damit einhergehend sehen wir es in der
Verantwortung unserer Bewegung, sich mit denen solidarisch zu zeigen, die
von den Nazis vor allem nach erfolgreichen Antifa-Aktionen als unsere
vermeintlichen RepräsentantInnen einzeln heraus gepickt und angegriffen
werden. In den jüngsten Fällen sind in erster Linie materielle Schäden
entstanden, weshalb wir alle antifaschistischen Menschen zur materiellen
Solidarität mit denen aufrufen, die nun wiederholt von Naziangriffen
betroffen sind. Wir haben zu diesem Zweck ein Spendenkonto eingerichtet,
alle Eingänge kommen der Behebung der durch die Nazis verursachten Schäden
zu Gute:
Verein zur Förderung der politischen Bildung in Gaarden e.V.
KtoNr: 51448700
BLZ: 210 900 07
Kieler Volksbank eG
Stichwort: Antifa-Solidarität (wichtig!)
Spendet zur Behebung der von den Nazis verursachten materiellen Schäden!
Weiter im Kampf gegen die AG Kiel und alle anderen Nazi-Banden!
[Autonome Antifa-Koordination Kiel], Februar 2009
Infos: www.antifa-kiel.org /// Kontakt:
Anschlag auf linke Projekte
Quelle: Kieler Nachrichten vom 07.02.2009
Die "Kameraden" der nationalen Autonomen Kiel
Nachdem die Feindseligkeiten zwischen den Hells Angels und den Bandidos in D durch
Absprache beendet wurden, hat die "big red machine" mit ihren norddeutschen Chartern
ausreichend Zeit und Resourcen, sich des Problems anzunehmen.
In diesem Sinne AFFA
@sonny
Die Probleme, die beide Gruppen in Kiel miteinander haben, haben ihren Ursprung ja nicht in dem völlig verdrehten Weltbild der Faschos, sondern vermutlich eher in den, nennen wir es mal, "geschäftlichen Diskrepanzen"...
Jedenfalls sollten wir uns nicht auf unsere Ärsche setzen und hoffen, die 81 würden das Problem lösen.
Die Bilder
Aktuelle Outings
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Gesichter
bad idea
es ist nicht besonders schlau, naziseiten direkt zu verlinken. die verweisende seite und die ip nummer werden dann sichtbar. außerdem sorgt das für traffic.
#2
kann es sein das logr für nazis so etwas ist wie olifani oder blogsport für linke? jedenfalls tummeln sich da einige.
Was fürn bullshit
Hier ein Tipp an alle die sich Rechtspopulisten entgegenstellen:
Wenn ihr Verteilaktionen verhindern wollt, dann könnt ihr nicht bei einer Aufforderung zu einem freefight das Muffensausen bekommen, für so etwas werden Vorbereitungen getroffen, wie in etwas Trainingsmahßnahmen oder der gleichen.
Seer gut da es dann Später wenigstens gekracht hat aber ich bitte euch:
3 vs 10-12???????
Was für ein Bullshit, erst einmal ist das vollkommen feige, in solch einer überzahl auf die Hackfressen los zu gehen und dann benötigt ihr auch noch so lange das die Bullen anrücken können????
Bora ist das Arm!
Bevor jetzt kommt „Posten ist immer leicht, selber was tun“, ich tue selber was und finde eure Sache prinzipiell, bis auf die Störfaktoren oben, ja auch gut…
Ich war auch schon einmal in umgekehrter Situation und wurde von ca. 6 Neonazis überfallen und bei mir war leider nur meine Freundin, die zum glück flüchten konnte, solche Aktionen sind von beiden Seiten her FEIGE!!!
Echt Schade
Ausserdem sieht das ganze immer öfter nach einem sinnlosen Bandenkrieg aus der uns öffentlich nur schadet da heisst denn wieder Extremisten schlagen sich mit Extremisten und alles passt wieder ins BILD des Spiessbürgers.
brötchen
die überzahl gegen nazis sollte ins unendliche gesteigert werden, capito?! lieber 10000 die einen Nazi aus der stadt jagen als dein eins-zu-eins-mann-gegen-mann-mutig-feige-gedöns.
so ein macho-scheiß ist EINE der grundlagen faschistischer ideologie.
wenn 10 leute hinlaufen und vor 3 nazis weglaufen, ist das natürlich nicht schön und man kann sich fragen, was denn vorher erwartet wurde, wenn man bewusst auf die bekannten kieler nazischläger zugeht. aber dann versucht mans halt nächstes mal mit 50 leuten, vielleicht klappts dann und dann ist es gut so.
wir sind hier nicht beim fußball sondern es geht darum diesen nazidreck aus der welt zu schaffen, egal mit welchen mitteln, von mir aus kann man auch völlig unfair ne bombe direkt in so einen stinkenden haufen schmeißen.
@brötchen
@ Brötchen
Wenn Du davon ausgehst, dass es sich bei diesen Formen von Auseiandersetzung oder Bekämpfung von Idelogie um eine Art "Sport" oder ein "Spiel" handelt, dann hast Du da etwas grundlegendes nicht begriffen!
Was hat "Fairness" in diesem Kontext verloren, bzw. wie kommst Du überhaupt darauf, das miteinander in Verbindung zu bringen ???!
nicht so wie die
"Teilerfolg des Outings"???
@wat
Deine Einstellung bedeutet: lieber nix machen sonst werden sie noch böser.
Natürlich werden Nazis sich nicht ohne Gegenwehr aus der Welt schaffen lassen. Diese Schlägerbande in ihrem alltäglichen Leben öffentlich und offen zu machen, ist das wichtigste und beste an antifaschistischer Praxis überhaupt. Wenn die Deppen dann arbeitslos werden umso besser, wenn nicht, am besten das Verhalten des Arbeitgebers gleich auch öffentlich machen!
Es geht nicht darum, diese Schläger zu bekehren, sondern potentiellen Nachfolgern - also die noch nicht als Nazischläger durch die Stadt ziehen - klarzumachen, dass eine mögliche Entscheidung sich diesem Pack anzuschließen, weitreichende Konsequenzen auf ihr ganzes Leben haben wird und nicht einfach nur cool oder watweißich ist.
also "wat", die geschichte hat zigtausendfach bewiesen, dass deine Einstellung zu nichts führt, außer Faschismus zu stärken. Lass man lieber gut sein!
Vincent Lorenzen
ist ja etwas still geworden um die hsv-idioten
@sonny