Köln: Tanzdemo für ein autonomes Zentrum
In Köln haben am vergangenen Samstag ca. 800 Menschen für ein Autonomes Zentrum demonstriert. Eingeladen zu der Demo hatte die Kampagne „Pyranha – Für ein autonomes Zentrum mit Tanzfläche“, die sich nach der Schließung der Schnapsfabrik Anfang dieses Jahres gegründet hatte. Zwei Soundsystems begleiteten die Demo, die vier Stunden lang durch die Kölner Innenstadt zog. Auch das völlig überzogene Polizeiaufgebot und ständige Provokationen durch die Polizei konnten die gute Stimmung nicht trüben.
Nachdem die Schnapsfabrik Anfang dieses Jahres durch das Bauaufsichtsamt geschlossen wurde, gründete ein breites Bündnis aus Gruppen und Einzelpersonen die Kampagne Pyranha. Ziel der Kampagne ist es, ein neues autonomes Zentrum in Köln zu schaffen, das Platz für verschiedenste politische und kulturelle Aktivitäten bietet.
Am Samstag, den 31.01.09, fand die erste Aktion der Kampagne statt: Eine Tanzdemo in der Kölner Innenstadt. Um 16 Uhr versammelten sich mehrere hundert Aktivist_innen auf dem Bahnhofsvorplatz. Die zwei Soundsystems sorgten schon dort für gute Stimmung, es gab eine Vokü und es wurden zwei Redebeiträge von der Kampagne Pyranha und vom AK Freiraum aus Dortmund gehalten. Die Menschen nutzten die Zeit zum Tanzen, Jonglieren und um die letzten Schilder zu malen. Um 17 Uhr ging die Demo dann von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet los Richtung Breite Straße. Dort stoppte die Polizei die Demo, weil ein Lastwagen einen „Verkehrsunfall“ mit einem Sonnenschirm hatte. Abgesehen davon, dass es Aufgabe der Polizei gewesen wäre, die Demoroute frei zu machen, zeigten sich die Herren und Damen in grün danach von ihrer besten Seite: Sie behaupteten, dass erst eine Polizeistreife angefordert werden müsste, um den Unfall aufzunehmen, und der LKW so lange nicht weiterfahren dürfe. Das war der mittlerweile auf ca. 800 Menschen angewachsenen Demo jedoch ziemlich egal: Sie tanzten so lange auf der Breiten Straße weiter, bis die Polizei schließlich auch den LKW weiterfahren ließ.
Auch sonst hatte sich die Polizei nicht so sehr um ihre eigentlichen Aufgaben gekümmert: An einer weiteren Stellen musste die Demo wiederum stoppen, weil die Polizei – entgegen vorheriger Absprachen – die Poller nicht aus der Straße entfernt hatte. Der Platz der ersten Zwischenkundgebung konnte aus dem gleichen Grund überhaupt nicht angefahren werden. In anderen Bereichen glänzte sie dagegen mal wieder: Die Demo lief fast die gesamte Zeit in einem Spalier und es kam immer wieder zu Provokationen und Schubsereien von der Polizei. Es ist nur dem besonnenen Auftreten der Demonstrant_innen zu verdanken, dass es zu keinen größeren Auseinandersetzungen kam.
Auf der ersten Zwischenkundgebung wurde ein längerer Text über die Geschichte der Schnapsfabrik vorgetragen, danach zog die Demo tanzend weiter bis zum Zülpicher Platz, wo die zweite Zwischenkundgebung statt fand. Hier gab es ein Grußwort aus Erfurt und einen Redebeitrag über die Initiative für ein Soziales Zentrum.
Das restliche Stück über die Kölner Ringe lief die Demo in einem Wanderkessel. Die Polizei hatte ihre völlige Überforderung auf der Reclaim the Streets, die im letzten Jahr hier stattgefunden hat, wohl noch in bester Erinnerung. Durch eine kurze Sitzblockade verzögerte sich die Ankunft auf dem Friesenplatz, dem Ort der Abschlusskundgebung, um ein paar Minuten. Dort wurde weiter getanzt und es gab noch eine Rede von Pyranha. Gegen 20.30 Uhr machten die Soundsystems die Musik aus und eine Sambaband fing an zu trommeln. Zum Erstaunen der Polizei blieb die Band aber nicht auf dem Friesenplatz, sondern zog mit dem Großteil der Demo in die benachbarte U-Bahnstation, wo noch eine Stunde lang weiter getrommelt und getanzt wurde. Abends gab es noch ein gut besuchtes Solikonzert im Stadtgarten.
Die Demo war laut, wild und bunt und hatte – abgesehen vom Polizeiaufgebot – eine durchweg positive Außenwirkung. Die große Beteiligung und die Kreativität, mit der sich viele eingebracht haben, macht deutlich, wie groß der Bedarf an einem selbstverwalteten Zentrum in Köln ist.
Die Demo war der Auftakt zu einer großen Freiraumkampagne in Köln, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Stadt so lange nicht in Ruhe zu lassen, bis ein angemessener Ort gefunden ist. Gleichzeitig will sich die Kampagne auch auf theoretischer Ebene mit Ansprüchen an einen solchen Raum und dessen Nutzer_innen auseinandersetzen. Das nächste Treffen der Kampagne findet am 15.02. um 18 Uhr in der Alten Feuerwache in Köln statt.
Kein Tag ohne!
Am Samstag, den 31.01.09, fand die erste Aktion der Kampagne statt: Eine Tanzdemo in der Kölner Innenstadt. Um 16 Uhr versammelten sich mehrere hundert Aktivist_innen auf dem Bahnhofsvorplatz. Die zwei Soundsystems sorgten schon dort für gute Stimmung, es gab eine Vokü und es wurden zwei Redebeiträge von der Kampagne Pyranha und vom AK Freiraum aus Dortmund gehalten. Die Menschen nutzten die Zeit zum Tanzen, Jonglieren und um die letzten Schilder zu malen. Um 17 Uhr ging die Demo dann von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet los Richtung Breite Straße. Dort stoppte die Polizei die Demo, weil ein Lastwagen einen „Verkehrsunfall“ mit einem Sonnenschirm hatte. Abgesehen davon, dass es Aufgabe der Polizei gewesen wäre, die Demoroute frei zu machen, zeigten sich die Herren und Damen in grün danach von ihrer besten Seite: Sie behaupteten, dass erst eine Polizeistreife angefordert werden müsste, um den Unfall aufzunehmen, und der LKW so lange nicht weiterfahren dürfe. Das war der mittlerweile auf ca. 800 Menschen angewachsenen Demo jedoch ziemlich egal: Sie tanzten so lange auf der Breiten Straße weiter, bis die Polizei schließlich auch den LKW weiterfahren ließ.
Auch sonst hatte sich die Polizei nicht so sehr um ihre eigentlichen Aufgaben gekümmert: An einer weiteren Stellen musste die Demo wiederum stoppen, weil die Polizei – entgegen vorheriger Absprachen – die Poller nicht aus der Straße entfernt hatte. Der Platz der ersten Zwischenkundgebung konnte aus dem gleichen Grund überhaupt nicht angefahren werden. In anderen Bereichen glänzte sie dagegen mal wieder: Die Demo lief fast die gesamte Zeit in einem Spalier und es kam immer wieder zu Provokationen und Schubsereien von der Polizei. Es ist nur dem besonnenen Auftreten der Demonstrant_innen zu verdanken, dass es zu keinen größeren Auseinandersetzungen kam.
Auf der ersten Zwischenkundgebung wurde ein längerer Text über die Geschichte der Schnapsfabrik vorgetragen, danach zog die Demo tanzend weiter bis zum Zülpicher Platz, wo die zweite Zwischenkundgebung statt fand. Hier gab es ein Grußwort aus Erfurt und einen Redebeitrag über die Initiative für ein Soziales Zentrum.
Das restliche Stück über die Kölner Ringe lief die Demo in einem Wanderkessel. Die Polizei hatte ihre völlige Überforderung auf der Reclaim the Streets, die im letzten Jahr hier stattgefunden hat, wohl noch in bester Erinnerung. Durch eine kurze Sitzblockade verzögerte sich die Ankunft auf dem Friesenplatz, dem Ort der Abschlusskundgebung, um ein paar Minuten. Dort wurde weiter getanzt und es gab noch eine Rede von Pyranha. Gegen 20.30 Uhr machten die Soundsystems die Musik aus und eine Sambaband fing an zu trommeln. Zum Erstaunen der Polizei blieb die Band aber nicht auf dem Friesenplatz, sondern zog mit dem Großteil der Demo in die benachbarte U-Bahnstation, wo noch eine Stunde lang weiter getrommelt und getanzt wurde. Abends gab es noch ein gut besuchtes Solikonzert im Stadtgarten.
Die Demo war laut, wild und bunt und hatte – abgesehen vom Polizeiaufgebot – eine durchweg positive Außenwirkung. Die große Beteiligung und die Kreativität, mit der sich viele eingebracht haben, macht deutlich, wie groß der Bedarf an einem selbstverwalteten Zentrum in Köln ist.
Die Demo war der Auftakt zu einer großen Freiraumkampagne in Köln, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Stadt so lange nicht in Ruhe zu lassen, bis ein angemessener Ort gefunden ist. Gleichzeitig will sich die Kampagne auch auf theoretischer Ebene mit Ansprüchen an einen solchen Raum und dessen Nutzer_innen auseinandersetzen. Das nächste Treffen der Kampagne findet am 15.02. um 18 Uhr in der Alten Feuerwache in Köln statt.
Kein Tag ohne!
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Ergänzungen
Bravo!
Hunderte Bullen bewachen tanzende Menschen. Besser könnte man diesen Polizeistaat nicht ad absurdum führen!
Das hat eine wesentlich bessere Wirkung als die genannten Aktionen meines Vorredners!
Weiter so!
wir lachen immernoch
und ist vorallem soviel bequemer, nur leider eine total naive einschätzung.
nichts von der demo wird in einem der massenmedien erwähnt. die bildzeitung befürchtet nix und darum berichtet sie auch nicht - sie wird wohl recht behalten.
clowns sind ne feine erfindung, für leute die schon immer gerne viel mehr über ihre ängste reden wollten.
grinsen schützt vor schläge und somit in den meisten fällen auch vor bullenknüppeln. ist auch ok, aber keine alleinige lösung.
tanzen und clowns, sind für die meisten menschen immernoch ein ausdruck von freude. seid ihr froh kein zentrum zu haben? bei einigen kann ich mir vorstellen, das sie nicht mal wissen, wozu sie eins bräuchten.
viel wichtiger ist's, sich als "lustiger" clown, in mitten lebensfroher menschen zu beweisen - ehrlich, das geht auch im clown workshop mit dem sozialarbeiter des näxten staatlich getragenen juz.
Sitzblockade?
Was war den das für eine Sitzblockade? Kam die von der Demo oder von außerhalb gegen die Demo? Wird mir aus dem Text nicht ganz klar ...
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
@was — (muss ausgefüllt werden)
Hafengegner setzen Protest fort — http://www.ksta.de/
Mannomann — Hafenstraße
Fragen — ist unwichtig