Köln - 1000 Menschen auf Freiraumdemo

Kampagne für ein autonomes Zentrum 31.01.2009 22:16 Themen: Freiräume Soziale Kämpfe
Am heutigen Samstag, dem 31.Januar 2009, demonstrierten rund 1000 Menschen in Köln "Für ein autonomes Zentrum mit Tanzfläche". Nach einer längeren Auftaktkundgebung vor dem Kölner Hauptbahnhof zogen etwa 700 Menschen in Richtung Kölner Innenstadt. Immer mehr Menschen schlossen sich hier der Demo an, so dass diese schnell auf mehr als 1000 TeilnehmerInnen anwuchs.

Fotos:  http://flickr.com/photos/34975003@N07/
Zwei Wagen mit Soundsystemen sorgten für eine ausgelassene Stimmung, die stellenweise leider etwas vom unkoordinierten Verhalten der eingesetzten Polizeikräfte getrübt wurde. Diese schienen nicht in der Lage, die in der Vorbesprechung getroffenen Vereinbarungen auch in die Tat umzusetzen. Dies führte u.a. dazu, dass die Zwischenkundgebung nicht an dem hierfür angemeldeten Platz durchgeführt werden konnte, da die BeamtInnen nicht in der Lage waren, die Poller in der Einfahrt zu entfernen. Doch die DemoteilnehmerInnen ließen sich die gute Stimmung dadurch nicht verderben und zogen tanzend durch die stark belebten Einkaufsstraßen. Nach mehr als 4 Stunden endete der Aufzug am Friesenplatz. In der Zwischenebene der dortigen U-Bahnstation entwickelte sich im Anschluss eine spontane Party, Welche nach einiger Zeit jedoch erneut den Unmut der eingesetzten Einsatzhundertschaften auf sich zog. Mit einer gelungenen Soliparty im nahegelegenen Stadtgarten ließen die DemonstrantInnen den Abend ausklingen.

"Wir sind mit dem Auftakt unserer Kampagne sehr zufrieden und fühlen uns in unseren Forderungen nach einem selbstverwalteten und nichtkommerziellen Zentrum für Kultur, Kunst und Politik bestätigt. Auch von den zahlreichen PassantInnen bekamen wir ein sehr positives Feedback. Nach dem erfolgreichen Auftakt gehen wir damit gestärkt und voller Zuversicht in die nächsten Wochen und Monate. Solange wir kein geeignetes Ersatzgebäude für die Schnapsfabrik gefunden haben, werden wir jedenfalls keine Ruhe geben" sagte eine Sprecherin der Kampagne im Anschluß der Demonstration.
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Ergänzungen

Danke!

Koelner 01.02.2009 - 08:27
Das war einer der besten Aktionen, die ich in Köln je erlebt habe! Einen großen Dank an die Orga und auch an die Technik, die es geschafft hat, die Musik (mit ganz kurzer Unterbrechung) auch immer dann weiterlaufen zu lassen (Batteriebetrieb?), wenn das Stromaggregat leer wurde. Dieses dann mehrfach auf dem fahrenden Wagen nachzufüllen war auch nicht ohne. Auch das organisierte Equipment war einfach klasse (Soundsystem, Nebenmaschine, Strobe). Ich wünschte dieses Equipment (insbesondere das Soundsystem) stünde bei jeder Demo zur Verfügung!

Die Bullen haben bei dieser durchweg friedlich Demo in der Quantität der Einsatzkräfte maßlos übertrieben. Das habe ich so auch noch nicht erlebt! Für die 500-1000 tanzende Menschen so viele Mannschaftswagen gegen Ende einzusetzen. Selbst die Passanten an den Ringen und Friesenplatz haben mehrfach gesagt, dass sie soviel Polizei noch nie auf einmal gesehen hätten (gibt es vielleicht Bilder?). Nicht mal bei Fascho-Demos habe ich je so eine Begleitung gesehen!
Ich vermute dass sinnloserweise die Einsatzkräfte von dem geendeten Fussballspiel noch hinzugezogen wurden.
Von Seiten der Polizei war das jedenfalls unglaublich provokant! Die haben mal echt alles falsch gemacht! Wenn sie schon so ein Großaufgebot haben, so können die sich (wie üblich) zumindest weit genug von der Demo fernhalten, dass man sie nicht sieht. Alle Mannschaftswagen mit Blaulicht hinterherfahren zu lassen war voll daneben!
Die Einsatzleitung war offensichtlich auf eine gewaltsame Auflösung der Demo aus. Aber wir haben uns nicht provozieren lassen und (dass muss ich jetzt auch mal sagen) zumindest ein Großteil der uns permanent begleitenden Bullen war auch ganz gut drauf. Die wussten, dass es kein Aggressionspotenzial unsererseits gab! Die redeten sogar manchmal untereinander und waren dann am Lachen und zogen nicht die ganze Zeit eine ernste Miene.

Einige Fotos...

meinerEINER 01.02.2009 - 11:41
...von der Demonstration

Ein paar Anmerkungen

ausgefüllt 01.02.2009 - 15:34
-Auch die Soliparty im Stadtgarten war sehr gelungen, mehrere hundert Menschen tanzten aus durch die Nacht. Dickes Lob nochmal an die Vokügruppe welche während der Demo verschiedene warmen Gerichte gegen die eisigen Temperaturen verteilte.

-Auf der Demo gab es neben Redebeiträgen mit lokalen Bezug(Pyranha Kampagne, Schnapsfabrik,..) auch einige Grußworte bzw. Reden anderer Projekte (AK Freiraum Dortmund, Topf Squat Erfurt, Faites votre Jeu Frankfurt,...)

-Die ersten 2/3 der Demo wurden von einem Seitenspalier der Polizei bekleidet, vor und hinter der Demo fuhren zahlreiche Einsatzwagen.

-Ein Block von 12-16jährigen schwarzvermummten Kids die zum Teil recht sinnfreie Parolen mit keinerlei Bezug zum Demomotto von sich gaben, schien irgendwie etwas fehl am Platze und fühlte sich sichtlich unwohl unter den ganzen Gutgelaunten und ausgelassen feiernten TeilnehmerInnen

...auf der toten Stadt Kiste...

Hojaaahoo 01.02.2009 - 16:16
Radio Köln hats nich so mit der Recherche

 http://www.radiokoeln.de/koeln/rk/313696/news/koeln

Aaarrrrrrrrr, retten wir die "Flaschenpost", das linksautonome Zentrum mit Tarrrnkappe!

noch ein paar fotos

drone 01.02.2009 - 21:21
...viel los auf dem bahnhofsvorplatz noch bevor die auftaktkundgebung startet...

fotos die zweite

drone 01.02.2009 - 21:27
...immer noch aufm bahnhofsvorplatz, das feuerfeste aquarium scheint geplatzt zu sein und team greeeen dreht wie immer mit...

fotos

drone 01.02.2009 - 21:31
...kleiner stopp in der fussgängerzone und zwischenkundgebung kurz vorm neumarkt...

fotos zu ende

drone 01.02.2009 - 21:50
...grüne vorbereitungen am friesenplatz vor der abschlusskundgebung...

zusammengefasst, supa tag, bunte leute, tolle atmosphäre, kein stress, freshe ausagende lautsprecheransagen, lekka essen, skankig bassige demo und afterparty...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Titel der Ergänzung

Dein Name 01.02.2009 - 10:27
Also erstmal lebt eigentlich jede Demo davon das viele Leute sie besuchen und nicht das Soundsystem ist ausschlagebend.
Ich habe es sowieso satt ständig diese Techno-feier scheiße auf jeder Demo zu hören, dafür kann ich jede assidisco gehen da hab ich sowas auch.

Toll da stehen nen paar Bullen rum die lachen und keine ernste Miene haben. Macht es sie zu besseren Mörder, Schlägern? Sie haben trotzdem noch ihre Uniform, Waffe und Panzerung.
Es gibt keine guten oder schlechten Bullen es gibt Bullen und alleine dieser Zustand reicht um sie anzugreifen dafür das sie so sind.

lalalala

egbert 01.02.2009 - 11:50
... sehr reflektierte Meinung! druff, druff, druff

Ein bisschen weinerlich?

Eman 01.02.2009 - 12:32
"weil die bullen es nicht schafften die poller aus der einfahrt zu entfernen"
hahahaha. Polizei - freund und helfer oder was?

Noch ne demo

www.stressmob.de 01.02.2009 - 14:18
gibts in marburg am 7.2. Infos auf lisa2.blogsport.de und www.stressmob.de

die wirklich wahren Bullen . . . .

Judas 01.02.2009 - 16:18

Wärend die nationalen Autonomen das Outfit der autonomen Antifa kopieren, kopiert die Polizei fleißig die Inhalte links anarchistischen Bewegung. Das heißt: Ob Menschenrechte oder atomarer Holocaust, ob Klimakatastrophe oder Tarifautonomie, ob Multikulti oder Pisastudie, ob Genfood oder Welthunger, die Polizei hat die Nase vorn. Sie sind ein gut bürgerlicher Verein an dem alle Weltprobleme abperlen wie Wasser an ihren nagelneuen Polizeifahrzeugen. Die Diskussion muss deshalb an den Polizeiketten vorbei mit dem Staat geführt werden um an den Verhältnissen wirklich etwas zu verändern.

Ein Pflasterstein in eine Bankscheibe ist schon ein guter Beitrag zu dieser Diskussion. Ein brennendes Militärfahrzeug oder eine gehackte Seite der "ewigen Nazis".


Ja, ja, ja, Freiräume.

1980 wurden ca. (+-20) 150 besetezte Häuser in Westberlin durch den Staat (die Polizei) geräumt. Seit der Mainzerstrasse 1990 wurden ebenso ca. (+-20) 150 besetzte Häuser in Ostberlin beseitigt. Sogesehen ist Häuserbesetzen politisch die uneffektivste politische Aktion der vergangenen 30 Jahre.


Den Erfahrungen nach macht es noch weniger Sinn wenn ein Besetzerprojekt, legalisiert, an den Fallschirmen von Millionen Krediten allmählich auf den Boden der Grundordnung sinkt. Kämpfer für Freiräume sollten das in ihre Diskussion aufnehmen und sich gegebenen Falls mit dem Kreditwesen, Bauvorschriften und ihren Mitkämpfern auseinandersetzen.


Der Staat hat genug Geld¿

Das hatten die FaschistInnen auch gedacht als sie 1933 die deutschen Regierungsgeschäfte übernahmen, doch falsch. Freiräume zu fordern ist niemals identisch mit der faschistischen Forderung nach Macht, Geld und Previlegien. der Kampf um Freiräume unterstreicht die Freiheit des Individuums in dieser kapitalistisch orientierten Gesellschaft einen anderen Weg zu beschreiten und dabei vielleicht noch zu beweisen wie falsch diese »Leistungsgesellschaft« eigentlich ist.

Grenzen auf¡

No nations, no Borders. Wenn es gelingen würde Frontex und andere Schutzmechanissmen des vereinigten Europas wieder in humane Verhältnisse zu verwandeln wäre schon ein Teil der Hype bewältigt und die psychologische Angst der EuropäerInnen vorm Rest der Welt nicht Gegenstand der Politik. Doch die Realität ist anders. Tank auf, Essen rein und Vollgas auf der Autobahn. Frontex garantiert die freie Fahrt.

International

Die Deutschen sind immer die Deutschen und werden auch nie etwas anderes sein. Aber was sich heute in der Politik und den Medien als DEUTSCH etabliert ist nicht identisch mit den Deutschen. Es ist eine Vertrauensfrage. Trotzdem ist es eigentlich gar nicht so schlimm deutsch zu sein, sofern mensch ebenso der Meinung ist das Angela Merkohl Adolf Hitler sei. Aber Freiräume gewinnen erst eine Bedeutung sofern sie sich international vernetzen. NGO's sind ein gutes Beispiel für Internationale Freiräume und hier beweist sich auch dass Freiräume für sich ein "Gesetz" brauchen, denn sie lassen uns nicht frei in der Festung.

Gesichter...

XYZ 01.02.2009 - 16:43
...doch bitte bei allen Aktivisten unkenntlich machen, ein par Menschen sind 1A zu erkennen...

@ Dein Name

colognese 01.02.2009 - 21:11
passt Dir da was nicht in dein Feindbild, wa? lachende Bullen... das darf nicht sein! los, angreifen! dann lachen sie nicht mehr... und die Anarcho-Blödbirnen-Welt ist wieder in Ordnung. ;-((((