Brennende Autos in Berlin

(maximal 45 Zeichen) 23.01.2009 16:01 Themen: Soziale Kämpfe
In den letzten Tagen gab es in Berlin eine Vielzahl von militanten Aktionen gegen Firmenfahrzeuge. Zweimal brannten Transporter der DHL und gleich fünf Fahrzeuge der Deutschen Bahn wurden am Donnerstag Morgen angesteckt.
Im Internet lassen sich dafür auf den bekannten Websiten BekennerInnenschreiben finden. Die Tagespresse berichtete zum Teil sehr ausführlich über die Aktionen. Natürlich auch nur ohne im Ansatz die Gründe zu nennen.


DHL Transporter angezündet
"In der Nacht zum 19.1.09 entzündete sich unsere Wut über die bestehenden Verhältnisse an einem Transporter der Deutschen Heeres Logistik (DHL).

Hierzu Auszüge aus einem Text, der beim „langen Tag des Antimilitarismus“(26.10.2008) in Berlin entstand. Den kompletten Text und weitere Infos über DHL gibt’s im Internet unter dhl.blogsport.de.

„[...] Es ist der bislang größte Auftrag der deutschen Transportbranche und es ist das umfangreichste Privatisierungs- und Umstrukturierungsprojekt der Bundeswehr. Die Bundeswehr wird große Teile ihrer Basislogistik im Rahmen einer Public Private Partnership an ein ziviles Unternehmen abtreten. Konkret geht es um die Lagerung und Bewirtschaftung von Bundeswehr-Material (ohne Sanitätsmaterial, Munition und Treibstoffe) und den weltweiten Transport von Kriegsgerät, Soldaten, Munition, Treibstoffen. [...]

Die Deutsche Post hat schon 2002 mit der Bundeswehr einen Rahmenvertrag geschlossen, demzufolge sie national und international den Versand von eiligen militärischen Dokumenten, sowie militärischer Ausrüstung und Verbrauchsgüter bis 50 kg übernimmt. [...]

DHL ist weltweiter Marktführer für internationalen Expressversand und Überlandtransport sowie die internationale Luft- und Seefrachtbeförderung und hatte unmittelbar nach Aufhebung der UN-Wirtschaftssanktionen gegen den Irak im Mai 2003 dort als erstes Unternehmen Logistikdienstleistungen angeboten. Hauptkunde im Irak ist das US-Militär wodurch DHL vom reinen Profiteur des Irakkrieges zum unmittelbaren Kriegs- und Besatzungshelfer avancierte. Die Deutsche Post AG als Konzernmutter der DHL ist um Diskretion bemüht und versucht die Fracht gegenüber der Öffentlichkeit auf Post für die US-Soldaten herunterzureden. [...] Wegen der schwierigen Sicherheitslage greift die DHL auf gepanzerte, unmarkierte Fahrzeuge zurück. An wenigen, sicheren Orten liefert sie im gelben DHL-Fahrzeug aus. Koordiniert werden die Logistik-Geschäfte von Paul Gillett, einem Ex-Militär. Vom Söldner zum Kriegslogistiker- so wie er haben die meisten der 'ausländischen Experten' des irakischen DHL-Teams einen militärischen Hintergrund. Ehemalige britische Soldaten wurden für die Absicherung der Transporte angeheuert. [...] Die fortschreitende Militarisierung im Zivilen anzugreifen scheint ein lohnenswerter 'comprehensive approach' für eine antimilitaristische Gegenstrategie.“

Quelle: http://directactionde.blogspot.com/



Erklärung: Die Handlanger der Atomlobby angreifen

Im Vorfeld des Castortransportes 2008 wurden zu unserer Freude in Frankreich und Deutschland mehrere Bahnstrecken durch Hakenkrallen sabotiert. Kurz darauf kam es in Frankreich zu Verhaftungen von 9 GenossInnen, welche beschuldigt werden Mitglieder einer terroristischen Vereinigung und für die Sabotageaktionen verantwortlich zu sein. Einer von ihnen befindet sich immer noch in Haft.

Es ist leider nichts neues, dass in Frankreich AktivistInnen auf der Grundlage der Antiterrorgesetze eingesperrt werden. Bereits im Januar 2008 kam es zur Inhaftierung von 5 Personen, die von Presse und Bullen als Teil einer „ultralinken, Anarcho-autonomen" Bewegung bezeichnet werden, und seit dem in den Kerkern der französischen Justiz auf ihren Prozess warten.

Diese Vorgehensweise scheint bei den europäischen Sicherheitsbehörden gerade stark im Trend zu liegen. Auch die deutschen Staatsschützer bastelten fleißig an ihren Terrorismus-konstruktionen, welche vorerst in dem noch laufenden Prozess gegen vermeintliche Mitglieder der militanten gruppe gipfelten, in Griechenland sitzen seit dem Aufstand im Dezember 13 junge Menschen im Knast, die sich ebenfalls mit dem Antiterrorparagraphen konfrontiert sehen.

Deshalb haben wir im Rahmen der Aktionswoche für die Tarnac9 in der Nacht zum 22.01.2009, 5 Autos der Deutschen Bahn in Berlin abgefackelt.

Solange die Deutsche Bahn ihr Schienennetz für die Castortransporte zur Verfügung stellt, wird der Konzern auch immer wieder Ziel unseres Protestes sein.

Solidarität heißt Angriff

einige „ultra-linke-anarcho-autonome"

Quelle: http://tarnac9.noblogs.org



Presseüberblick:

DHL:
Polizeiticker
Polizeiticker

Deutsche Bahn:
Polizeiticker
Berliner Zeitung
Tagesspiegel
Morgenpost
Morgenpost
Berliner Kurier
BZ
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Ergänzungen

Nobelkarossen abgefackelt

tutnixzursache 23.01.2009 - 17:54
Neben den Firmenwagen wurden in den letzten Wochen auch etliche Nobelkarossen abgefackelt. In einem Schreiben bekannte sich jüngst eine Gruppe zu ingesamt acht Anschlägen:

Linke Gruppe bekennt sich zu Anschlägen
Jede Woche gehen in Berlin Wagen in Flammen auf. Meist trifft es Luxuswagen, in der Nacht zu Montag brannte in Neukölln ein Lkw der Posttochter DHL aus. Jetzt hat sich eine linke Gruppe zu acht Anschlägen bekannt.

Die Serie der politisch motivierten Brandanschläge auf Autos setzt sich im neuen Jahr unverändert fort. In der Nacht zu Montag wurde in Neukölln ein Lkw der Post-Tochter DHL angezündet. Ein Passant hatte gegen 1 Uhr früh die Flammen bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Es wurden in der linken Szene oft verwendete Brandbeschleuniger genutzt. Der für politische Delikte zuständige polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Nach Angaben der Polizei war es der achte Brandanschlag auf ein Fahrzeug in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei insgesamt 87 politisch motivierte Brandanschläge, davon 68 auf Autos. Dabei wurden 98 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt.

Die Polizei ist machtlos

Mittlerweile liegt ein Bekennerschreiben einer linken Gruppe vor, die Ende Dezember acht Fahrzeuge in Friedrichshain, Neukölln, Kreuzberg und Mitte angezündet haben will. Diese "Bewegung für militanten Widerstand (BMW)" begründete die Taten mit der "Umstruktierung" ärmerer Bezirke. Das Bekennerschreiben steht unter dem Motto "Brennende Nobelkarossen versus Gentrifizierung". Gentrifizierung ist das in der linken Szene gerne verwendete Fachwort für die Vertreibung von Mietern aus ihrem angestammten Kiez durch Luxussanierungen. Die Gruppe "BMW" behauptet, dass Fahrzeuge in den Gegenden ausgewählt worden seien, die am stärksten von dieser Vertreibung betroffen sind. In dem Schreiben wird zugleich eine Art Bedienungsanleitung für das Anzünden eines Autos mitgeliefert. Wie berichtet, ist die Polizei nahezu machtlos gegen diese Taten, da diese in Sekundenschnelle und völlig unauffällig geschehen können.

Quelle: Tagesspiegel

(Das vollständige Schreiben von "BMW" gibts in der Interim)


Des weiteren wurden auch mehrere Baumachinen abgefackelt, z.B. am 9. Januar:

Unbekannte setzen Baumaschinen in Brand
Berlin 9 Januar 2009

Unbekannte haben am Freitagmorgen auf einer Baustelle in Pankow mehrere Baumaschinen in Brand gesetzt. Anwohner bemerkten die Flammen auf dem Gelände an der Richard-Ermisch-Straße und alarmierten die Feuerwehr, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Bei dem Brand wurden zwei Radlader und ein Bagger beschädigt. Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werde, ermittele der Staatsschutz, sagte der Sprecher weiter. Hinweise auf die Täter gebe es bisher nicht.

Quelle: ddp

Infos zur Baustelle:  http://www.concepta-stadthaeuser.de/en/news/building-projects.html


Außerdem erwischte es kürzlich die Arbeitsagentur in Charlottenburg:

Brandanschlag auf Arbeitsagentur in Charlottenburg
Berlin 14 Januar 2008

Unbekannte Täter versuchten eine Tür des Gebäudes in Brand zu setzen, teilte die Polizei mit. Außerdem warfen sie Farbflaschen gegen die Fassade. Verletzt wurde niemand. Hinweise auf die Täter gibt es derzeit nicht. Der Hausmeister hatte am Morgen die Schäden an dem Gebäude in der Königin-Elisabeth-Straße bemerkt und die Polizei alarmiert. Da ein politischer Hintergrund in Betracht kommt, hat der Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen.

Auf das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit war bereits am 26. Januar 2006 ein Anschlag versucht worden. Unbekannte hatten im Erdgeschoss einen Brandsatz platziert, der aber nicht zündete. Damals hatte ein "militantes Bündnis für Klassenkampf von unten" die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Quelle: Tagesspiegel

Fotos

(muss ausgefüllt werden) 23.01.2009 - 17:59
Fotos:

brennende mopo berlin

muss 24.01.2009 - 12:32

Keine Scheinselbständigen

muss ausgefüllt werden 24.01.2009 - 14:47
Wie immer im Leben gibt es meist keine Schwarz/Weiß Antworten. Für die Post fahren sowohl Angestellte als auch Scheinselbständige Pakete und Post aus. Es kommt auf den Bezirk an. Die Scheinselbständigen benuzten meist eigene Autos, da steht dan z.B. drauf im Auftrag von DHL. Die gelben Postkisten gehöhren mit ziemlicher Sicherheit zum Postkonzern. Allerdings ist auf dem Foto von den brennenden Autos auch ein kleinerer Wagen zu sehen. Wenn das Foto richtig zugeordnet ist, behält die Bemerkung meines Vorschreibers insofern aber noch seine Berechtigung.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Dumm? — 9898dsadas

@dumm? — wurde ausgefüllt

Fotos — (muss ausgefüllt werden)

Fotos — (muss ausgefüllt werden)

Sockenschuss? — DHL-Kunde

anarcho ultr like autonome — bestimmt nicht

details — scheisstüte

Jahaha — Herrje

Boah Ey — nuklear

der revoluzzer — erlich

Wunschzettel — Peter Lustig

:) — hähä

Feuer-Graffiti — jonobo

Feuer und Flamme — deintag

achja — kein student

Unfug — blahblah

dumme Aktionen! — mensch

Rather low :( — subhuman