Anastasia "Skat" Baburova
Ein Nachruf von FreundInnen von Anastasia Baburova, u.a Menschen die mit ihr gemeinsam an der letzten Ausgabe der libertären Zeitschrift "avtonom" zusammenarbeiteten.
19.01.2009
Anastasia "Skat" Baburova 30.11.1983-19.1.2009
Unsere Freundin und Genossin wurde heute in Moskow umgebracht, von einem Auftragskiller in den Kopf geschossen.
Der Mörder war nicht hinter ihr her - er war hinter dem Rechtsanwalt Stanislav Markelov her - einen andereren guten Freund und Genossen von uns. Wir wissen nicht wer da war, um Stas zu töten- es könnte eine Vereinigung von Kriegsverbrechern sein, die er ins Gefängnis brachte, es könnte eine Verbindung zum organisierten Verbrechen geben. Es könnten Nazis gewesen sein, von denen ebenfalls viele durch Stas ins Gefängnis gebracht wurden. Die Liste der Erfolge von Stas ist so lang, dass es einige Tage dauern würde, sie für einen Nachruf zusammenzubringen, die Liste seiner Feinde ist sogar noch länger.
Aber wir wissen mit Sicherheit, Nastya hatte das Pech zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Der Killer schoss auch ihr in den Kopf, entweder um eine Zeugin auszuschalten oder um entkommen zu können- einige Zeugen haben angegeben, dass Nastya versuchte den Mörder festzuhalten. Stas starb am Tatort, Nastya starb wenige Stunden danach im Krankenhaus.
Nastya war eine Absolventin der jounrnalistischen Fakultät der Moskauer Universität. Sie arbeitete eine Weile für „Izvestiya", verließ die Zeitung aber wieder und arbeitete als Freischaffende. Während der letzten paar Monate schrieb sie für die kritische Zeitung „Novaya Gazeta“, vor allem Artikel über die extreme Rechte.
Nastya war Anarchistin und war in verschiedene Projekte involviert. Sie beschäftigte sich mit Anti-Repressionsarbeit, wie z.B. Solidaritätsaktionen in Moskau für die staatlich verfolgten französischen Aktivisten Ivan und Bruno, und später im letzten Jahr war sie auch in die Solidaritätsarbeit für die Tarnac 9 (Nähere Infos zum Fall unter:
http://tarnac9.noblogs.org ) involviert. Sie hatte, ebenfalls im letzten Jahr dabei geholfen, eine Schlafstätte von kaukasischen Flüchtlingen gegen die Übernahme durch die staatliche Gefängnisveraltung zu verteidigen und war dabei verhaftet worden.Sie nahm auch am Protestcamp der Rainbow Keepers in Sasovo und an einer Kampagne gegen Polizeibrutalität im Frühjahr 2008 teil. Im September 2008 reiste sie dann zum Europäischen Sozialforum in Malmö. Sie beteiligte sich an der Organisation eines Forums für alternative Medien bei einer Antikapitalismuskonferenz 2008. Sie half auch bei der Erstellung der letzten Ausgabe (Nr. 30) der libertären Zeitschrift "Avtonom" mit.
Innerhalb der Bewegung kam Nastja mit Allen zurecht.
Nastya war sportbegeistert, sie interessierte sich für Fallschirmspringen und war auch eine gut trainierte Kampfsportlerin. Sie ging nie unbewaffnet aus dem Haus, aber ihr Messer konnte gegen eine Pistole nichts ausrichten.
Nastya war eine offene, sympathische und außergewöhnlich geistreiche Person. Sie wird von ihren Eltern, FreundInnen und GenossInnen aus ganz Russland und der Ukraine sehr vermisst werden. Sie kam aus Sevastopol und wird wahrscheinlich auch dort beerdigt.
Sie hatte einen eigenen Blog
http://file-028.livejournal.com/
Quelle:
http://avtonom.org/index.php?nid=2188
Anastasia "Skat" Baburova 30.11.1983-19.1.2009
Unsere Freundin und Genossin wurde heute in Moskow umgebracht, von einem Auftragskiller in den Kopf geschossen.
Der Mörder war nicht hinter ihr her - er war hinter dem Rechtsanwalt Stanislav Markelov her - einen andereren guten Freund und Genossen von uns. Wir wissen nicht wer da war, um Stas zu töten- es könnte eine Vereinigung von Kriegsverbrechern sein, die er ins Gefängnis brachte, es könnte eine Verbindung zum organisierten Verbrechen geben. Es könnten Nazis gewesen sein, von denen ebenfalls viele durch Stas ins Gefängnis gebracht wurden. Die Liste der Erfolge von Stas ist so lang, dass es einige Tage dauern würde, sie für einen Nachruf zusammenzubringen, die Liste seiner Feinde ist sogar noch länger.
Aber wir wissen mit Sicherheit, Nastya hatte das Pech zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Der Killer schoss auch ihr in den Kopf, entweder um eine Zeugin auszuschalten oder um entkommen zu können- einige Zeugen haben angegeben, dass Nastya versuchte den Mörder festzuhalten. Stas starb am Tatort, Nastya starb wenige Stunden danach im Krankenhaus.
Nastya war eine Absolventin der jounrnalistischen Fakultät der Moskauer Universität. Sie arbeitete eine Weile für „Izvestiya", verließ die Zeitung aber wieder und arbeitete als Freischaffende. Während der letzten paar Monate schrieb sie für die kritische Zeitung „Novaya Gazeta“, vor allem Artikel über die extreme Rechte.
Nastya war Anarchistin und war in verschiedene Projekte involviert. Sie beschäftigte sich mit Anti-Repressionsarbeit, wie z.B. Solidaritätsaktionen in Moskau für die staatlich verfolgten französischen Aktivisten Ivan und Bruno, und später im letzten Jahr war sie auch in die Solidaritätsarbeit für die Tarnac 9 (Nähere Infos zum Fall unter:
http://tarnac9.noblogs.org ) involviert. Sie hatte, ebenfalls im letzten Jahr dabei geholfen, eine Schlafstätte von kaukasischen Flüchtlingen gegen die Übernahme durch die staatliche Gefängnisveraltung zu verteidigen und war dabei verhaftet worden.Sie nahm auch am Protestcamp der Rainbow Keepers in Sasovo und an einer Kampagne gegen Polizeibrutalität im Frühjahr 2008 teil. Im September 2008 reiste sie dann zum Europäischen Sozialforum in Malmö. Sie beteiligte sich an der Organisation eines Forums für alternative Medien bei einer Antikapitalismuskonferenz 2008. Sie half auch bei der Erstellung der letzten Ausgabe (Nr. 30) der libertären Zeitschrift "Avtonom" mit. Innerhalb der Bewegung kam Nastja mit Allen zurecht.
Nastya war sportbegeistert, sie interessierte sich für Fallschirmspringen und war auch eine gut trainierte Kampfsportlerin. Sie ging nie unbewaffnet aus dem Haus, aber ihr Messer konnte gegen eine Pistole nichts ausrichten.
Nastya war eine offene, sympathische und außergewöhnlich geistreiche Person. Sie wird von ihren Eltern, FreundInnen und GenossInnen aus ganz Russland und der Ukraine sehr vermisst werden. Sie kam aus Sevastopol und wird wahrscheinlich auch dort beerdigt.
Sie hatte einen eigenen Blog
http://file-028.livejournal.com/ Quelle:
http://avtonom.org/index.php?nid=2188
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Ergänzungen
Demo in Düsseldorf
Treffpunkt 13.00 Uhr am Hauptbahnhof. Die Demonstration führt zum russischen Konsulat.
www.ajb.blogsport.de
Demo in Düsseldorf
Solidarität mit der Linken in Russland – Demonstration in Düsseldorf
Am Montag dem 19.1.2009 ermordeten unbekannte Täter zwei linke AktivistInnen in Moskau.
Das eine Opfer war Stanislav „Stas“ Markelov, ein Anwalt, der zahlreiche Nazis ins Gefängnis gebracht hatte, AntifaschistInnen verteidigte und dafür gesorgt hatte, dass zum ersten Mal ein russischer Militärangehöriger wegen Kriegsverbrechen in Tschetschenien verurteilt wurde. Sein politisches Engagement machte ihm viele Feinde in den Reihen des Staates und der Faschisten. Dies war wohl der Grund, warum er im Alter von 33 Jahren sterben musste.
Das andere Opfer war Anastasia „Skat“ Baburova. Sie begleitete Stanislav Markelov nach einem Prozess wegen Kriegsverbrechen in Tschetschenien und versuchte wohl Stanislavs Mörder festzuhalten und wurde von ihnen erschossen. Anastasia Baburova war eine unabhängige und regierungskritische Journalistin. Als engagierte Anarchistin berichtete sie schwerpunktmäßig über die russische Naziszene und engagierte sich für die Rechte von Flüchtlingen.
Wie die am 7.10.2006 ermordete Journalistin Anna Politkovskaya waren Anastasia und Stanislav dem russischen Staat ein Dorn im Auge und wurden vom Staat drangsaliert und bedroht.
Seit Jahren schon terrorisieren russische Nazis linke AktivistInnen und Flüchtlinge aus dem Kaukasus. So kam es in den letzten Jahren wöchentlich zu Nazimorden in Russland. Zuletzt am 10. Oktober 2008 an Feodor Vasilevich Filatov , einen antirassistischen Skinhead aus Moskau.
Zur Zeit ist noch nicht klar, ob die Täter und ihre Hintermänner beim Staat, beim Militär oder den Nazis zu suchen sind.
Als Ausdruck unserer Solidarität mit der Linken in Russland rufen wir für Samstag, den 7. Februar 2009 zu einer Demonstration auf. Der Startpunkt ist 13 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Von da aus soll es zum russischen Konsulat gehen.
Ort: Düsseldorf Hauptbahnhof
Zeitpunkt: 7. Februar 2009, 13 Uhr
Antifaschistische Jugend Bochum
Partei-, National- und Religionsfahnen sind wir immer unerwünscht.
Anastassija Baburowa beigesetzt