Wer waren Stas Markelov und Nastya Baburova?
Am 19.1.09 wurden in Moskau der russische Anwalt Stanislav Markelov und die Journalistin Anastasia Baburova nach dem Verlassen einer Pressekonferenz auf offener Straße ermordet. Beide waren auch politische AktivistInnen. Wenn wir dazu beitragen wollen, dem politischen Morden in Russland ein Ende zu bereiten, gilt es, die sozialen Bewegungen vor Ort zu unterstützen.
Zum Mord an Stanislav Markelov und Anastasia Baburova
Am Montag, den 19.1., wurde in Moskau der russische Anwalt und Aktivist Stanislav (Stas) Markelov von einem Killer auf offener Straße erschossen. Anastasia (Nastya) Baburova, eine Journalistin, die ihn begleitete, wurde bei dem Versuch, den Killer zu stoppen, so schwer verletzt, dass sie kurz darauf starb.
Der Täter konnte – mitten am Tag, mitten in Moskau, wo an jedem Haus eine Sicherheitskamera und an jeder Ecke ein Polizist steht - unbehelligt in die Metro entkommen.
Stas hat seit vielen Jahren in vielen aufsehenerregenden politischen Justizfällen in Russland die Opfer staatlicher Repression, faschistischer Übergriffe oder der terroristischen Soldateska in Tschetschenien verteidigt. Er hat Opfer der vom Geheimdienst brutal beendeten Geiselnahme im Theater Nord-Ost vertreten. Er hat auf der juristischen Seite dafür gesorgt, dass der Mörder der 18jährigen Elsa Kungaeva aus Tschetschenien, Oberst Budanov, für seine Tat ins Gefängnis kam – der erste Fall, dass ein Soldat der föderalen Streitkräfte für Verbrechen an ZivilistInnen in Tschetschenien zur Rechenschaft gezogen wurde. Er hat AntifaschistInnen, AktivistInnen aus der Wohnungs- und Städtebaubewegung, GewerkschafterInnen juristisch unterstützt und vertreten. Er hat das „Institut für die Vorherrschaft des Rechts“ gegründet, dessen Mitglieder allen jenen rechtliche Unterstützung anboten, deren Rechte mit Füßen getreten werden und die sich teure Anwälte nicht leisten können. Es gibt noch viele Beispiele seiner Arbeit.
Stas hat seine Aufgabe nicht nur juristisch, sondern politisch verstanden, und immer wieder in öffentlichen Veranstaltungen, auf Sozialforen, Pressekonferenzen, Kundgebungen darauf hingewiesen, wie grundlegende Rechte vieler Menschen in Russland vom Staat und von einzelnen, die über Macht und Geld verfügen, in den Staub getreten werden. Für ihn war klar, dass die Achtung der Menschenrechte grundlegende Veränderungen in Staat und Gesellschaft verlangt. Dafür hat er in den 33 Jahren seines Lebens gekämpft.
Es gibt verschiedene Arten von JournalistInnen in Russland. Nicht alle leben gefährlich. Wer bezahlte Auftragsartikel schreibt oder sich auf belanglose Themen beschränkt, hat wenig zu befürchten. Nastya hat nicht diesen Weg gewählt. Sie hat über Neonazi-Strukturen geschrieben, über Tschetschenien. Sie wurde freie Mitarbeiterin bei der Novaya Gazeta, der Zeitung, bei der auch die 2006 ermordete Anna Politkovskaya gearbeitet hatte. Nastya hat sich auch außerhalb des Journalismus politisch engagiert – auf dem Europäischen Sozialforum in Malmö, bei einem ökologischen Protestcamp der „Rainbow Keepers“, bei der politischen Organisation „Autonomes Handeln“. Sie hatte nicht viel Zeit dafür. Ihr Mörder beendete ihr Leben mit gerade mal 25 Jahren.
Wir wissen nicht, wer der Täter war. Wir wissen aber, dass das politische Klima in Russland solche Angriffe begünstigt, und dass die Wahrscheinlichkeit, dass die russischen Behörden ernsthaft an der Aufklärung interessiert sind, gering ist. Premier Putin und Präsident Medvedjev schweigen – ein beredtes Schweigen, dass erkennen lässt, wie wenig Interesse sie haben, die politische Gewalt gegen AktivistInnen sozialer Bewegungen, gegen VertreterInnen des Widerstandes gegen das repressive Regime, einzudämmen. Es gibt keinen Respekt vor den Opfern seitens der Staatsgewalt. Die Blumen, die hunderte von MoskauerInnen am Ort der Morde niedergelegt haben, hat die Stadtverwaltung am selben Tag entfernen lassen mit der Begründung, der Ort sei ja kein Friedhof.
Stas hat selbst noch im November auf einer Kundgebung gesagt: „Heute brauchen wir Schutz... Und wir wissen sehr gut, dass außer uns selbst uns niemand und niemals diesen Schutz geben wird - kein Gott, kein Zar, und auch nicht das Gesetz, nur wir selbst. Wenn wir uns gegenseitig stützen, wenn wir uns gegenseitig schützen können, dann kommen wir durch. Ich hoffe darauf, sonst haben wir uns hier umsonst versammelt.“
Es gibt viele Menschen in Russland, die sich gegenseitig schützen wollen. Die wollen, dass ihr Land ein besserer Ort für alle wird, die dort leben. Die dafür sorgen wollen, dass niemand Angst haben muss, für seine Meinung angegriffen, verhaftet, ermordet zu werden. Die der sozialen Ungleichheit, den rassistischen Ausgrenzungsprozessen, der elenden Armut und dem räuberischen Reichtum ein Ende bereiten wollen. Tausende haben in diesen Tagen in Moskau, Grosny und anderen Städten ihrer Wut und ihrer Trauer Ausdruck verliehen.
Wenn wir dazu beitragen wollen, dem politischen Morden in Russland ein Ende zu bereiten, gilt es, die sozialen Bewegungen vor Ort zu unterstützen.
Die Täter zur Verantwortung ziehen - Dem politischen Terror die Grundlage nehmen - Soziale Bewegungen in Russland unterstützen!
Bei Interesse an der Unterstützung sozialer Bewegungen in Russland? Nimm Kontakt auf!
Am Montag, den 19.1., wurde in Moskau der russische Anwalt und Aktivist Stanislav (Stas) Markelov von einem Killer auf offener Straße erschossen. Anastasia (Nastya) Baburova, eine Journalistin, die ihn begleitete, wurde bei dem Versuch, den Killer zu stoppen, so schwer verletzt, dass sie kurz darauf starb.
Der Täter konnte – mitten am Tag, mitten in Moskau, wo an jedem Haus eine Sicherheitskamera und an jeder Ecke ein Polizist steht - unbehelligt in die Metro entkommen.
Stas hat seit vielen Jahren in vielen aufsehenerregenden politischen Justizfällen in Russland die Opfer staatlicher Repression, faschistischer Übergriffe oder der terroristischen Soldateska in Tschetschenien verteidigt. Er hat Opfer der vom Geheimdienst brutal beendeten Geiselnahme im Theater Nord-Ost vertreten. Er hat auf der juristischen Seite dafür gesorgt, dass der Mörder der 18jährigen Elsa Kungaeva aus Tschetschenien, Oberst Budanov, für seine Tat ins Gefängnis kam – der erste Fall, dass ein Soldat der föderalen Streitkräfte für Verbrechen an ZivilistInnen in Tschetschenien zur Rechenschaft gezogen wurde. Er hat AntifaschistInnen, AktivistInnen aus der Wohnungs- und Städtebaubewegung, GewerkschafterInnen juristisch unterstützt und vertreten. Er hat das „Institut für die Vorherrschaft des Rechts“ gegründet, dessen Mitglieder allen jenen rechtliche Unterstützung anboten, deren Rechte mit Füßen getreten werden und die sich teure Anwälte nicht leisten können. Es gibt noch viele Beispiele seiner Arbeit.
Stas hat seine Aufgabe nicht nur juristisch, sondern politisch verstanden, und immer wieder in öffentlichen Veranstaltungen, auf Sozialforen, Pressekonferenzen, Kundgebungen darauf hingewiesen, wie grundlegende Rechte vieler Menschen in Russland vom Staat und von einzelnen, die über Macht und Geld verfügen, in den Staub getreten werden. Für ihn war klar, dass die Achtung der Menschenrechte grundlegende Veränderungen in Staat und Gesellschaft verlangt. Dafür hat er in den 33 Jahren seines Lebens gekämpft.
Es gibt verschiedene Arten von JournalistInnen in Russland. Nicht alle leben gefährlich. Wer bezahlte Auftragsartikel schreibt oder sich auf belanglose Themen beschränkt, hat wenig zu befürchten. Nastya hat nicht diesen Weg gewählt. Sie hat über Neonazi-Strukturen geschrieben, über Tschetschenien. Sie wurde freie Mitarbeiterin bei der Novaya Gazeta, der Zeitung, bei der auch die 2006 ermordete Anna Politkovskaya gearbeitet hatte. Nastya hat sich auch außerhalb des Journalismus politisch engagiert – auf dem Europäischen Sozialforum in Malmö, bei einem ökologischen Protestcamp der „Rainbow Keepers“, bei der politischen Organisation „Autonomes Handeln“. Sie hatte nicht viel Zeit dafür. Ihr Mörder beendete ihr Leben mit gerade mal 25 Jahren.
Wir wissen nicht, wer der Täter war. Wir wissen aber, dass das politische Klima in Russland solche Angriffe begünstigt, und dass die Wahrscheinlichkeit, dass die russischen Behörden ernsthaft an der Aufklärung interessiert sind, gering ist. Premier Putin und Präsident Medvedjev schweigen – ein beredtes Schweigen, dass erkennen lässt, wie wenig Interesse sie haben, die politische Gewalt gegen AktivistInnen sozialer Bewegungen, gegen VertreterInnen des Widerstandes gegen das repressive Regime, einzudämmen. Es gibt keinen Respekt vor den Opfern seitens der Staatsgewalt. Die Blumen, die hunderte von MoskauerInnen am Ort der Morde niedergelegt haben, hat die Stadtverwaltung am selben Tag entfernen lassen mit der Begründung, der Ort sei ja kein Friedhof.
Stas hat selbst noch im November auf einer Kundgebung gesagt: „Heute brauchen wir Schutz... Und wir wissen sehr gut, dass außer uns selbst uns niemand und niemals diesen Schutz geben wird - kein Gott, kein Zar, und auch nicht das Gesetz, nur wir selbst. Wenn wir uns gegenseitig stützen, wenn wir uns gegenseitig schützen können, dann kommen wir durch. Ich hoffe darauf, sonst haben wir uns hier umsonst versammelt.“
Es gibt viele Menschen in Russland, die sich gegenseitig schützen wollen. Die wollen, dass ihr Land ein besserer Ort für alle wird, die dort leben. Die dafür sorgen wollen, dass niemand Angst haben muss, für seine Meinung angegriffen, verhaftet, ermordet zu werden. Die der sozialen Ungleichheit, den rassistischen Ausgrenzungsprozessen, der elenden Armut und dem räuberischen Reichtum ein Ende bereiten wollen. Tausende haben in diesen Tagen in Moskau, Grosny und anderen Städten ihrer Wut und ihrer Trauer Ausdruck verliehen.
Wenn wir dazu beitragen wollen, dem politischen Morden in Russland ein Ende zu bereiten, gilt es, die sozialen Bewegungen vor Ort zu unterstützen.
Die Täter zur Verantwortung ziehen - Dem politischen Terror die Grundlage nehmen - Soziale Bewegungen in Russland unterstützen!
Bei Interesse an der Unterstützung sozialer Bewegungen in Russland? Nimm Kontakt auf!
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
wer waren sie nun
Solidemo in Düsseldorf
Treffpunkt 13.00 Uhr am Hauptbahnhof. Die Demonstration führt zum russischen Konsulat.
www.ajb.blogsport.de
täter identifizieren
ebenfalls hatte der anwalt viele persönliche feinde. die können unmöglich alle "abgeklappert" werden. aber vielleicht sollte ein gegenschlag folgen. in der form, dass all die leute, gegen die er ermittelt hat, nochmal deutlich hervorgehoben werden.
ihr seht also, dass nicht viel zu erwarten ist von der aufklärung. da kann der russische staat selbst nicht all zu viel machen!
einig hoffen können wir, dass die russische antifa-szene dadurch erstärkt. dass dort einiges geht, zeigt jüngstes beispiel, wo russische antifas mehrere nazis in der metro festhielten und ihre gesichter abfilmten.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
ich will mehr — dsaf