Köln: Kampagne für ein autonomes Zentrum

pyranha 22.01.2009 01:12 Themen: Freiräume
Die Schnapsfabrik war ein selbstverwalteter Ort in Köln, der Anfang dieses Jahres vom Bauaufsichtsamt geschlossen wurde. Aus der Wut über das Vorgehen des Bauamtes und aufgrund des Fehlens selbstverwalteter Räume in Köln hat sich die Gruppe Pyranha gegründet, deren erste Aktion eine Demo für ein autonomes Zentrum am 31.01. in Köln ist.

Pyranha – Kampagne für ein autonomes Zentrum

19.12.: Schnapsfabrik vor dem Aus
23.1.: Brandt im Bauordnungsamt
31.1.: 1000 Menschen auf Freiraumdemo | Tanzdemo für ein autonomes Zentrum | Fotos von der Demo
Der folgende Text beschreibt die Geschichte der Schnapsfabrik und früherer Freiraumkampagnen und -aktionen in Köln. Anschließend setzt er sich auf theoretischer Ebene mit den Möglichkeiten und Grenzen von Freiräumen auseinander mit Bezug auf die neue Freiraumkampagne Pyranha.

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Inhaltsverzeichnis

1. Geschichte der Schnapsfabrik (von der Gruppe Schnapsfabrik)

Am 19.Dezember 2008 kam das Bauaufsichtsamt in die Schnapsfabrik, seit dem 11.Januar 2009 steht die Schnapsfabrik wieder komplett leer.Die Schnapsfabrik war der Versuch einen selbstverwalteten Raum für Kunst, Kultur und Politik in Köln-Kalk zu schaffen. Sie wollte nicht als eine Nische bestehen, sondern eine Plattform für alle bilden, von der aus in die Öffentlichkeit interveniert werden kann.Den Ausgangspunkt für das Projekt Schnapsfabrik bildete das Gebäude selbst, auf das wir durch einen Zufall im November 2007 gestoßen waren. Wir hatten bereits unterschiedliche persönliche Erfahrungen gemacht bei den Versuchen selbstverwaltete Freiräume zu schaffen und ähnliche Formen von Repression erlebt. Aufgrund dieser Erfahrungen ließen wir uns diesmal darauf ein Miete zu bezahlen, um unsere Energie nicht in die Verteidigung stecken zu müssen, sondern uns auf die Gestaltung der Schnapsfabrik konzentrieren zu können.

Mitten im Viertel: auf dem Dach der Schnapsfabrik
Mitten im Viertel: auf dem Dach der Schnapsfabrik

Zu dem vorhandenen Raum fand sich eine Gruppe unterschiedlichster Menschen, mit den unterschiedlichsten Vorstellungen, wie dieser Raum gefüllt werden sollte. Unsere gemeinsame Basis bildete das Ziel einen unkommerziellen Raum zu schaffen, der teilöffentlich sein sollte, weil wir dort außer den geplanten Aktivitäten auch wohnen würden.Die Problematik der Verbindungen von Wohnraum und öffentlichem Raum wurde uns mit der Zeit klar. Im Fall der Schnapsfabrik stellte sie eine schlichte Notwendigkeit dar. Wir hatten uns von Anfang an dagegen ausgesprochen die Miete über Veranstaltungen zu finanzieren, um nicht dem Zwang ausgesetzt zu sein Gewinne erzielen zu müssen und um Raum zu haben für Veranstaltungen, die nicht kapitalistisch verwertbar sind. Umso verrückter wirkt nun die Erfahrung, dass wir an einer finanziellen Hürde scheitern, da wir es uns nicht leisten können einen Raum zu mieten, der die Vorschriften des Bauaufsichtsamtes erfüllen kann.Im Februar 2008 machten wir uns an die Arbeit und eine dreimonatige Renovierungsphase begann um Wohnraum und Veranstaltungsräume nutzbar zu machen und zu gestalten.

Das Ende dieser Phase bildete unsere Eröffnungsparty am 3.Mai 2008. Dass damit auch gleichzeitig das Ende der Schnapsfabrik begann, erfuhren wir vor kurzem. Der Besuch des Bauamts geht zurück auf eine Anzeige bezüglich der Einweihungsparty. Die Zeit, die uns bis Dezember blieb, verdanken wir eigentlich nur den langsamen Mühlen des Gesetzes.

In den nächsten sechs Monaten konnten wir einiges von dem realisieren, was wir geplant hatten, und verschiedenste Erfahrungen sammeln. Am Anfang nutzten wir den Raum fast nur für Partys und Konzerte und mit anfänglichen Terminschwierigkeiten etablierte sich ein zweiwöchiger Küchen&Kino-Tag, das Gaumenkino. Dazu kamen Soliparties, Flohmarkt, Foto-Sessions und Ausstellungen und schließlich fanden wir im Herbst Zeit endlich das Fotolabor und die Siebdruckwerkstatt einzurichten und zu betreiben. Das Interesse von außerhalb an einem Raum für Veranstaltungen und mit der Zeit auch für Treffen verschiedener Gruppen hat deutlich gemacht, dass in Köln vor allem große, unkommerzielle und selbstverwaltete Räume fehlen. Die Anfragen für den Veranstaltungsraum haben unsere Erwartungen übertroffen und vor allem unsere Kapazitäten gesprengt. Ein weiteres Ereignis, das unsere Vorstellungskraft bei weitem übertroffen hat, war die Organisation und Durchführung des Convergence Centers (CCK) im Rahmen der Gegenproteste zum Anti-Islamisierungs-Kongress von Pro Köln im September 2008. Während des CCK war die Schnapsfabrik neben dem Bauwagenplatz Krefelder Straße Infopunkt und Anlaufstelle, sowie zentraler Vergabeort von warmem Essen und Schlafplätzen. Von hier aus wurden an den beiden Tagen jeweils 800 warme Mahlzeiten verteilt und Schlafplätze für 1200 Menschen organisiert. Das Convergence Center zeigte uns, wie wichtig die Beteiligung von außen für einen Raum wie die Schnapsfabrik ist und was dadurch möglich werden kann.

Wir hatten von Anfang an damit gerechnet, dass unser Vorhaben einen solchen Raum zu schaffen zu Konflikten mit öffentlichen Institutionen führen würde. Mit einem Besuch des Bauamtes und dem darauf folgenden sofortigen Rausschmiss nicht. Besonders anstrengend wurde die Situation durch das völlig überzogene Verhalten von Herrn Krügel vom Bauaufsichtsamt. Er sprach zuerst aufgrund baulicher Mängel ein Nutzungsverbot mit einer drei Tages Frist mündlich aus, zog dieses kurze Zeit später zurück, um es direkt schriftlich wieder einzureichen mit einer "humaneren" Frist von sieben Tagen. Am Schluss stand die letzte Forderung das Gebäude besenrein zu übergeben, nachdem er uns eigentlich nur die Nutzung und damit das Betreten untersagt hatte. Für uns folgte ein Ausziehen in drei Etappen, zwischen denen immer wieder ein bisschen Hoffnung aufkam, die direkt wieder zerstört wurde und eine noch kompliziertere Lage folgen ließ.

Gestaltung des Hoftores Fotoausstellung auf dem Dachboden
Gestaltung des Hoftores // Fotoausstellung auf dem Dachboden

Besonders traurig ist die Schließung der Schnapsfabrik für uns unter dem Aspekt, dass wir kurz vorher angefangen hatten über ein neues Konzept nachzudenken. Unser Vermieter hatte uns zum einen die Verlängerung des Mietvertrages bis September 2010 fest zugesagt, eine mögliche weitere Verlängerung stand noch im Raum. Für uns entstand so ein ganz neuer Planungs- und Handlungsspielraum. Zum anderen dachten wir ausgehend von den Erfahrungen der vorangegangenen neun Monate über eine deutlichere Trennung von öffentlichen und privaten Räumen nach, um eine größere Beteiligung von außen zu ermöglichen. Außerdem wuchs innerhalb der Gruppe der Bewohner mit der Zeit und den vielen praktischen Erfahrungen der Wunsch nach einer theoretischen Auseinandersetzung, für die anfangs schlicht die Zeit und wahrscheinlich die Energie fehlte, da zusammen mit dem bereits vorhandenen Raum die Notwendigkeit entstand diesen zu nutzen und zu gestalten.

Bezeichnend für die Schnapsfabrik waren wohl die Vielfalt und die Verschiedenheit der Veranstaltungen und Menschen, die dort Platz hatten, was sicherlich auch an den unterschiedlichen Interessen der Bewohner lag. Diese Vielfalt zeigte sich zum einen in den unterschiedlichen Spektren der Veranstaltungen als auch bei den Besuchern. Vor allem für Kalk war sie ein Ort, der fehlen wird, da es im rechtsrheinischen Köln kaum Orte für Treffen oder Veranstaltungen gibt.

Auch wenn sie uns unsere Räume nehmen, sie können uns nicht unsere Erfahrungen nehmen. Vielleicht lässt sich die Schnapsfabrik als ein Ort verstehen, der ein bisschen mehr Klarheit schaffen konnte im Bezug darauf was wir wollen, was uns fehlt, wie viel Arbeit ein solcher Raum bedeutet und wie wichtig es ist ihn zu haben. Vielleicht konnte sie mehr Menschen begeistern sich für einen solchen Raum einzusetzen. Und sicherlich hat sie das Bedürfnis nach mehr geweckt oder bestärkt.

2. Freiraumkampagnen und –aktionen in Köln in den letzten Jahren

In den letzten Jahren gab es in Köln starke Bemühungen ein soziales Zentrum zu schaffen. Neben theoretischer Arbeit (siehe Webseite des Sozialen Zentrums) gab es verschiedene Besetzungen: 2004 die Besetzungen in der Maybachstraße und Pingutopia am Eifelplatz, 2006 die Besetzung des Barmer Viertels, in dem das soziale Zentrum einen eigenen Bereich hatte.

Räumung des Pingutopia am Eifelplatz am 17.8.2004 Räumung des Pingutopia am Eifelplatz am 17.8.2004
Räumung des Pingutopia am Eifelplatz am 17.8.2004

Während der Besetzungen wurde jedoch deutlich, wie schwer der Ansatz eines sozialen Zentrums in der Realität umzusetzen ist. Das soziale Zentrum war als offener Raum gedacht. Bei dem Versuch der Umsetzung zeigte sich jedoch, dass der Ansatz niemanden auszuschließen zu großen Problemen führen kann und tatsächlich auch führte. Es wurde deutlich, dass ein offener Raum nicht mit dem Fehlen jeglicher Regeln gleichzusetzen ist und im Falle dieser Besetzungen zu Zerstörung der eigenen Räumlichkeiten und starken Problemen mit antisemitischem und sexistischem Verhalten führte.

Nach dem Ende des Projekts "Soziales Zentrum" gab es verschiedenste Bemühungen für die Schaffung von Freiräumen. Im Jahr 2008 gab es in Köln diverse Aktionen, die sich in diesen Kontext einreihen lassen. Als solche sehen wir das Reclaim the Streets an den internationalen Freiraumaktionstagen im April, die Schnapsfabrik, das Convergence Center beim Anti-Islamisierungs-Kongress von Pro Köln im September sowie die Partybesetzung während der "Zahltag jetzt"-Woche und das Reclaim the Economy im Dezember.

Mit der "Reclaim the Streets-Party" wurde klar, wie groß der Wunsch nach Freiräumen auch in Köln ist. Damals legten 1000 Menschen den Verkehr auf den Ringen für viele Stunden lahm und feierten eine ausgelassene Party.

"Diverse Gruppen und Einzelpersonen hatten sich das Do it yourself - Prinzip zu Eigen gemacht und sich kreative Aktionsformen einfallen lassen. Stimmung kam richtig auf, als die Ersten ihre Grill- und Vokü-Stände aufbauten, die Jonglier-KünstlerInnen ihre Fähigkeiten dem begeisterten Publikum vorführten und ein improvisiertes Badminton-Match zur Samba-Musik der Trommel-Truppe ihre Federbälle durch die Luft wirbelte. Zahlreiche Soundsystems untermalten das Spiel mit Drum&Bass, Elektro oder halt gerade dem, wonach die kritische Masse verlangte. Um dem Treiben gelassen beiwohnen zu können, machten es sich einige gemütlich, indem sie Hängematten zwischen den Bäumen am Straßenrand aufhängten und Sofas mitten auf die Straße schoben. Dem Grau in Grau der Straße und der Häuser wurde durch Kreidemalereien, Grafftis und Sticker ein neuer Anstrich verliehen." (Zitat Indymedia)

Reclaim the Streets auf den Kölner Ringen am 12.4.2008 Reclaim the Streets auf den Kölner Ringen am 12.4.2008 Reclaim the Streets auf den Kölner Ringen am 12.4.2008
Reclaim the Streets auf den Kölner Ringen am 12.4.2008

Die positive Resonanz auf diese Aktionen nehmen wir als Anlass, weiter für die Schaffung von Freiräumen zu kämpfen. Uns reicht es nicht mehr, uns Freiräume nur temporär anzueignen. Wir wollen einen Freiraum mit dem Charme der Schnapsfabrik und noch viel mehr Möglichkeiten.

3. Möglichkeiten und Grenzen von Freiräumen*

In Köln fehlt ein Raum in dem verschiedenste Formen von Veranstaltungen an einem Ort möglich sind. Ein solcher Freiraum kann vieles sein; sicher ist jedoch, dass auch an diesem Ort die Strukturen der kapitalistischen Gesellschaft, ihre Logik und ihre Mechanismen wirken.

Ein Freiraum ist demnach kein Ort, an dem jedeR tun und lassen kann, was er/sie will, sondern ein Ort, an dem versucht wird, gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen möglichst stark zu reduzieren. Dabei ist völlig klar, dass dies in manchen Bereichen besser gelingen wird als in anderen. Der Anspruch ist aber überall derselbe, nämlich "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist".

Wir brauchen in Köln einen Raum, der die Möglichkeit bietet für Parties, Konzerte, Vokü, Filme, Infoveranstaltungen, Gruppentreffen, Kultur und Politik. Dies soll ein Treffpunkt für organisierte und nicht-organisierte Menschen aus den verschiedensten politischen und kulturellen Zusammenhängen sein. Deshalb muss dieser Raum offen, einladend und so weit wie möglich ohne Hierarchien sein.

Gesellschaftliche Verhältnisse spiegeln sich im persönlichen Verhalten wider und werden durch das persönliche Verhalten reproduziert. Wer die gesellschaftlichen Zustände angreifen will, muss auch die eigenen Verhaltensweisen gegenüber anderen reflektieren. Eine Gesellschaft, in der alle Menschen in Würde leben können, erfordert einen respektvollen Umgang aller Menschen.

In einem autonomen Freiraum können deshalb sexistische, rassistische, antisemitische, homophobe und andere unterdrückende oder diskriminierende Verhaltensweisen nicht geduldet werden. Zudem verstehen wir Freiraum als einen Schutzraum, in dem sich alle Menschen ungeachtet ihrer zugeschriebenen und gewählten Attribute frei bewegen können und die Sicherheit haben, bei einem Übergriff von allen unterstützt zu werden.

Ein Freiraum ist ein antikapitalistisches Projekt, ohne die Möglichkeit - aber mit dem Ziel - sich von kapitalistischen Strukturen frei machen zu können. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass Angebote, Essen und Getränke und vieles mehr Geld kosten werden - und damit Personen von der Nutzung ausgeschlossen sind, weil sie sich das nicht leisten können oder wollen.

Unser Anspruch besteht dennoch darin, die Preise so niedrig wie möglich bzw. kostenlos zu halten. Es wäre aber falsch zu glauben, ein Freiraum wäre eine billigere Alternative zur sonstigen - kommerziellen - Partykultur. Dieser Raum soll es ermöglichen, Ideen, die sich außerhalb der kapitalistischen Verwertungslogik befinden, zu entwickeln und zu realisieren. Die Veranstaltungen leben davon, dass alle sich mit einbringen und sich an Planung und Durchführung der Veranstaltungen und der Organisation der Abläufe beteiligen. Das bedeutet eine Menge Arbeit.

Ein Freiraum steht im Gegensatz zum Staat und zur herrschenden Vorstellung von Demokratie. In einem Freiraum werden Entscheidungen von allen gemeinsam im Konsens getroffen und eine Mehrheit hat nicht die Möglichkeit, ihre Interessen gegen die Interessen anderer durchzusetzen.

Ein Freiraum muss politisch unabhängig sein, ohne politisch beliebig zu sein, das heißt, er bietet Raum für emanzipatorische Politik auf Basis eines Grundkonsenses.

Die politische Organisation dient dazu, von einem sicheren Raum aus in die Gesellschaft zu intervenieren. Ein Freiraum darf nicht der Rückzug aus den beengenden und unterdrückenden gesellschaftlichen Verhältnissen sein, sondern der Startpunkt für den Angriff auf selbige. Ein Freiraum ist ein Prozess und kein Zustand.

* Wir verwenden hier das Wort Freiraum, auch wenn es mit vielen positiven und negativen Konnotationen belegt ist. Unser Verständnis von dem, was ein Freiraum ist, versuchen wir in diesem Absatz deutlich zu machen.

4. Pyranha – Kampagne für ein autonomes Zentrum mit Tanzfläche

Nach der Schließung der Schnapsfabrik hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die sich zum einen mit Möglichkeiten des Erhaltes der Schnapsfabrik beschäftigte und zum anderen eine breit angelegte Freiraumkampagne gestartet hat. Ziel ist es, mit Aktionen und Veröffentlichungen auf das Fehlen eines selbstverwalteten Freiraums in Köln aufmerksam zu machen und eine theoretische Auseinandersetzung über Inhalte und Strukturen von Freiräumen zu führen.

Die erste Aktion der Kampagne ist die überregionale Freiraumdemo am 31.01. in Köln. Um auf das Fehlen eines selbstverwalteten Veranstaltungsorts hinzuweisen, wird die Demo eine Tanzdemo mit Musik von drei Soundsystems sein. Dazu gibt es zwei Soliparties, am 28.01. im Sonic Ballroom mit zwei Bands und am 31.01. im Stadtgarten mit Bands und DJanes.

Plakat zur Demo
Plakat zur Demo

Am 15.02. wird es ein offenes Kampagnentreffen in der Alten Feuerwache geben, zu dem alle eingeladen sind. (Genaueres zu allen Terminen hier).

Kommt zur Demo und beteiligt euch an den Treffen!
Kein Tag ohne autonomes Zentrum!
Solidarität an die bedrohten Projekte in Erfurt, Münster, Frankfurt und anderswo!

Demo für ein autonomes Zentrum... mit Tanzfläche
Samstag, 31.01.2009
16 Uhr
Bahnhofsvorplatz Köln

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Ergänzungen

Artikel in der StadtRevue

i love schnapsfabrik 23.01.2009 - 00:39
Artikel in der Köln Stadtzeitung StadtRevue:  http://stadtrevue.de/index_artikel.php3?aid=103&tid=1640&bid=9

Rechtliche Begründung??

Radikaler Stadtplaner 23.01.2009 - 14:07
Könntet ihr mal die rechtliche Begründung (Bescheid) der bauaufsictlichen Schliessung ins Netz stellen, oder kann mensch die irgendwo einsehen???

Grüße und viel Kraft und Glück

Penible Pöbler vom Bauordnungsamt

HungryFishbone 31.01.2009 - 14:12
Ein Kurzbeitrag (zur Demo heute Abend und zu sozialen Freiräumen in Köln und darüber hinaus):

Gegen die peniblen Pöbler vom Bauordnungsamt und sämtliche wirtschaftlichen Stadtneuordnungspläne, ob in Köln-Kalk oder anderswo.

Sachzwänge wegtanzen!
Privatisierung & Gentrifikation (sog. Aufwertung) abschaffen.

"Stadtverschönerung" aus der Hand der hierarchisch-repressiven-bürgerlichen Organisation nehmen.


Bei vormals rein öffentlichen Gebäuden, Schulen, Turnhallen, Kitas, Unis, Jugendzentren, Kulturzentren, Begegnungsstätten, usw, fehlt es permanent an "Geld" oder instandhaltenden Baumaßnahmen. (Wobei dies vielleicht bei manchen bis allen Schulen die Erziehungszwang betreiben auf den ersten Blick gar nicht soo schlecht sein mag.)

Nicht nur in der kölner Uni fallen die Lampen von der Decke, der Schimmel blüht von den Wänden, Risse ziehen sich über Decken und Böden und das Trinkwasser ist mit Bakterien und Schwermetallen verseucht...

Durch Privatisierung und die zunehmende Entkoppelung aus der öffentlichen Verantwortung (der Rechtfertigung vor der Öffentlichkeit und dem Entzug der Beteiligung oder Mitentscheidung) werden immer mehr vormals rein öffentliche Räume und Gebäude zwangsläufig.
Im Gegenzug werden private InvestorInnen eingesetzt die z.B. innenstadtnahe Wohn- und Erlebnisbereiche aufwerten (sollen) und der öffentlichen Hand (sprich Kommune) die Liegenschaften billig abkaufen oder sie in Teilen übernehmen können, solange sie dafür nur scheinbare Garantien, wie farbenprächtige Konsumpaläste o.Ä. präsentieren können.

Dem Bauamt wäre es also vermutlich das Liebste, wenn im gerade durch eine neue Welle der sog. Gentrifikation (sog. Aufwertung) gehenden Kalk, wo ja die Debatte um die (Profite der) Kalker Haupstraße die Gemüter der Einzelhandelswirtschaft und Kommunal-Politik über Köln hinaus und sogar die Drittmittelstudien der Uni Bochum bewegte, eine InvestorInnengesellschaft mit beschränkter Haftung, in diesem Bereich nahe eben dieser Hauptstraße (weiter) investieren würde, und so der Polizei und dem Ordnungsamt vielleicht weniger "Arbeit" bereitet würde.

Ein selbstverwalteter Freiraum kann aber eben kaum für die ebenso an der Gewinnmarge orientierten Bezirksämter ertragreich sein, wenn damit nicht gerechnet werden kann, weil es eben die Absicht solcher Freiräume ist UNBERECHENBAR zu sein.

Die Kontrolle, die Gewalt und die Macht darüber soll den Behörden jedoch entzogen bleiben, bzw. werden.
Menschen die wirklich selbstentschieden ihre Form von Leben und (Gegen-)Kultur gestalten wollen, lassen sich eben nicht katalogisieren oder schematisieren (denn sie verkaufen nichts im Sinne der direkten kapitalistischen Verwertungslogik).

Warum hat das Bauamt also z.B. nicht von sich aus den Vorschlag gemacht oder eher einem zugestimmt, daß die NutzerInnen ihre Gebäude selbst sanieren? (Was sie vermutlich sogar bereits z.T. getan haben.) Wollten da etwa andere Kontrollorgane noch ein Wörtchen mitreden? Besprochen worden ist das Thema "Schnapsfabrik" nämlich mit Sicherheit auf nichtöffentlichen Versammlungen.
Es muss also amtlich intern beschlossene Sache gewesen sein, daß ein solches "Zentrum" in einem sog. sozialen Randbereich (bis sog. sozialen Brennpunkt, im sog. Millieu), siehe die Auseinandersetzungen der kalker Jugendlichen in den letzten Jahren * , nicht gewollt und "sicherheitshalber" nicht geduldet wird (werden kann).
Woran das nun wieder liegt können alle die um die soziale Ausgrenzung in der BRD und anderswo wissen an drei Fingern abzählen...

In Köln gibt es aber noch genug leerstehende, ungenutzte, Gebäude, Flächen, Lager-Hallen, aus denen mit ein wenig Phantasie, gegen die gewollte triste, graue bis bunt zugeklatschte Einfalt, sehr schöne Anlagen für Kunst, Musik, Tanz und mehr gemacht werden können.
Packen wir es also an!

Denn hier wie überall unter den herrschenden Vorbedingungen gilt: Freiräume werden erkämpft nicht erbettelt. **

Friede den Hütten - Kampf den Palästen!





* einen Vortrag und eine Diskussion dazu gab es Köln Kalk am 25.01.09;  http://www.naturfreunde-koeln.de/haus_kalk/NFH_Plakat08-09_.pdf;
„Pariser Verhältnisse“ & „Kalker Jugendliche“
mit Bernhard Schmidt und NN, Gruppe AFRICA Paris, sowie SOMOST Kalk.
Aus der Reihe „Kalk und die Welt am Sonntag Nachmitag: Kapitalismus, Subjekte, Widerstand.“
Präsentiert von SOMOST Kalk. Eintritt: Ab 2,50€ Spende nach Selbsteinschätzung, inkl. Essen und Kaffepausen.

Ebenso dort ( http://www.naturfreunde-koeln.de/haus_kalk/index_haus_kalk.htm) am:
** 01. März, 12h-18h „Cluster - die neue Etappe des Kapitalismus“.
Buchvorstellung und Diskussion lokaler Phänomene mit Detlef Hartmann.
Aus der Reihe „Kalk und die Welt am Sonntag Nachmitag: Kapitalismus, Subjekte, Widerstand.“
Präsentiert von SOMOST Kalk. Eintritt: Ab 2,50€ Spende nach Selbsteinschätzung, inkl. Essen und Kaffepausen.

+++

22. März, 12h-18h: What‘s new, economy?
Neueste Erkenntnisse zur Weltwirtschaftskrise von KONKRET-Wirtschaftsexperte Stefan Frank.
Aus der Reihe „Kalk und die Welt am Sonntag Nachmitag: Kapitalismus, Subjekte, Widerstand.“
Präsentiert von SOMOST Kalk. Eintritt: Ab 2,50€ Spende nach Selbsteinschätzung, inkl. Essen und Kaffepausen.




PS: Der Autor ist weder Mitglied bei den "Natur"freundInnen noch in einer Gruppe aus Kalk. Stellt sich aber solidarisch zu allen emanzipatorischen Ansätzen des Ausbruchs aus dem System und hat die Vorgänge rund um die Bewegung der sozialen Zentren in Köln seit längerem aktiv beobachtet.



Faschismus entwurzeln, Kapitalismus abschaffen.

Tanzdemo

. 02.02.2009 - 11:45
um alles beisammen zu halten mal der link zum aktuellen demobericht

 http://de.indymedia.org/2009/01/240795.shtml

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