Soldatengottesdienst im Kölner Dom

Meisner wegtreten 14.01.2009 14:30 Themen: Militarismus
Für Verwunderung sorgte nicht nur die Predigt von BundesFeldkardinal Meisner sondern auch die Tatsache, dass er diese gut hörbar mit der Musik aus Sergio Leones Film “Spiel mir das Lied vom Tod” unterlegt hatte!
Spiel mir das Lied vom Tod
beim Soldatengottesdienst im Kölner Dom

Am 8. Januar versammelte sich um 8 Uhr trotz eisiger Kälte vor dem Dom ein antimilitaristisches Empfangskomitee, bestehend aus ca. 40 Menschen und der Samba-Gruppe “Rhythms of Resistance“ um Generalfeldkardinal Meisner zu seinem jährlichen Soldatengottesdienst lautstark zu begrüssen.

Gegen 9 Uhr huschte er fast unbemerkt ohne militärische Eskorte in den Dom. Hier produzierte er dann seine durch keine Altersweisheit getrübte Erbaulichkeiten. Er stellte zwar Fragen zu Armut und Frieden, fand aber mit untrüglichem Instinkt wie gewohnt die falschen Antworten. Er fragte, ob man mit dem Militär nicht den Bock zum Gärtner macht bei der ”Armutsbekämpfung”, wie es um die Friedenskompetenz der Soldaten bestellt ist, ob eine Soldateska, die plündert und mordet, raubt und vergewaltigt (siehe Transparent am Dom zum Öffentlichen Gelöbnis der Bundeswehr im November 2005) etwas mit dem Aufbau von Frieden und Wohlstand zu tun hat.

Kardinal Meisner aber stilisierte die Soldaten zu pazifistisch gesinnten Sankt Martins hoch. Er meinte, dass das Militär in einer Demokratie über Ordnung und Sicherheit in der Heimat wache (denkt er dabei an den Einsatz der Bundeswehr im Innern?), demokratische Armeen seien Verteidiger des Guten und der Wahrheit, sie verteidigen die zu Unrecht angegriffenen (siehe USA- Irak- Afghanistan…). Auf zu neuen Kreuzzügen im Namen seiner Religion! Einige Demonstranten forderten daher auch: ”Mit Meisner in den Heiligen Krieg”.

Ist ihm immer noch nicht klar- oder liest er keine Zeitung- dass Soldaten unter dem Druck ihr Leben zu verlieren IMMER zur Soldateska werden, dass Soldaten von Politikern IMMER zum falschen Zeitpunkt (wenn der Karren in den Dreck gefahren ist!) oder für die falsche Sache eingesetzt werden (nicht gegen die Armut, sondern für ”unsere Interessen“)?

Für Verwunderung sorgte nicht nur seine Predigt sondern auch die Tatsache, dass - wie Ohrenzeugen berichteten- der Kardinal diese für viele Anwesende gut hörbar mit der Musik aus Sergio Leones Film “Spiel mir das Lied vom Tod” unterlegt hatte!



Der Kreuzzug des Kardinal Meisner:
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Fanatische Feldzüge gegen Abtreibung und Homosexualität, das Verbot multireligiöser
Schulgottesdienste, die mehrfache Verharmlosung des Holocaust und nicht zuletzt die
segnenden Aufrufe zum ungezügelten Angriffskrieg im Rahmen der jährlichen
Soldatengottesdienste zeichnen Kardinal Meisner als „notorischen geistigen Brandstifter“ aus.

Wer sich aufgrund der Fülle von Meisners gezielten Hasspredigten nur noch an seinen Rückgriff auf Nazi-Vokabular bei der Kritik an „entarteter“ Kultur erinnert, musste heute mit neuen
Ungeheuerlichkeiten bei der Zusammenkunft der angriffslustigen Vorbeter Kardinal Meisner und
Verteidigungsminister Jung im Dom rechnen.

In Köln, dem größten Bundeswehrstandort, schwört der Glaubenskrieger jedes Jahr mehr als tausend
Soldatinnen und Soldaten auf seine Interpretation der aktuellen „verteidigungs“-politischen Richtlinien
ein. Zu dieser christradikalen Weihung aktueller Kriegseinsätze versammelt sich mittlerweile eine ganze
Riege getreuer Schäfchen aus der Verteidigungs- bzw. Angriffsprominenz der Bundeswehr.
Gerüstet mit der jährlichen Segnung ist der deutsche Soldat als erneuter Angriffskrieger über jeden
Vorwurf erhaben, denn nur "Menschlichkeit ohne Gottesglauben verkommt in Brutalität." Konkreter:
"Einem Gott lobenden Soldaten kann man guten Gewissens Verantwortung über Leben und Tod
anderer übertragen, weil sie bei ihm gleichsam von der Heiligkeit Gottes mit abgesegnet sind." So reiht
sich der Predigtspruch aus dem Jahre 1997 als wohl berühmtester Auswurf des Kölner Feldkardinals
nahtlos in den kreuzzüglerischen Wortschwall ein: „In betenden Händen ist die Waffe vor Missbrauch
sicher“. Ist doch der Soldat, so erkannte der Militarist Meisner aufgrund höherer Eingebung
bereits 1993, "als Inbegriff der strafenden Gerechtigkeit die letzte Möglichkeit, das Böse im Menschen
zu bannen."

Soldaten sind "Verkünder der Wahrheit des Friedens". Die Wahrheit des meisnerschen Friedens lautet
dabei ganz unverhohlen Krieg. Das ist voll und ganz kompatibel mit der bundesdeutschen
„Friedens“politik. Und so bedankt sich „Verteidigungs-“ Minister Jung zurecht beim Empfang nach dem
Soldatengottesdient für dessen Schützenhilfe bei der Legitimation derzeitiger und zukünftiger
Angriffskriege "Wir benötigen heute und in Zukunft klare Orientierungen und eine tief verwurzelte innere
Stärke, um den Bedrohungen unserer Existenz mit Festigkeit begegnen zu können."
Doch wer hofft, dass der Aufguss der unseligen Allianz von Kreuz und Schwert eine spezifisch
Meisnersche Marotte ist, irrt leider gewaltig. Meisners Hasstiraden sind keine schlimmen Entgleisungen –
sondern systematische Inszenierungen eines klerikalen Fundamentalismus, um den rechten Rand
gesellschaftlicher Debatten (wahrnehmbar) so weit wie möglich nach aussen zu verschieben. Eine
vergleichbare Funktion übernimmt Wolfgang Schäuble im innenpolitischen Sicherheitsdiskurs.
Und so können und wollen wir weder den Gotteskrieger vom Rhein noch die Bundeswehr in ihrer
Transformation zur weltweit (und bundesweit) agierenden Interventionsarmee und ihrem Bestreben
nach mehr gesellschaftlicher Akzeptanz rechts liegen lassen. Eine unwidersprochene Alltagspräsenz
des Miltärs und seiner Fürsprecher spiegelt nicht nur, sondern prägt auch gesamtgesellschaftliches
Bewusstsein zugunsten einer fortschreitenden Militarisierung des Außen und Innen.

Meisner+Bundeswehr-Wegtreten!
Joachim, fahr zur Hölle!
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Ergänzungen

Sorry, was vergessen

Grundgesetz1871 15.01.2009 - 18:34
Der Satz.. unter dem Einsatz eiden die Soldaten... mehr als die Bevölkerung Afghanistans. Ist insofern mißverständlich, als dass es sich nur um den reinen Einsatz der Bundeswehr beziehen sollte. Selbst wenn man an die unsäglichen Schüsse am Checkpoint denkt, die zum Tod einer Mutter und ihrer Kinder geführt haben. Und als Journalist habe ich schon oft Kontakt zu Journalisten die da waren. Und die sind mit Masse positiv überrascht, wie die BW in Afghanistan agiert. Das die Bevölkerung in Afghanistan leidet steht völlig außer Frage. Aber die Beseitigung des Taliban-Regimes hat zumindest für einen (nicht ganz unwichtigen) Teil der Bevölkerung Verbesserungen gebracht. Nämlich den Frauen. Wie gesagt über den Krieg und das Verhalten der verschiedenen Friedenstruppen/ Besatzertruppen kann man sich streiten.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Mal das menschliche sehen Freunde — Grundgesetz 1871

marschmusik — e.a.stein

@Grundgesetz — tut.nix.zur.sache.

@lustig — max

soldaten — werden

Bildungsferne Schichten? — Grundgesetz 1871

@max — Peter Lustig

@Grundgesetz — Peter Lustig

Moppelkotze — ich