Kirche macht gegen spanische Regierung mobil
Katholischen Parlamentariern wird mit Exkommunion gedroht, wenn sie dem neuen Abtreibungsrecht zustimmen. Die Sozialisten (PSOE) wollen das alte Gesetz aktualisieren und es Frauen freistellen, bis zur 14 Schwangerschaftswoche abzutreiben. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sie erneut vor der starken Rechten einknicken.
Die Katholiken in Spanien laufen erneut Sturm gegen ein Gesetz der sozialistischen Regierung. Die Sozialisten (PSOE) wollen das veraltete Abtreibungsgesetz von 1985 reformieren, wogegen die konservativen Bischöfe mit aller Macht und der Unterstützung des Vatikans mobilisieren. Der Sprecher der Bischofskonferenz Juan Antonio Martínez Camino erklärte, “man darf keine noch breiter angelegte Lizenz zum Töten ausstellen". Die Abtreibung stehe im Gegensatz zu Recht und Gesetz, meint Bischof Camino. "Es ist ein Widerspruch zum humanistischen und christlichen Weltbild, Gesetze zu beschließen, die eine Lizenz zum Töten ausstellen". Zu den Tätern zählte Camino nicht nur die Frauen, die ihre Schwangerschaft abbrechen, sondern auch die Unterstützer. Dazu gehörten auch die Abgeordneten und Gesetzgeber, welche derlei Gesetze beschließen. Die Exkommunion drohe deshalb nicht nur den Frauen, "sondern allen, deren direkte Unterstützung notwendig ist, um die Abtreibung durchzuführen".
Die Kirche will die Diskussion um ein modernes Abtreibungsrecht beeinflussen. Vorgesehen ist, dass Frauen über die Abtreibung bis zur 14 Woche frei entscheiden können. Bisher gehört Spanien eher zu den restriktiven Ländern in Europa. Allerdings wird das Gesetz, bis auf wenige sehr konservative Regionen, meist liberal ausgelegt. Grundlage dafür war, dass die PSOE 1985 einen Passus eingefügt hat, der eine legale Abtreibung ermöglichte. Seither ist eine Abtreibung nach einer Beratung auch dann möglich, wenn die "körperliche oder geistige Gesundheit" der Mutter gefährdet ist. Diesen Passus hatte auch die ultrakonservative Volkspartei (PP) in acht Regierungsjahren bis 2004 nicht beseitigt, die in der Öffentlichkeit gegen Abtreibungen wettert und das konservative Familienbild der Kirche verteidigt. (
http://de.indymedia.org/2008/06/220832.shtml)
Die Bischöfe kündigten neue Proteste an. Man müsse alles tun, damit den Gesetzgebern klar werde, dass die Katholiken die Abtreibung nicht wollen, fügte Camino an. Die Bischöfe wollen an die erfolgreiche Massenversammlung anknüpfen, welche sie zum Jahreswechsel in der Hauptstadt Madrid organisiert hatten. Mehrere hunderttausend Katholiken nahmen an einem Gottesdienst zur Verteidigung ihres Familienbilds teil. Auch hier standen die Abtreibungen im Mittelpunkt, die der Madrider Erzbischof Antonio Maria Rouco Varela brandmarkte. Der Vorsitzende Bischofskonferenz bezeichnete Abtreibungen dabei als "Kultur des Todes".
Unterstützung erhielten sie dafür auch aus dem Vatikan. Papst Benedikt XVI. war direkt zugeschaltet und wandte sich über Großbildleinwände an die Gläubigen und rief sie zur Verteidigung der christlichen Familienwerte auf. Damit richtete er sich, wie schon im Vorjahr, gegen die Regierung unter Jose Luis Rodriguez Zapatero. Die hatte die Kirche mit Erleichterungen bei der Ehescheidung und der Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe aufgebracht. Vor starkem Druck der Kirche sind die Sozialisten bei Vorhaben auch immer wieder eingeknickt. Statt deren Finanzierung aus dem Staatsäckel einzuschränken, wurde sie sogar ausgeweitet. Der Einfluss der meist kirchlichen Privatschulen blieb nach starken Protesten auch unangetastet. Sie dürfen die Inhalte weiter selbst bestimmen und der Staat finanziert sie mit mehr als vier Milliarden Euro im Jahr. Noch deutlich schlimmer war aber der Umfaller beim Gesetz, mit dem die Franco-Opfer rehabilitiert werden sollten (
http://de.indymedia.org/2007/11/198288.shtml).
© Ralf Streck den 07.01.2009
Die Kirche will die Diskussion um ein modernes Abtreibungsrecht beeinflussen. Vorgesehen ist, dass Frauen über die Abtreibung bis zur 14 Woche frei entscheiden können. Bisher gehört Spanien eher zu den restriktiven Ländern in Europa. Allerdings wird das Gesetz, bis auf wenige sehr konservative Regionen, meist liberal ausgelegt. Grundlage dafür war, dass die PSOE 1985 einen Passus eingefügt hat, der eine legale Abtreibung ermöglichte. Seither ist eine Abtreibung nach einer Beratung auch dann möglich, wenn die "körperliche oder geistige Gesundheit" der Mutter gefährdet ist. Diesen Passus hatte auch die ultrakonservative Volkspartei (PP) in acht Regierungsjahren bis 2004 nicht beseitigt, die in der Öffentlichkeit gegen Abtreibungen wettert und das konservative Familienbild der Kirche verteidigt. (
http://de.indymedia.org/2008/06/220832.shtml) Die Bischöfe kündigten neue Proteste an. Man müsse alles tun, damit den Gesetzgebern klar werde, dass die Katholiken die Abtreibung nicht wollen, fügte Camino an. Die Bischöfe wollen an die erfolgreiche Massenversammlung anknüpfen, welche sie zum Jahreswechsel in der Hauptstadt Madrid organisiert hatten. Mehrere hunderttausend Katholiken nahmen an einem Gottesdienst zur Verteidigung ihres Familienbilds teil. Auch hier standen die Abtreibungen im Mittelpunkt, die der Madrider Erzbischof Antonio Maria Rouco Varela brandmarkte. Der Vorsitzende Bischofskonferenz bezeichnete Abtreibungen dabei als "Kultur des Todes".
Unterstützung erhielten sie dafür auch aus dem Vatikan. Papst Benedikt XVI. war direkt zugeschaltet und wandte sich über Großbildleinwände an die Gläubigen und rief sie zur Verteidigung der christlichen Familienwerte auf. Damit richtete er sich, wie schon im Vorjahr, gegen die Regierung unter Jose Luis Rodriguez Zapatero. Die hatte die Kirche mit Erleichterungen bei der Ehescheidung und der Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe aufgebracht. Vor starkem Druck der Kirche sind die Sozialisten bei Vorhaben auch immer wieder eingeknickt. Statt deren Finanzierung aus dem Staatsäckel einzuschränken, wurde sie sogar ausgeweitet. Der Einfluss der meist kirchlichen Privatschulen blieb nach starken Protesten auch unangetastet. Sie dürfen die Inhalte weiter selbst bestimmen und der Staat finanziert sie mit mehr als vier Milliarden Euro im Jahr. Noch deutlich schlimmer war aber der Umfaller beim Gesetz, mit dem die Franco-Opfer rehabilitiert werden sollten (
http://de.indymedia.org/2007/11/198288.shtml). © Ralf Streck den 07.01.2009
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abtreibung — mussausgefülltwerden
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