[Gaza] Israels "sauberer" Krieg

Sayid Jarrah 03.01.2009 14:35 Themen: Militarismus Repression
Im Gegensatz zur rauen Libanonoffensive 2006, in der die Vernichtung und Auslöschung der radikal-islamischen Hisbollah sowie hartes Vorgehen propagierte wurde, deckt Israel seine aktuellen Angriffe auf den Gaza-Streifen in einen Mantel der sauberen und gezielten Kriegsführung ein – zu Unrecht.
Bereits zu Beginn dieser Offensive legte die israelische Regierung einen sehr gemäßigten Ton an den Tag. Man beabsichtige die Erhöhung des Druckes auf die radikal-islamische Organisation Hamas, die den Gaza-Streifen mit rund 1,5 Millionen Einwohnern kontrolliert. Diese Offensive sei „diplomatischer“, da sie zur Zustimmung politischer Forderungen Israels Richtung Hamas führen solle und offiziell nicht die pure Auslöschung der Organisation mit sich ziehe. Die Angriffe sollen in erster Linie nicht zerstören, sondern einschüchtern. Die Hamas wehrt sich mit selbstgebauten Blindgänger-Bomben, Herkunft: Iran.


Bemühungen nach sauberes Image – aber warum?

Israel ist also um einen „sauberen Krieg“ bemüht, denn was anderes kann es sich gar nicht leisten. Schließlich hagelt es – wie immer – Kritik von vielen Staaten, ob nun gebündelt in der UN- bzw. EU-Erklärung oder in Form von mehr oder weniger schärferen Schriften wie der des Vatikans und Chinas. Lediglich die USA unterstützen Israel munter weiter, dazu Außenministerin Rice: „Die Eskalation ging von der Hamas aus.“

Als einen ebenso wichtigen Grund können die für den 10. Februar angesetzten Präsidentschaftswahlen gesehen werden. Nach Präsident Olmerts Rücktritt als Parteichef wird dieser dadurch auch seinen Posten als Staatsoberhaupt abgeben. Ab dann sind zwei der Favoriten für den 10. Februar gleichzeitig die Hauptakteure dieser Offensive. Allen voran Ehud Barak, Verteidigungsminister und Vater der Operation „Gegossener Blei“, gleichzeitige Spitze der israelischen Arbeitspartei. Er prahlt mit einer „sechsmonatigen Vorbereitungszeit der Operation“ über seinen angeblich sauberen Krieg. Ebenso gute Chancen hat Olmerts Nachfolgerin in der regierenden Kadima-Partei, Zipi Livni, noch Außenministerin. Auch bemüht sich um ein besseres Bild ihres Staates bei ausländischen Amtskollegen, nicht weniger um Stimmen im eigenen Land buhlend als Barak.


IAF goes YouTube

Zwei Tage vor Sylvester richtete die IAF (Israelian Air Force) einen eigenen YouTube-Kanal ein, auf dem propagandistische schwarzweiß Aufnahmen gezielte sowie gelungene Anrgriffe auf Hamas-Infrastrukturen im Gaza zeigen. Dort werden beispielsweise Tunnel und Lager imposant und mit einer hervorgehobenen Treffsicherheit dem Erdboden gleichgemacht. Darunter finden sich primitive Kommentare wie „Go Israel!“. Als die ersten kritischen Beiträge der reflektierteren YouTube-Nutzer folgten, wurden diese gelöscht und jene Funktion des ergänzenden Beitrags deaktiviert.
Insbesondere der letzte Schritt zeigt die Intoleranz der israelischen Regierung zur Kritik gegen die Operation „Gegossener Blei“. Mitunter soll durch diesen Kanal das Zahlenverhältnis der Toten unter den Tisch gekehrt werden: der Gaza-Streifen brachte in dieser Woche über 420 Tote (darunter knapp 100 Zivilisten und lediglich zwei bis drei bedeutungsvolle Hamas-Persönlichkeiten) sowie 1.500 Verletze hervor, in Israel fielen vier Zivilisten. Auch die Tatsache, dass Universitätsgebäude und Krankenhäuser zerstört werden, finden kaum Erwähnung und passen nicht ins Bild dieser Onlinemaßnahme. Die Begründung ist jedes Mal dieselbe: diese Gebäude stellen potentielle Waffenlager der Hamas dar.


Open Borders?! Part 1

Israel betonte klar und feierlich, dass es die Grenzen zum Gaza für Hilfsgüter offen halte. Alles andere ist aufgrund des internationalen Drucks gar nicht möglich.
Doch die Regierung in Jerusalem schaffte es tatsächlich, für eine lange Zeit keine ausländischen Journalisten in den Gaza-Streifen zu lassen. Ein klarer Widerspruch zur sauberen Kriegsführung, wenn unabhängige Berichterstatter keinen Zutritt haben. In so einem Fall hat wer was zu verbergen. Mittlerweile hat der Oberste Gerichtshof Israels den Journalistenfluss nach Gaza genehmigt.


Vorwarnung für Evakuierung?

Die Kritik gegen deutlich zu viele Zivilopfer im Gaza wurde zu laut: Israel reagierte. Laut eigenen Angaben zufolge gäbe es vor den letzten Militärschlägen Vorwarnungen für die Bewohner des Gaza-Streifen. Angeblich sollten sog. Schockbomben ohne Sprengwirkung sowie von der IAF eingehende Telefonate bei dicht besiedelten Gaza-Orten die Menschen zur Evakuierung bringen.
Dieser äußerst humane Schritt wird von einer Tatsache überschattet: Wohin evakuiert man Menschen aus dem Gaza-Streifen (dem am dichtesten bevölkerten Ort weltweit) bei komplettem Ausreiseverbot?


Open Borders?! Part 2

Erneut musste Israel regieren. Der Grenzübergang Eres wurde geöffnet, für eine mickrige Zahl von 300 Menschen (zur Erinnerung, Einwohnerzahl Gaza: 1,5 Millionen).
Es folgte eine weitere Bedingung: die Ausreißer müssen in Besitz eines ausländischen Passes sein. Da jedoch fast alle Gaza-Bewohner lediglich einen palästinensischen Pass zur Verfügung haben, ist diese Maßnahme praktisch wirkungslos. Die Verschonung von zivilen Opfern genießt bei der israelischen Regierung eindeutig nicht die höchste Priorität; die Aktion war rein symbolisch und um ein besseres Prestige bemüht.



Fazit: Der „saubere Krieg“, dessen Begriff ohnehin auf viel Skepsis stößt, bleibt aus. Im Vergleich zur Libanonoffensive bemüht sich Israel nach außen hin um eine humanitärere und diplomatischere Haltung, doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Laut neuesten Aussagen der internationalen Hilfsorganisation „Care“ ist die Gesundheitsversorgung „am Rande des Einbruchs“, da 87% der Patienten sich im „kritischen Zustand“ befänden. Auch die Energieversorgung stehe „kurz vor dem Kollaps“. Bemerkenswert, dass Livni Tage vorher keine Mängel feststellen ließ, woraufhin sie einen kurzweiligen Waffenstillstand zwecks Versorgung ablehnte (Info). Die Strategie, welche die USA in Irak geführt haben (alles bombardieren und auf Erfolge hoffen), setzt die israelische Regierung – trotz anfänglicher Vermeidungsversuche – fort.
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Ergänzungen

Pure Eindimensionalität!

veganxedge 03.01.2009 - 16:33
"Die Strategie, welche die USA in Irak geführt haben (alles bombardieren und auf Erfolge hoffen), setzt die israelische Regierung – trotz anfänglicher Vermeidungsversuche – fort."

Sag mal, für so eine Behauptung ist deine Beweisführung ja mehr als lächerlich. Der Vergleich hinkt und die Absicht, welche dahinter steht, grinst den Leser frech an. Wenn der Krieg nach gleichem Muster geführt würde, wäre der Gazastreifen, welcher nun so groß nicht ist, ein Trümmerfeld. Es würde weit mehr als die bisherigen rund 50 zivilen Opfer geben.
Wer so tut als würde die Hamas diesen Konflikt, ähnlich wie damals die Hizbolla im Libanon, nicht bewusst gesucht haben, sie also komplett aus der gesammten Diskussion heraushält, kann nicht erwarten jemals ein wirkliche Lösung für diesen Konflikt zu finden.

Wer nichts besseres weiss als Israel als einseitigen Aggressor hinzustellen ohne den permanenten Kassam Beschuss und die Selbstmordattentate zu erwähnen, ist nichts anderes als ein eindimensionaler Fanatiker!

Was besonders auffällig ist, ist wie diese Eindimensionalität ohne Probleme in plumpen ekelhaften Antisemitismus kippen kann!

Stärkt die progressiven Elemente auf beiden Seiten aber bekämpft die Hamas!

Propaganda war: trusting what we see?

Paul Reynolds, bbc 03.01.2009 - 16:37
Israel has tried to take the initiative in the propaganda war over Gaza but, in one important instance, its version has been seriously challenged.

The incident raises the question of how to interpret video taken from the air.

Israel released video of an air attack on 28 December, which appeared to show rockets being loaded onto a truck. The truck and those close to it were then destroyed by a missile.

This was clear evidence, the Israelis said, of how accurate their strikes were and how well justified. A special unit it has set up to coordinate its informational plan put the video onto YouTube as part of its effort to use modern means of communications to get Israel's case across.

The YouTube video has a large caption on it saying "Grad missiles being loaded onto the Hamas vehicle." As of Saturday morning UK time, more than 260,000 people had watched it.

Different version

It turned out, however, that a 55-year-old Gaza resident named Ahmed Sanur, or Samur, claimed that the truck was his and that he and members of his family and his workers were moving oxygen cylinders from his workshop.


Ahmed Sanur is challenging Israel's claim that rockets were targeted

This workshop had been damaged when a building next door was bombed by the Israelis and he was afraid of looters, he said.

The Israeli human rights group B'Tselem put Mr Sanur's account on its website, together with a photograph of burned out oxygen cylinders.

Mr Sanur said that eight people, one of them his son, had been killed. He subsequently told the Israeli newspaper Haaretz: "These were not Hamas, they were our children... They were not Grad missiles.".

The Israeli response was that the "materiel" was being taken from a site that had stored weapons. The video remains on You Tube.

But the incident shows how an apparently definitive piece of video can turn into something much more doubtful.


B'Tselem said these cannisters were near the destroyed truck

It is reminiscent of an event in the Nato war against Serbia over Kosovo in 1999. In that case, a video taken from the air seemed to show a military convoy which was then attacked.

On the ground however it was discovered that the "trucks" were in fact tractors towing cartloads of civilian refugees, many of whom were killed.

Israel effort

The Israeli propaganda effort is being directed to achieve two main aims.

The first is to justify the air attacks. The second is to show that there is no humanitarian calamity in Gaza.

Both these aims are intended to place Israel in a strong position internationally and to enable its diplomacy to act as an umbrella to fend off calls for a ceasefire while the military operation unfolds.

Israel has pursued the first aim by being very active in getting its story across that Hamas is to blame. The sight of Hamas rockets streaking into Israel has been helpful in this respect.

It has also allowed trucks in with food aid and has stressed that it will not let people starve, even if they go short.

Israel appears to think its efforts are working.

One of its spokespeople, who has regularly appeared on the international media, Major Avital Leibovich, said: "Quite a few outlets are very favourable to Israel."

Ban on foreign media

Israel has bolstered its approach by banning foreign correspondents from Gaza, despite a ruling from the Israeli Supreme Court.

The Arab television news channel Al Jazeera is operating there and its reports have been graphic and have affected opinion across the Arab world. The BBC also has its local bureau hard at work.

But the absence of reporters from major organisations has meant, for example, that Mr Samur's story has not been as widely told as it probably would have been, or his account subject to an on-the-spot examination.

Meanwhile Israel has received good coverage of the threats and damage to its own towns and communities.

Whether Israel retains any propaganda initiative is not all certain. Pictures of dead and wounded children have undermined its claim to pinpoint accuracy and the longer this goes on, the greater the potential for world public opinion to swing against it, with diplomatic pressure building for a cessation.

Its presentational problems would be hugely increased if it engaged in a ground operation, which would bring with it more pictures of death and destruction.

Update: several readers have e-mailed to ask whether I believe Hamas. One said I had "bought into" Hamas propaganda. Another that I should have dealt with Hamas' claims: "What's missing speaks volumes about your one-sidedness."

I do not believe anyone's "propaganda." We seek to verify all claims, from whatever source. One of the main claims in Gaza at the moment is the serious situation for the population. Having reported from Gaza many times over the years, I know how crowded parts of it are and how dependent the people are on food aid from the UN. This means they have no other source of supply but equally, if the system is working, they should be getting enough to get by on. The problem is that foreign correspondents cannot get in to establish the exact situation for themselves.

@ Glatze

Sayid 03.01.2009 - 17:58
die von den palästinensern angegebenen zahlen möchtest du gar nicht wissen. das sind zahlen von internationalen hilfsorganisationen in Gaza, meist medizinische Abteilungen, die als behandelne Ärzte wohl einen der besten Überblicke haben

uups-an american school!

bombed by idf 03.01.2009 - 18:59
Bethlehem – Ma’an – Israeli warplanes leveled an American-style private school on Saturday morning that employees say had no connection to the Hamas rulers of the Gaza Strip or to armed activity in the Strip.

The American International School in Gaza (AISG) in Beit Lahiya was founded by Americans in 2001. An elite private institution, AISG stressed teaching English as a second language and instilling progressive, enlightened values in its students using an American curriculum.

Now, more than 200 students and dozens of faculty and staff will have nowhere to go when Israel ends its aggression on the Gaza Strip.

“I have no idea what will happen to us,” said Rawan Al-Masri a first grade teacher at the K-12 school. “Where will the students study? Now there is nothing.”

The school, according to its websie, has a mission to teach such ideals as “An understanding and appreciation of global interrelationships to face the opportunities and challenges of a constantly changing world,” and “Engage social consciousness,” is culturally distant from Hamas’ political Islam.

Al-Masri, spoke on the phone from her home in Gaza City, where she and her family have been hunkered down for eight days. A airstrike nearby blew out the windows, so the family is shivering, without electricity or gas to cook with.

The school consisted of two to three buildings, which Al-Masri said would have taken separate rockets to destroy. The early morning airstrike killed just one person, security guard Salim Abu Qalil.

The American International School is just one of the targets destroyed in the 700 separate aistrikes Israel launched out since 27 December. The Israeli military on Saturday morning said it had destroyed a “college” that was linked with Hamas military activity.

Explosions cracking in the background, Al-Masri expressed despair for the children at the school who have known only war. “They didn’t live their childhood,” she says.

“But they do know the difference between an F16 and an Apache,” explaining that Gazans of all ages have learned to differentiate between the sounds of the American-made jets and helicopters that have rained fire down on them. She says they have come to prefer the thump of helicopter blades, knowing that the supersonic jets will be less accurate with their missiles.

“It’s a disaster,” she adds, “Their target is now the civilians. They won’t finish until they kill all of us.”

Fakten

statt^^ 03.01.2009 - 19:42
Propaganda

Hamas versteckt sich in Krankenhäusern

Eine reformistische Tageszeitung in Iran kritisiert die Hamas, das Leben von Zivilisten, unter ihnen Kindern, zu riskieren, indem sie ihre Kräfte in Kindergärten und Krankenhäusern versteckt. Dies berichtete am 1. Januar die palästinensische Tageszeitung Al-Ayam. Die palästinensische Tageszeitung fügte hinzu, dass die iranische Regierung die Büros der Zeitung im Gegenzug geschlossen hat.

 http://fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2505

Zur israelischen Militäroperation

Während letzter Nacht hat die IAF ca. 20 Hamas-Ziele im Gaza-Streifen angegriffen. Unter den Zielen waren: eine Moschee in Jabaliya, die als Terrorstützpunkt und Lager für Raketen und Munition benutzt wurde. Die Explosion zog weitere Detonationen nach sich, was auf die hohe Menge des dort gelagerten Sprengstoffs hinweist. (siehe IAF-Luftaufnahme:  http://www.youtube.com/watch?v=LCVr7MBhgj0&eurl)

 http://fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2504

Israels Positionen zu den aktuellen Geschehnissen

Die bisherigen Ergebnisse der Operation deuten daraufhin, dass die Hamas schwere Schläge erlitten hat - gegen Hauptquartiere, Terroristen, Waffen- und Munitionslager, Tunnel, sowie Ihre Fähigkeiten, Waffen zu produzieren. Trotzdem sind sie noch immer in der Lage Raketen abzufeuern.

 http://fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2503

Klischees und Wirklichkeit in Zeiten des Krieges

Im Kampf Israels gegen die Hamas bestimmen längst die üblichen Missverständnisse die öffentliche Wahrnehmung. Israel kämpft nicht alleine gegen eine Terror-Organisation, die das Land bedroht und auch der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen schadet - Israel kämpft auch gegen die vorschnellen Verurteilungen seines Militäreinsatzes. Nahost-Korrespondent Ulrich W. Sahm (Jerusalem) kommentiert die häufigsten Behauptungen in Zeiten des Krieges. (ad)

 http://fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2497

Krawalle nach Demo in Paris

Süddeutsche Newsticker 04.01.2009 - 08:20
Nach einer Demonstration gegen das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen ist es in Paris zu Krawallen gekommen. Hunderte Randalierer stürzten in der Innenstadt Autos um und setzten sie in Brand. Sie warfen Schaufenster ein und lieferten sich Schlachten mit der Polizei. Dabei wurden die Polizisten auch mit Stühlen aus Straßencafés beworfen. Die Beamten setzten Tränengas ein.

Dialog statt haue

Er 04.01.2009 - 13:31
Warum muss man sich eigentlich immer komplett mit einer Seite solidarisieren?
Vor allem nützt es nichts, jetzt mit dem finger auf eine seite zu zeigen, die dann nur verärgert ist. Die andere Seite ist bestärkt, macht weiter, der Konflikt endet nicht. Sowohl der Krieg als auch die anschläge sind widerlich. Jetzt geht es darum sich mit den Opfern(!) auf beiden Seiten zu solidarisieren, weder einseitig, noch gar mit den Tätern beider Seiten. Zudem geht es mir immer zu sehr darum sich mit irgendwem komplett zu solidasieren und zu wenig um beidseitig korrekte darstellungen. Noch weniger, und das is das traurigste, geht es um einen Diskurs über Lösungen.
Dieser Konflikt kann nur gelöst werden, wenn wir versuchen, alle seiten zu verstehen, und wenn jeder Mord verurteilt wird. Wir dürfen unsere Solidarität nicht dem weniger mordenden verkaufen. Solidarität ist immer an Grundsätze zu binden (kein Krieg, rassismus, etc.), die hier keiner wirklich erfüllt.
Und ja, ich verstehe, das Staaten und Kulturen aus der Historie erwachsen, mit Grenzen, Konflikten, und allem was dazu gehört. Nur dieses "Existenzrecht für Palästina" bzw. "Existenzrecht des heutigen Israel" und andere Argumentationen sind nur begrenzt anwendbar. Denn wichtiger als was irgendwie an historischen ansprüchen (ohnehin illegitim da nur gebunden an herrschaft, staaten, völker usw.) gewachsen ist, ist hier das diese Ansprüche sich friedlch annähern müssen. Dann muss halt n Staat aufn paar m² verzichten. Wenn dadurch Tausende Leben gerettet werden sollte es das doch wohl wert sein.

Hört einfach ma auf irgendn histriegedöns über leben zu stellen

bodenoffensive

Sayid 04.01.2009 - 13:49
ich gucke den ganzen morgen schon bbc:
zu veganxedge's hoffnung, die ich im grunde teile: "Hoffentlich ist die grade eingeleitete Bodenoffensive nur von sehr kurzer Dauer und verbunden mit massiver humanitärer Hilfe"

- eine kurze dauer ist nicht abzusehen, die bodentruppen haben sich im harten Feld des Gaza "verheddert"
- humanitäre Hilfe ist im moment nach wie vor ein utopischer begriff im gaza streifen, angekündigt ja, konkrete durchführungspläne noch nicht genehmigt

wieder wurde ein ziviles gebäude, ein shopping-center, angegriffen. es gibt tote, bis zu 5 zivilisten (zahlen der palästinser sind noch höher) wieso wird ein einkaufszentrum angegrffen. dass sich hamas soldaten darin verstecken ist für mich kein legitimer grund, allerdings bin ich genau so wie ihr kein militärexperte.

Hier gibts Fakten

Schneckli 04.01.2009 - 18:17
Hier gibts einen englischsprachigen chronologischen Artikel von einem gewissen Adam Sheet, der klar anhand von israelischen, amerikanischen und britischen Beiträgen der Haaretz, WP und BBC aufzeigt, dass die Aggression in diesem Fall vom israelischen Staat ausging:

 http://kosher.blogsport.de/2009/01/04/fakten-zu-gaza/

Israels fatale Strategie

Sayid 04.01.2009 - 18:52
 http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/hamas-hoch-zehn/

hier ein link zu einem artikel, der die absichten und strategien der israelischen regierung durchleuchtet.
der artikel ist von uri avnery, israelischer schriftsteller, journalist und friedensaktivist.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 19 Kommentare

Sorry, aber..

Harris 03.01.2009 - 16:24
Sorry, aber dieser Artikel ist eine glatte 6.

Keine Erkentnisse, keine Lösungsvorschläge, reine Propaganda. Warum eigentlich? Geh doch mal aus deiner reflexartigen Rethorik raus und präsentiere (d)einen Beitrag zum Frieden.

Interessante Zusammenfassung!

veganxedge 03.01.2009 - 16:46
Immer das gleiche Lied

VON J. G. THAYER

Ich bin zwar kein Nahostexperte, aber nach all den Jahren, in denen ich die Entwicklungen in dieser Region verfolgt habe, bin ich zu der Feststellung gelangt, dass es ein sich wiederholendes Muster im Verhältnis zwischen Israel und den Palästinensern gibt:

-Irgendeine Institution drängt von außen auf ein Friedensabkommen.
-Diese Institution bringt Repräsentanten beider Seiten dazu, Gespräche miteinander zu
führen.
-Die Gespräche dauern eine Weile; schließlich wird ein Plan entworfen.
-Dieser Plan wird mit großem Getöse öffentlich gemacht; er sieht auf dem Weg zu einem
dauerhaften Frieden eine Reihe von Schritten vor, die beide Seiten unternehmen sollen.
-Bevor es zu ersten – versöhnlichen – Schritten kommt, wird Israel aufgefordert, als
„Geste des guten Willens“ einige Konzessionen zu machen. (Hinweis: Dies kann auch schon
vor oder gleichzeitig mit den Punkten 3 und 4 geschehen. Die Palästinenser werden
übrigens nie zu ähnlichen Gesten aufgerufen.)
-Unter großem Druck erklärt Israel sich zur geforderten „Geste“ bereit – gewöhnlich
beinhaltet sie die Freilassung von Gefangenen oder die Räumung von Siedlungen.
-Israel wird von der Weltgemeinschaft für sein „Engagement für den Frieden“ gelobt.
-Man beginnt mit der Umsetzung der Vereinbarungen, wobei Israel immer der Erste zu sein
hat, der wirkliche Zugeständnisse macht (zusätzlich zu der vorherigen „Geste des guten
Willens“).
-Israel macht die erste seiner Konzessionen und wird von der Weltgemeinschaft erneut für
sein „Engagement für den Frieden“ gelobt.
-Die Palästinenser kommen mit den ersten Ausreden, warum sie die Vereinbarungen, denen sie
am Verhandlungstisch zugestimmt haben, nicht einhalten können.
-Israel wird dazu gedrängt, einseitig mit seinen Zugeständnissen und Verpflichtungen
-fortzufahren, begleitet von der Warnung, „das Abkommen nicht zu gefährden“.
-Israel macht widerwillig weitere Konzessionen, fordert aber von den Palästinensern,
endlichen ihren Teil der Vereinbarungen umzusetzen.
-Die Palästinenser setzen ihre Hinhaltetaktik fort, suchen weiter nach Ausflüchten und
warnen, „kriminelle Elemente“ könnten „den Friedensprozess zerstören“.
-Israel kündigt an, seinen Verpflichtungen nicht mehr nachzukommen, bis die Palästinenser
damit beginnen, ihren gerecht zu werden. (Man beachte an dieser Stelle, dass Israel
bereits verschiedene Male ein Entgegenkommen gezeigt hat.)
-Die Palästinenser klagen Israel an, das Friedensabkommen zu „sabotieren“, und warnen vor
„schrecklichen Konsequenzen“.
-Eine „kriminelle Gruppe“ von Palästinensern greift Israel an.
-Die Palästinenser warnen Israel, jede Vergeltung für den Angriff werde den
„zerbrechlichen Frieden zerstören“ und zu einem Ende des Abkommens führen.
-Auch der Rest der Weltgemeinschaft bedrängt Israel, „sich zurückzuhalten“ und „die
Waffenruhe nicht zu brechen“.
-Eine andere „kriminelle Gruppe“ von Palästinensern unternimmt einen weiteren Angriff.
Israel schlägt gegen die Terroristen zurück.
-Die Palästinenser geben bekannt, Israel habe „den Frieden zerstört“, und kündigen die
Vereinbarung auf.
-Eine neue Welle von Terrorangriffen und israelischen Gegenschlägen beginnt.
-Gehe zu Schritt 1.

Trotz gelegentlicher Abweichungen: Das ist das Grundprinzip. Es gibt ein altes Sprichwort, nach dem Irrsinn etwas ist, das man immer und immer wieder tut, in der Erwartung, jedes Mal ein anderes Ergebnis zu bekommen. Es ist offensichtlich, dass das beschriebene Muster etwa ein halbes Dutzend Mal nicht funktioniert hat, aber die Welt kommt immer wieder auf es zurück. Warum um alles in der Welt tut sie das?

Die Weltgemeinschaft tut es, weil sie glaubt, damit überhaupt irgendetwas zu tun, und die meisten Politiker begreifen, dass es in ihrem Sinne ist, so wahrgenommen zu werden, als ob sie irgendetwas täten, selbst wenn (manchmal sogar besonders wenn) sie damit nichts erreichen. Die Israelis tun es, weil die Weltgemeinschaft sie beständig unter Druck setzt, es zu tun, und ihnen mit dem Entzug von Hilfe und Unterstützung droht, wenn sie sich nicht fügen. Außerdem hoffen sie stets, dass es dieses Mal doch irgendwie klappen wird. Und die Palästinenser tun es, weil es für sie von Vorteil ist, es zu tun. Denn obwohl der Prozess immer wieder von vorne beginnt, bleiben die Konzessionen, die Israel ihnen gegenüber gemacht hat, fast immer unangetastet. Dafür, dass sie an dieser Endlosschleife teilnehmen, dürfen sie behalten, was Israel im Anfangsstadium des Prozesses aufgegeben hat: Die freigelassenen Gefangenen bleiben frei, das aufgegebene Land bleibt in ihrem Besitz, und auch andere Zugeständnisse werden oft nicht rückgängig gemacht. Letztlich profitieren die Palästinenser von Israels Entgegenkommen, ohne dafür irgendeinen Einschnitt machen zu müssen. Das ist zwar ein sehr langsamer Fortschritt auf ihrem Weg zum Sieg, aber die Richtung stimmt schon mal. Es ist eine Salamitaktik.

Ich bin nur ungern Zyniker, aber wenn man mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt befasst ist, ist es die klügste und sicherste Herangehensweise. Für die nächste Runde dieses großen Spiels schlage ich deshalb eine Änderung vor: Man sollte zur Abwechslung die Palästinenser auffordern, eine „Geste des guten Willens“ zu zeigen. Man sollte von ihnen fordern, die ersten Zugeständnisse zu machen, und darauf die Vereinbarung aufbauen, die Israel mit ihnen treffen soll. Natürlich glaube ich nicht, dass das funktioniert. Aber es wird den ganzen bekannten Prozess erheblich verkürzen. Und wer weiß, vielleicht wird es – wenn ein paar Mal nach diesem neuen Muster vorgegangen wurde und Israel dabei behalten durfte, was die Palästinenser ihm vor dem Abbruch des Prozesses zugestanden hatten – echte Bemühungen geben, zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu kommen. Zumindest wäre es eine Verbesserung gegenüber dem existierenden, schwer beschädigten Modell.

Unseriöse Zahlen

Glatze 03.01.2009 - 17:43
Die oben aufgeführten Zahlen von Toten und Verletzten sind in keinster Weise glaubhauft! Palästinensiche Angaben sind meistens Propaganda und von keine offiziellen Seite bestätigt...

Macht nedlich mal Schluss mit der Propaganda auf INdymedia (egal von welchen Seiten)

aggro indy

Sayid 03.01.2009 - 17:47
um ehrlich zu sein, liebe indy gemeinde, habe ich mich auf solche comments eingestellt, denn die indy-szene neigt sich dem aggresiven antideutschsein zu. ich will euch hier wirklich nicht beleidigen. jeder hat seine meinung, und das ist auch gut so, doch das scheint von euch nicht anerkannt zu werden. ich habe hier nie angekündigt, die lösung zum nahost-konflikt parat zu haben, harris wenn du einen hast, wäre ich erfreut, wenn du ihn sachlich anhängen würdest. dr artikel hieß auch nicht "lösungsvorschlag für die beendigung des nahost-konflikts", schließlich muss nicht jeder bericht mit einem lösungsvorschlag dieser krise enden.
und zu vegan: in so einem comment den begriff antisemitismus zu bringen ist sehr bemitleidenswert. du beschuldigst mich scheinbar, sympathisant der hamas zu sein (was meines erachtens nach nirgendswo erwähnt ist); im gegenteil: ich nenne die hamas radikal-islamisch, und ich dachte es sei auf einer seite wie indy klar, dass radikal-islamisch patriarchalisch, hierarchisch, frauenfeindlich etc. bedeutet, was ein jeder linksgesonnter zu verurteilen hat.

was ich in diesem artikel aufliste, sind fakten (und keine propaganda) der einen seite. ich könnte noch einen genau so harten artikel für die hamas schreiben, aber ich fühlte mich durch aktuelle ereignisse dazu bewegt, die seite israel zu verarbeiten. ich erkläre mich solidarisch mit den Bewohnern des Gaza-Streifen, die mit der hamas nichts am hut haben wollen und keine lust mehr auf den krieg haben, den zwei sture und rachsüchtige organisationen bzw. regierungen miteinander führen. der vergleich mit den usa kommt auf, da ich mal die technologischen mittel israels und die erfolgsquote bei den opfern im gaza gegenüber gestellt habe. der vergleich wandelt von vornhinein auf einem provokanten, schmalen grat, doch die kriegsführung israels momentan in schutz zu nehmen, wohin du scheinbar tendierst, kann ich als reflektierter beobachter absolut nicht nachvollziehen...

wenn ihr irgendetwas auszusetzen habt, dann freue ich mich über die aufkeimenden diskussionen, da dieses thema nun mal sehr brisant ist, allerdings bitte ich um sachlichkeit und eventuellen gegenargumenten.

vielen dank

genau

monika 03.01.2009 - 17:51
Der erste Artikel hier in Deutschland der endlich die Wahrheit über Isreal schreibt.Ich danke Ihnen dafür.
Im Gaza-Streifen sterben unschuldige Kinder und der Kommentar von Israel-die Bomben sollten das Nachbarhaus treffen.
Ich stehe nicht auf der Seite der Hamas,aber ich stehe auf der Seite der unterdrückten Palästinenser.
Und wie immer,die Welt sieht zu-nur "blablabla".

Gegen Israel - Gegen Palästina

x 03.01.2009 - 17:54
KEIN Land hat das Recht Krieg zu führen!

youtube

farfalla 03.01.2009 - 17:55
Also wenn der autor einen youtube-account tatsächlich als eine vertretung israels im internet wahrnimmt ist eigentlich schon alles gesagt

Bevölkerung im Gaza gegen Hamas??

Sven 03.01.2009 - 18:02
@ Jarrah: "ich erkläre mich solidarisch mit den Bewohnern des Gaza-Streifen, die mit der hamas nichts am hut haben wollen und keine lust mehr auf den krieg haben"

Warum haben sie denn die Hamas gewählt? Warum lassen sie es zu, dass vom strip aus Tausende Raketen nach Israel geschossen wurden?

Und warum tolerieren sie seit einem Jahr eine Hamas-Regierung, die als erstes mal ein paar Dutzend PLO-Polizisten öffentlich erschießen lässt? Wo war da eigentlich Euer Protest? Das hätte Israel mal machen sollen, ein paar Araber hinter die Dünen führen und abknallen. Wenn Hamas das macht, regt sich niemand auf. Ist das jetzt Heuchelei oder was?

Und jetzt ist wieder Geschrei. Es kotzt an, dass kleine Kinder unter dem Krieg leiden müssen. Das ist in jedem Krieg so, aber man muss halt schauen, wer angefangen hat.

Zur Veranschaulichung bitte mal hier kucken (wobei Israel John Cleese wäre):
 http://www.youtube.com/watch?v=IhJQp-q1Y1s

Das löst den Konflikt nicht, aber muss halt einfach mal sein!

@ farfalla

Sayid 03.01.2009 - 18:11
farfalla, das ist ein von der luftwaffe bestätigter account. wer kommt sonst an solches videomaterial? check den kanal mal ab, dann wirst du schon sehen.

ich nehme zu den weiteren kommentaren von nun an keine stellung mehr. ich freue mich auf antworten von veganx, aber ich muss hier nicht jeden einzelnen satz rechtfertigen und mir in die schuhe schieben lassen, es sei alles erfunden.

vielen dank

@ veganxedge

egal 03.01.2009 - 18:22
-rund 50 zivilen Opfer-
Die UN gab an, dass mindestens 1/4 der bisherigen Todesopfer Zivilisten seien.bei 422 sind das deutlich mehr als 50 und einem tag später kamen nochmals 14 dazu.
Durch die israelische Luftwaffe wurde mit Nizar Rayan ein erstes ranghohes Mitglied der Hamas mitsamt zwei seiner vier Frauen und seine 12 Kindern getötet.das sind mehr tote zivilisten allein in dieser familie als alle israelischen opfer seid ende der waffenruhe zusammen.

zu deiner zusammenfassung sei gesagt außer im gaza streifen hat israel noch keine siedlung geräumt,ehr noch welche gebaut und ausgebaut.die siedlungen in gaza wurden auch nicht als zugeständnis an die palestinenser gräumt sonder weil sie einfach zu teuer waren.ein riesiges militärisches aufgebot mit imensen kosten wollte sharon für 800 siedler nicht mehr aufrechterhalten.
auch die palestinenser mußten vorleistungen bringen,eine der wichtigsten war die anerkennung israels.
diese anerkennung gestaltet sich rechtlich schwierig da israel keine festen grenzen hat.
die palestinenser sollen eine staat anerkennen von dem sie nicht wissen wieviel ihren landes er in zukunft beansprucht.inzwischen sind es 45% des wetsjordanlandes.
der obige bericht ist einseitig doch deine ergänzung ist es auch.
-
Dafür, dass sie an dieser Endlosschleife teilnehmen, dürfen sie behalten, was Israel im Anfangsstadium des Prozesses aufgegeben hat-
anders geht es ja auch nicht denn der friedensprozess so zäh wie er ist kann ja auch nur in eine richtung gehen.
 http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d8/Westbankjan06.jpg

-Man sollte zur Abwechslung die Palästinenser auffordern, eine „Geste des guten Willens“ zu zeigen.-was sollen sie denn machen,sie können doch gar nichts tun außer auf gewalt verzichten.
doch die frage ist doch ob israel danach alle siedlungen räumt und sich vollständig aus den besetzten palestinensergebieten zurückzieht alle militärischen anlagen einschließlich der mauer abbaut und der bildung eines palestineserstaates entlangt der grünen linie von 1967 zustimmt.
ein ist sicher ohne druck bewegen sich die nationalkonservativen keinen milimeter.
da dieser druck nicht von aussen(usa,europa,russland)kommt kann er nur von den palestinensern kommen,und da die nunmal keine panzer haben versuchen sie eben mit qassambeschuß internationale aufmerksamkeit zu bekommen.

-Man sollte von ihnen fordern, die ersten Zugeständnisse zu machen, und darauf die Vereinbarung aufbauen,-
welche zugeständnisse?wer nicht hat kann nichts geben,sollen sie vieleicht aufs jordantal verzichten nur weil es 90% der wassererserven des westjordanlandes enthält.
sollen sie freiwillig in unfruchtbare resevaten gehen.jeden tag zerstören israelische bulldozer palestinesische olivenplantagen.jeden tag nicht nur montags oder mittwochs nein jeden tag.

in einem hast du recht hier ist die weltgemeinschaft gefordert,doch wer will schon unsoldaten schicken.immer wieder hat israel un-blauhelme getötet und nicht grad wenige.
die letzten erst vor ein paar monaten im libanonkrieg.
europa müßte auch mehr druck auf die arabischen länder ausüben die die hamas unterstützen.im speziellen syrien.doch syrien hat eigene ungelößte probleme mit israel und möchte die vorhergeklärt wissen.ich rede über die rückgabe der golanhöhen die israel im sechstagekrieg eroberte und danach annektierte.
-1964 begann Israel, Wasser aus dem Jordan für seinen National Water Carrier abzuleiten. Im Jahr darauf begannen die arabischen Staaten mit dem Bau des Headwater Diversion Plan, welcher einmal fertiggestellt, den Banias-Strom und den Hasbani umleiten sollte, so dass Israel von diesen essentiellen Wasserquellen abgeschnitten gewesen wäre. Diese Maßnahme hätte 11% des gesamten Wasserhaushaltes Israels getroffen. Die israelische Armee griff das Kanalprojekt im März, Mai und August 1965 an und setzte damit gegenseitige gewaltsame Grenzkonflikte in Gang, welche direkt mit den Ereignissen, die zum Sechstagekrieg führten, in Zusammenhang stehen.-
-rabin als generalsstabschef der idf zum 6 tagekrieg„Ich glaube nicht, dass Nasser einen Krieg wollte. Die zwei Divisionen, die er am 15. Mai in den Sinai schickte, hätten nicht ausgereicht, um eine Offensive gegen Israel auszulösen. Er wusste es, und wir wussten es.“

was hat der 6 tagekrieg damit zu tun?vieles in diesem krieg eroberte israel den gazastreifen,die golanhöhen,das westjordanland und die shebaafarmen.
und nicht ein gebiet wurde bis heute zurückgegeben außer dem sinai doch den eroberte agypten zur hälfte selbst zurück.

vor allem die usa als hauptfinanziere aller israelischen militäraktionen sollten ihre kritiklose unterstützung auf geben und konsequet israel zum frieden drängen.
europa sollte syrien und den libanon,russland den iran auf friedeskurs bringen.
damit die jüdischen menschen in israel endlich ohne angst ins bett gehen können.

Bitte ausgewogen berichten.

Pat 03.01.2009 - 19:38
Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn aus der palästinensischen Position heraus berichtet wird, und auch nicht, wenn die palästinensische Haltung dabei deutlich wird. Dieser Bericht wirkt auf mich jedoch wie Propaganda, die sich der gleichen Methoden bedient, wie in der Vergangenheit das Gedenken an die Opfer des Dresdener Bombardements. Ursächliche Umstände des israelischen Angriffs werden nämlich praktisch mit keinem Wort erwähnt:

Tatsächlich hat die Hamas mit jenen explosiven Geschossen angegriffen, die u.a. in dichtbesiedelten Wohngebieten versteckt werden. Damit sind diese Wohnhäuser und Moscheen aus militärischer Sicht ein zwingendes taktisches Ziel der IDF, und zivile Tote sind damit fast unvermeidbar. Nur die Zahl lässt sich nach unten drücken, indem Zivilisten vorher gewarnt werden.

Ich will nicht falsch verstanden werden. Ich fühle mich keiner der beiden Staaten im besonderen verpflichtet, und jeder Tote Mensch ist einer zu viel! Ursache und Wirkung sollte jedoch klar benannt werden, und meiner Einschätzung nach(die nicht unbedingt richtig sein muss) entspringen die zivilen palästinensischen Opfer dem Kalkül der Hamas.

Ein Artikel, der zum einen ein persönliches Schicksal im Gaza-Streifen und zum anderen eines in Israel beschreibt, wäre dennoch durchaus interessant, und zum zweiten ganz im Sinne der Palästinensischen Bevölkerung, denn dort herrscht z.Zt. ungleich viel mehr leid.

der weg zum "sauberem krieg"

frunse 03.01.2009 - 20:42
Bei aller (berechtigten) Empörung über den Tod unschuldiger Zivilisten sollte mensch trotzdem die Kirche im Dorf lassen und sich zumindest ein wenig mit der historischen Entwicklung von Kriegen und deren Opferzahlen befassen!

Das 20. Jahrhundert war gekennzeichnet durch eine grundlegende Veränderung in der Kriegsführung.

In der Vergangenheit hatten die eigentlichen Kampfhandlungen zumeist auf einem engen separaten Terrain stattgefunden - Clausewitz nannte diesen Schauplatz tatsächlich "Kriegstheater". Folglich waren die allermeisten der bei den Kämpfen getöteten Menschen Soldaten. Noch im ersten Weltkrieg lag der Anteil getöteter Zivilisten unter 10% der gesamten Opfer.

Die technischen Weiterentwicklungen in der Kriegführung, insbesondere die Entwicklung von Kampfflugzeugen, verschob dieses Zahlenverhältnis drastisch.

Bereits im zweiten Weltkrieg lag der Anteil ziviler Opfer über 50%.

Die zunehmende Technisierung der Kriegsführung verschlimmerte diese Entwicklung weiter, so dass im Vietnamkrieg (je nach Quelle) 80-90% der Getöteten Zivilisten waren.

Zwar ist diese Entwicklung seit der Einführung der "smart-bombs" wieder leicht rückläufig; trotzdem ist es auch in der heutigen Zeit "normal", dass auf einen getöteten Soldaten eine Vielzahl von getöteten Zivilisten kommt.

Beim Nato-Überfall auf Jugoslawien lag der Anteil ziviler Opfer der "chirurgischen Angriffe" bei 75%; beim Angriff Georgiens auf Ossetien bei 80%. Die Zahlen für den Irak dürften ähnlich aussehen.

Angesichts solcher "Normalität" sind die Opferzahlen des aktuellen Konflikts geradezu erstaunlich!
Wenn palästinensische Quellen von "420 Toten, darunter 100 Zivilisten" sprechen, so ergibt das einen Anteil ziviler Opfer von weniger als 25%.
Diese Zahl ist schwer zu glauben - käme sie von der IDF, würde ich sofort Propaganda wittern, da derart geringe "Kollateralschäden" eigentlich garnicht möglich sind.
Da sie jedoch von der Opferseite veröffentlicht wurden, glaube ich sie - und muss sagen:
Offenbar wird hier wirklich versucht, die Zivilbevölkerung zu schonen.

Das macht das Leid der betroffenen Zivilisten nicht geringer, und jeder getötete Zivilist ist einer zuviel -
aber das Geschrei über besonderes schmutzige/rücksichtslose Kriegsführung muss mensch sich angesichts dieser Zahlen doch verkneifen...



Stimmt es dass Fischer 2007

bei 03.01.2009 - 20:53
Scientology eingetreten ist? Das Gerücht kam aus der linken Buchmesse in Nürnberg.

@ Pat

franknf 03.01.2009 - 21:04
>Tatsächlich hat die Hamas mit jenen explosiven Geschossen angegriffen, die u.a. in dichtbesiedelten Wohngebieten versteckt werden

Und woher weißt du das am heimischen Schreibtisch das dem so ist, außer aus der Propagandaabteilung der IDF?
Richtig, du weißt es eben nicht, genauso wie keiner weiß was an der Propaganda der Hamas fakt ist und was nicht.
Der Welt wurde auch monatelang versucht weißzumachen der Irak hätte riesige Arsenale an ABC-Waffen, die bis heute aber auch noch kein Mensch gesehen hat.
Das erste was im Krieg stirbt ist bekanntlich die Wahrheit, deswegen sollte man Verlautbarungen von beiden Seiten erstmal skeptisch gegenübertreten. Und da der Gaza-Streifen einer der dichtbesiedelsten gebite überhaupt ist liegen die Waffenlager der Hamas garantiert immer irgendwo dichtbesiedelt. Nur ob die wirklich in der Moschee lagen werden wahrscheinlich weder du oder ich jemals herausfinden.

@franknf 03.01.2009 - 21:04

veganxedge 03.01.2009 - 21:28
Der Vergleich hinkt doch auch hier! Während es beim Irakkrieg nur Gerüchte gab welche als Tatsachen dargestellt wurden, sind die Raketen der Hamas ja wohl kaum als Gerücht zu bezeichnen, die fliegen schliesslich täglich nach Israel!

Und das es durchaus nicht unwahrscheinlich ist das in der bombardierten Moschee tatsächlich Waffen gelagert wurden, zeigt doch auch das Video auf Youtube, wo es nach dem Beschuss noch heftigste Explosionen gab, welche eigentlich nur von im Gebäude gelagerten Sprengstoffen/Raketen stammen können.

Aber wie du sagst, die Wahrheit stirbt zuallererst! Hoffentlich ist die grade eingeleitete Bodenoffensive nur von sehr kurzer Dauer und verbunden mit massiver humanitärer Hilfe!

No offense meant

Pat 03.01.2009 - 22:01
@Sayid Jarrah:

Mit meinem Kommentar wollte ich nicht dich persönlich oder deine Haltung zum Thema in Frage stellen, nur den Stil des Artikels. Es ist völlig klar, dass bei einem Thema wie diesem kontroverse Kommentare auftauchen und kontroverse Diskussionen entstehen. Fakt ist auch, dass niemals so viel gelogen wird, wie vor/während/nach dem Krieg. Als Beispiel sei hier folgendes genannt:

"Wie Israel die Hamas austrickste"
 http://www.kurier.at/nachrichten/283003.php

Ein Teil Israelischer Propaganda ist sicher auch der YouTube-Channel der IDF, denn unter Garantie werden dort nur ausgewählte Videos gezeigt, und nicht etwa Fehlschläge(die es sicher gab) oder Schläge, in denen viele Menschen zu sehen sind. Über 400 Menschen wurden getötet, nur in einem einzigen dieser Videos wurde klar gezeigt, dass Menschen getötet werden, obwohl höchstwahrscheinlich noch sehr viel mehr Schläge, wenn nicht alle, gefilmt wurden. Zudem ist ein Video ( http://de.youtube.com/watch?v=zmXXUOs27lI) aus dem Jahre 2007, was wiederum als Propaganda zu werten ist. Es ist nun einmal erklärtermaßen der PR-Channel der IDF. Es ist deren Aufgabe, das Handeln der IDF zu rechtfertigen. Die Videos sollte man daher als Dokumentation zur Kenntnis nehmen, aber keinesfalls als vollständige Dokumentation betrachten.

Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen dort rühren daher, dass die jeweilige militärische Technik nichts anderes zulässt, da diese Kameras u.a. Besonderheiten aufweisen, die mit der Helligkeit des Bildsignals zu tun haben. Farbkameras gibt es in diesem Bereich nicht, im Gegenteil. Farbbilder wären für derartige militärische Kameras sogar hinderlich.

Was den Vorwurf des Abschaltens der Kommentarbereiche in den Videos angeht, habe ich den entsprechenden YouTube-Channel angeschrieben und gebeten, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Entweder, ich werde sie hier veröffentlichen, oder sie wird von einem Vertreter der IDF selbst hier veröffentlicht(was ich empfohlen habe), oder die Anfrage wird ignoriert. Warten wir es ab.

warum immer Nationen?

abc 04.01.2009 - 03:34
Auch auf die Gefahr hin, als Hippie abgestempelt zu werden, möchte ich doch trotzdem einige Denkansätze in den Raum werfen.

Geht es hier nicht auf beiden Seiten um Menschen und sollten nicht alle Menschen ein gewisses Moralempfinden besitzen?

Moralisch gesehen ist es meiner Meinung nach genauso illegitim zu provozieren, wie es illegitim ist, auf diese Provokation einzugehen. Ich sage nicht "halt noch die andere Wange hin", schließlich ist der gesamte Konflikt wesentlich komplexer als ein Streit zwischen zwei Menschen, aber eine Partei muss nunmal die erste sein, die freiwillig aufhört, egal wie hartnäckig die andere Provokationen austeilt, gerade wenn sie im Besitz der größeren finanziellen Mittel ist.

Okay, ich klinge wirklich wie ein Hippie, aber ich kann nunmal nur mit meinen persönlichen Wertvorstellungen argumentieren, wenn ich mich nicht zu einem Ideologiesklaven wie einige "Pro-Israel"-Anhänger es sind, machen will.

"klare" Positionierung ?

Bruno 04.01.2009 - 16:11
"klare" Positionierung ?

Als antifaschistischer Linker mit tlw. jüdischem Familienhintergrund fällt es auch mir sehr schwer eine klare Haltung zu finden. Am ehesten nachvollziehen kann ich noch die Äußerungen der israelischen Friedensbewegung.
Größte Sorge macht mir, dass aus meiner Sicht der jüdische Staat -ganz irrational - alles dafür tut um eine neue Generation von immer radikaleren Arabern entstehen zu lassen. Die für uns im Westen bestimmten und im Artikel zurecht kritisierten Beschönigungen der militärischen Angriffe Israels dürften bei den Menschen in Palästina als Hohn betrachtet werden. Schlimm finde ich auch, dass scheinbar einige aus der hiesigen autonomen Linken für die vermeintliche Verteidigung Israels die Gewalt gegen die Palästinenser in Kauf nehmen oder gar rechtfertigen. Die Unverhältnismäßigkeit der Opferzahlen immerhin ca. 300:1 in den letzen 2 Jahren wird einfach ausgeblendet bzw. (noch schlimmer) mit Wertigkeiten zugunsten der "westlichen" Opfer gerechtfertigt. Mal ganz abgesehen von der strukturellen Gewalt, wie Blockaden oder Landverteilung, Wasserrechten, Mauern......mit der Israel gegen die Palästinenser alltäglich vorgeht.
Schon heute berufen sich die Dschihadisten zentral auf den Nahostkonflikt und rekrutieren damit junge Kämpfer. In Zeiten der globalen Konfliktführung werden wir wohl auch hier davon betroffen werden. Mal ganz zu schweigen von Israel selber.
Ich denke, wir sollten klar gegen die israelische Militäraktion eintreten und das in unseren Möglichkeiten stehende tun um die Gewaltspirale zu stoppen.
Dazu würde aus meiner Sicht ein robustes UN-Mandat nötig sein gegen das sich Israel allerdings immer verwehrt hat, sowie humanitäre und langfristige Aufbauhilfe für die Palästinenser und eine Aufhebung der Blockade.

Australian Jewish Group condemns assault

Diet Simon 04.01.2009 - 23:23
Australian Jewish Group condemns ongong Israeli military attacks on Gaza -  http://sydney.indymedia.org.au/story/australian-jewish-group-condemns-ongong-israeli-military-attacks-gaza