[Gaza] Israels "sauberer" Krieg

Sayid Jarrah 03.01.2009 14:35 Themen: Militarismus Repression
Im Gegensatz zur rauen Libanonoffensive 2006, in der die Vernichtung und Auslöschung der radikal-islamischen Hisbollah sowie hartes Vorgehen propagierte wurde, deckt Israel seine aktuellen Angriffe auf den Gaza-Streifen in einen Mantel der sauberen und gezielten Kriegsführung ein – zu Unrecht.
Bereits zu Beginn dieser Offensive legte die israelische Regierung einen sehr gemäßigten Ton an den Tag. Man beabsichtige die Erhöhung des Druckes auf die radikal-islamische Organisation Hamas, die den Gaza-Streifen mit rund 1,5 Millionen Einwohnern kontrolliert. Diese Offensive sei „diplomatischer“, da sie zur Zustimmung politischer Forderungen Israels Richtung Hamas führen solle und offiziell nicht die pure Auslöschung der Organisation mit sich ziehe. Die Angriffe sollen in erster Linie nicht zerstören, sondern einschüchtern. Die Hamas wehrt sich mit selbstgebauten Blindgänger-Bomben, Herkunft: Iran.


Bemühungen nach sauberes Image – aber warum?

Israel ist also um einen „sauberen Krieg“ bemüht, denn was anderes kann es sich gar nicht leisten. Schließlich hagelt es – wie immer – Kritik von vielen Staaten, ob nun gebündelt in der UN- bzw. EU-Erklärung oder in Form von mehr oder weniger schärferen Schriften wie der des Vatikans und Chinas. Lediglich die USA unterstützen Israel munter weiter, dazu Außenministerin Rice: „Die Eskalation ging von der Hamas aus.“

Als einen ebenso wichtigen Grund können die für den 10. Februar angesetzten Präsidentschaftswahlen gesehen werden. Nach Präsident Olmerts Rücktritt als Parteichef wird dieser dadurch auch seinen Posten als Staatsoberhaupt abgeben. Ab dann sind zwei der Favoriten für den 10. Februar gleichzeitig die Hauptakteure dieser Offensive. Allen voran Ehud Barak, Verteidigungsminister und Vater der Operation „Gegossener Blei“, gleichzeitige Spitze der israelischen Arbeitspartei. Er prahlt mit einer „sechsmonatigen Vorbereitungszeit der Operation“ über seinen angeblich sauberen Krieg. Ebenso gute Chancen hat Olmerts Nachfolgerin in der regierenden Kadima-Partei, Zipi Livni, noch Außenministerin. Auch bemüht sich um ein besseres Bild ihres Staates bei ausländischen Amtskollegen, nicht weniger um Stimmen im eigenen Land buhlend als Barak.


IAF goes YouTube

Zwei Tage vor Sylvester richtete die IAF (Israelian Air Force) einen eigenen YouTube-Kanal ein, auf dem propagandistische schwarzweiß Aufnahmen gezielte sowie gelungene Anrgriffe auf Hamas-Infrastrukturen im Gaza zeigen. Dort werden beispielsweise Tunnel und Lager imposant und mit einer hervorgehobenen Treffsicherheit dem Erdboden gleichgemacht. Darunter finden sich primitive Kommentare wie „Go Israel!“. Als die ersten kritischen Beiträge der reflektierteren YouTube-Nutzer folgten, wurden diese gelöscht und jene Funktion des ergänzenden Beitrags deaktiviert.
Insbesondere der letzte Schritt zeigt die Intoleranz der israelischen Regierung zur Kritik gegen die Operation „Gegossener Blei“. Mitunter soll durch diesen Kanal das Zahlenverhältnis der Toten unter den Tisch gekehrt werden: der Gaza-Streifen brachte in dieser Woche über 420 Tote (darunter knapp 100 Zivilisten und lediglich zwei bis drei bedeutungsvolle Hamas-Persönlichkeiten) sowie 1.500 Verletze hervor, in Israel fielen vier Zivilisten. Auch die Tatsache, dass Universitätsgebäude und Krankenhäuser zerstört werden, finden kaum Erwähnung und passen nicht ins Bild dieser Onlinemaßnahme. Die Begründung ist jedes Mal dieselbe: diese Gebäude stellen potentielle Waffenlager der Hamas dar.


Open Borders?! Part 1

Israel betonte klar und feierlich, dass es die Grenzen zum Gaza für Hilfsgüter offen halte. Alles andere ist aufgrund des internationalen Drucks gar nicht möglich.
Doch die Regierung in Jerusalem schaffte es tatsächlich, für eine lange Zeit keine ausländischen Journalisten in den Gaza-Streifen zu lassen. Ein klarer Widerspruch zur sauberen Kriegsführung, wenn unabhängige Berichterstatter keinen Zutritt haben. In so einem Fall hat wer was zu verbergen. Mittlerweile hat der Oberste Gerichtshof Israels den Journalistenfluss nach Gaza genehmigt.


Vorwarnung für Evakuierung?

Die Kritik gegen deutlich zu viele Zivilopfer im Gaza wurde zu laut: Israel reagierte. Laut eigenen Angaben zufolge gäbe es vor den letzten Militärschlägen Vorwarnungen für die Bewohner des Gaza-Streifen. Angeblich sollten sog. Schockbomben ohne Sprengwirkung sowie von der IAF eingehende Telefonate bei dicht besiedelten Gaza-Orten die Menschen zur Evakuierung bringen.
Dieser äußerst humane Schritt wird von einer Tatsache überschattet: Wohin evakuiert man Menschen aus dem Gaza-Streifen (dem am dichtesten bevölkerten Ort weltweit) bei komplettem Ausreiseverbot?


Open Borders?! Part 2

Erneut musste Israel regieren. Der Grenzübergang Eres wurde geöffnet, für eine mickrige Zahl von 300 Menschen (zur Erinnerung, Einwohnerzahl Gaza: 1,5 Millionen).
Es folgte eine weitere Bedingung: die Ausreißer müssen in Besitz eines ausländischen Passes sein. Da jedoch fast alle Gaza-Bewohner lediglich einen palästinensischen Pass zur Verfügung haben, ist diese Maßnahme praktisch wirkungslos. Die Verschonung von zivilen Opfern genießt bei der israelischen Regierung eindeutig nicht die höchste Priorität; die Aktion war rein symbolisch und um ein besseres Prestige bemüht.



Fazit: Der „saubere Krieg“, dessen Begriff ohnehin auf viel Skepsis stößt, bleibt aus. Im Vergleich zur Libanonoffensive bemüht sich Israel nach außen hin um eine humanitärere und diplomatischere Haltung, doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Laut neuesten Aussagen der internationalen Hilfsorganisation „Care“ ist die Gesundheitsversorgung „am Rande des Einbruchs“, da 87% der Patienten sich im „kritischen Zustand“ befänden. Auch die Energieversorgung stehe „kurz vor dem Kollaps“. Bemerkenswert, dass Livni Tage vorher keine Mängel feststellen ließ, woraufhin sie einen kurzweiligen Waffenstillstand zwecks Versorgung ablehnte (Info). Die Strategie, welche die USA in Irak geführt haben (alles bombardieren und auf Erfolge hoffen), setzt die israelische Regierung – trotz anfänglicher Vermeidungsversuche – fort.
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Ergänzungen

Pure Eindimensionalität!

veganxedge 03.01.2009 - 16:33
"Die Strategie, welche die USA in Irak geführt haben (alles bombardieren und auf Erfolge hoffen), setzt die israelische Regierung – trotz anfänglicher Vermeidungsversuche – fort."

Sag mal, für so eine Behauptung ist deine Beweisführung ja mehr als lächerlich. Der Vergleich hinkt und die Absicht, welche dahinter steht, grinst den Leser frech an. Wenn der Krieg nach gleichem Muster geführt würde, wäre der Gazastreifen, welcher nun so groß nicht ist, ein Trümmerfeld. Es würde weit mehr als die bisherigen rund 50 zivilen Opfer geben.
Wer so tut als würde die Hamas diesen Konflikt, ähnlich wie damals die Hizbolla im Libanon, nicht bewusst gesucht haben, sie also komplett aus der gesammten Diskussion heraushält, kann nicht erwarten jemals ein wirkliche Lösung für diesen Konflikt zu finden.

Wer nichts besseres weiss als Israel als einseitigen Aggressor hinzustellen ohne den permanenten Kassam Beschuss und die Selbstmordattentate zu erwähnen, ist nichts anderes als ein eindimensionaler Fanatiker!

Was besonders auffällig ist, ist wie diese Eindimensionalität ohne Probleme in plumpen ekelhaften Antisemitismus kippen kann!

Stärkt die progressiven Elemente auf beiden Seiten aber bekämpft die Hamas!

Propaganda war: trusting what we see?

Paul Reynolds, bbc 03.01.2009 - 16:37
Israel has tried to take the initiative in the propaganda war over Gaza but, in one important instance, its version has been seriously challenged.

The incident raises the question of how to interpret video taken from the air.

Israel released video of an air attack on 28 December, which appeared to show rockets being loaded onto a truck. The truck and those close to it were then destroyed by a missile.

This was clear evidence, the Israelis said, of how accurate their strikes were and how well justified. A special unit it has set up to coordinate its informational plan put the video onto YouTube as part of its effort to use modern means of communications to get Israel's case across.

The YouTube video has a large caption on it saying "Grad missiles being loaded onto the Hamas vehicle." As of Saturday morning UK time, more than 260,000 people had watched it.

Different version

It turned out, however, that a 55-year-old Gaza resident named Ahmed Sanur, or Samur, claimed that the truck was his and that he and members of his family and his workers were moving oxygen cylinders from his workshop.


Ahmed Sanur is challenging Israel's claim that rockets were targeted

This workshop had been damaged when a building next door was bombed by the Israelis and he was afraid of looters, he said.

The Israeli human rights group B'Tselem put Mr Sanur's account on its website, together with a photograph of burned out oxygen cylinders.

Mr Sanur said that eight people, one of them his son, had been killed. He subsequently told the Israeli newspaper Haaretz: "These were not Hamas, they were our children... They were not Grad missiles.".

The Israeli response was that the "materiel" was being taken from a site that had stored weapons. The video remains on You Tube.

But the incident shows how an apparently definitive piece of video can turn into something much more doubtful.


B'Tselem said these cannisters were near the destroyed truck

It is reminiscent of an event in the Nato war against Serbia over Kosovo in 1999. In that case, a video taken from the air seemed to show a military convoy which was then attacked.

On the ground however it was discovered that the "trucks" were in fact tractors towing cartloads of civilian refugees, many of whom were killed.

Israel effort

The Israeli propaganda effort is being directed to achieve two main aims.

The first is to justify the air attacks. The second is to show that there is no humanitarian calamity in Gaza.

Both these aims are intended to place Israel in a strong position internationally and to enable its diplomacy to act as an umbrella to fend off calls for a ceasefire while the military operation unfolds.

Israel has pursued the first aim by being very active in getting its story across that Hamas is to blame. The sight of Hamas rockets streaking into Israel has been helpful in this respect.

It has also allowed trucks in with food aid and has stressed that it will not let people starve, even if they go short.

Israel appears to think its efforts are working.

One of its spokespeople, who has regularly appeared on the international media, Major Avital Leibovich, said: "Quite a few outlets are very favourable to Israel."

Ban on foreign media

Israel has bolstered its approach by banning foreign correspondents from Gaza, despite a ruling from the Israeli Supreme Court.

The Arab television news channel Al Jazeera is operating there and its reports have been graphic and have affected opinion across the Arab world. The BBC also has its local bureau hard at work.

But the absence of reporters from major organisations has meant, for example, that Mr Samur's story has not been as widely told as it probably would have been, or his account subject to an on-the-spot examination.

Meanwhile Israel has received good coverage of the threats and damage to its own towns and communities.

Whether Israel retains any propaganda initiative is not all certain. Pictures of dead and wounded children have undermined its claim to pinpoint accuracy and the longer this goes on, the greater the potential for world public opinion to swing against it, with diplomatic pressure building for a cessation.

Its presentational problems would be hugely increased if it engaged in a ground operation, which would bring with it more pictures of death and destruction.

Update: several readers have e-mailed to ask whether I believe Hamas. One said I had "bought into" Hamas propaganda. Another that I should have dealt with Hamas' claims: "What's missing speaks volumes about your one-sidedness."

I do not believe anyone's "propaganda." We seek to verify all claims, from whatever source. One of the main claims in Gaza at the moment is the serious situation for the population. Having reported from Gaza many times over the years, I know how crowded parts of it are and how dependent the people are on food aid from the UN. This means they have no other source of supply but equally, if the system is working, they should be getting enough to get by on. The problem is that foreign correspondents cannot get in to establish the exact situation for themselves.

@ Glatze

Sayid 03.01.2009 - 17:58
die von den palästinensern angegebenen zahlen möchtest du gar nicht wissen. das sind zahlen von internationalen hilfsorganisationen in Gaza, meist medizinische Abteilungen, die als behandelne Ärzte wohl einen der besten Überblicke haben

uups-an american school!

bombed by idf 03.01.2009 - 18:59
Bethlehem – Ma’an – Israeli warplanes leveled an American-style private school on Saturday morning that employees say had no connection to the Hamas rulers of the Gaza Strip or to armed activity in the Strip.

The American International School in Gaza (AISG) in Beit Lahiya was founded by Americans in 2001. An elite private institution, AISG stressed teaching English as a second language and instilling progressive, enlightened values in its students using an American curriculum.

Now, more than 200 students and dozens of faculty and staff will have nowhere to go when Israel ends its aggression on the Gaza Strip.

“I have no idea what will happen to us,” said Rawan Al-Masri a first grade teacher at the K-12 school. “Where will the students study? Now there is nothing.”

The school, according to its websie, has a mission to teach such ideals as “An understanding and appreciation of global interrelationships to face the opportunities and challenges of a constantly changing world,” and “Engage social consciousness,” is culturally distant from Hamas’ political Islam.

Al-Masri, spoke on the phone from her home in Gaza City, where she and her family have been hunkered down for eight days. A airstrike nearby blew out the windows, so the family is shivering, without electricity or gas to cook with.

The school consisted of two to three buildings, which Al-Masri said would have taken separate rockets to destroy. The early morning airstrike killed just one person, security guard Salim Abu Qalil.

The American International School is just one of the targets destroyed in the 700 separate aistrikes Israel launched out since 27 December. The Israeli military on Saturday morning said it had destroyed a “college” that was linked with Hamas military activity.

Explosions cracking in the background, Al-Masri expressed despair for the children at the school who have known only war. “They didn’t live their childhood,” she says.

“But they do know the difference between an F16 and an Apache,” explaining that Gazans of all ages have learned to differentiate between the sounds of the American-made jets and helicopters that have rained fire down on them. She says they have come to prefer the thump of helicopter blades, knowing that the supersonic jets will be less accurate with their missiles.

“It’s a disaster,” she adds, “Their target is now the civilians. They won’t finish until they kill all of us.”

Fakten

statt^^ 03.01.2009 - 19:42
Propaganda

Hamas versteckt sich in Krankenhäusern

Eine reformistische Tageszeitung in Iran kritisiert die Hamas, das Leben von Zivilisten, unter ihnen Kindern, zu riskieren, indem sie ihre Kräfte in Kindergärten und Krankenhäusern versteckt. Dies berichtete am 1. Januar die palästinensische Tageszeitung Al-Ayam. Die palästinensische Tageszeitung fügte hinzu, dass die iranische Regierung die Büros der Zeitung im Gegenzug geschlossen hat.

 http://fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2505

Zur israelischen Militäroperation

Während letzter Nacht hat die IAF ca. 20 Hamas-Ziele im Gaza-Streifen angegriffen. Unter den Zielen waren: eine Moschee in Jabaliya, die als Terrorstützpunkt und Lager für Raketen und Munition benutzt wurde. Die Explosion zog weitere Detonationen nach sich, was auf die hohe Menge des dort gelagerten Sprengstoffs hinweist. (siehe IAF-Luftaufnahme:  http://www.youtube.com/watch?v=LCVr7MBhgj0&eurl)

 http://fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2504

Israels Positionen zu den aktuellen Geschehnissen

Die bisherigen Ergebnisse der Operation deuten daraufhin, dass die Hamas schwere Schläge erlitten hat - gegen Hauptquartiere, Terroristen, Waffen- und Munitionslager, Tunnel, sowie Ihre Fähigkeiten, Waffen zu produzieren. Trotzdem sind sie noch immer in der Lage Raketen abzufeuern.

 http://fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2503

Klischees und Wirklichkeit in Zeiten des Krieges

Im Kampf Israels gegen die Hamas bestimmen längst die üblichen Missverständnisse die öffentliche Wahrnehmung. Israel kämpft nicht alleine gegen eine Terror-Organisation, die das Land bedroht und auch der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen schadet - Israel kämpft auch gegen die vorschnellen Verurteilungen seines Militäreinsatzes. Nahost-Korrespondent Ulrich W. Sahm (Jerusalem) kommentiert die häufigsten Behauptungen in Zeiten des Krieges. (ad)

 http://fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2497

Krawalle nach Demo in Paris

Süddeutsche Newsticker 04.01.2009 - 08:20
Nach einer Demonstration gegen das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen ist es in Paris zu Krawallen gekommen. Hunderte Randalierer stürzten in der Innenstadt Autos um und setzten sie in Brand. Sie warfen Schaufenster ein und lieferten sich Schlachten mit der Polizei. Dabei wurden die Polizisten auch mit Stühlen aus Straßencafés beworfen. Die Beamten setzten Tränengas ein.

Dialog statt haue

Er 04.01.2009 - 13:31
Warum muss man sich eigentlich immer komplett mit einer Seite solidarisieren?
Vor allem nützt es nichts, jetzt mit dem finger auf eine seite zu zeigen, die dann nur verärgert ist. Die andere Seite ist bestärkt, macht weiter, der Konflikt endet nicht. Sowohl der Krieg als auch die anschläge sind widerlich. Jetzt geht es darum sich mit den Opfern(!) auf beiden Seiten zu solidarisieren, weder einseitig, noch gar mit den Tätern beider Seiten. Zudem geht es mir immer zu sehr darum sich mit irgendwem komplett zu solidasieren und zu wenig um beidseitig korrekte darstellungen. Noch weniger, und das is das traurigste, geht es um einen Diskurs über Lösungen.
Dieser Konflikt kann nur gelöst werden, wenn wir versuchen, alle seiten zu verstehen, und wenn jeder Mord verurteilt wird. Wir dürfen unsere Solidarität nicht dem weniger mordenden verkaufen. Solidarität ist immer an Grundsätze zu binden (kein Krieg, rassismus, etc.), die hier keiner wirklich erfüllt.
Und ja, ich verstehe, das Staaten und Kulturen aus der Historie erwachsen, mit Grenzen, Konflikten, und allem was dazu gehört. Nur dieses "Existenzrecht für Palästina" bzw. "Existenzrecht des heutigen Israel" und andere Argumentationen sind nur begrenzt anwendbar. Denn wichtiger als was irgendwie an historischen ansprüchen (ohnehin illegitim da nur gebunden an herrschaft, staaten, völker usw.) gewachsen ist, ist hier das diese Ansprüche sich friedlch annähern müssen. Dann muss halt n Staat aufn paar m² verzichten. Wenn dadurch Tausende Leben gerettet werden sollte es das doch wohl wert sein.

Hört einfach ma auf irgendn histriegedöns über leben zu stellen

bodenoffensive

Sayid 04.01.2009 - 13:49
ich gucke den ganzen morgen schon bbc:
zu veganxedge's hoffnung, die ich im grunde teile: "Hoffentlich ist die grade eingeleitete Bodenoffensive nur von sehr kurzer Dauer und verbunden mit massiver humanitärer Hilfe"

- eine kurze dauer ist nicht abzusehen, die bodentruppen haben sich im harten Feld des Gaza "verheddert"
- humanitäre Hilfe ist im moment nach wie vor ein utopischer begriff im gaza streifen, angekündigt ja, konkrete durchführungspläne noch nicht genehmigt

wieder wurde ein ziviles gebäude, ein shopping-center, angegriffen. es gibt tote, bis zu 5 zivilisten (zahlen der palästinser sind noch höher) wieso wird ein einkaufszentrum angegrffen. dass sich hamas soldaten darin verstecken ist für mich kein legitimer grund, allerdings bin ich genau so wie ihr kein militärexperte.

Hier gibts Fakten

Schneckli 04.01.2009 - 18:17
Hier gibts einen englischsprachigen chronologischen Artikel von einem gewissen Adam Sheet, der klar anhand von israelischen, amerikanischen und britischen Beiträgen der Haaretz, WP und BBC aufzeigt, dass die Aggression in diesem Fall vom israelischen Staat ausging:

 http://kosher.blogsport.de/2009/01/04/fakten-zu-gaza/

Israels fatale Strategie

Sayid 04.01.2009 - 18:52
 http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/hamas-hoch-zehn/

hier ein link zu einem artikel, der die absichten und strategien der israelischen regierung durchleuchtet.
der artikel ist von uri avnery, israelischer schriftsteller, journalist und friedensaktivist.

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