ASSE II-Aktionen gehen 09unvermindert weiter

Udo Dettmann, Peter Dickel 30.12.2008 11:40 Themen: Atom Militarismus Weltweit Ökologie
ASSE II-Aktionen gehen auch im neuen Jahr unvermindert weiter. Am 1. Januar 2009 übernimmt das Bundesamt für Strahlenschutz den Betrieb des Atommüll-Lagers ASSE II im Kreis Wolfenbüttel. An der katastrophalen Lage des Atommülls im Bergwerk ändert das allerdings nichts. Darauf weisen AnwohnerInnen und Initiativen mit Aktionen rund um den Jahreswechsel hin.
Unter dem Motto: Ein neuer Betreiber kommt, wir sind schon da und pASSEn weiter auf, wollen AnwohnerInnen den Jahreswechsel am Schacht verbringen.

Für Freitag, den 2. Januar um 11.00 Uhr lädt die Bürgerinitiative „Aktion Atommüllfreie ASSE“ zu einer Versammlung am Haupttor der Schachtanlage ein. Hier wurde am 4. April 2007 die von vielen Kommunen unterstützte Remlinger Erklärung mit Forderungen zur ASSE II veröffentlicht und die Bürgerinitiativen wollen dem neuen Betreiber und der Öffentlichkeit jetzt eine Bilanz präsentieren.

Am Montag, dem 05. Januar 2009 um 14.00 Uhr soll dann eine Mahnwache an der ASSE II stattfinden. Anlass ist die Eröffnung der Infostelle des Betreibers. „Ursprünglich“, sagt Udo Dettmann vom ASSE-II-Koordinationskreis, „haben mal die umliegenden Kommunen vom alten Betreiber eine Infostelle gefordert, aber das war sicherlich nicht als Ersatz für andere Maßnahmen gemeint.

"Über die Stabilisierung des Grubengebäudes wird jetzt seit über einem Jahr geredet und die Realisierung soll frühestens im Sommer 2009 beginnen. Für die Einrichtung der Infostelle waren ganze 6 Wochen nötig. Aber schöne Worte und bunte Bilder machen den Atommüll in der ASSE II nicht sicherer.“

Statt Topdown-Informationen fordern die Bürgerinitiativen eine offene Auseinandersetzung und einen offenen Optionenvergleich unter Beteiligung der Betroffenen und unabhängiger WissenschaftlerInnen. Skeptisch wird auch die Tatsache gesehen, dass die ASSE II (wie seinerzeit die Altlast Morsleben) durch eine Änderung des Atomgesetzes per Bundestagsbeschluss zum Atommüll-End-Lager erklärt werden soll, statt das hierfür vorgesehene atomrechtliche Genehmigungsverfahren zu durchlaufen.

Für Donnerstag, den 26. Februar um 19.00 Uhr ist eine 52 km lange Lichterkette von Braunschweig über die ASSE bis zum Schacht KONRAD geplant. Mehr Informationen: www.lichterkette09.de Plakat der Bürgeriniitiative Braunschweig (BIBS) in Alvesse stellen wir gerne auch in höherer Auflösung zur Verfügung.


Liebe KollegInnen von den Medien,

wir verbinden diese Einladungen mit einem Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit 2008 und wünschen Ihnen für 2009 alles Gute.


Udo Dettmann, Peter Dickel
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Ergänzungen

Uranschrott rollt durchs Ruhrgebiet

antifa.sozialbetrug 01.01.2009 - 17:00
Atommülltransporte von Gronau gehen jetzt auch nach Frankreich. Bürgerinitiativen befürchten, daß Abfall zur Herstellung panzerbrechender Munition genutzt wird

Aus der Urananreicherungsanlage Gronau ist im Dezember erstmals abgereichertes Uran nach Frankreich transportiert worden. Die Firma Urenco, Betreiber der einzigen Fabrik dieser Art in Deutschland, schickte bereits am 8. Dezember einen Zug mit 350 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF 6) ins südfranzösische Pierrelatte. Die Bürgerinitiativen im Münsterland hatten zunächst mit einem weiteren Urantransport nach Rußland gerechnet und sich auf Protestaktionen an der entsprechenden Bahnstrecke dorthin vorbereitet.

In Pierrelatte betreibt der französische Atomkonzern Areva eine sogenannte Konversionsanlage. Dort wird Natururan in das Gas UF 6 umgewandelt und in die Urananreicherungsanlagen – außer in Gronau arbeiten solche Fabriken noch im niederländischen Almelo und im britischen Capenhorst – gekarrt. Zentrifugen reichern das UF 6 an. Der Anteil des spaltbaren Isotops U 235 wird von etwa 0,7 auf drei bis vier Prozent erhöht, so kann das Uran in Atomkraftwerken eingesetzt werden. Bei der Urananreicherung fallen Tausende Tonnen Müll in Form des abgereicherten UF 6 an. Seit 1996 wurden mehr als 27 000 Tonnen von Gronau in Zügen nach Rußland transportiert.

Die Bürgerinitiativen sind über das neue Transportziel der Uranmüll-Züge verwundert. »Hat die Urenco den unsäglichen Uranmüllexport nach Rußland nun eingestellt?«, fragt Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau. »Soll in Zukunft weiterer Uranmüll nach Frankreich geliefert werden? Was geschieht in Frankreich mit dem Gronauer Müll?« Von der Urenco gab es dazu bislang keine Antworten.

Nach Polizeiangaben fuhr der Uranmüll-Zug von Gronau zunächst über Münster und Hamm zum französisch-deutschen Grenzbahnhof Perl-Apach im Moseltal. »Die neue Fahrtstrecke nach Frankreich bedeutet, daß auch über Hamm und mitten durch das Ruhrgebiet wieder Uranmüll rollt«, empört sich Horst Blume von der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Hamm. Er verlangt Aufklärung darüber, ob in der Vergangenheit nicht bereits unbemerkt Urantransporte von Gronau nach Frankreich gefahren seien. Udo Buchholz verweist auf die Gefährlichkeit der Substanz UF 6. Komme sie mit Luftfeuchtigkeit oder Wasser in Kontakt, entstehe die gefährliche Flußsäure. »Bei einem Transportunfall mit Freisetzungen müßte die Bevölkerung in einem weiten Umkreis evakuiert werden«, warnt der Umweltschützer.

Die Bürgerinitiativen erneuerten auch ihre Kritik am ungeklärten Verbleib des nach Rußland transportierten abgereicherten Uranhexafluorids. Nach offizieller Version werde das Material in Rußland neu angereichert; an dieser Version gebe es aber immer mehr Zweifel, so der AKU Gronau. Nach Angaben der Atomkraftgegner häufen sich die Hinweise, daß das abgereicherte Uran aus Gronau auch zur Produktion panzerbrechender Munition verwendet wird. »Diese Optionen halten wir für völlig inakzeptabel«, erklärte Buchholz.

Die USA und Großbritannien haben solche Geschosse, die als besonders durchschlagskräftig gelten, beim Angriff auf Jugoslawien und zuletzt im Krieg gegen den Irak benutzt. Dem Göttinger Chemieprofessor Rolf Bertram zufolge ist das abgereicherte Uran in der Munition »viel gefährlicher« als lange Zeit angenommen. Zwar werde beim Uran in fester Form der größte Teil der radioaktiven Strahlung durch die äußeren Schichten abgeschirmt, durch einen Aufprall verwandle sich das Metall jedoch zu rund 75 Prozent in Feinstaub. »Dabei steigt die Radioaktivität um den Faktor ein bis zehn Millionen an«, sagt Bertram. Die Friedensbewegung fordert seit langem die Ächtung dieser Waffen.

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pArAsite 21.02.2009 - 18:14