Reclaim The Economy
Ein Bericht der am 20.12. stattgefundenen Reclaim The Streets aAktion in Köln.
Reclaim The Streets Aktion gebremst durch Dauerregen und Polizeiübermacht
Am Samstag, den 20.12. wurde dazu aufgerufen, ab 15h am zentralen
Neumarkt die Straße zwischen dem Glimmer-Glitzer Weihnachtsmarkt und dem
Eingang zur Hauptkonsummeile Kölns mit Samba-Trommeln und Soundsystem
zurück zu erobern. Anknüpfend an das erfreuliche Erlebnis von 1000
tanzenden und spielenden Menschen auf den Kölner Ringen im April, sollte
dieses Mal neben der Rückeroberung von konsumfreien, öffentlichen Räumen
gleich dem ganzen von Krisen vermeintlich geschwächten Kapitalismus der
Gnadenstoß versetzt werden, um ihn symbolisch zu Grabe zu tragen.
Aufgrund des winterlichen Zeitpunkts kurz vor Weihnachten und der
Ortswahl im Herzen der vor gestressten KonsumentInnen überquellenden
kölner Shopping-Maschinerie, war die Aktion von vornherein sehr
ehrgeizig und vielleicht ein bisschen übermütig.
Der Samstag begrüßte die AktivistInnen denn auch mit dem schlechtesten
Wetter seit Wochen und der Dauerregen begleitete sie ohne Unterbrechung
bis zum Schluss der Aktion.
Auf dem Platz an dem eine Critical Mass zum Neumarkt starten sollte,
stand schon mittags eine Wanne und die drei Fahrradfahrer in grüner
Uniform konnten es auch kaum erwarten die Menschen mit den bunt
dekorierten Fahrrädern zu begleiten. Die Critical Mass startete dann
kurzerhand von einem anderen Ort mit dem frisch gezimmertem Sarg für den
Kapitalismus auf dem Bollerwagen, Drum&Base Rythmen aus dem Getto
Blaster und einer kleinen aber trotz allem ungerührt klingelnden,
pfeifenden und brüllenden "Masse". Bald hatte sie dann "Geleitschutz"
von sechs Motorradcops und die drei grünen Fahrradfahrer von vorher
tauchten auch wie zufällig wieder auf.
Am Neumarkt wartete bereits eine Reihe von HundertschaftlerInnen am
Bordstein, um einerseits die wartenden ReclaimerInnen davon abzuhalten
auf die Straße zu strömen und andererseits den ankommenden basslastigen
"Trauerzug" mitsamt Sarg und Fahrrädern von eben der selben runter zu
holen. Die schätzungsweise 80 bis 100 überzeugten
Straßenparty-GängerInnen, die trotz miesestem Wetter mit Liegestuhl,
Couch und Sonnenschirm gekommen waren, entschieden dann spontan in die
Einkaufsstrasse selbst zu ziehen. An eine Besetzung der dreispurigen
Straße war mit so wenig buntem Party-Volk auf der einen und soviel
grünen Spielverderbern auf der anderen Seite leider nicht mehr zu
denken. Vor jedem größeren Geschäft waren einige Zinnsoldaten in
Kampfuniform aufgestellt. Die Samba-Gruppe sorgte für Rhythmus in den
kalten Knochen und einige Clowns wollten einfach alles kaufen, inklusive
den Transparenten..
Dieser fröhliche Stopfen im unablässigen Strom gehetzter KonsumentInnen
wurde anscheinend als staatsgefährdender Angriff auf die aggressive
"Weiter-wie-bisher"-Ankurbelungs-Politik im Angesicht der
Wirtschaftskrise aufgefasst. Jedenfalls wurde ein Teil des Party-Zugs
nach kurzer Zeit gekesselt und dazu aufgerufen, dass die tanzenden und
musizierenden Menschen doch bitte friedlich sein mögen. Was diese nur
noch mit Gelächter zu beantworten wussten. Über Lautsprecher wurde dann
weiter mitgeteilt, dass Mensch hier jedenfalls nicht tanzen dürfe und
dass ein geeigneter Ort am Taxistand am Eingang der Konsummeile zur
Verfügung gestellt werden könne. Das war natürlich so ziemlich das
Gegenteil vom gesteckten Ziel, selbst den öffentlichen Raum
zurückzuholen. Dementsprechend machte sich bei Einigen Frust und
Ohnmachtsgefühl gegenüber der erdrückenden Übermacht in Grün breit. Als
dann aber gut sichtbar im Vorhof der Konsumhölle und am U-Bahn Aufgang
die Transpis flatterten und die Liegestühle trotzig in den Pfützen
standen besserte sich die Stimmung wieder. Die uniformierten
menschlichen Begrenzungspfähle in Richtung Straße sahen allerdings mal
wieder so aus, als hätten sie nie mehr Freude gehabt an ihrer
staatstragenden Berufung. Das Motto "Reclaim the Economy- Kapitalismus
zu Grabe tragen" prangte über dem stilecht aufgebahrten Sarg. Neben
klaren Statements wie "Geld oder Leben" stellten künstlerische Transpis
ohne Worte die groteske Situation des an sich selbst erkrankten
weltweiten Krebsgeschwürs Kapitalismus dar. Wegen des Aufrufs der
besetzten politechnischen Universität Athen zu einem weltweiten
Aktionstag gegen Staatsmorde am diesem Samstag, drückte ein
"Griechenland das war Mord, Widerstand an jedem Ort!" die von vielen
Anwesenden empfundene Solidarität mit den wütenden und entschlossenen
Protesten in jenem Land und mit allen Bewegungen weltweit aus, die gegen
die brutale Repression von Staatsapparaten kämpfen, die so die
Interessen der Wenigen gegen die Massen um jeden Preis verteidigen.
Tanzende Menschen zwischen umher fliegenden Fußbällen,
Kartenspielkreisen und wirbelnden Capoeira TänzerInnen hielten noch
einige Stunden in ihren durchnässten Klamotten aus, bevor sich die
Reihen deutlich lichteten. Für die Letzten gabs dann noch frisch vor Ort
gekochte Suppe, bevor der ganze Spuk dann gegen 18, 19 Uhr zu Ende ging.
Am Samstag, den 20.12. wurde dazu aufgerufen, ab 15h am zentralen
Neumarkt die Straße zwischen dem Glimmer-Glitzer Weihnachtsmarkt und dem
Eingang zur Hauptkonsummeile Kölns mit Samba-Trommeln und Soundsystem
zurück zu erobern. Anknüpfend an das erfreuliche Erlebnis von 1000
tanzenden und spielenden Menschen auf den Kölner Ringen im April, sollte
dieses Mal neben der Rückeroberung von konsumfreien, öffentlichen Räumen
gleich dem ganzen von Krisen vermeintlich geschwächten Kapitalismus der
Gnadenstoß versetzt werden, um ihn symbolisch zu Grabe zu tragen.
Aufgrund des winterlichen Zeitpunkts kurz vor Weihnachten und der
Ortswahl im Herzen der vor gestressten KonsumentInnen überquellenden
kölner Shopping-Maschinerie, war die Aktion von vornherein sehr
ehrgeizig und vielleicht ein bisschen übermütig.
Der Samstag begrüßte die AktivistInnen denn auch mit dem schlechtesten
Wetter seit Wochen und der Dauerregen begleitete sie ohne Unterbrechung
bis zum Schluss der Aktion.
Auf dem Platz an dem eine Critical Mass zum Neumarkt starten sollte,
stand schon mittags eine Wanne und die drei Fahrradfahrer in grüner
Uniform konnten es auch kaum erwarten die Menschen mit den bunt
dekorierten Fahrrädern zu begleiten. Die Critical Mass startete dann
kurzerhand von einem anderen Ort mit dem frisch gezimmertem Sarg für den
Kapitalismus auf dem Bollerwagen, Drum&Base Rythmen aus dem Getto
Blaster und einer kleinen aber trotz allem ungerührt klingelnden,
pfeifenden und brüllenden "Masse". Bald hatte sie dann "Geleitschutz"
von sechs Motorradcops und die drei grünen Fahrradfahrer von vorher
tauchten auch wie zufällig wieder auf.
Am Neumarkt wartete bereits eine Reihe von HundertschaftlerInnen am
Bordstein, um einerseits die wartenden ReclaimerInnen davon abzuhalten
auf die Straße zu strömen und andererseits den ankommenden basslastigen
"Trauerzug" mitsamt Sarg und Fahrrädern von eben der selben runter zu
holen. Die schätzungsweise 80 bis 100 überzeugten
Straßenparty-GängerInnen, die trotz miesestem Wetter mit Liegestuhl,
Couch und Sonnenschirm gekommen waren, entschieden dann spontan in die
Einkaufsstrasse selbst zu ziehen. An eine Besetzung der dreispurigen
Straße war mit so wenig buntem Party-Volk auf der einen und soviel
grünen Spielverderbern auf der anderen Seite leider nicht mehr zu
denken. Vor jedem größeren Geschäft waren einige Zinnsoldaten in
Kampfuniform aufgestellt. Die Samba-Gruppe sorgte für Rhythmus in den
kalten Knochen und einige Clowns wollten einfach alles kaufen, inklusive
den Transparenten..
Dieser fröhliche Stopfen im unablässigen Strom gehetzter KonsumentInnen
wurde anscheinend als staatsgefährdender Angriff auf die aggressive
"Weiter-wie-bisher"-Ankurbelungs-Politik im Angesicht der
Wirtschaftskrise aufgefasst. Jedenfalls wurde ein Teil des Party-Zugs
nach kurzer Zeit gekesselt und dazu aufgerufen, dass die tanzenden und
musizierenden Menschen doch bitte friedlich sein mögen. Was diese nur
noch mit Gelächter zu beantworten wussten. Über Lautsprecher wurde dann
weiter mitgeteilt, dass Mensch hier jedenfalls nicht tanzen dürfe und
dass ein geeigneter Ort am Taxistand am Eingang der Konsummeile zur
Verfügung gestellt werden könne. Das war natürlich so ziemlich das
Gegenteil vom gesteckten Ziel, selbst den öffentlichen Raum
zurückzuholen. Dementsprechend machte sich bei Einigen Frust und
Ohnmachtsgefühl gegenüber der erdrückenden Übermacht in Grün breit. Als
dann aber gut sichtbar im Vorhof der Konsumhölle und am U-Bahn Aufgang
die Transpis flatterten und die Liegestühle trotzig in den Pfützen
standen besserte sich die Stimmung wieder. Die uniformierten
menschlichen Begrenzungspfähle in Richtung Straße sahen allerdings mal
wieder so aus, als hätten sie nie mehr Freude gehabt an ihrer
staatstragenden Berufung. Das Motto "Reclaim the Economy- Kapitalismus
zu Grabe tragen" prangte über dem stilecht aufgebahrten Sarg. Neben
klaren Statements wie "Geld oder Leben" stellten künstlerische Transpis
ohne Worte die groteske Situation des an sich selbst erkrankten
weltweiten Krebsgeschwürs Kapitalismus dar. Wegen des Aufrufs der
besetzten politechnischen Universität Athen zu einem weltweiten
Aktionstag gegen Staatsmorde am diesem Samstag, drückte ein
"Griechenland das war Mord, Widerstand an jedem Ort!" die von vielen
Anwesenden empfundene Solidarität mit den wütenden und entschlossenen
Protesten in jenem Land und mit allen Bewegungen weltweit aus, die gegen
die brutale Repression von Staatsapparaten kämpfen, die so die
Interessen der Wenigen gegen die Massen um jeden Preis verteidigen.
Tanzende Menschen zwischen umher fliegenden Fußbällen,
Kartenspielkreisen und wirbelnden Capoeira TänzerInnen hielten noch
einige Stunden in ihren durchnässten Klamotten aus, bevor sich die
Reihen deutlich lichteten. Für die Letzten gabs dann noch frisch vor Ort
gekochte Suppe, bevor der ganze Spuk dann gegen 18, 19 Uhr zu Ende ging.
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Ergänzungen