Kasseler Rüstungsindustrie gekreuzigt!

kruxhakavod 06.12.2008 04:18 Themen: Militarismus
"Made in Germany" oder "Mad Germany"?
Es gibt keinen Grund stolz auf Raketensysteme und Panzer als Vorzeigeprodukte seiner Region zu sein. Die Geldgierige Rüstungsindustrie Kassels wurde daher symbolisch gekreuzigt.
In der Nacht zum 6. Dezember wurden an verschiedene Plätze in Kassel Holzkreuze aufgestellt, um ein Zeichen gegen die ortsansässigen Rüstungsfirmen zu setzen. Die Botschaft auf den Kreuzen lautet „Geschäfte mit dem TOD – Rüstungsindustrie Kassel“.
Kassel ist an diesem Wochenende Gastgeber des 15. bundesweiten und internationalen Friedensratschlags  http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/rat/2008/programm.html . Unter dem Motto „Die Welt nach Bush - Friedlicher? Gerechter? Ökologischer?“ tauschen sich Wissenschaftler, Politiker und andere Friedensinteressierte über den Stand der Dinge aus. Es ist zu hoffen, dass der zynische Unterton dieser Fragen ernst gemeint ist, denn Bush hin oder her, die Waffen für die Schlachten der letzten Jahre hat er nicht selbst gebaut. Es gilt der egoistischen, gewissenlosen Maschinerie der ökonomischen Strippenzieher entgegenzutreten und der Öffentlichkeit uneingeschränkt aufzuzeigen, dass die Kriege dieser Welt die Lebensversicherung der Kapitalherren sind. Das Handwerkzeug der Kriege muss begraben, die Produktion eingestellt und sabotiert werden. „Eine Welt ohne NATO ist notwendig“ heißt es zum Auftakt der Friedensveranstaltung. Neben der existenzverachtenden Sinnlosigkeit der NATO wird zudem beleuchtet, wer am „Kriegsspiel“ verdient und was der Rest der Welt davon NICHT hat.
Die Rüstungsindustrie in Kassel hat eine lange Tradition, die Firmen Henschel und Wegmann stellten als ursprüngliche Waggon- und Eisenbahnhersteller während des Nationalsozialismus im großen Stil auf Rüstungsproduktion um und waren somit Großprofiteure des 2. Weltkriegs. Nach dem Krieg wurde wieder vermehrt auf Schienen- und Nutzfahrzeuge umgestellt, der Wiederaufbau und Ausbau der Verkehrsnetze bot erneut einen großen Markt und ließ die Firmen am Leben. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg und der Installation der Bundeswehr weiteten die Kasseler Rüstungsfirmen ihre Produktpaletten wieder aus und entwickelten sich in neuen Konzernstrukturen zu Hochleistungsrüstungsunternehmen. Heute heißt Wegmann Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) und Henschel Rheinmetall Defence Landsysteme (RLS). Beide produzieren sowohl unabhängig voneinander als auch zusammen unter dem unscheinbaren Namen Projekt System & Management GmbH (PSM). Auf eine Liste der Produkte dieser Unternehmen sei an dieser Stelle verzichtet, die Produktionsstandorte in Kassel liefern aber gewiss keine „Friedenspanzer“. Fest steht, sie sind immernoch da und verdienen wohlgenährt und fast unscheinbar an den Kriegseinsätzen verschiedenster Armeen. In sogenannten strukturschwachen Regionen wagt niemand die „sicheren“ Arbeitgeber zu kritisieren, weil Tausende von Jobs für die Region auf dem Spiel stehen würden. Über die weitreichenden Folgen der Verkaufsschlager aus Kassel und anderen Rüstungshochburgen für die Menschen an anderen Orten der Welt wird jedoch kein Wort verloren.
Es ist zu hoffen, dass sich zukünftig der/die eine oder andere mehr in Kassel deutlich gegen die kriegsprofitierenden Schandfirmen in der Stadt positioniert.
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Ergänzungen

Bilder

kruxhakavod 06.12.2008 - 04:40
in der Nacht

Bilder2

kruxhakavod 06.12.2008 - 18:03
am Tage

...

... 07.12.2008 - 20:43
Auch Apotheken waren betroffen, da diese Medikamente gegen Wunden, welche durch Waffengewalt hergeführt wurden führen.

Außerdem wurden bei Teilnehmern der Demonostrationen einige Schusswaffen und Schlagstöcke festgestellt.