Nouveau Parti Anticapitaliste schreibt euch

ikke 02.12.2008 13:11 Themen: Soziale Kämpfe
Ein Brief an alle Linken. Es geht noch .LINKER! Eine linkere Linkspartei in Europa entsteht.
Durch Zufall bin ich im Internet und auf youtube auf diese neue Partei in Frankreich aufmerksam geworden: Nouveau Parti anticapitaliste, NPA. Jetzt sammele ich alle Informationen über sie. Sie ist inspirierend. Ich möcht sie euch vorstellen.

 http://www.youtube.com/watch?v=rdgvgIm-tvc

In Europa entsteht eine neue linke Kraft. Die französische Neue Antikapitalistische Partei. Sie wird geführt von einem charismatischen jungen Arbeiter, Olivier Besancenot. Sie ist in den Arbeiterbezirken verankert. Die Partei bezieht junge Migranten auf gleicher Augenhöhe ein. Sie wird von Migranten wahrgenommen. Sie wird von den Medien aufmerksam wahrgenommen. ...von den französischen Medien!  http://www.youtube.com/watch?v=d6MWkA6WhBc

Anders in Deutschland. Hier wird vor allem die "Linkspartei auf Französísch", die “Parti de gauche“ gehypt. Unkritisch, wie ich finde. Auf die NPA wird nur in Nebensätzen eingegangen.

Selbst die Junge Welt bejubelt nun jede Woche die Gründung von "Oskar Lafontaines Schwesterpartei", Parti de gauche in mindest einem Artikel. Oskar Lafontaine stand an diesem Samstag Pate, als der abtrünnige sozialistische Senator Jean-Luc Mélenchon Frankreichs neue Linkspartei begründete. Der Hinterbänkler Mélenchon, der mehr als zwanzig Jahre für die Sozialisten im Senat saß, will enttäuschten Genossen seiner Partei eine neue Heimat bieten.

Die Parti de gauche sieht DIE LINKE als ihr Modell. Das deutsche Modell wird von der Nouveau Parti anticapitaliste ausdrücklich abgelehnt. Die NPA lehnt Regierungskoalitionen mit Sozialdemokraten ab..
 http://www.youtube.com/watch?v=q2_qrsc2-HE&feature=related

Man könnte jetzt spekulieren warum die Deutschen so sehr die rechts von der NPA stehende französische Linkspartei bejubeln.

Es ist sogar so, dass die Deutschen Medien derzeit ein Bündnis beider Parteien förmlich herbeischreiben.

Warum das so ist? ...Das überlass ich mal den Ergänzern...

Um die Nouveau Parti Anticapitaliste kurz vorzustellen: Sie geht aus der trotzkistischen Lutte Communiste Revolutionaire, LCR hervor.

 http://www.youtube.com/watch?v=ISuzIf1Wi98&feature=related

Eine Partei, die es seit 1968 gibt, glaube ich. Ihre Mitglieder sind zu meist häufig Angehörige der "neuen Arbeiterklasse", öffentlich Angestellte, Sozialarbeiter, Lehrer. Die französische Ligue Communiste Révolutionnaire (LCR) will sich zu Ende dieses Jahres auflösen. Mit 2000 bis 2500 Mitglieder bekam sie bei den Präsidentschaftswahlen über 4% der Stimmen.Die Neue Antikapitalistische Partei soll sich nicht mehr als trotzkistische Partei verstehen.

Bei deutschen Trotzkisten ist die NPA und die LCR eher unbeliebt. Das geht mir so mit deutschen Trotzkisten.

Die NPA hat bereits ein gewisses Sexappeal bei Jugendlichen und Sozialbewegten. Letztere projezieren wohl alles mögliche in die neue Partei. Zum Beispiel  http://www.youtube.com/watch?v=rdgvgIm-tvc

Dazu werde ich später einige youtube links ergänzen.

Manche Linke in Deutschland vermuten, die deutsche Linkspartei wolle sich in die Französische Linke einmischen, man mutmaßt, die deutsche LINKSPARTEI fürchte die Nouveau Parti anticapitaliste als eine linkere Konkurrenz auf europäischer Ebene.

Deswegen wolle man die Nouveau Parti anticapitaliste mit einem Bündnis neutralisieren und in den Kapitalismus integrieren. Wie dem auch sei...

Die Nouveau Parti anticapitaliste wendet sich an euch in einem Brief, den ich an dieser Stelle veröffentliche:

Olivier Besancenot, Alain Krivine, Roseline Vacchetta (LCR): Offener Brief an SympathisantInnen und AntikapitalistInnen

Offener Brief an die SympathisantInnen der LCR und die AntikapitalistInnen

Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen,

Unsere politische Bewegung, die LCR [Ligue Communiste Révolutionnaire], ist vor vierzig Jahren aus der Glut unter der Asche des Mai 68 entstanden.
In weniger als zwei Monaten werden wir sie auflösen. Wenn wir das tun wollen, dann natürlich nicht, um in unsere Pantoffeln zu schlüpfen. Im Gegenteil: Es gibt heute nicht weniger Gründe als im Mai 68, sondern mehr, um sich aufzulehnen.
Wenn wir diese Entscheidung getroffen haben, dann haben wir das getan, um mit anderen eine neue politische Bewegung zu gründen, die bedeutsamer ist als die LCR, eine besser verwurzelte politische Bewegung, eine Bewegung, die in allen Betrieben, allen Ausbildungsstätten, allen Städten und Dörfern, allen Vorstädten der Armen und Ärmeren verwurzelt
ist. Dass eine neue antikapitalistische Partei existiert, eine Partei gegen die Diskriminierungen, eine ökologisch orientierte, eine feministische Partei, eine Partei für die revolutionäre Veränderung der Gesellschaft, ist absolut notwendig.
Wir haben diese Entscheidung getroffen, weil wir denken, dass Millionen Lohnabhängige, Jugendliche, Arbeitslose, prekär Beschäftigte, Frauen und Männer heute gut finden, dass eine dieses Namens werte Linke ihren Aufschwung nimmt. Eine Linke, um Sarkozy die Stirne zu bieten, indem sie sich methodisch seiner Politik widersetzt. Eine Linke, um die
Gegenoffensive angesichts dieser privilegierten Minderheit zu fahren, die sich die Taschen füllt, uns nur die Krümel lässt und uns die Krise bezahlen lassen möchte. Eine internationalistische Linke, die mit allen Völkern solidarisch ist, die für ihre Befreiung kämpfen. Eine Linke, die den Planeten vor den Kriegen und der Klimaerwärmung retten will.
Die tiefe Krise des Kapitalismus rückt die Absurdität, den vollkommen überholten Charakter, die Monstrosität dieses Systems, das sich aus der Ausbeutung nährt und die Umwelt zerstört, in ein scharfes Licht. Die Krise verstärkt unsere Entschlossenheit, ihm ein Ende zu setzen.

Wir haben nichts zu schaffen mit einer Linken, bei der sich alles um die großen Egos droht, die von AbsolventInnen der Eliteschulen angeführt wird, die keine konkrete Idee davon haben, was Elend ist oder wie schwierig es sein kann, über die Runden zu kommen. Das jämmerliche Spektakel des Parteitags von Reims war ein krönender Abschluss, mit dem
die Sozialistische Partei sich diskreditiert hat, eine PS, die sich vor Sarkozy und den Privilegierten auf den Bauch legt. Ob wir neu zur Politik gekommen sind oder aus unterschiedlichen Traditionen kommen, aus einer sozialistischen, kommunistischen, ökologischen, libertären, revolutionären Tradition kommen – wir sind immer mehr, die etwas Neues machen wollen!

Die neue antikapitalistische Partei (dies ist ihr vorläufiger Namen) ist jetzt eine Bewegung von über 400 Komitees, die sich aus vielen Tausenden Mitgliedern zusammensetzt. Sie wird Ende Januar [2009] ihren Gründungskongress organisieren.
Wir wissen, dass es unter euch viele gibt, die diesem Projekt Beifall spenden, es aber anderen überlassen, sich zu engagieren. Andere zögern. Wieder andere sagen uns, dass sie warten, bis wir die Partei gegründet haben, um darin eintreten zu können. Wir sagen es euch ohne Umschweife:

Wir brauchen euch alle! Und zwar umgehend! Denn um die NPA [Nouveau Parti Anticapitaliste] anzuschieben, sollten wir bei der Gründung so viele sein wie möglich. Keine Sorge, wir wollen euch weder die ganze Freizeit klauen noch euer
mageres Einkommen absaugen. Jede und jeder wird ihren/seinen Platz finden, in ihrem/seinem Rhythmus, mit ihren/seinen Mitteln und nach seinen/ ihren Vorlieben. Wir brauchen bloß euch, eure Energie, eure (gerechtfertigte) Wut, eure Ablehnung des Unerträglichen, eure Solidarität,) genau. Jetzt seid ihr dran.


Alles Gute,
Olivier Besancenot, Alain Krivine, Roseline Vacchetta
(SprecherInnen der LCR)
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Ergänzungen

mehr dazu

Entdinglichung 02.12.2008 - 14:58
gibt es u.a. auf den Webpages der beiden LCR-Schwesterorganisationen in der BRD:  http://www.rsb4.de/content/blogcategory/116/170/ &  http://islinke.de/ oder auf der Seite des International Viewpoint:  http://internationalviewpoint.org/spip.php?mot19 ... Alternative Libertaire hatte sich zunächst an der Debatte um das Projekt beteiligt, sich dann aber zurückgezogen:  http://www.alternativelibertaire.org/spip.php?article2111 ... ansonsten gibt es eine Minderheit in der LCR, welche auch lieber bei einem Projekt à la "Die Linke" mitmachen würde

Rechts genug sich von Tarnac zu distanzieren

jemand aus Paris 03.12.2008 - 07:16
"Le leader de la LCR, Olivier
Besancenot, s'empresse de condamner des actes de sabotage qui ne «sont pas
et ne seront jamais» ceux de la LCR. Pour Sud-Rail, il s'agit d'actes
terroristes et le syndicat met en garde «ceux qui frisent la diffamation
en voulant confondre terrorisme et action syndicale»."

 http://cnt-ait.info/article.php3?id_article=1581

Ja, ja, links, revolutionär, fürs Volk, aber rechts genug um sich von den "Terroristen" von Tarnac zu distanzieren. Dann wird das ganze lächerlich und plötzlich positionert sich die Partei dann doch, ganz anders :
 http://npa2009.org/content/tarnac-rouen-paris-non-%C3%A0-lordre-nouveau

immer was der öffentlichkeit besser schemckt, was ganz was neues....

Guten Appetit mit der LCR !


keineR hat das recht menschen zu regieren!

mensch 03.12.2008 - 17:29
die rot, gelben "100% a gauche" fahnen waren auch bei den blockaden des "anti-islam kongress" in köln am 20.09 zu sehen. würde sagen das da mindestens 15-20 menschen mit diesen fahnen am malzbüchel waren...

dennoch ist zu sagen das parteien/reformen nicht der richtige weg sind um die welt zu verändern...

@ jemand aus Paris

Entdinglichung 05.12.2008 - 16:56
bitte genauer nachlesen: die Ligue distanziert sich von den "Sabotageakten" (bei denen bis heute nicht so klar ist, ob es überhaupt welche waren und wer sie vollbracht hat) ... gleichzeitig solidarisiert sie sich jedoch mit den Angegriffenen:  http://lcr-rouge.org/spip.php?article2784

"La LCR affirme sa totale solidarité avec les victimes de ces agissements inhumains. Les libertés publiques sont menacées. Il y a urgence à se rassembler pour les défendre."

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 7 Kommentare

Jede Partei ist zum kotzen.....

riotqueer 02.12.2008 - 14:07
However, a rebellion usually lasts only a few days. After it ends, the rebels are elated. But they then begin to view themselves mainly as victims and expect those in power to assume responsibility for changing the system. By contrast, a revolution requires that a people go beyond struggling against oppressive institutions and beyond victim thinking. A revolution involves making an evolutionary/revolutionary leap towards becoming more socially responsible and more self-critical human beings. In order to transform the world, we must transform ourselves.

Thus, unlike rebellions, which are here today and gone tomorrow, revolutions require a patient and protracted process that transforms and empowers us as individuals as we struggle to change the world around us. Going beyond rejections to projections, revolutions advance our continuing evolution as human beings because we are practicing new, more socially responsible and loving relationships to one another and to the earth.

In the process of arriving at this evolutionary humanist concept of revolution, it became clear to us that Marx's revolutionary scenario (which so many generations of radicals, including ourselves, had embraced) represented the end of an historical epoch, not the beginning of a new one. Writing over one hundred years ago, in the springtime of the industrial revolution and an epoch of scarcity, Marx viewed the rapid development of the productive forces and the more just and equal distribution of material abundance as the main purpose of revolution. In a period when industrial workers were growing in numbers, it was natural for him to view the working class, which was being disciplined, organized, and socialized by the process of capitalist production, as the social force that would make this revolution.

Since then, however, under the impact of the technological revolution, especially in the United States, the working class has been shrinking rather than growing. At the same time the material abundance produced by rapid economic development has turned the American people, including workers, into mindless and irresponsible consumers, unable to distinguish between our needs and our wants. Moreover that 'we' of any party like these anti-capitalist one, have been profoundly damaged by a culture that for over two hundred years has systematically pursued economic development at the expense of communities, and of millions of people at home and abroad. My challenge is to continue the evolution of persons emancypation by grappling with the contradiction between our technological and economic over development and our spiritual and political underdevelopment.


 http://groups.myspace.com/index.cfm?fuseaction=groups.groupProfile&groupID=107657373&MyToken=3e013146-46e8-41fc-920e-bfca14d067d3

Die Arbeiterklasse verschwindet

dem Diter ein D 02.12.2008 - 15:15
Riotqueer bringt es auf den Punkt: "under the impact of the technological revolution, especially in the United States, the working class has been shrinking rather than growing."

Es gibt keine Arbeiter mehr. Ich zum Beispiel bin arbeitslos. Vorher war ich in der Jugendarbeit beschäftigt. In Kreuzburg-Friernichein. Ich bekam Gehalt. Fühlte mich wie ein Angestellter. Hatte eine hohe KOntrolle über meine Arbeitszeit. Ich gestaltete meinen Jon kreativ. Ich hatte auch Geld für tolle Urlaube. Ich konsumierte.

"At the same time the material abundance produced by rapid economic development has turned the American people, including workers, into mindless and irresponsible consumers, unable to distinguish between our needs and our wants." Richtig, dass gilt aber nur für die Prolls! Mein Konsum war immer an meinen tatsächlichen Bedürfnissen orientiert.

Naja, inzwischen musste ich ein paar Monate Leiharbeit machen, sonst wär mir das ALG II gestrichen worden. Die Arbeiter waren zwar viele - aber ich mochte sie nicht.

@Ex-JugendArbeiter

Ananda 02.12.2008 - 17:30
Also, die "Neue antikapitalistische Partei" ist gar nicht anti-kapitalistisch, im Sinne von kommunistisch, denn Geld, Ware, Kapital, Lohnarbeit und Staat möchte sie keinesfalls abschaffen, sondern irgendwie reformieren und demokratisieren, was auch immer das heißen soll (obwohl, man weiß ja, was sich die Reformisten darunter vorstellen).

Trotzdem sind die Mitglieder dieser Partei sicherlich gute Menschen (Lohnabhängige) mit den besten Absichten. Sie möchten, wie Lafontaine das sehr gut auf den Punkt bringt, "die Lebensbedingungen der Menschen verbessern". Sehr gut. Dagegen ist nichts zu sagen. Viel Erfolg.

Aber mit Kommunismus hat das nichts zu tun und „anti-kapitalistisch“ ist es auch nicht, sondern es hängt zusammen mit der (blöden, aber verständlichen) Hoffnung, unter den gegenwärtigen Bedingungen (die schon Jahrzehnte andauern) doch noch irgendetwas Gutes dem Kapitalismus zu entreißen (wenn der Kommunismus als etwas Unmögliches erscheint).

Eine kommunistische Partei dürfte bei Wahlen in Frankreich nicht mehr als 0,1 Prozent der Stimmen bekommen. Ohne Kommunisten gibt es nämlich auch keine kommunistische Partei.

Aber darum geht es mir nicht. Ich möchte nämlich den Ex-Jugendarbeiter, bei Onkel "Riotqueer" dürften Hopfen und Malz verloren sein, anregen, in Erwägung zu ziehen, dass zwar - zum Beispiel in Deutschland, mehr noch in England - die Zahl der "Industriearbeiter" zurückgegangen ist, es aber dennoch sehr, sehr viele ArbeiterInnen gibt, wenn man darunter alle, oder fast alle Lohnabhängigen versteht.

Wenn ein Segment der Klasse der Lohnabhängigen in einer Weltregion verschwindet oder an Zahl abnimmt (z.B. die Industriearbeiter in Europa), bedeutet das nicht, dass die „Arbeiterklasse“ insgesamt verschwunden ist. Dem Ex-Jugendarbeiter kann man zwar glauben, wenn er sagt, "die Arbeiter waren viele - aber ich mochte sie nicht", aber es wäre hinzuzufügen, dass er auch einer von ihnen war.

Das Problem ist nicht, dass es keine Lohnarbeiter (im umfassenden Sinn dieses Wortes gibt), sondern dass sie nicht revolutionär sind. In einem gewisen Sinne gibt es sie wirklich nicht, zumindest nicht als Klasse, sondern nur als Leute, denn das Also, die "Neue antikapitalistische Partei" ist gar nicht anti-kapitalistisch, im Sinne von kommunistisch, denn Geld, Ware, Kapital, Lohnarbeit und Staat möchte sie keinesfalls abschaffen, sondern irgendwie reformieren und demokratisieren, was auch immer das heißen soll (obwohl, man weiß ja, was sich die Reformisten darunter vorstellen).

Trotzdem sind die Mitglieder dieser Partei sicherlich gute Menschen (Lohnabhängige) mit den besten Absichten. Sie möchten, wie Lafontaine das sehr gut auf den Punkt bringt, "die Lebensbedingungen der Menschen verbessern". Sehr gut. Dagegen ist nichts zu sagen. Viel Erfolg.

Aber mit Kommunismus hat das nichts zu tun und „anti-kapitalistisch“ ist es auch nicht, sondern es hängt zusammen mit der (blöden, aber verständlichen) Hoffnung, unter den gegenwärtigen Bedingungen (die schon Jahrzehnte andauern) doch noch irgendetwas Gutes dem Kapitalismus zu entreißen (wenn der Kommunismus als etwas Unmögliches erscheint).

Eine kommunistische Partei dürfte bei Wahlen in Frankreich nicht mehr als 0,1 Prozent der Stimmen bekommen. Ohne Kommunisten gibt es nämlich auch keine kommunistische Partei.

Aber darum geht es mir nicht. Ich möchte nämlich den Ex-Jugendarbeiter, bei Onkel "Riotqueer" dürften Hopfen und Malz verloren sein, anregen, in Erwägung zu ziehen, dass zwar - zum Beispiel in Deutschland, mehr noch in England - die Zahl der "Industriearbeiter" zurückgegangen ist, es aber dennoch sehr, sehr viele ArbeiterInnen gibt, wenn man darunter alle, oder fast alle Lohnabhängigen versteht.

Wenn ein Segment der Klasse der Lohnabhängigen in einer Weltregion verschwindet oder an Zahl abnimmt (z.B. die Industriearbeiter in Europa), bedeutet das nicht, dass die „Arbeiterklasse“ insgesamt verschwunden ist. Dem Ex-Jugendarbeiter kann man zwar glauben, wenn er sagt, "die Arbeiter waren viele - aber ich mochte sie nicht", aber es wäre hinzuzufügen, dass er auch einer von ihnen war.

Das Problem ist nicht, dass es keine Lohnarbeiter (im umfassenden Sinn dieses Wortes gibt), sondern dass sie nicht revolutionär sind. In diesem Sinne gibt es sie wirklich nicht, zumindest nicht als Klasse, denn das Proletariat ist entweder revolutionär, oder es ist nichts, auf italienisch klingt es, wegen der Null, noch besser:

Il proletariato o è rivoluzionario o non è nulla.

Ananda

Veranstaltungen in Kassel und Dortmund

heiser 02.12.2008 - 17:54
Anders als in der Berliner LINKSPARTEI dürfen sich in westdeutschen LINKEN Kreisverbänden die Linken noch was erlauben:

KASSEL:

Mi 03.Dez.08 Kreisverband DIE LINKE. Kassel Stadt
Veranstaltung mit einem Vertreter der neuen frz. Partei NPA (Nouveau Parti Anticapitaliste)

Referent ist Adrien Mazières-Vaysse von der LCR (Ligue Revolutionaire Communiste) in Bordeaux.
19.00 LinKS-Büro,
Schillerstraße 21, Kassel

DORTMUND:

5. Dezember 2008
Handelt selbst! Eine neue linke Partei in Frankreich. In der Bundesrepublik ist eine neue linke Partei entstanden – Die LINKE. In Frankreich ist eine neue linke Partei im Entstehen. „Neue Antikapitalistische Partei“ ist ihr Name - auf französisch „Nouveau Parti Anticapitaliste“ oder kurz NPA. Adrien Mazières-Vaysse, Politikwissenschaftler und Mitinitiator der neuen Partei, zeigt in einer Diskussionsveranstaltung Möglichkeiten der neuen Partei auf....

Beginn der Veranstaltung ist am Freitag, 5. Dezember, um 19 Uhr im Taranta Babu, Humboldtstr. 44.

 http://www.dielinke-dortmund.de/termine/salz/detail/artikel/handelt-selbst-eine-neue-linke-partei-in-frankreich/


Was soll denn...

SchallundRauch 03.12.2008 - 00:56
...so ein dermaßen plumper Werbepost für irgendeine dahergelaufene linkspopulistische Partei?

"Rechts" sind die Anschläge!

K-H-K. 03.12.2008 - 16:14
So eine Sauerei! Eine "linke" Organisation (LCR/NPA) distanziert sich von Anschlägen auf Oberleitungen, bei denen der Tod von Bahnpassagieren in Kauf gemommen wurde. Das ist natürlich wirklich "rechts".

Eigentlich müsste man sich von LCR distanzieren, die einer Privatisierung der SNCF mit kollektivem Widerstand entgegentreten wollen, statt mit Individualterrorismus.

Schon Trotzki, der Verräter, hatte sich in seinen Schriften von Individualterrorismus einer geheimbündelnden Avantgarde/ Elite distanziert, favorisierte stattdessen Klassenkampf.

Der richtige Weg um die Welt zu verändern

ist 03.12.2008 - 17:57
natürlich die Revolution. Deswegen heißt das Buch von Besancenot ja auch "Revolution!". In Frankreich ist das zwar nichts besonderes eine Revolution zu forden. Aber immerhin steht Besancenot damit im Gegensatz zur Deutschen Linkspartei oder zur den Deutschen Antideutschen. Und im Gegensatz zur Radikalen deutschen Linken, die ja auch voller antideutscher Bedenkenträger ist, die eh gegen alles ist, was nach Massenaufstand und Guillotine klingt, hat Besancenot doch recht viele Anhänger.