Kolumbien: Indigene Minga erreicht Bogotá

gritoderesistencia 22.11.2008 22:48 Themen: Weltweit
Der Protestmarsch der Indígenas Kolumbiens gegen die Regierung ist in der Hauptstadt angekommen. Die Minga de Resistencia Social y Comunitaria, wie die gegenwärtige Mobilisierung der Indígenas genannt wird, hat damit einen ersten Höhepunkt erreicht.
Die Demonstration der Indígenas zählte bei ihrem Eintreffen in Bogotá über 40´000 Menschen. In der Stadt selbst schlossen sich weitere Gruppen der Grossdemo an, vorallem Gewerkschaften und Studenten. Die Demo selbst verlief äusserst geordnet und koordiniert: Die Guardie Indígena, etwas ähnliches wie eine Schutz- und Rettungstruppe der indigenen Gemeinschaften, die auch über die Durchsetzung wichtiger Entscheidungen der Gemeinschaft wacht, zog einen Kordon um die gesamte Demo. Wer sich der Demo anschliessen oder aufs Camp auf dem Uni-Campus wollte, wurde erst durchsucht und nach seinen Beweggründen befragt, viele wurden zurückgewiesen. Die Polizei hielt sich unsichtbar in Seitenstrassen, war am Rand der Demo nur mit unbewaffneten Ordnern präsent. Vereinzelte Rangeleien gab es nur, weil die Guardia Indígena jegliches Fotografieren durch Beamte, oder Menschen, von denen sie vermuntete, sie seien welche, sofort unterband.
Die Solidaritätsbekundungen von Menschen ausserhalb der Demo war dennoch überwältigend. Glitzerzeugs wurde aus Fenstern geworfen, und die Kleider- und Essensspenden messen sich in Bergen. Der Protest in der Stadt geht weiter, bis ein Treffen mit dem Präsidenten Uribe zustande gekommen ist.
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Ergänzungen

Indios wollen Schweiz als Beobachterin

http://news.search.ch/ 23.11.2008 - 10:13
Tausende kolumbianische Indios sind nach einem zehntägigen Fussmarsch über 500 Kilometer zu Protesten in der Hauptstadt Bogota eingetroffen. Dort baten sie auch die Schweiz um Hilfe. Die Indios wollen damit der Forderung nach Rückgabe von Ländereien ihrer Vorfahren Nachdruck verleihen und gegen Gewalt gegen Indios protestieren. In Bogota wollen sie mit mehreren Ministern über ihre Forderungen sprechen. Zu diesem Treffen haben sie unter anderem die Schweiz als Beobachterin eingeladen. Das EDA bestätigte die Anfrage und entgegnete, man sei dazu bereit, wenn Kolumbien Grünes Licht gebe.

Indios verhandeln mit Regierung

http://www.domradio.de 24.11.2008 - 19:12
Die kolumbianische Regierung hat gestern in Bogota führende Vertreter der indigenen Ureinwohner des Landes zu Gesprächen empfangen. Zuvor waren rund 12.000 Indios nach einem wochenlangen Protestmarsch über 500 Kilometer in Bogota angekommen und hatten ihr Lager auf dem Gelände der Universität aufgeschlagen. Mit dem Protestmarsch und bei dem anschließenden Treffen mit der Regierung wollten die Indios auf ihre Situation im Lande aufmerksam machen. Dem seit Jahren andauernden bewaffneten Konflikt zwischen linksgerichteter Guerilla, rechten Paramilitärs und der regulären kolumbianischen Armee sind nach Angaben der Nationalen Vereinigung der Indios (ONIC) bislang über 1.200 Indios zum Opfer gefallen. Über 52.000 Indios seien zudem von ihrem Land vertrieben worden.

Indios protestieren in Bogotá gegen Gewalt

http://www.bielertagblatt.ch 24.11.2008 - 19:16
Die von der Urbevölkerung Abstammenden versammelten sich auf der Plaza Bolívar in der Nähe des Präsidentenpalastes im Zentrum der kolumbianischen Hauptstadt. Sie wollten damit ihrer Forderung nach Rückgabe von Ländereien ihrer Vorfahren Nachdruck verleihen und gegen Gewalt gegen Indios protestieren, sagte eine der Anführerinnen, Aida Quilcue.

Die Indios wollten in Bogotá mit mehreren Ministern erneut über ihre Forderungen sprechen.

Die Schweiz, Frankreich, Spanien, Schweden und die USA wurden gebeten, als Beobachter an dem Treffen teilzunehmen. Das Aussenministerium in Bern bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA eine entsprechende Anfrage. Man sei dazu bereit, wenn die kolumbianische Regierung grünes Licht gebe, sagte ein Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Indios und der Polizei waren vor vier Wochen drei Demonstranten getötet und mehr als 100 Menschen verletzt worden. Ein erstes Treffen mit Präsident Alvaro Uribe endete damals ergebnislos.

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