Herbst-Großdemo gegen Hartz IV in Berlin
Leider hatte mein Forums-Hoster carookee am 12. November einen Total-Serverausfall und sämtliche, bis dahin im November geschriebenen Beiträge meiner beiden Foren, unter anderem auch der erste Fotobericht der bundesweiten Herbstdemo gegen Hartz IV, sind unrettbar im www-Nirvana verloren gegangen. Deshalb funktionieren die Links in meinem indy-Demo-Fotobericht unter
http://de.indymedia.org/2008/11/232147.shtml auch nicht mehr. Das heißt, Interessierte konnten seither auf die 166 Demofotos nicht mehr zugreifen, dabei sind in den 3 Tagen bis zum carookee-Super-GAU schon mehrere hundert Zugriffe erfolgt. Mittlerweile habe ich den Fotobericht wiederhergestellt und alle 166 Fotos sind wieder abrufbar unter:
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/3/23069647.0.30115.html
und
http://www.carookee.com/forum/WISP/4/23069630.0.30115.html
http://de.indymedia.org/2008/11/232147.shtml auch nicht mehr. Das heißt, Interessierte konnten seither auf die 166 Demofotos nicht mehr zugreifen, dabei sind in den 3 Tagen bis zum carookee-Super-GAU schon mehrere hundert Zugriffe erfolgt. Mittlerweile habe ich den Fotobericht wiederhergestellt und alle 166 Fotos sind wieder abrufbar unter:
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/3/23069647.0.30115.html und
http://www.carookee.com/forum/WISP/4/23069630.0.30115.html
Gleich vorweg, trotz beredtem Totschweigen in den Medien und zur Schau getragener Gleichgültigkeit vieler linker Organisationen ließen sich tausende Betroffene aus dem gesamten Bundesgebiet nicht davon abbringen, auf der nun schon traditionellen Berliner Herbstdemo am Samstag, den 8. November, gegen die Hartz-IV-Verbrecher in Regierung und Bundestag dabeizusein!
Dabei sah es gegen 12 Uhr mittags auf dem Alex hinter der Weltzeituhr noch gar nicht danach aus, als würden es viel mehr als vielleicht eintausend DemonstrantInnen zusammen kommen. Als es dann aber kurz vor 12:30 Uhr losging, wurde der Zug schon in der Dircksenstraße direkt am S-und U-Bahnhof Alexanderplatz lang und länger. Und als wir in die Karl-Liebknecht-Straße eingebogen waren und uns in Höhe der BRD-Schandruine des "Palastes der Republik" befanden, wurden aus den anfangs geschätzten eintausend wie aus dem Nichts über fünftausend TeilnehmerInnen. Da wurde die in der Dircksenstraße auffordernde alberne Lauti-Durchsage vollends lächerlich, daß die DemonstrantInnen doch in Sechser-Reihen marschieren sollten, weil so angeblich mehr Wirkung zu erzielen sei. Offensichtlich wird da noch von anachronistischen zackigen Parademärschen aus realsozialistischer Zeit geträumt. Zum Glück ließen sich die TeilnehmerInnen davon überhaupt nicht beeindrucken sondern blieben in lockerer gelöster Formation.
Und das war auch gut so! Denn es war wieder wie die Jahre zuvor eine kraftvolle, bunte Demo gegen die Agenda 2010, gegen Hartz IV und gegen die unverändert neoliberale Ausbeutungspolitik der Großen Koalition und der Sozialraub-Blockparteien SPD-GRÜNE-CDU/CSU-FDP, wobei (leider nicht nur) in Berlin noch die Regierungssozialisten der Partei, die sich zur Tarnung das Label "DIE LINKE" angepappt hat, hinzukommt. Wie zum Trotz wurden aber doch vereinzelte rote "DIE-LINKE"-Flaggen mitgeführt, was ganz sicher keine ungetrübte Freude im Karl-Liebknecht-Haus ausgelöst haben dürfte. Es ist sowieso bezeichnend, daß aus dieser angeblich sozialistischen Partei, die gerade in Berlin 2002 vor allem mit den Stimmen der Erwerbslosen, der Ausgebeuteten, der Kaputtgemachten mit fast 24% Stimmenanteil gewählt wurde, wieder einmal mehr kein einziger aus dem Regierungs- und/oder Führungskader sich bei seinen damaligen WählerInnen zeigen oder gar sprechen wollte. Man hat im Karl-Liebknecht-Haus längst begonnen, sich der ungeliebten "armen Verwandtschaft", nämlich der Erwerbslosen, der Unterschichtler und sonstwie sozial Benachteiligten zu entledigen. Es heißt in "DIE LINKE" auch nicht mehr, Hartz IV muß weg sondern diese einstmalige Kernaussage ist längst abgelöst, indem es fast entschuldigend nur noch heißt: "ALG II sollte bittschön von derzeit 356 Euro auf 420 Euro monatlich angehoben werden."
Die damaligen Spalter der Montagsdemo in 2004/2005, nämlich die FunktionärInnen der seinerzeitigen PDS-Berlin und ver.di-Berlins sind längst von der Machtteilhabe korrumpiert und heucheln höchstens in Sonntagspflichtreden noch Solidarität mit den ALG-II-LeistungsempfängerInnen und anderen Unterschichtlern.
Wie auch immer, unser Demozug und die Botschaften auf den vielen Transpis wurden von den Passanten und Berlin-Touries sehr positiv aufgenommen. Natürlich waren auch wieder viele MLPD-Flaggen und Plakate dabei, vor allem deshalb fielen sie auf, weil außer vereinzelten LINKEn und ver.di- sowie IG-Metall-Gewerkschaftsmitgliedern sich andere linke und soziale Organisationen gerade hier in Berlin naserümpfend abgewendet und damit die MontagsdemonstrantInnen im Stich gelassen haben. Was für eine Mißachtung und Überheblichkeit gegenüber den in vielen Städten bundesweit stattfindenen Montagsdemos, die mit hohem Engegement seit über 4 Jahren Woche für Woche von leider viel zu wenigen Aktiven organisiert und durchgeführt werden - auch wenn zumeist nur 15 - 30 und nur selten mehr Unentwegte sich jeden Montag zur Demo oder Kundgebung treffen.
Wir erinnern uns: in 2004 und 2005 waren es Zehntausende, die kämpferisch auf die Straße gegangen sind - bis, ja, bis die Berliner PDS unter Stefan Liebich und etwas später auch ver.di-Berlin sich aus der Demo-Gemeinschaft abgespalten und sinngemäß getönt haben: Hartz IV sei jetzt Gesetz und es lohne nicht, dagegen zu noch weiter demonstrieren. Und seither werden nicht nur in Berlin die Montagsdemos medial in der Regel totgeschwiegen, leider auch von der ansonsten von mir sehr geschätzten "junge Welt". Als Totschlagargument wird dabei in unschöner Regelmäßigkeit die "MLPD" vorgeschoben.
Wir über fünftausend TeilnehmerInnen haben am vergangenen Samstag der unsäglichen Berliner PDS-Liebich-Parole wieder einmal mehr Lügen gestraft, Paroli geboten und ein machtvolles Signal ausgesandt. - Und das war gut so!
Bernd Kudanek alias bjk
Unterschichtler
Foren:
http://wisp.carookee.com
http://freies-politikforum.carookee.com
Dabei sah es gegen 12 Uhr mittags auf dem Alex hinter der Weltzeituhr noch gar nicht danach aus, als würden es viel mehr als vielleicht eintausend DemonstrantInnen zusammen kommen. Als es dann aber kurz vor 12:30 Uhr losging, wurde der Zug schon in der Dircksenstraße direkt am S-und U-Bahnhof Alexanderplatz lang und länger. Und als wir in die Karl-Liebknecht-Straße eingebogen waren und uns in Höhe der BRD-Schandruine des "Palastes der Republik" befanden, wurden aus den anfangs geschätzten eintausend wie aus dem Nichts über fünftausend TeilnehmerInnen. Da wurde die in der Dircksenstraße auffordernde alberne Lauti-Durchsage vollends lächerlich, daß die DemonstrantInnen doch in Sechser-Reihen marschieren sollten, weil so angeblich mehr Wirkung zu erzielen sei. Offensichtlich wird da noch von anachronistischen zackigen Parademärschen aus realsozialistischer Zeit geträumt. Zum Glück ließen sich die TeilnehmerInnen davon überhaupt nicht beeindrucken sondern blieben in lockerer gelöster Formation.
Und das war auch gut so! Denn es war wieder wie die Jahre zuvor eine kraftvolle, bunte Demo gegen die Agenda 2010, gegen Hartz IV und gegen die unverändert neoliberale Ausbeutungspolitik der Großen Koalition und der Sozialraub-Blockparteien SPD-GRÜNE-CDU/CSU-FDP, wobei (leider nicht nur) in Berlin noch die Regierungssozialisten der Partei, die sich zur Tarnung das Label "DIE LINKE" angepappt hat, hinzukommt. Wie zum Trotz wurden aber doch vereinzelte rote "DIE-LINKE"-Flaggen mitgeführt, was ganz sicher keine ungetrübte Freude im Karl-Liebknecht-Haus ausgelöst haben dürfte. Es ist sowieso bezeichnend, daß aus dieser angeblich sozialistischen Partei, die gerade in Berlin 2002 vor allem mit den Stimmen der Erwerbslosen, der Ausgebeuteten, der Kaputtgemachten mit fast 24% Stimmenanteil gewählt wurde, wieder einmal mehr kein einziger aus dem Regierungs- und/oder Führungskader sich bei seinen damaligen WählerInnen zeigen oder gar sprechen wollte. Man hat im Karl-Liebknecht-Haus längst begonnen, sich der ungeliebten "armen Verwandtschaft", nämlich der Erwerbslosen, der Unterschichtler und sonstwie sozial Benachteiligten zu entledigen. Es heißt in "DIE LINKE" auch nicht mehr, Hartz IV muß weg sondern diese einstmalige Kernaussage ist längst abgelöst, indem es fast entschuldigend nur noch heißt: "ALG II sollte bittschön von derzeit 356 Euro auf 420 Euro monatlich angehoben werden."
Die damaligen Spalter der Montagsdemo in 2004/2005, nämlich die FunktionärInnen der seinerzeitigen PDS-Berlin und ver.di-Berlins sind längst von der Machtteilhabe korrumpiert und heucheln höchstens in Sonntagspflichtreden noch Solidarität mit den ALG-II-LeistungsempfängerInnen und anderen Unterschichtlern.
Wie auch immer, unser Demozug und die Botschaften auf den vielen Transpis wurden von den Passanten und Berlin-Touries sehr positiv aufgenommen. Natürlich waren auch wieder viele MLPD-Flaggen und Plakate dabei, vor allem deshalb fielen sie auf, weil außer vereinzelten LINKEn und ver.di- sowie IG-Metall-Gewerkschaftsmitgliedern sich andere linke und soziale Organisationen gerade hier in Berlin naserümpfend abgewendet und damit die MontagsdemonstrantInnen im Stich gelassen haben. Was für eine Mißachtung und Überheblichkeit gegenüber den in vielen Städten bundesweit stattfindenen Montagsdemos, die mit hohem Engegement seit über 4 Jahren Woche für Woche von leider viel zu wenigen Aktiven organisiert und durchgeführt werden - auch wenn zumeist nur 15 - 30 und nur selten mehr Unentwegte sich jeden Montag zur Demo oder Kundgebung treffen.
Wir erinnern uns: in 2004 und 2005 waren es Zehntausende, die kämpferisch auf die Straße gegangen sind - bis, ja, bis die Berliner PDS unter Stefan Liebich und etwas später auch ver.di-Berlin sich aus der Demo-Gemeinschaft abgespalten und sinngemäß getönt haben: Hartz IV sei jetzt Gesetz und es lohne nicht, dagegen zu noch weiter demonstrieren. Und seither werden nicht nur in Berlin die Montagsdemos medial in der Regel totgeschwiegen, leider auch von der ansonsten von mir sehr geschätzten "junge Welt". Als Totschlagargument wird dabei in unschöner Regelmäßigkeit die "MLPD" vorgeschoben.
Wir über fünftausend TeilnehmerInnen haben am vergangenen Samstag der unsäglichen Berliner PDS-Liebich-Parole wieder einmal mehr Lügen gestraft, Paroli geboten und ein machtvolles Signal ausgesandt. - Und das war gut so!
Bernd Kudanek alias bjk
Unterschichtler
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Ergänzungen
Wo keine ökonomische Dynamik ost
kritik oder geheule?
das thema hartz IV sollte wirklich mehr menschen tangieren, jedoch ist es auch mehr als nur verständlich, das menschen, die (so wie ich auch) in dieser lage sind andere prioritäten setzen, als auf die strasse zu gehen und zu demonstrieren. ich schaffe es zwar immer noch meine meinung kund zu tun (benötige dafür auch keine DEMO!), werbe hier aber für verständniss gegenüber den menschen, die einfach aufgrund ihrer lebensumstände einfach die kraft nicht haben an solchen veranstaltungen teilzunehmen, oder sich die anreise nicht leisten können.
dies ist nur einer der punkte, die ich zu kritisieren habe. ausserdem sehe und höre ich bei vielen teinehmerInnen leider nicht wirklich kritik, sondern eher ein abfeiern der eigenen opferrolle - was ja auch sein kann, jedoch nicht sollte. bei ´vielen habe ich das gefühl, das hier rollenverhältnisse reproduziert werden, die eigentlich im kindesalter "normal" sind.die rolle des schwächeren solange einnehmen, bis mensch den lolly bekommt, der gewünscht wird.
viel weiter gehen auch etliche der geäußerten kritikpunkte nicht, die oft über das stammtischhafte "millionengehälter oben, Hartz IV unten" nicht hinausgehen und somit den weg verbauen eine analyse zu erarbeite, wie wirklich gesellschaftliche perspektiven erreicht werden können, die jedr und jedem menschen gerecht werden.
das rituelle montags mit 5 leuten in der innenstadt stehen und sich für progressiv halten ist da kein ansatz, der wirklich weiter bringt.
die argumentationsschine mehr arbeit, die ich leider auch oft zu hören bekomme reduziert den menschen doch auch nur auf seine ihre arbeitskraft - leider werten viele menschen ihre mitmenschen ja auch so - und das beziehe ich nicht nur auf die "arbeitende bevölkerung". gerade in der sog. "unterschicht" stehen doch die stufen des über mir, unter mir - der hirarchien viel enger zusammen und werden auch agressiver vertreten, als in vielen anderen bereichen.
ausserdem kotzt mich bei vielen dieser veranstaltungen der unterschwellige nationalismus, der als globalisierungskritik daher kommt gelinde gesagt einfach nur an, von dem sexixmus, der homophobie und dem antisemitismus einiger teilnehmerInnen einmal ganz zu schweigen. dies hat wohl (komisch komisch, unergründlich aber auch!) dazu geführt, das (viele) linke.
keine lust haben bei so etwas mitzumachen.
ZITAT:"() und zur Schau getragener Gleichgültigkeit vieler linker Organisationen ließen sich tausende Betroffene () nicht davon abbringen, auf der () traditionellen Berliner Herbstdemo ()"
die abspaltung von verdi u.ä, verwunderlich zu finden ist eigentlich auch ja, ich benutze die vokabel nochmal...verwunderlich. wer sich die geschichte insbesondere der deutschen bürgerlichen gewerkschaften anschaut, wird merken, daß die arbeiterInnen und insbesondere das prekariat (ich liebe dies wort - kreativ sind sie ja...!) nie etwas zu melden hatten und es wundert mich, das immer noch so viele menschen so viel energie in diese orgas reinstecken, die eigentlich nix weiter sind, als ein druckventil an einem schnellkochtopf, der ohne diese einrichtrung viel besser mal in die luft gehen könnte - oder halt einfach einmal dampf ablassen kann.
informationen über die machenschaften der gewerkschaften sind dabei relativ einfach zu beschaffen und wer lust bekommen hat, kann sich doch einfach mal über die F.A.U. schlau machen!
p.s. eine kraftvolle demo sieht anders aus!
ein link zu schönen aktionen:
für menschen, die mitmachen wollen
nachlesen und probezeitung
aber trotzdem noch ein paar nette montage!
(übrigens die woche hat noch 6 weitere tage!)
netten tach noch, euer querulant!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
5000 aus dem Nichts? — MLPD
irgendwie — komische
war doch nicht schlecht — egal
das muß anders werden — Peter H.