Protokoll der Berliner Autonomen VV 13.11.08
Hier kommt das Protokoll der letzten Autonomen Vollversammlung in Berlin vom 13.11.08.
nächste VV: Samstag 13.12.08, 19:30 wahrscheinlich Bethanien (Stressi beachten).
nächste VV: Samstag 13.12.08, 19:30 wahrscheinlich Bethanien (Stressi beachten).
Protokoll der Autonomen Vollversammlung vom 13. November 2008
1. Klima in der radikalen Linken: Inhaltliche Debatte
Basis der Diskussion war ein Text, der vor dem Klimacamp in Hamburg entstand (zu finden unter www.klimacamp08.net/debatte/future). Nach einem die Thesen des Textes zusammenfassenden Inputs wurde u.a. über folgende Fragen kontrovers diskutiert:
Obwohl der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Klimawandel offensichtlich ist, gelingt es der (deutschen) radikalen Linken nicht, sich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen. Weshalb? (es folgen individuelle Äusserungen)
Das Thema Ökologie wurde in den letzten Jahrzehnten erfolgreich von den Grünen besetzt, andere Spektren haben sich darum davon distanziert.
NGOs propagieren hauptsächlich die „Eigenverantwortung“ und klammern damit die gesellschafts-kritische Dimension aus.
Auch in der radikalen Linken gibt es eine verbreitete Fixierung auf Technologie/technologischen Fortschritt als Schlüssel zur Lösung des Klimaproblems.
Radikalen Linken StädterInnen fehlt der Bezug zur Natur.
Angst vor einer Einschränkung der individuellen Freiheit (Bsp: Fleischkonsum).
Wie könnte ein autonomer Ansatz zum Thema Klima aussehen? In wie fern würde/müsste er sich von NGO-Forderungen unterscheiden?
Aufzeigen des Zusammenhangs von kapitalistischer Produktionsweise und Klimawandel.
Zentral wäre eine Propagierung einer anderen Herangehensweise, von unten nach oben, Ablehnung eines „make poverty history-Ansatzes“ von Regierungen und NGOs.
Kann es innerhalb des globalen kapitalistischen Systems eine Überwindung des Klimawandels geben? Ist der Kapitalismus fähig, den Klimaschutz zu integrieren und sich entsprechend zu wandeln?
Hierzu gab es beiderlei Stimmen.
Nächste Anlässe, bei denen der Klimawandel ein zentrales Thema sein wird:
17. April 2009: Aktionstag des Landlosenbewegung von Via Campesina.
Klimagipfel in Kopenhagen: Ende November/Anfang Dezember 2009 wird über die Fortsetzung des Kyoto-Prozesses verhandelt. Europa- und sogar weltweit wird von verschiedenen Spektren zu Protesten in Kopenhagen mobilisiert (nächstes internationales Vorbereitungstreffen: März 2009).
2. Infos zum NATO-Gipfel in Strasbourg/Baden-Baden (3./4. April 2009)
Termine:
Einladung zum Berliner Bündnistreffen am 19.11.2008 zur Koordination von Aktivitäten rund um den NATO-Gipfel im April 2009. Gemeinsam laden Antifaschistische Linke Berlin [ALB], Libertad! Berlin und Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB] zu einem Bündnistreffen ein. 19 Uhr, Mehringhof, Versammlungsraum
http://www.natofeier.angreifen.org
17./18. Januar "Radikaler Widerstand gegen den Nato-Gipfel 2009", Organisiert von Dissent!-Frankreich wahrscheinlich in Strasbourg.
http://www.dissent.fr
7.2.-8.2.09 Nato-Sicherheitskonferenz in München; Gegenaktionen mit Schwerpunkt 60 Jahre NATO.
http://sicherheitskonferenz.de & www.no-nato.de.
14./15.2.2009 Aktionskonferenz, geplant in Strasbourg (spektrenübergreifend).
http://www.no-to-nato.org
Bisher geplant:
Camp(s) vom 1. bis 5. April
Großdemo in Strasbourg am Samstag, 4. April
Gegenkonferenz vom 2. bis 5.4. (wieder einmal während den Aktionen)
ausserdem "Aktionen des zivilen Ungehorsams", Blockaden
Kulturprogramm
Infotour (Kontakt:
infotour@gipfelsoli.org)
Lokal:
Eher wenig Leute, die den ganzen Infrastruktur-Orga-Kram machen (Hilfe ist gerne gesehen) --> Bündnis "Resistance des deux rives/Widerstand der zwei Ufer". Sind sowohl Leute aus Frankreich als auch aus Deutschland (vor allem Kehl nund Strasbourg)
http://natogipfel2009.blogsport.de
Es gibt einen "Koordinationskreis" (dominiert von NGOs/ traditioneller Friedensbewegung), der sich einmal im Monat in Frankfurt trifft.
Weitere infos z. Bsp. unter:
http://www.gipfelsoli.org
3. Rückblickende Bemerkungen zu den Castorprotesten
Breiter Protest: Vielfältiges Spektrum der Proteste und die Unterstützung durch die lokale Bevölkerung machen Mut.
Metzingen: Dieses Mal waren es viel mehr Leute als früher.
Repression: Zwar gab es dieses Mal weit weniger Verhaftungen (Laut EA 53 Menschen in der GeSa) als letztes Mal, dafür war die Repression gezielter und hatte schon Wochen vor dem Transport begonnen. In Frankreich wurden 10 Menschen wegen Aktionen im Zusammenhang mit dem Castortransport verhaftet. In den nächsten Wochen wird ein ausführlicher Bericht des EA erwartet.
Grossdemo: Dominiert von den Grünen, kein „linksradikaler Block.“
Schienenblockaden: Problematischer Konsens der wendländer Akteure (xtausend mal quer, BI, Bäuerliche Notgemeinschaft), dass man sich nicht gegen Polizei verteidigt; macht Schienenblockaden schwieriger. Dies sollte beim nächsten Mal im Vorfeld thematisiert werden.
Presse: Linksradikale entschieden sich, nicht mit Medien zu reden, was zu vielen Problemen führte. Z.B. war die Presse bei den Blockadeaktionen in der Göhrde nicht präsent, sondern wurde sogar verscheucht. Dadurch hatte Xtausend mal quer das unumstrittene Monopol bei der Medienaufmerksamkeit. Unser Umgang mit der Presse sollte in Zukunft VOR politischen Anlässen geklärt werden, nicht erst im Nachhinein bemängelt.
Menschen mit Foto- und Filmkameras: Des Öfteren wurden Menschen fotografiert, die offensichtlich nicht fotografiert werden wollten. Solche Fotos und Filme fanden dann ihren Weg ins Internet. Anscheinend fehlt bei vielen das Bewusstsein, dass Leute auch aufgrund ihrer Kleidung identifiziert werden können.
4. Mietenstopp-Demo am 29.11.08
Fokussiert auf Kreuzberg und Neukölln.
5. Kurzer Bericht der Tatortinspektion vom 13.11.08
Ca 30 Leute fuhren in Solidarität mit den Angeklagten im mg-Prozess vom Gerichtsgebäude nach Potsdam, weiter zum MAN-Gelände und schliesslich zum Führungskommando der Bundeswehr. An der Uni Potsdam wurde auf den Zusammenhang von Bundeswehr und Forschung/Lehre aufmerksam gemacht; vor dem MAN-Gelände wurde eine eigene „Tatortinspektion“ mit Absperrung etc. durchgeführt. Während der Fahrt gab es lehrreiche Beiträge zu MAN und anderen antimilitaristischen Themen.
Am Tag zuvor hatte es an der FU Aktionen vor dem OSI gegen den „Sonderforschungsbereich 700“ gegeben. Dazu gibt es auf Indymedia einen ausführlichen Bericht.
Nächste Autonome VV: Am Samstag, 13. Dezember 2008
Wahrscheinlich wieder im Bethanien, sonst im Mehringhof.
Themen:
Umgang mit Kameras auf Demos und Aktionen;
Änderungen des Versammlungsrechts in versch. Bundesländern; Daran anschliessend wollen wir nach Möglichkeiten suchen, praktisch damit umzugehen.
Mögliche Anknüpfungspunkte an die „Sternstunde der AVV“: die Vorkontrollenverweigerungen des letzten Jahres.
1. Klima in der radikalen Linken: Inhaltliche Debatte
Basis der Diskussion war ein Text, der vor dem Klimacamp in Hamburg entstand (zu finden unter www.klimacamp08.net/debatte/future). Nach einem die Thesen des Textes zusammenfassenden Inputs wurde u.a. über folgende Fragen kontrovers diskutiert:
Obwohl der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Klimawandel offensichtlich ist, gelingt es der (deutschen) radikalen Linken nicht, sich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen. Weshalb? (es folgen individuelle Äusserungen)
Das Thema Ökologie wurde in den letzten Jahrzehnten erfolgreich von den Grünen besetzt, andere Spektren haben sich darum davon distanziert.
NGOs propagieren hauptsächlich die „Eigenverantwortung“ und klammern damit die gesellschafts-kritische Dimension aus.
Auch in der radikalen Linken gibt es eine verbreitete Fixierung auf Technologie/technologischen Fortschritt als Schlüssel zur Lösung des Klimaproblems.
Radikalen Linken StädterInnen fehlt der Bezug zur Natur.
Angst vor einer Einschränkung der individuellen Freiheit (Bsp: Fleischkonsum).
Wie könnte ein autonomer Ansatz zum Thema Klima aussehen? In wie fern würde/müsste er sich von NGO-Forderungen unterscheiden?
Aufzeigen des Zusammenhangs von kapitalistischer Produktionsweise und Klimawandel.
Zentral wäre eine Propagierung einer anderen Herangehensweise, von unten nach oben, Ablehnung eines „make poverty history-Ansatzes“ von Regierungen und NGOs.
Kann es innerhalb des globalen kapitalistischen Systems eine Überwindung des Klimawandels geben? Ist der Kapitalismus fähig, den Klimaschutz zu integrieren und sich entsprechend zu wandeln?
Hierzu gab es beiderlei Stimmen.
Nächste Anlässe, bei denen der Klimawandel ein zentrales Thema sein wird:
17. April 2009: Aktionstag des Landlosenbewegung von Via Campesina.
Klimagipfel in Kopenhagen: Ende November/Anfang Dezember 2009 wird über die Fortsetzung des Kyoto-Prozesses verhandelt. Europa- und sogar weltweit wird von verschiedenen Spektren zu Protesten in Kopenhagen mobilisiert (nächstes internationales Vorbereitungstreffen: März 2009).
2. Infos zum NATO-Gipfel in Strasbourg/Baden-Baden (3./4. April 2009)
Termine:
Einladung zum Berliner Bündnistreffen am 19.11.2008 zur Koordination von Aktivitäten rund um den NATO-Gipfel im April 2009. Gemeinsam laden Antifaschistische Linke Berlin [ALB], Libertad! Berlin und Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB] zu einem Bündnistreffen ein. 19 Uhr, Mehringhof, Versammlungsraum
http://www.natofeier.angreifen.org 17./18. Januar "Radikaler Widerstand gegen den Nato-Gipfel 2009", Organisiert von Dissent!-Frankreich wahrscheinlich in Strasbourg.
http://www.dissent.fr 7.2.-8.2.09 Nato-Sicherheitskonferenz in München; Gegenaktionen mit Schwerpunkt 60 Jahre NATO.
http://sicherheitskonferenz.de & www.no-nato.de. 14./15.2.2009 Aktionskonferenz, geplant in Strasbourg (spektrenübergreifend).
http://www.no-to-nato.org Bisher geplant:
Camp(s) vom 1. bis 5. April
Großdemo in Strasbourg am Samstag, 4. April
Gegenkonferenz vom 2. bis 5.4. (wieder einmal während den Aktionen)
ausserdem "Aktionen des zivilen Ungehorsams", Blockaden
Kulturprogramm
Infotour (Kontakt:
infotour@gipfelsoli.org) Lokal:
Eher wenig Leute, die den ganzen Infrastruktur-Orga-Kram machen (Hilfe ist gerne gesehen) --> Bündnis "Resistance des deux rives/Widerstand der zwei Ufer". Sind sowohl Leute aus Frankreich als auch aus Deutschland (vor allem Kehl nund Strasbourg)
http://natogipfel2009.blogsport.de Es gibt einen "Koordinationskreis" (dominiert von NGOs/ traditioneller Friedensbewegung), der sich einmal im Monat in Frankfurt trifft.
Weitere infos z. Bsp. unter:
http://www.gipfelsoli.org 3. Rückblickende Bemerkungen zu den Castorprotesten
Breiter Protest: Vielfältiges Spektrum der Proteste und die Unterstützung durch die lokale Bevölkerung machen Mut.
Metzingen: Dieses Mal waren es viel mehr Leute als früher.
Repression: Zwar gab es dieses Mal weit weniger Verhaftungen (Laut EA 53 Menschen in der GeSa) als letztes Mal, dafür war die Repression gezielter und hatte schon Wochen vor dem Transport begonnen. In Frankreich wurden 10 Menschen wegen Aktionen im Zusammenhang mit dem Castortransport verhaftet. In den nächsten Wochen wird ein ausführlicher Bericht des EA erwartet.
Grossdemo: Dominiert von den Grünen, kein „linksradikaler Block.“
Schienenblockaden: Problematischer Konsens der wendländer Akteure (xtausend mal quer, BI, Bäuerliche Notgemeinschaft), dass man sich nicht gegen Polizei verteidigt; macht Schienenblockaden schwieriger. Dies sollte beim nächsten Mal im Vorfeld thematisiert werden.
Presse: Linksradikale entschieden sich, nicht mit Medien zu reden, was zu vielen Problemen führte. Z.B. war die Presse bei den Blockadeaktionen in der Göhrde nicht präsent, sondern wurde sogar verscheucht. Dadurch hatte Xtausend mal quer das unumstrittene Monopol bei der Medienaufmerksamkeit. Unser Umgang mit der Presse sollte in Zukunft VOR politischen Anlässen geklärt werden, nicht erst im Nachhinein bemängelt.
Menschen mit Foto- und Filmkameras: Des Öfteren wurden Menschen fotografiert, die offensichtlich nicht fotografiert werden wollten. Solche Fotos und Filme fanden dann ihren Weg ins Internet. Anscheinend fehlt bei vielen das Bewusstsein, dass Leute auch aufgrund ihrer Kleidung identifiziert werden können.
4. Mietenstopp-Demo am 29.11.08
Fokussiert auf Kreuzberg und Neukölln.
5. Kurzer Bericht der Tatortinspektion vom 13.11.08
Ca 30 Leute fuhren in Solidarität mit den Angeklagten im mg-Prozess vom Gerichtsgebäude nach Potsdam, weiter zum MAN-Gelände und schliesslich zum Führungskommando der Bundeswehr. An der Uni Potsdam wurde auf den Zusammenhang von Bundeswehr und Forschung/Lehre aufmerksam gemacht; vor dem MAN-Gelände wurde eine eigene „Tatortinspektion“ mit Absperrung etc. durchgeführt. Während der Fahrt gab es lehrreiche Beiträge zu MAN und anderen antimilitaristischen Themen.
Am Tag zuvor hatte es an der FU Aktionen vor dem OSI gegen den „Sonderforschungsbereich 700“ gegeben. Dazu gibt es auf Indymedia einen ausführlichen Bericht.
Nächste Autonome VV: Am Samstag, 13. Dezember 2008
Wahrscheinlich wieder im Bethanien, sonst im Mehringhof.
Themen:
Umgang mit Kameras auf Demos und Aktionen;
Änderungen des Versammlungsrechts in versch. Bundesländern; Daran anschliessend wollen wir nach Möglichkeiten suchen, praktisch damit umzugehen.
Mögliche Anknüpfungspunkte an die „Sternstunde der AVV“: die Vorkontrollenverweigerungen des letzten Jahres.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Aufruf zum Aktionstag 13.12.
Solidarität mit Axel, Florian und Oliver
Am 25. September 2008 begann der Prozess gegen drei Aktivisten aus der radikalen Linken vor dem Berliner Kammergericht. Von der Bundesanwaltschaft wird gegen sie der Vorwurf erhoben, Ende Juli 2007 versucht zu haben, auf dem Gelände des Rüstungskonzerns MAN AG in Brandenburg/Havel drei Bundeswehrfahrzeuge anzuzünden. Des Weiteren werden sie der klandestinen militanten gruppe (mg) zugerechnet. Die seit 2001 existierende mg hat sich zu über 20 Brandanschlägen auf Einrichtungen von Staat und Kapital bekannt und sich außerdem mit theoretischen Texten und Diskussionsbeiträgen maßgeblich an einer Debatte zur Militanzfrage beteiligt. Die drei Berliner sind in dem laufenden Prozess einerseits der versuchten schweren Brandstiftung angeklagt und anderseits der Mitgliedschaft in einer „kriminellen Vereinigung“ nach §129 des Strafgesetzbuches (StGB). Mit einem Aktionstag am 13. Dezember 2008, der in verschiedenen Städten veranstaltet werden soll, wollen wir unsere Solidarität mit den Beschuldigten ausdrücken und gegen staatliche Repression auf die Straße gehen.
Weg mit § 129, 129a und b
Die Paragraphen 129, 129a und b StGB zur strafrechtlichen Verfolgung der Mitgliedschaft, Werbung und Unterstützung für eine „kriminelle“ oder „terroristischen Vereinigung“ werden immer wieder dazu verwendet, um gegen die radikale Linke vorzugehen. Die Paragraphen sind Sondergesetze, welche eine Verurteilung allein durch den Nachweis einer Zugehörigkeit zu einer kriminalisierten Vereinigung ermöglichen. Es geht dabei weniger darum, ob einer Person eine bestimmte Straftat zur Last gelegt werden kann, sondern vielmehr um die Frage, ob sie Teil einer Gruppe ist, die insgesamt als „kriminell“ eingestuft wird. Der „Terrorparagraph“ sieht Haftstrafen bis zu zehn Jahren vor. Allerdings entpuppt er sich vorrangig als Ermittlungs- und Einschüchterungsinstrument der Sicherheitsbehörden. Denn mit Hilfe dieses Paragraphen ist es den staatlichen Organen möglich, massive Ausforschungsmaßnahmen wie Rasterfahnung, Überwachung von Telefon, Handy und Mailverkehr, Einsatz von Peilsendern, Kameras vor den Wohnungen der Betroffenen und vielem mehr über Jahre hinweg anzuwenden. Diese weit reichende Bespitzelung fand und findet in mehreren – teils eingestellten oder noch laufenden Verfahren – gegen AktivistInnen der radikalen Linken statt. So zum Beispiel gegen politische Gegner des G8-Gipfels oder auch gegen AntifaschistInnen aus Bad Oldesloe – Verfahren, die ergebnislos eingestellt werden mussten, aber die umfassende Ausforschung von Teilen bundesweiter linker Strukturen zur Folge hatten.
In Stuttgart-Stammheim läuft derzeit ein Prozess gegen fünf Linke aus der Türkei, denen die Mitgliedschaft in der DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front) vorgeworfen wird. Dies ist der erste größere Prozess gegen eine linke Organisation, bei dem der 2001 neu geschaffene §129b („Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung“) angewendet wird. Bei diesem Prozess gegen migrantische Linke wird es sicher nicht bleiben. Denn bereits jetzt laufen weitere § 129b-Ermittlungen, so zum Beispiel gegen 10 Personen von ATIF (Föderation der ArbeiterInnen aus der Türkei) wegen angeblicher Mitgliedschaft in der TKP/ML (Türkische Kommunistische Partei/Marxisten Leninisten). Auch die kurdische Bewegung ist massiver Repression ausgesetzt. So wird die PKK (Kurdische Arbeiterpartei) seit 15 Jahren als „kriminelle Vereinigung“ verfolgt. In engem Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen kurdische Linke steht auch das Verbot des Sender Roj-TV und der Tageszeitung Özgür Politika in der Bundesrepublik Deutschland.
Gegen Staat und Kapital
Als radikale Linke stehen wir in Opposition zur bestehenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Daher ist es klar, dass der Staat mit seinen verschiedenen Repressionsapparaten wie Polizei und Justiz versucht, diesen Widerstand zu behindern und wenn möglich zu zerschlagen. Schließlich dient das staatliche Gewaltmonopol der Sicherung der herrschenden „Ordnung“. Neben der konkreten Behinderung der politischen Arbeit durch Beschlagnahmung von Computern und Materialien bei Hausdurchsuchungen sowie der Einschüchterung durch Observation und Gerichtsverfahren ist auch die öffentliche Diffamierung radikaler linker Politik eine Folge der Kriminalisierung. Radikal Linke Politik und Organisierung soll als Terrorismus verleumdet werden, um mögliche Solidarisierung zu erschweren und Spaltungsprozesse innerhalb der linken Bewegung voranzutreiben.
Mit den sich verschärfenden sozialen Widersprüchen wird auch das Ausmaß an Überwachung und Repression gesteigert. In den letzten Jahren hat es eine ganze Palette an Verschärfungen diesbezüglich gegeben und zukünftig sind noch weitere Gesetze geplant, mit denen demokratische Rechte weiter abgebaut werden und der Überwachungsstaat ausgebaut wird. Das Vorratsdatenspeicherungsgesetz, die zunehmende Aushöhlung des Versammlungsrechts und neue digitale Abhörtechniken sind einige der Neuerungen in diesem Bereich. Auch die Gesetzesinitiativen zur Durchsetzung und Legitimierung des Bundeswehreinsatzes innerhalb der Bundesrepublik Deutschland stehen vor der Verabschiedung.
Für Solidarität und Revolution
Eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, eine Gesellschaft, in der für die Bedürfnisse und nicht für den Profit produziert wird, ist Ziel unseres politischen Kampfes – eine Gesellschaft, in der alle über die Produktionsmittel, die Produkte und deren Verwendung verfügen und gemeinsam planen, was produziert wird und nicht eine kleine Minderheit, die heute die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums zu ihren Gunsten bestimmt. Aber die besitzende Klasse wird nicht freiwillig ihre Macht und ihr Eigentum aufgeben, sondern sie wird mit allen Mitteln versuchen, ihre Herrschaft zu verteidigen. Deshalb müssen wir uns bewusst sein, dass unsere Strukturen immer wieder das Ziel staatlicher Repressionsmaßnahmen werden können. Dementsprechend ist es für uns auch wichtig, uns vor der Überwachung zu schützen. Als radikale Linke bekämpfen wir ein System, das immer wieder Krisen produziert und innerhalb der kapitalistischen Logik außer durch Krieg und Zerstörung auch keine wirklichen Auswege aus seinen Krisen finden kann. Die aktuelle globale Finanzkrise zeigt einmal mehr, welche katastrophalen Folgen eine Wirtschaftweise hervorbringt, in der es nur um Profite geht. Dass die Kosten der Krise von den Lohnabhängigen getragen werden sollen, während die staatlichen Ausgaben für Soziales eingespart werden, macht deutlich, wie abhängig staatliche Politik vom ökonomischen Reproduktionsprozess ist.
Deshalb richtet sich unser Kampf nicht allein gegen die Angriffe der Repression, sondern ist vor allem auf die Perspektive einer solidarischen und klassenlosen Gesellschaftsordnung ausgerichtet. In diesem Kampf spielt die Solidarität mit den politischen Gefangenen und allen von Repression Betroffenen allerdings eine wichtige Rolle. Nur gemeinsam und international können wir uns den Repressionsschlägen effektiv entgegensetzen!
Bündnis für die Einstellung des § 129a-Verfahrens [Einstellungsbündnis], Antifaschistische Linke Berlin [ALB], Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB], Revolutionäre Perspektive Berlin [RPB], Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe Berlin
Solidarität mit Axel, Florian und Oliver
Weg mit § 129, 129a und b!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Kapitalismus zerschlagen – Solidarität aufbauen!
Aktionstag gegen Repression 13.12.2008
13.Dezember | Aktionstag zum mg-Prozess | Überall
Termine Berlin
12.12.2008 | Demonstration | Kottbusser Tor | 19 Uhr
12.12.2008 | Solitresen zum Prozess | Schnarup-Thumpy | Scharnweberstr.38 | 22.30 Uhr
13.12.2008 | Block auf der Free-Mumia-Demonstration | Oranienplatz | 13.30 Uhr
Mit Jogginhose und Machete gegen ...
Um 12:30 Uhr treffen sich die NeuköllnerInnen am S- und U-BHF Hermannsplatz um dann gemeinsam zum Auftaktort der Hopp Hopp Hopp Mieten Stopp Demo nach Kreuzberg zu laufen.
Dabei sollen eigenen Inhalte an die BewohnerInnen Nordneuköllns übermitteltz werden.
Kommt alle am 29.11. zum Hermannplatz und demonstriert mit uns unter dem Motto:
Proletarier-Kiez statt Yuppie-Ghetto
Nächste VV am Sa, 13.12. im Bethanien, 19:30
Bis dahin!!!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Support für 'riotqueer'
Demo am 20.11 in Potsdam (Donnerstag)
In der Zeit vom 19.11 bis zum 21.11 2008 fi ndet in Potsdam die Innenministerkonferenz (IMK)
statt. Innenminister / -senatoren der Bundesländer, der Bundesinnenminister und dutzende Sicherheits-
und Polizeiorgane nehmen an den zwei Mal im Jahr statt fi ndenden Sitzungen teil. Vor allem
innenpolitisch sicherheitsrelevante Fragen sollen auf den Treffen der Innenminister diskutiert
werden. „Verfassungsrecht“, „Ausländerrecht“, „Gefahrenabwehr“ oder „Bekämpfung des Terrorismus“
- Worte aus der Bürokratie des Innenministeriums. Im Klartext heißt das nichts anderes
als die Ausweitung und Verschärfung des Kontroll- und Überwachungsapparats. Innen- aber auch
Außenpolitisch geht es um die Erhaltung und Erweiterung bestehender Machtverhältnisse und
wirtschaftlicher Interessen.
Im Jahr 2006 einigten sich die Teilnehmer_innen der Innenministerkonferenz in einem Beschluss auf die so genannte „Antiterrordatei“. Ein Register den Polizei, Nachrichtenagenturen und unzählige Geheimdienste zur Nutzung stehen. Rein präventiv wird hierbei eine Datenbank von „Terrorverdächtigen“ erstellt, wie selbst in den Beschlüssen der Konferenz beschrieben. Mit dem „Gesetz zur Errichtung gemeinsamer Dateien von Polizeibehörden und Nachrichtendiensten des Bundes und der Länder “ werden tausende Menschen, vermeintliche Verdächtige täglich überwacht und kontrolliert. Es fi ndet eine undurchschaubare Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdiensten statt,
welche selbst der bürgerlichen Verfassung ein Dorn im Auge sein müsste. Das 1949 festgeschriebene Trennungsgebot von Nachrichtendiensten und Polizei hat seine Wirkung längst verloren. Es wurde damals als Lehre aus dem nationalsozialistischen Überwachungsapparat gezogen. Der vorbeugende Charakter von staatlichen Kontrollmaßnahmen wurde auch im Zusammenhang mit den Repressionen gegen Anti G8 Aktivist_innen im letzten Jahr deutlich. Hausdurchsuchungen und ständige Überwachung dutzender Personen fanden unter dem Vorwand der Paragraphen 129a und b („Mitglied, Unterstützung einen terroristischen Vereinigung“) statt. Fast ein Jahr nach den G8 Protesten wissen nur die Wenigsten, was Wenige auch schon zum Anfang der Ermittlungen wussten. Diese wurden vom Bundesgerichtshof
für rechtswidrig erklärt, die Masse der Verfahren nach 129a eingestellt. Die Ausweitung der Überwachungssysteme dient offensiv dazu oppositionelle, progressive Strukturen und Bewegungen
zu kriminalisieren. Neu ist, das Protagonist_innen der herrschenden Verhältnisse, Menschenrechtsverletzungen nicht mehr bestreiten. Wohin die Reise geht, zeigt uns das vor
Im Jahr 2006 einigten sich die Teilnehmer_innen der Innenministerkonferenz in einem Beschluss auf die so genannte „Antiterrordatei“. Ein Register den Polizei, Nachrichtenagenturen und unzählige Geheimdienste zur Nutzung stehen. Rein präventiv wird hierbei eine Datenbank von „Terrorverdächtigen“ erstellt, wie selbst in den Beschlüssen der Konferenz beschrieben. Mit dem „Gesetz zur Errichtung gemeinsamer Dateien von Polizeibehörden und Nachrichtendiensten des Bundes und der Länder “ werden tausende Menschen, vermeintliche Verdächtige täglich überwacht und kontrolliert. Es fi ndet eine undurchschaubare Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdiensten statt,
welche selbst der bürgerlichen Verfassung ein Dorn im Auge sein müsste. Das 1949 festgeschriebene Trennungsgebot von Nachrichtendiensten und Polizei hat seine Wirkung längst verloren. Es wurde damals als Lehre aus dem nationalsozialistischen Überwachungsapparat gezogen. Der vorbeugende Charakter von staatlichen Kontrollmaßnahmen wurde auch im Zusammenhang mit den Repressionen gegen Anti G8 Aktivist_innen im letzten Jahr deutlich. Hausdurchsuchungen und ständige Überwachung dutzender Personen fanden unter dem Vorwand der Paragraphen 129a und b („Mitglied, Unterstützung einen terroristischen Vereinigung“) statt. Fast ein Jahr nach den G8 Protesten wissen nur
die Wenigsten, was Wenige auch schon zum Anfang der Ermittlungen wussten. Diese wurden vom Bundesgerichtshof für rechtswidrig erklärt, die Masse der Verfahren nach 129a eingestellt. Die Ausweitung der Überwachungssysteme dient offensiv dazu oppositionelle, progressive Strukturen und Bewegungen zu kriminalisieren. Neu ist, das Protagonist_innen der herrschenden Verhältnisse, Menschenrechtsverletzungen nicht mehr bestreiten. Wohin die Reise geht, zeigt uns das vor kurzem beschlossene Versammlungsgesetz in Bayern. Mit fadenscheinigen Begründungen wurde dort
die Versammlungsfreiheit faktisch abgeschafft. „Versammlungen an privaten Orten“ unterliegen
der neuen Gesetzesänderung eben so wie die Anmeldepflicht des Flugblattverteilens.
Das die Innenministerkonferenz gesamtgesellschaftlich in einem weitaus größeren Kontext zu betrachten ist wird spätestens bei migrationspolitischen Themen sichtbar. Jährlich versuchen tausende
Flüchtlinge, wegen fehlender Existenzgrundlagen in ihren Herkunftsländern, die Grenzen nach
Europa zu überqueren. Viele von Ihnen sterben bei der Flucht, Andere werden Abgeschoben und wieder Andere schaffen es sich durch die äußerst prekären Lebens- und Arbeitsverhältnisse in Europa zu
hangeln. In den halbjährlichen Berichten der IMKonferenzen heißt es unter Anderem: „Ein „ausgewogener Gesamtansatz“ soll Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung umfassen
und die Vorteile der legalen Migration nutzbar machen.“ Dem offensichtliche Problem der Migration
wird mit kapitalistischer Verwertungslogik begegnet. Migrant_innen werden offen in gut und böse selektiert. Menschen werden zur Ware. „Arbeitsmigranten“ und „Illegale“. Den meisten Migrant_innen
droht allerdings der rassistische Alltag. Sie werden mit Sondergesetzen wie Residenzpfl icht,
Drittstaatenregelung oder gar Abschiebung, was im Wortlaut des Gesetzbuches: „freiwillige Rückreise“
lautet, konfrontiert. Die Festung Europa wird ununterbrochen aufgerüstet und Flüchtlinge bekommen
es plötzlich mit „Grenzschutzagenturen“ zu tun. Im Bericht der Innenminister heißt es dazu: „Im Rahmen der operativen Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten sollen das Mittelmeer mit Hilfe von
FRONTEX verstärkt überwacht und weitergehende Maßnahmen wie ein Küstenpatrouillennetz und
ein Satellitenüberwachungssystem geprüft werden.“ Und wo Grenzschutzagentur drauf steht ist auch Grenzschutzagentur drin. Die „Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen“ erhält mit seinen über 150 Angestellten ein EU gefördertes Budget von über 70 Millionen Euro (2008). Grenzsicherung sowie „Abschiebung von nicht aufenthaltsberechtigten
Ausländern“ gehört zum Aufgabenfeld des Unternehmens. Frontex, Residenzpflicht und Co. vermitteln, dass wir uns über Nation zu identifizieren haben. Somit sollen wir uns als Menschen
mit unterschiedlichen, gegensätzlichen Interessen wahrnehmen. Nicht aber als ausgebeutete, unterdrückte Menschen. Nicht als internationale Klasse. Von Vorratsdatenspeicherung, „Terrorpagraphen
129 a und b“ hin zum Projekt „Festung Europa“. Staatliche Kontrolle und Repressionen ergeben einen
Sinn. Sie sollen gesellschaftliche Widersprüche und Klassengegensätze negieren, gar unsichtbar
machen.
Gerade in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise ist es das Ziel der Innenminister, präventiv Maßnahmen vorzubereiten, die angewandt werden sollen, wenn aus der Wirtschaftskrise eine politische Krise wird. Denn es wird immer klarer, heute geht es nicht um die „Gier“ und das „Fehlverhalten“ einzelnen Bänker, kapitalistische Verwertungsbedingungen und Wachstumslogik stehen zur Disposition. In den Beschlüssen der Sicherheitskonferenzen geht es also weniger um eine real existierende Bedrohung der deutschen Verfassung, als viel mehr um präventive Maßnahmen zur Stabilisierung labiler, kapitalistischer Verhältnisse. Um allen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, das auf Solidarität und Selbstbestimmung aufbaut, bedarf es einer revolutionären und antikapitalistischen Perspektive. Wir rufen auf sich an der Demonstration, am Donnerstag den 20.11 um 17.00 Uhr am Platz der Einheit, zu beteiligen.
Gegen Kontrolle, Uberwachung und Kapitalismus!
Hinein in den antikapitalistischen Block!
Innenministerkonferenz absägen!
Für eine Welt frei von Überwachung, Ausbeutung und Kapitalismus!
Antikapitalistisches Bündnis Potsdam
Juppi Kiez für alle
JUPPIE KIEZ FÜR ALLE ! UND ZWAR PROMPT UND KOSTENLOS !
Gegen proleten verherrlichung - für autonomie und freiheit
statt krieg den palästen ; hütten für alle -- paläste für alle hütten für niemand !