Berlin: Gruseln auf dem Garnisonsfriedhof
Am heutigen frühen Sonntagmorgen protestierten ca. 80 Antifaschist/-innen in Berlin-Neukölln gegen das sogenannte „Heldengedenken“ auf dem Garnisonsfriedhof am Columbiadamm. Jährlich treffen sich dort am Volkstrauertag Bundeswehr- und ehemalige Wehrmachtsangehörige, soldatische Traditionsverbände, Burschenschaftler, rechtskonservative Politiker sowie alte und neue Nazis.
Auch in diesem Jahr legten die DVU und die NPD Kränze auf der Veranstaltung nieder, ohne dass sich daran einer der 40 Teilnehmer gestört gefühlt hätte. In ihren Reden betonten die Ewiggestrigen sogar, dass es ihnen egal sei, was ihre Teilnehmer „an allen anderen Tagen im Jahr“ machen und wetterten stattdessen in Hassreden gegen Medien, Staat und „Post-Kommunisten“: Verbittert beklagte Oberstleutnant a.D. Armin Brenker vor rund 40 Gesinnungsgenossen, daß »eine Abgeordnete der SED-Nachfolgepartei mittels einer kleinen Anfrage die Beteiligung der Bundeswehr verhindern kann«. Gemeint war die Parlamentarierin Ulla Jelpke (Die Linke), die gemeinsam mit Antifaschisten auf das Treiben Brenkers und seines extrem rechten »Ringes Deutscher Soldatenverbände« aufmerksam gemacht hatte. Brenker versammelt regelmäßig NPD- und DVU-Funktionäre sowie Angehörige von Neonazi-Kameradschaften. Direkt auf die Vorwürfe eingehend, die »Trauergäste« seien aktive Alt- und Neonazis, erklärte Brenker: »Das interessiert mich nicht.« Der Oberstleutnant interpretierte das Fernbleiben der Bundeswehr als Beleg, daß sie unter dem Einfluß von »Linksextremisten« stehe.
In dieser Zusammenkunft fühlten sich die Rechtsextremisten der DVU, u.A. Thorsten Meyer (Berliner Landesvorsitzende und BVV-Mitglied in Lichtenberg), Sigmar-Peter Schuldt (Mitglied im brandenburgischen Landtag und brand. Landesvorsitzender) und Sascha Kari offensichtlich wohl, störte sich doch niemand an ihrer Anwesenheit.
Brenker musste auch dieses Jahr in Zivil antreten: Die Bundeswehr hielt wieder am »Uniformtrageverbot« beim traditionellen Rechtsextremistentreffen zum sogenannten Volkstrauertag, dem staatlichen Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege, in Berlin fest. Antifaproteste hatten bereits im Vorjahr dazu geführt, daß die »Mitte der Gesellschaft« sich von der Veranstaltung auf dem alten Garnisonsfriedhof am Berliner Columbiadamm fern hielt. In den Jahren zuvor hatten noch FDP- und SPD-Gliederungen teilgenommen.
Der Protest von der antifaschistischen Gegenkundgebung schallte in diesem Jahr unüberhörbar auch hinter die Friedhofsmauern und störte die Trauerfeier erheblich.
Die Polizei hingegen bemühte sich, die rechte Veranstaltung nach Kräften zu unterstützen. So musste die Gegenkundgebung mehrere hundert Meter entfernt vom Haupteingang des Columbiadamms stattfinden und der Lautsprecherwagen durfte nicht in Richtung der Trauerfeier abstrahlen. Zudem nahm die Polizei zwei Kundgebungsteilnehmer kurzzeitig fest, nachdem Neonazi Sascha Kari sie ohne ersichtlichen Grund angezeigt hatte.
Abschließend fasste Tina Böhm, die Sprecherin des Antifaschistischen Bündnis Süd-Ost (ABSO), die Bedeutung des Tages, wie folgt zusammen: "Das Beklagen der Opfer aus den Reihen der Täter ist an dieser Stelle keine humanistische Trauerarbeit, sondern der gezielte Versuch von Schuldabwehr. Nicht ohne Grund beteiligen sich rechtsextreme Parteien an der Veranstaltung.
Die Umkehrung der Täter-Opfer-Perspektive ist seit Jahrzehnten der Nährboden rassistischer und antisemitischer Denk- und Handlungsweisen. Dass die Täter des NS ungestört ihre Toten beklagen können, ist ein Schlag ins Gesicht ihrer Millionen Opfer. Daher ist es unsere Pflicht den Opfern des NS gegenüber, mit aller Deutlichkeit gegen das geschichtsrevisionistische Gedankengut von alten und neuen Nazis vorzugehen und so dem Erstarken rechtsextremer Ideologien in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken."
In dieser Zusammenkunft fühlten sich die Rechtsextremisten der DVU, u.A. Thorsten Meyer (Berliner Landesvorsitzende und BVV-Mitglied in Lichtenberg), Sigmar-Peter Schuldt (Mitglied im brandenburgischen Landtag und brand. Landesvorsitzender) und Sascha Kari offensichtlich wohl, störte sich doch niemand an ihrer Anwesenheit.
Brenker musste auch dieses Jahr in Zivil antreten: Die Bundeswehr hielt wieder am »Uniformtrageverbot« beim traditionellen Rechtsextremistentreffen zum sogenannten Volkstrauertag, dem staatlichen Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege, in Berlin fest. Antifaproteste hatten bereits im Vorjahr dazu geführt, daß die »Mitte der Gesellschaft« sich von der Veranstaltung auf dem alten Garnisonsfriedhof am Berliner Columbiadamm fern hielt. In den Jahren zuvor hatten noch FDP- und SPD-Gliederungen teilgenommen.
Der Protest von der antifaschistischen Gegenkundgebung schallte in diesem Jahr unüberhörbar auch hinter die Friedhofsmauern und störte die Trauerfeier erheblich.
Die Polizei hingegen bemühte sich, die rechte Veranstaltung nach Kräften zu unterstützen. So musste die Gegenkundgebung mehrere hundert Meter entfernt vom Haupteingang des Columbiadamms stattfinden und der Lautsprecherwagen durfte nicht in Richtung der Trauerfeier abstrahlen. Zudem nahm die Polizei zwei Kundgebungsteilnehmer kurzzeitig fest, nachdem Neonazi Sascha Kari sie ohne ersichtlichen Grund angezeigt hatte.
Abschließend fasste Tina Böhm, die Sprecherin des Antifaschistischen Bündnis Süd-Ost (ABSO), die Bedeutung des Tages, wie folgt zusammen: "Das Beklagen der Opfer aus den Reihen der Täter ist an dieser Stelle keine humanistische Trauerarbeit, sondern der gezielte Versuch von Schuldabwehr. Nicht ohne Grund beteiligen sich rechtsextreme Parteien an der Veranstaltung.
Die Umkehrung der Täter-Opfer-Perspektive ist seit Jahrzehnten der Nährboden rassistischer und antisemitischer Denk- und Handlungsweisen. Dass die Täter des NS ungestört ihre Toten beklagen können, ist ein Schlag ins Gesicht ihrer Millionen Opfer. Daher ist es unsere Pflicht den Opfern des NS gegenüber, mit aller Deutlichkeit gegen das geschichtsrevisionistische Gedankengut von alten und neuen Nazis vorzugehen und so dem Erstarken rechtsextremer Ideologien in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken."
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zu Konrad Voigt
Hier noch ein Gruppenfoto mit Konrad Voigt, Sigmar-Peter Schuldt und Torsten Meyer:
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Weitere Anwesende (Neo)Nazis — .....
@muss ausgefüllt werden — .......
Polizeibericht — Leser
Gedenkstätte beschmiert — Leser
Rechtsextreme müssen sich der Mehrheit beugen — http://www.tagesspiegel.de