Barak Obama - ein Quantum Trost

Wolf Wetzel 16.11.2008 15:52 Themen: G8 Globalisierung Kultur Medien Soziale Kämpfe Weltweit
Der neue US-Präsident heißt Barack Obama. Welche Hoffnungen darf man haben? Welche Hoffnungen sollte man schnellsten begraben? Auf Letzteres muß man nicht warten, bis er das Präsentschaftsamt antritt.
Ein Quantum Trost – The colored White House

Megacool, stylish… die beste Performance aller Zeiten, spannend bis zum Schluss… an der Grenze des Sagbaren, einfach großes Kino…
So und knalliger ließe sich nicht nur der neue Bond-Film, sondern auch der Wahlkampf von Barack Obama beschreiben. Bis tief in die (europäische) Nacht hinein, bangten Millionen mit ihm…
Keine Frage, Barack Obama ist sympathisch. Er geht zum selben Friseur wie Du und ich. Er besucht dasselbe Fitnessstudio um die Ecke, einer von uns …
Barack Obama ist nicht nur der 44. Präsident der Vereinigten Saaten von Amerika geworden.
Er ist ein Popstar, ein Messias, ein schwarzer Hoffnungsträger, ein amerikanischer Traum, eine riesige Leinwand…
Er verkörpert den Wandel, die Wiederauferstehung der Demokratie, den Glauben an Wahlen und Gott.

»Ein Hauch von Erlösung«
Eine windige Angelegenheit.

Manchmal haben Vergleiche auch etwas ungewollt Enthüllendes: Barack Obama wird in vielen Kommentaren mit John F. Kennedy verglichen, der über ein ähnlich sympathisches Lächeln und Charisma verfügte. Nach gerade einmal 90 Tagen Amtszeit ordnete er 1961 die gescheiterte Invasion Kubas an (›Operation Schweineschlucht‹), ein Jahr später drohte er mit einem Atomkrieg (›Kubakrise‹), während der verdeckte Krieg gegen Vietnam immer größere Ausmaße annahm.
Ohne der Amtszeit Obamas vorauszugreifen, muss man mit Desillusionierung nicht warten. In all seinen Präsidentschaftsreden hat er keine Zweifel daran gelassen, dass er in die Fußstapfen des Weltpolizisten treten wird: Er wird die begonnenen Kriege in Afghanistan und im Irak nicht beenden. Er will sie intelligenter gewinnen. Er wird die US-Truppen aus den besetzten Ländern nicht abziehen, sondern neu aufstellen: den Irakkrieg ›irakisieren‹ und den Krieg in Afghanistan (durch zusätzliche 20.000 GIs) intensivieren und bis nach Pakistan hinein ausdehnen. Selbst einen Angriffskrieg gegen den Iran schloss er nicht aus.

Yes we can … change to continue.

Millionen von Menschen lassen sich von der Wirklichkeit (seiner Absichten) nicht blenden … und bleiben einfach sitzen im Kino ihrer Illusionen – auch dann, wenn der Film längst vorbei ist und die Lichter angehen (müssten):

Wolf Wetzel November 2008
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Ergänzungen

schweineBUCHT

nicht 16.11.2008 - 16:26
schweineSCHLUCHT

Mumias Anwalt zu Barack Obama

Kurt 16.11.2008 - 22:06
Natürlich überprüfen gerade viele Linke in den USA und anderswo, inwieweit sich aus der Enflussverschiebung in der US-amerikanischen Elite auch etwas für progressive Kämpfe herausholen lässt.

Auf einer Veranstaltung in der Berliner Humboldt Universität einen Tag vor den US-Präsidentschaftswahlen sagte Mumia Abu-Jamals Anwalt Robert R. Bryan: "Internationaler Druck ist im Augenblick von grosser Wichtigkeit. Es ist grossartig, dass z.B. A.I. als Verfechterin der Menschenrechte weltweit Mumia unterstützt.
Wir werden demnächst vielleicht eine andere Art von Präsident haben (Anmerkung: Obamas Wahl war erst einen Tag später). Obwohl er, um gewählt zu werden andere Sachen zur Todesstrafe sagt, wird er jedoch bestimmt auf internationalen Druck reagieren, anders als die Bush-Regierung. Es wird auf jeden Fall die gegenwärtige Atmosphäre des Verfahrens verbessern (...)"

Rolf Becker, Schauspieler und Hamburger Ver.di-Aktvist für politische Gefangene merkte dazu an, dass es egal sei, welche Hautfarbe ein Kandidat habe. Nämlich, dass die Hautfarbe keine Chartereigenschaften beinhaltet. Historisch ist die hersschende Klasse überwiegend weiss, aber es gibt keinen Beweis, dass Schwarze in denselben Positionen eine andere Politik machen würden. Daher ist die Grundfrage nach Verbesserung von Bedingungen nicht die Frage nach den jeweiligen Kandidaten, sondern nach dem System grundsätzlich. Ein Obama wird sich nicht gegen das System stellen, auch wenn er in einigen wenigen Sachfragen vielleicht unkonventionelle Entscheidungen treffen könnte.

Diese und andere Beträge finden sich vollständig hier  http://www.top-medien-berlin.de/content/view/143/2/

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Stimmt natürlich — Wolf Wetzel