Hannover - Polizei prügelt SchülerInnen weg

Lindener Butjer 12.11.2008 16:30 Themen: Bildung Repression
Heute kamen mindestens 4000 SchülerInnen um 12.00 Uhr am Opernplatz in Hannover zusammen um gegen die desolate Bildungspolitik der CDU-geführten Landesregierung zu demonstrieren. Mit einer lautstarken und kraftvollen Demo ging es zunächst durch die Innenstadt zum Landtag. In mehreren Redebeiträgen machten die SchülerInnen ihrem Unmut Luft. Immer mehr Druck, immer mehr Elitenbildung und ein "Turboabi, sowie Studiengebühren machen ihnen das Leben schwer.
Am Landtag zeigten die SchülerInnen wie gut sie sich in der Stadt auskennen und umgingen einfach die Bannmeile, um der sichtlich verblüfften Polizei "in den Rücken zu fallen". Leider verhielt sich die Polizei in keinster Weise kooperativ und begann nach mehrmaligen Aufforderungen den Platz vorm Landtag zu räumen damit, minderjährige SchülerInnen zu verprügeln. Es gab mehrere Verletzte...
Mindestens zweimal gab es eine Schlagstockeinsatz gegen SchülerInnen. Bei den Auseinandersetzungen vorm Landtag ging auch eine Scheibe zu Bruch. Nachdem die jungen Leute vom Landtag regelrecht weg geprügelt wurden, erlaubten sich die BeschützerInnen der herrschenden Klasse (Polizei) einen weiteren Skandal. Die Demoleitung versuchte die SchülerInnen zurück zum Opernplatz zu lotsen. Dort angekommen wurden hunderte SchülerInnen zwei Stunden lang eingekesselt, darunter SechstklässlerInnen! Alles in allem ein erfolgreicher Tag für die Anliegen der SchülerInnen und eine typische Reaktion der hannoverschen Prügelgarde, die auch vor Kindern nicht halt machen! Verantwortlich dafür ist ebenfalls Innenminister Schünemann, der in der Vergangenheit schon durch seine autoritäre und rassistische Politik aufgefallen ist.

Lasst euch nicht unterkriegen! Nächstes Mal werden wir noch mehr sein! Super Aktion...

Das schreibt die Hannoversche Allgemeine: "Hannover:

Schülerdemo durchbricht Bannmeile vor dem Landtag

Die Schüler-Proteste gegen die Bildungspolitik sind in Hannover am Mittwochnachmittag eskaliert. Mehrere Hundert Schüler zogen vom Opernplatz zum Landtag und durchbrachen dort die Bannmeile.
Diese gilt für Demonstrierende rund um das Parlamentsgebäude. Polizisten stellten sich an den Eingang des Landtags, um den Demonstranten den Zugang zum Gebäude zu verwehren.

Die Demonstrationen hatten zunächst auf dem Opernplatz begonnen, wo nach Polizeiangaben rund 3500 Schüler für bessere Bildungsangebote demonstrierten.
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Ergänzungen

Bildungskampf in Hannover

(noch) unorganisierter Schüler 12.11.2008 - 17:03
"Die Schüler-Proteste gegen die Bildungspolitik sind in Hannover am Mittwochnachmittag eskaliert. Mehrere Hundert Schüler zogen vom Opernplatz zum Landtag und durchbrachen dort die Bannmeile. Es flogen Steine, eine Fenster ging zu Bruch." HAZ

Ergänzung

Seher 12.11.2008 - 17:57
Die Polizei war völlig überfordert und wusste sich absolut nicht mehr zu helfen. Selbst vor brutalen Pfefferspray-einsätzen machte Team Grün keinen halt.


In Bremen lief es besser

Bremer 12.11.2008 - 22:15
Also in Bremen war es komplett anders als in Hannover bei uns waren es 7000scüler und 20 polizisten wir waren laut wir haben ganz klar unsere meinung gesagt und es gab keinerlei prvokation der 20 höchstens 30 polizisten alles war locker und es verlief ohne zwischenfälle

ich bin selber oft auf antifa demos und mag auch polizisten nicht wirklich aber da kann ich unterscheiden zwischen einer schuldemo und einer antifademo, wo ärger mit der polizei vorprogrammiert ist. Ich finde das auch nicht sonerdlich schwer zu verstehen das die antifa nichts auf einer schuldemo zu suchen hat

mfg bremer

Die Legende vom schwarzen Block

Student-Provokateur 12.11.2008 - 23:30
Also ich gehöre einer Studierendengruppe an und habe nichts mit Antifa etc zu tun, nur um das mal ganz wertungsfrei vorwegzunehmen.

Die Demo wurde NICHT nur vom schwarzen Block vor den Landtag gelenkt, sondern von mehreren Gruppen, die damit unter anderem an die Demo vom Januar anknüpfen wollten, wo ebenfalls die Bannmeile durchbrochen wurde.

Natürlich sind nach der Aktion viele Schüler abgehauen, die keine Lust auf Action hatten. Aber ich denke der politische Druck und das Medienecho, das die "wenigen hundert Krawallmacher" (meiner Meinung nach waren es an die 1000!) verursacht haben, ist wesentlich höher als das einer zweistündigen Latschdemo, wie es geplant war.

Ich stand dann auch direkt vor dem Landtag und habe um mich herum eine super Stimmung erlebt (außer bei den Bullen), es waren auch noch viele jüngere Schüler darunter, denen diese Form des Protest wesentlich mehr Spaß gemacht hat als alles andere vorher.
Natürlich ist es schlimm, dass Kinder zwischen die Fronten geraten sind, aber ich hätte ehrlichgesagt nicht gedacht, dass die Bullen in diesem Fall willkürlich Pfefferspray und Knüppel einsetzen. Bei der erwähnten Januardemo blieb es wesentlich friedlicher obwohl dort keine Kinder aber ebenfalls "Autonome" anwesend waren.

Meiner Meinung nach war diese Demo ein voller Erfolg und auch wenn viele wieder mit dem Finger zeigen und "Chaoten, Steinewerfer" rufen, werden viele Zeitungsleser morgen sicherlich angeregt über das Thema Bildung diskutieren, und das kann nur von Vorteil sein!

Protest auf der Titelseite von HAZ und NP

Altautonomer 13.11.2008 - 09:26
Das ist ein grandioser Erfolg - auch wenn es mittels einer "Gewalteskalation" (Verletzung der Bannmeile) - wie sie eigentlich bei jeder Studi-Demo vorgekommen ist, geschehen musste.

Jetzt wird darüber geredet, dass es "berechtigte Forderungen" gäbe, die nicht von "Extremisten instrumentalisiert" werden dürften. Oder anders: die PolitikerInnen sind sauer, weil sie sich jetzt mit den Argumenten der "Gemäßigten" auseinandersetzen müssen, die Deppen von den JuLis und der Jungen Union sind sauer, weil sie nicht die Stars sind und von ihren Verbänden schelte kriegen werden, wie sie sich nur von "Autonomen" instrumentalisieren lassen konnten und die SchülerInnen sind sauer, weil sie (noch) nicht klar haben, warum es auf den Kopf gibt, wenn sie am Landtag demonstrieren wollen. Und bevor hier eine Selbstbeweihräucherung losgeht: wir sind meilenweit von französischen verhältnissen entfernt! Es gibt jetzt ein "Erregungsfenster" für linke udn linksradikale Inhalte, die in vielen Kleingesprächen an den Schulen in der Pause geführt werden müss(t)en!

Dazu ist eine kleine theoretische Grundlage ganz gut. Zu empfehlen ist das neue Buch "Antikapitalismus für alle" von Ezequiel Adamovsky und Illustradores Unidos oder das (leider sehr dicke) "Anarchie" von Horst Stowasser und natürlich jede Menge Infokram aus dem Laden im Zentrum eures Vertrauens!

Weiter so ihr seid super!

Nazis auf der DEMO

..... 13.11.2008 - 15:57
eine kleine Gruppe von nazi(ca. 4 mann) war auch da, die haben auch Fotos gemacht, haben sich dann aber kurz vorm Landtag verabschiedet.

CDU entschuldigt sich für Angriffe

http://www.paz-online.de 15.11.2008 - 09:37
Zwei Stunden lang hat der Landtag am Donnerstag über den Verlauf der Schülerdemonstration am Vortag debattiert – und das mit heftigen gegenseitigen Vorwürfen und Verletzungen, am Ende dann aber auch mit Entschuldigungen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, ob sich einzelne Abgeordnete mitschuldig gemacht haben an der Zuspitzung der Stimmung. Etwa 1000 Schüler, angeführt von Mitgliedern der linksradikalen Antifa-Gruppe, hatten am Mittwoch die Bannmeile durchbrochen und waren direkt vor den Landtag gezogen. Dieser Vorgang ist in der Landtagsgeschichte einmalig. Die Bannmeile soll das Parlament vor dem „Druck der Straße“ schützen und die freie Entscheidung der Abgeordneten sichern(...)

Videos und weiterlesen auf:  http://www.paz-online.de/newsroom/politik/zentral/politik/niedersachsen/art668,732448

Pressemitteilung der [AAH]

118-fan 16.11.2008 - 18:37

Protest und Widerstand sind gerechtfertigt – nicht kriminell!

Antifaschistische Aktion Hannover fordert Richtigstellung der Geschehnisse bei der Demonstration von SchülerInnen und Studierenden und ein Stop der Hetze gegen antifaschistische Gruppen.
Nach der Demonstration von SchülerInnen und Studierenden gegen die zunehmenden Verschlechterung im Bildungsbereich am vergangenen Mittwoch (12.11.08) wird vor allem durch CDU und FDP massiv gegen die TeilnehmerInnen gehetzt. Antifaschistische Aktion Hannover [AAH] wendet sich gegen die Kriminalisierung des legitimen antikapitalistischen Protests und fordert: "Protest und Widerstand sind gerechtfertigt – nicht kriminell!"
8500 Menschen demonstrierten am vergangenen Mittwoch in Hannover gegen die zunehmende Verschlechterung im Bildungssektor. In einer Pressemitteilung sprechen Bernd Althusmann (CDU) und Jörg Bode (FDP) davon, dass "die Schülerdemonstration offenbar von extremen politischen Gruppierungen missbraucht" wurde. Dieser Sicht der Dinge schliesst sich die Berichterstattung der Donnerstagsausgaben der lokalen Presse (Neue Presse, Bild und HAZ) an und stellt die Berichterstattung über vermeintliche "Gewalt" von "Linksextremisten" und "der ,Antifa'" in den Vordergrund.

Die Antifaschistische Aktion Hannover [AAH] erklärt dazu:
AntifaschistInnen und ausserparlamentarische Linke beteiligten sich an der Demonstration. Hierunter auch AktivistInnen der Antifaschistischen Aktion Hannover [AAH].
Auf Höhe des Landtages kam es zu einem spontanen Ausbruch aus der Demo in Richtung Regierungsgebäude. Diese Aktion wurde von SchülerInnen und Studierenden durchgeführt, die ihrer Wut über die zunehmenden neoliberalen Umbau im Bildungssektor Luft machen wollten. Sonja Brünzels, Sprecherin der [AAH] dazu: "CDU und FDP wollen politsch-unliebsame Gruppen für das symbolische Eindringen in die Bannmeile verantwortlich machen. Es soll wohl nicht sein, was nicht sein darf: Den Betroffenen ihrer Politik soll die Legitimität des Protests abgesprochen werden."
Kritik übt die Antifa-Gruppe auch an der Berichterstattung der hannöverschen Presse. "Während sich die grossen Zeitungen in Hannover an den Spaltungsversuchen in 'gute' und ,böse' Demonstrierende beteiligen, finden Übergriffe der Polizei auf jugendliche DemonstrationsteilnehmerInnen wie sie von Augenzeugen geschildert werden keine Erwähnung."
Die Gruppe geht davon aus, dass die momentane Presseberichterstattung vielmehr das Ziel hätte eine Entsolidarisierung unter den SchülerInnen voranzutreiben. So wird z.B. die Distanzierung des Landesschülerrats von der Demo in Hannover verbreitet, ohne dass dieser etwas mit der Organisation der Demonstration zu tun gehabt hätte.

In Richtung der DemonstrationsteilnehmerInnen sagt Brünzels abschliessend: "Wir begrüssen die geschlossene Aktion als ein Zeichen des Protestes gegen die Zustände, denen Studierende und SchülerInnen tatgtäglich in Universität und Schule ausgesetzt sind."

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@ Daddel

dumm? 12.11.2008 - 17:47
Dummes Mackergehabe braucht hier auch keiner und wieso hast du deinen Arsch nicht hochbekommen? Anstatt hier dumme Kommentare von sich zu geben.
Man sollte sich den Konsequenzen bewusst sein, aber nichts destotrotz ist die Polizei ein Staatsorgan ist was von grund auf nichts positives finden lässt und Grundgesetze außer Kraft setzt. Und Menschen die ihre Meinung kundtun wollen unterdrückt.
Vielleicht ist das auch nur ein Ausdruck von Verzweiflung wenn Leute sich das nicht mehr gefallen lassen was für scheiße überall passiert!!!

Gegen Mackergehabe!!!
Für emanzipatorische Verhältnisse!!!

@Antifa Hannover

Hannoveraner 12.11.2008 - 18:07
Liebe Antifa Hannover,

was habt ihr als "schwarzer Block" auf einer Schüler Demo gegen die Bildungspolitik zu suchen? Ihr habt die Demo ja sogar teilweise angeführt. Dann schön die Polizei provoziert (Bannmeile durchbrochen, Fenster eingeworfen, Bullen angepöbelt) und dann wundert ihr euch das die Polizei das nicht einfach so hinnimmt? Ich fand es wirklich erschreckend wie ihr die Schüler quasi als Schutzschild bzw. Deckmantel für euren Kleinkrieg mit der Polizei missbraucht habt. Hallo! Das waren Kinder! Vielleicht denkt ihr mal ein bisschen nach.
Versteht mich bitte nicht falsch. Ich sympathisiere durch aus mit euren Ansichten und bin bei Demos die sich gegen Nazis und Repression seitens der Staatsmacht richten froh das ihr da seid aber bei der Demo heute hättet ihr euch getrost zurückhalten können. Als sich an einer Stelle Polizei und Schwarzvermummte gegenüberstanden, hockten da diverse Kids mit bei euch rum. Kommt ihr dann vielleicht mal auf die Idee denen zu sagen das es gleich knallen könnte und sie sich schnellstens verkrümeln sollten?
Das Vorgehen der Polizei war mal wieder völlig übertrieben und von der Rolle, mir schon klar, aber das kennt man doch mittlerweile von denen und dann muss man nicht in Anwesenheit von Kindern noch provozieren!

schwarzer block sinnlos

kein niedersachse und nicht auf der demo war 12.11.2008 - 18:31
ich halte nen schwarzen block für fehl am platz , da garantiert wenn überhaupt nur eigene inhalte über nen lauti weitergegben wurden und keine flugies an die leute verteilt wurden....
warum auch man kann sich ja selber schön profilieren.
und randale gab es bestimmt nur , weil keine cops da waren sonst sind die leute im block doch auch nur feiglinge oder was war letztes jahr in berlin beim freiheit statt angst...
bis man dann schließlich selbst zur knorr familie wird ... *kotz*

100% Zustimmung @ Hannoveraner

RIOT 12.11.2008 - 18:31
Richtig!
Was soll diese teilweiße verübte Propganda?
Es war ein Schulstreik und keine Werbeveranstaltung oder Zweck für andere politische Programme!
Ich finde hier haben Werbung für Politische Programme oder Gruppen( Antifa Demos, Konzert Flyer ausgeschlossen) nichts verloren!
So wie ich das sehe wurde dieser Tag teilweiße missbraucht für solche Zwecke, die Leute sind dort Teilweiße sehr jung und sollten sich ihre Meinung selbst bilden!
Selbst in unserer Kleinstadt haben jüngere Mädchen bei Schulstreik-Besprechungen i-wann erkannt das die "Revolution" dort politische Arbeit betreiben möchte und versucht Leute zuüberzeugen!


@ Hannoveraner

Mensch 12.11.2008 - 18:55
1."Die Antifa Hannover" gibt es nicht! Es gibt verschiedene antifaschistische, linksradikale und autonome Gruppen.

2. Linke, Antifas, Autonome usw. fallen nicht vom Himmel sondern sind oft auch Schüler_innen und Student_innen. Das lässt sich nicht so Einfach trennen,wie du das versuchst!

3. Der Ausbruch aus der Demo(Richtung Bannmeile) kam aus dem hinteren Teil der Demo, wo nur bunt gekleidete Menschen unterwegs waren!

4. Der Konflikt mit den Bullen ist nicht provoziert worden! Die Bullen haben die Demonstranten angegriffen. Also sollte Niemand in der Demo für die Aggressionen der Coips beschuldigt werden.

5. Die Spaltung zwischen "der Antifa" und "den Schülern" ist kontraproduktiv und wirft ein negatives Licht auf den Protest. Alle haben gemeinsam für die gleiche Sache demonstriert.

Gemeinsam und solidarisch für freie und kostenlose Bildung!

Bullen und reaktionäre Lehrer ignorieren !

Aufpassen ! 12.11.2008 - 19:22
Bullen und reaktionäre Lehrer diskutieren hier auch mit in den Ergänzungen !

Vorsicht Leute !

Geht auf keine Spaltungsversuche (böse / brave Schüler) hier ein !

Sie wollen uns alle anpissen (Verweise, Androhungen, Anzeigen, blabla)-

Doch wenn sie uns anpissen, -treten wir ihnen in die Knie !

Dieses ist der Anfang !

Grössere Streiks mit den Studenten organisieren !

@mensch

... 12.11.2008 - 19:25
100pro zustimmung!

die demo war echt gut..
die cops überfrodert und mussten dan einfach bisschen frust ab lassen..

naja ohne bildung wird man halt polizist...kann man leider nichts machen...

@Kinder-Antifa

Erwachsener 12.11.2008 - 20:57
Liebe Schüler-Antifas,
im Prinzip ist es eine tolle Sache, wenn Ihr Euch politisch engagiert, gegen Ungerechtigkeit seid, usw.

Aber: Dinge, wie sie im obigen Artikel oder hinter folgendem Link beschrieben werden gehen einfach nicht.

 http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,590095,00.html
>Gewalt bei den Groß-Demonstrationen von Schülern für eine bessere Bildung: In der Berliner
>Humboldt-Universität beschädigten Teilnehmer der Protestaktion eine Ausstellung zu
>jüdischen Unternehmen in der NS-Zeit. Zu Randale kam es auch in Hannover und Dresden.

Seid Ihr Euch über die Konsequenzen bewusst, die es mit sich bringt, wenn durchaus ernsthafte Themen wie Bildung für Krawall und Eure Vorstellung von "Räuber und Gendarm" ("Antifahelden und Bullenschweine") genutzt wird?
(Was anderes ist das nicht, wenn sechzehnjährige sich beim Titus das angesagt BlackBlock-Outfit kaufen und dann nachzuspielen, was man da immer auf Indy liest)
Wenn Ihr Kinder(!) dazu verführt das ganze mitzumachen und dann schreit wenn die Polizei so reagiert wie es zu erwarten war und Eure Aggressionen beantwortet?
Ihr zieht mit solchen Spielchen nicht nur Euer eigenes Anliegen in den Dreck, sondern auch das von Leuten, die sich ernsthaft mit Antifaschistischen Themen auseinandersetzen.

Was glaubt Ihr warum man erst mit 18 Jahren volljährig ist? Bestimmt nicht wegen dem vielen Verantwortungsbewusstsein und der Stabilität, die man in dem Alter hat. Ihr könnt doch gar nicht überblicken, was Ihr da eigentlich macht. Wenn Ihr in zehn Jahren oder so auf das Ganze zurückschaut werdet Ihr nur denken "was für ein Schrott war das damals".

Ich bin übrigens weder Lehrer (scheinen hier ja fast so gern gesehen zu sein wie Faschos) noch Polizist. Ein kritische Beitrag oder eine Gegenmeinung muss nicht automatisch falsch sein bzw. gleich gelöscht werden. Man muss eben irgendwann lernen sich auch in einer pluralistischen Diskussion behaupten zu können.

Ach komm, Beobachter2

X 12.11.2008 - 21:00
wer "heult" denn hier? Doch wohl eher du, oder? Wenn du´s nötig hast hier irgendwelchen Sermon abzulassen, den nun wirklich überhaupt niemand lesen will.

Kein Bock auf autonome Macker

Wuff 12.11.2008 - 22:32
Bei allem Verständnis, das ich dafür habe, wenn es heißt, mensch solle die Black Block Kiddies nicht von den DemonstrantInnen trennen und Einteilungen à la antifa/Schüler nicht machen. Heute haben es vielleicht zwei Dutzend Menschen geschafft, eine ganze Demo erst in Gewalt umschlagen zu lassen und dann aufzulösen. Diese Demonstration war organisiert und getragen von Schülergruppen, Studierendengruppen und Eltern, die mit viel organisatorischem Aufwand eine lautstarke Schülerdemo auf die Beine stellen wollten, an der sich auch ohne Bedenken Grundschüler beteiligen können.
Bis zu dem Zeitpunkt an dem die Demonstration gekippt ist, hatte die Demo weit mehr als 4000 TeilnehmerInnen. Nachdem dann einzelne Vermummte auf den Landtag zugerannt sind, und damit begonnen, dessen Türen einzutreten, war für den Großteil der Schüler die Demo vorbei - und damit ihre Möglichkeit, ihre Forderungen weiter zu kommunizieren. Von den 4000 waren es nur noch ein paar Hundert, die zum Landtag gerannt sind! Was für ein demokratisches Verständnis muss den da hinter stecken, wenn mensch es billigt, dass (ja, ich mache diese Unterscheidung) ein kleiner Antifablock eine ganze Schülerdemo sprengen darf? Direkt neben mir ist, mitten in der Masse der rennenden Provokateure (ich weiß, auch für dieses Wort werde ich in diesem Forum wahrscheinlich niedergemacht. Wer aber aus heiterem Himmel aus einer Schülerdemo heraus beginnt, vermummt mit Steinen zu werfen und Türen einzuschlagen, ohne vorherige Polizeiangriffe o.ä., kann schon so bezeichnet werden), ein höchstens 10-jähriger Junge auf die Pflaster geknallt. Geil, oder? Und die SechstklässlerInnen, die im Tumult dazwischen geraten und verletzt werden. Kollateralschaden, wa? An die Antifamacker, die heute wieder ihren geliebten Riot machen mussten: Könnt ihr nicht wenigstens die Schülerdemonstrationen in Ruhe lassen?!

Morgen werden tausende Schüler die Hannoversche Allgemeine Zeitung aufschlagen - die Überschrift lautet "Ausschreitungen bei Schülerprotesten in Hannover / Autonome Gruppe wirft mit Steinen" - und es bereuen, dass sie zu ihrer eigenen Demo gegangen sind.

xxx

xxx 12.11.2008 - 23:14
So wie ich es wahrgenommen hab wollten nicht nur die Antifamacker sondern auch Schüler den Landtag stürmen. Wenn man dann kurz davor muffensausen bekommt und Antifamacker nicht checken das sie alleine dabei sind den Landtag zu stürmen ist das ziemlich dämlich.
Schön wäre es schon die Frau Heister-Neumann in bedrängnis zu sehen. Schaut man sich das HAZ Video an scheint die rein garnichts kapiert zu haben um was es bei dieser Demonstration ging.
Und die Schüler müssen ihr eigenes Verhalten auch reflektieren , wenn sie ein Haufen Vermummter hinterher laufen oder waren es am Ende doch nur Gaffer.

Falls morgen Schüler dann die HAZ aufschlagen werden sie "Demonstration der Hilflosigkeit" lesen.



Riots haben auch Vorteil

truth 12.11.2008 - 23:29
klar, die ausschreitungen neben 6. klässlern gehen genausowenig von antifa seite wie von cops seite.

aber: nur nachteile hat diese "negative" berichterstattung (schüler stürmen die uni) nicht, was auch mitschwingt ist gewaltbereitschaft und unzufriedenheit. niemand in der politik will sich eine generation autonome anzüchten, folglich werden sie vielleicht mit andern augen auf die demos schauen, wenn sie sehen wie WÜTEND die kids sind. kein wunder, wenn man keine zeit für sport hat, lässt man halt woanders seine energie raus.

zum thema mit studenten zusammen größere demos organisieren - WIR SIND DABEI, problem, viele mitstudenten sind zu desinteressiert ;)

ändern wir das bildungssystem bevor es verschimmelt!

Lernprozeß

ED 13.11.2008 - 10:28
Im Prinzip ist es ganz einfach. Wenn Ihr dort mit "schlauen" Sprüchen, handgemalten Plakaten in der Gegend herumwandert, dann interessiert das die Medien für genau 1,25 Tage und Politiker ( auch das hat man im TV gesehen ) belächeln Euch müde und finden derartige Kindergartenaktionen (in deren Sinne) fürchterlich lustig.
Eine Demonstration im Sinne der Politik(er) - so wünscht man sich das in diesen Kreisen eben. Im Prinzip das modifizierte Nachkriegsmodell ( früher hatten die Jungen die Klappe zu halten, heute dürfen sie zwar was sagen - gemacht wird aber noch immer was Vadder (Staat) sagt.
Die Konsequenzen die sich hieraus ergeben - und dieser Meinungsbildungsprozeß ist bei 99% der Jung-Demonstranten naturgemäß nicht sonderlich ausgeprägt - es ist ein Anfang, die Vergangenheit zeigt aber, daß man den Druck erhöhen muß.
Und dazu gehört eben auch ein gewisser Ungehorsam. Politiker bzw. Verantwortliche müssen direkt konfrontiert werden - erst wenn sie Angst um ihr beschi..enes Dasein haben, fängt (möglicherweise) ein Denkprozeß, fernab von ihrem Leben als Made im Speck an.
Daher ist die Verletzung der Bannmeile eine ausgezeichnete Aktion, ebenso die Besetzung der "Schaltstellen".