Bad Nenndorf erteilt Juden Redeverbot
Bad Nenndorf. Zum Gedenken an die Opfer des Holocaust und im Besonderen an die Pogromnacht vor 70 Jahren haben sich im niedersächsischen Bad Nenndorf - wie in vielen anderen Städten - Menschen am Sonntag versammelt. Doch in Bad Nenndorf, wo Neonazis Jahr für Jahr aufmarschieren, sorgte der Stadtdirektor wieder einmal für einen Eklat: Er ließ die Jüdische Gemeinde nicht zu Wort kommen.
Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese rechtfertigte sein Vorgehen mit der Behauptung, er habe für alle Bürger gesprochen. In den Schaumburger Nachrichten wird Reese mit den Worten zitiert: "Am Volkstrauertag kommen schließlich auch nicht die Parteien und Vereine zu Wort."
Die Jüdische Gemeinde hatte die Gedenkfeier am Jüdischen Mahnmal zum November-Pogrom initiiert, Veranstalter in diesem Jahr waren die Gemeinde sowie die Samtgemeinde. Auch der Sprecher des Bündnisses "Bad Nenndorf ist bunt", Dietmar Buchholz, war gekommen.
In der heute veröffentlichten Rede der Sprecherin der Jüdischen Gemeinde, Marina Jalowaja, heißt es: "Wir möchten der Schoah-Opfer gedenken und in einer Zeit von wieder erstarkenden rechtsextremen Parteien ein Zeichen gegen Faschismus und Antisemitismus setzen. Wir möchten das Gedenken an die Verbrechen der Nazi-Zeit wach halten." Des Weiteren wollte Jalowaja auf den aufkeimenden Antisemitismus hinweisen: "Bei allem Vertrauen in die demokratische und rechtsstaatliche Ordnung Deutschlands gab und gibt es jedoch immer wieder Anlass zur Sorge. Hier wie im übrigen Europa ist der Antisemitismus nach wie vor virulent." Worte wie diese passten Bürgermeister Reese anscheinend nicht, sodass er die Opfer des Holocausts nicht reden ließ.
Neofaschisten marschieren jedes Jahr durch den Kurort, um der im britischen Militärgefängnis inhaftierten und gefolterten Menschen zu "gedenken". Unter den Inhaftierten im "Wincklerbad" waren vor allem SS-Offiziere sowie weitere NS-Verbrecher.
Reese war bereits in die Kritik geraten, als er sich für eine Gedenktafel für die im "Wincklerbad" gefolterten Deutschen einsetzte. Die Schaumburger Nachrichten nannten das Verhalten des Stadtdirektors "instinktlos". Er würde den Rechtsradikalen in die Hände spielen.
Wie jüngst ein ehemaliges Ratsmitglied aufdeckte, ist Adolf Hitler bis heute Ehrenbürger der Stadt Bad Nenndorf.
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http://www.redok.de/content/view/1239/38/ <<
Die Jüdische Gemeinde hatte die Gedenkfeier am Jüdischen Mahnmal zum November-Pogrom initiiert, Veranstalter in diesem Jahr waren die Gemeinde sowie die Samtgemeinde. Auch der Sprecher des Bündnisses "Bad Nenndorf ist bunt", Dietmar Buchholz, war gekommen.
In der heute veröffentlichten Rede der Sprecherin der Jüdischen Gemeinde, Marina Jalowaja, heißt es: "Wir möchten der Schoah-Opfer gedenken und in einer Zeit von wieder erstarkenden rechtsextremen Parteien ein Zeichen gegen Faschismus und Antisemitismus setzen. Wir möchten das Gedenken an die Verbrechen der Nazi-Zeit wach halten." Des Weiteren wollte Jalowaja auf den aufkeimenden Antisemitismus hinweisen: "Bei allem Vertrauen in die demokratische und rechtsstaatliche Ordnung Deutschlands gab und gibt es jedoch immer wieder Anlass zur Sorge. Hier wie im übrigen Europa ist der Antisemitismus nach wie vor virulent." Worte wie diese passten Bürgermeister Reese anscheinend nicht, sodass er die Opfer des Holocausts nicht reden ließ.
Neofaschisten marschieren jedes Jahr durch den Kurort, um der im britischen Militärgefängnis inhaftierten und gefolterten Menschen zu "gedenken". Unter den Inhaftierten im "Wincklerbad" waren vor allem SS-Offiziere sowie weitere NS-Verbrecher.
Reese war bereits in die Kritik geraten, als er sich für eine Gedenktafel für die im "Wincklerbad" gefolterten Deutschen einsetzte. Die Schaumburger Nachrichten nannten das Verhalten des Stadtdirektors "instinktlos". Er würde den Rechtsradikalen in die Hände spielen.
Wie jüngst ein ehemaliges Ratsmitglied aufdeckte, ist Adolf Hitler bis heute Ehrenbürger der Stadt Bad Nenndorf.
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Ergänzungen
quatsch
die rede von Marina Jalowaja komplett :
Warum denn nicht?
Einerseits um ganz offen und deutlich zu sagen,wie sehr es das Geschehene bereut,andererseits ist die Shoah ein deutsche und keine jüdische,oder gar internationale,Angelegenheit.
Mir persönlich gefällt,bei solchen Feierlichkeiten,eine jüdische Gemeinde besser in der Zuschauerrolle als,als Akteure.
Aber das ist nur unsere Privatmeinung,wir akzeptieren natürlich auch jede andere.
mit sozialistischen Grüßen Jürgen Beese
@Jürgen
Aber wenn du schon in solchen Dimensionen denkst, wäre es nicht wichtig, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen? Dass der Zentralrat gern mal als Moralpolizei auftritt, ist ja bekannt (so viel Kritik muss sein), aber der jüdischen Gemeinde das Wort zu verbieten, obwohl sie es doch ist, die vom Antisemitismus bedroht ist... das ist doch verbrecherisch!
bewusst!
der jüdischen gemeinde bei einer trauerfeier zur pogromnacht auszuschlieszen/nicht reden zu lassen ist doch wirklich unter aller sau! vor allem wenn (wie im artikel steht) die jüdische gemeinde das arangiert hat.
und die bullen haben wahrscheinlich wieder weggeschaut als den juden verboten wurde zu reden.
Begründung
„Über Verleihung und Aberkennung einer Ehrenbürgerschaft muss der Rat beschließen“, bestätigt Franz Springer, Sprecher des Deutschen Städtetages, auf SN-Anfrage. Allerdings: In einigen Bundesländern sei eine Aberkennung nur zu Lebzeiten möglich, erlösche jedoch mit dem Tode automatisch. Ob dies auch in Bad Nenndorf der Fall sei, darüber könne die Gemeindeverwaltung Auskunft geben. Stadtdirektor Bernd Reese folgte dieser Meinung und erinnerte sich als langjähriges Ratsmitglied ebenfalls an entsprechende Diskussionen in den neunziger Jahren. Gegen diese Einschätzung spricht allerdings, dass Agnes Miegel bis heute als Ehrenbürgerin gilt. „Geklärt wurde damals nichts“, sagt Buchholz. Dabei sei es nur „ein formal juristischer Akt“, die Ehrenbürgerschaft Hitlers, die es während des Dritten Reiches in vielen Dörfern und Städten gegeben habe, zu löschen. Eine Sprecherin des Landkreises brachte auf SN-Anfrage Licht ins Dunkel. Demnach sieht die Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO) keine verbindliche Regelung vor: „Das Gesetz regelt dazu nichts“, so die Sprecherin. Allerdings: Folge man der Kommentierung zur NGO sowie der allgemeinen Auffassung erlösche die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod. Gleichzeitig stehe es dem Rat frei, diese Einschätzung mit einer politischen Willenserklärung zu bekräftigen. Entsprechende Fälle von Gemeinden, in denen die Ehrenbürgerschaft nachträglich aberkannt wurde, sind beim Landkreis bekannt. Denn mit dem Problem „Ehrenbürger Hitler“ steht die Kurstadt keinesfalls allein da. Viele Gemeinden gingen nach dem Krieg davon aus, dass eine Ehrenbürgerschaft mit dem Tod endet – und schafften erst spät klare Verhältnisse. Die Stadt Baden-Baden hat den Namen Adolf Hitler 50 Jahre nach Kriegsende in ihrer Ehrenbürgerliste durchgestrichen. In Bad Doberan, Gastgeber des G8-Gipfels, hat die Stadtvertretung 2007 einstimmig die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Hitlers beschlossen – nach 75 Jahren.
sprich: badnenndorf hat ganz klar kein interesse an der aberkennung hitlers... das lässt tief blicken!!!
Gegendarstellung
Sie ist ebenfalls der Homepage der Samtgemeinde Nenndorf zu lesen:
Gegendarstellung
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
ehrenbürger
also auf ein neues: die ehrenbürgerschaft ist ein recht, das verliehen wird. träger dieses rechts kann aber nur sein, wer rechtsfähig ist. die rechtsfähigkeit endet mit dem tod. agnes miegel und adolf hitler sind tot. sie sind daher nicht mehr rechtsfähig. daher können sie nicht mehr inhaber der ehrenbürgerschaft sein. einer aberkennung bedarf es deshalb nicht mehr. sie ist auch gar nicht möglich, da die ehrenbürgerschaft mit dem ende der rechtsfähigkeit der inhaber geendet hat, also schon ganz automatisch aufgehört hat zu existieren. was ohnehin nicht existiert braucht man nicht nur nicht aufzuheben, man kann es gar nicht mehr.
so, bleibt das jetzt drin oder muss ich das in einer stunde wieder hier reinkopieren? einen vernünftigen grund, das zu löschen sehe ich jedenfalls nicht. falls doch, bitte ich um angabe von gründen. danke.
Jürgen, Jürgen...