Große Herbstdemo gegen Hartz IV in Berlin
Gleich vorweg, trotz beredtem Totschweigen in den Medien und zur Schau getragener Gleichgültigkeit vieler linker Organisationen ließen sich tausende Betroffene aus dem gesamten Bundesgebiet nicht davon abbringen, auf der nun schon traditionellen Berliner Herbstdemo am Samstag, den 8. November, gegen die Hartz-IV-Verbrecher in Regierung und Bundestag dabeizusein!
Dabei sah es gegen 12 Uhr mittags auf dem Alex hinter der Weltzeituhr noch gar nicht danach aus, als würden es viel mehr als vielleicht eintausend DemonstratInnen zusammen kommen. Als es dann aber kurz vor 12:30 Uhr losging, wurde der Zug schon in der Dircksenstraße direkt am S-und U-Bahnhof Alexanderplatz lang und länger. Und als wir in die Karl-Liebknecht-Straße eingebogen waren und uns in Höhe der BRD-Schandruine des "Palastes der Republik" befanden, wurden aus den anfangs geschätzten eintausend wie aus dem Nichts über fünftausend TeilnehmerInnen. Da wurde die in der Dircksenstraße auffordernde alberne Lauti-Durchsage vollends lächerlich, daß die DemonstrantInnen doch in Sechser-Reihen marschieren sollten, weil so angeblich mehr Wirkung zu erzielen sei. Offensichtlich wird da noch von anachronistischen zackigen Parademärschen aus realsozialistischer Zeit geträumt. Zum Glück ließen sich die TeilnehmerInnen davon überhaupt nicht beeindrucken sondern blieben in lockerer gelöster Formation.
Und das war auch gut so! Denn es war wieder wie die Jahre zuvor eine kraftvolle, bunte Demo gegen die Agenda 2010, gegen Hartz IV und gegen die unverändert neoliberale Ausbeutungspolitik der Großen Koalition und der Sozialraub-Blockparteien SPD-GRÜNE-CDU/CSU-FDP, wobei (leider nicht nur) in Berlin noch die Regierungssozialisten der Partei, die sich zur Tarnung das Label "DIE LINKE" angepappt hat, hinzukommt. Wie zum Trotz wurden aber doch vereinzelte rote "DIE-LINKE"-Flaggen mitgeführt, was ganz sicher keine ungetrübte Freude im Karl-Liebknecht-Haus ausgelöst haben dürfte. Es ist sowieso bezeichnend, daß aus dieser angeblich sozialistischen Partei, die gerade in Berlin 2002 vor allem mit den Stimmen der Erwerbslosen, der Ausgebeuteten, der Kaputtgemachten mit fast 24% Stimmenanteil gewählt wurde, wieder einmal mehr kein einziger aus dem Regierungs- und/oder Führungskader sich bei seinen damaligen WählerInnen zeigen oder gar sprechen wollte. Man hat im Karl-Liebknecht-Haus längst begonnen, sich der ungeliebten "Verwandtschaft", nämlich der Erwerbslosen, der Unterschichtler und sonstwie sozial Benachteiligten zu entledigen. Es heißt in "DIE LINKE" auch nicht mehr, Hartz IV muß weg sondern diese einstmalige Kernaussage ist längst abgelöst, indem es fast entschuldigend nur noch heißt: "ALG II sollte bittschön von derzeit 356 Euro auf 420 Euro monatlich angehoben werden."
Die damaligen Spalter der Montagsdemo in 2004/2005, nämlich die FunktionärInnen der seinerzeitigen PDS-Berlin und ver.di-Berlins sind längst von der Machtteilhabe korrumpiert und heucheln höchstens in Sonntagspflichtreden noch Solidarität mit den ALG-II-LeistungsempfängerInnen und anderen Unterschichtlern.
Wie auch immer, unser Demozug und die Botschaften auf den vielen Transpis wurden von den Passanten und Berlin-Touries sehr positiv aufgenommen. Natürlich waren auch wieder viele MLPD-Flaggen und Plakate dabei, vor allem deshalb fielen sie auf, weil außer vereinzelten LINKEn und ver.di- sowie IG-Metall-Gewerkschaftsmitgliedern sich andere linke und soziale Organisationen gerade hier in Berlin naserümpfend abgewendet und damit die MontagsdemonstratInnen im Stich gelassen haben. Was für eine Mißachtung und Überheblichkeit gegenüber den in vielen Städten bundesweit stattfindenen Montagsdemos, die mit hohem Engegement seit über 4 Jahren Woche für Woche von leider viel zu wenigen Aktiven organisiert und durchgeführt werden - auch wenn zumeist nur 15 - 30 und nur selten mehr Unentwegte sich jeden Montag zur Demo oder Kundgebung treffen.
Wir erinnern uns: in 2004 und 2005 waren es Zehntausende, die kämpferisch auf die Straße gegangen sind - bis, ja, bis die Berliner PDS unter Stefan Liebich und etwas später auch ver.di-Berlin sich aus der Demo-Gemeinschaft abgespalten und sinngemäß getönt haben: Hartz IV sei jetzt Gesetz und es lohne nicht, dagegen zu noch weiter demonstrieren. Und seither werden nicht nur in Berlin die Montagsdemos medial in der Regel totgeschwiegen, leider auch von der ansonsten von mir sehr geschätzten "junge Welt". Als Totschlagargument wird dabei in unschöner Regelmäßigkeit die "MLPD" vorgeschoben.
Wir über fünftausend TeilnehmerInnen haben am vergangenen Samstag der unsäglichen Liebich-Parole wieder einmal mehr Lügen gestraft, Paroli geboten und ein machtvolles Signal ausgesandt. - Und das war gut so!
Alle 166 Fotos sind hier
http://www.carookee.com/forum/WISP/4/23122213.0.30115.html
und hier
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/3/23122326#23122326
eingestellt.
Bernd Kudanek alias bjk
Unterschichtler
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Und das war auch gut so! Denn es war wieder wie die Jahre zuvor eine kraftvolle, bunte Demo gegen die Agenda 2010, gegen Hartz IV und gegen die unverändert neoliberale Ausbeutungspolitik der Großen Koalition und der Sozialraub-Blockparteien SPD-GRÜNE-CDU/CSU-FDP, wobei (leider nicht nur) in Berlin noch die Regierungssozialisten der Partei, die sich zur Tarnung das Label "DIE LINKE" angepappt hat, hinzukommt. Wie zum Trotz wurden aber doch vereinzelte rote "DIE-LINKE"-Flaggen mitgeführt, was ganz sicher keine ungetrübte Freude im Karl-Liebknecht-Haus ausgelöst haben dürfte. Es ist sowieso bezeichnend, daß aus dieser angeblich sozialistischen Partei, die gerade in Berlin 2002 vor allem mit den Stimmen der Erwerbslosen, der Ausgebeuteten, der Kaputtgemachten mit fast 24% Stimmenanteil gewählt wurde, wieder einmal mehr kein einziger aus dem Regierungs- und/oder Führungskader sich bei seinen damaligen WählerInnen zeigen oder gar sprechen wollte. Man hat im Karl-Liebknecht-Haus längst begonnen, sich der ungeliebten "Verwandtschaft", nämlich der Erwerbslosen, der Unterschichtler und sonstwie sozial Benachteiligten zu entledigen. Es heißt in "DIE LINKE" auch nicht mehr, Hartz IV muß weg sondern diese einstmalige Kernaussage ist längst abgelöst, indem es fast entschuldigend nur noch heißt: "ALG II sollte bittschön von derzeit 356 Euro auf 420 Euro monatlich angehoben werden."
Die damaligen Spalter der Montagsdemo in 2004/2005, nämlich die FunktionärInnen der seinerzeitigen PDS-Berlin und ver.di-Berlins sind längst von der Machtteilhabe korrumpiert und heucheln höchstens in Sonntagspflichtreden noch Solidarität mit den ALG-II-LeistungsempfängerInnen und anderen Unterschichtlern.
Wie auch immer, unser Demozug und die Botschaften auf den vielen Transpis wurden von den Passanten und Berlin-Touries sehr positiv aufgenommen. Natürlich waren auch wieder viele MLPD-Flaggen und Plakate dabei, vor allem deshalb fielen sie auf, weil außer vereinzelten LINKEn und ver.di- sowie IG-Metall-Gewerkschaftsmitgliedern sich andere linke und soziale Organisationen gerade hier in Berlin naserümpfend abgewendet und damit die MontagsdemonstratInnen im Stich gelassen haben. Was für eine Mißachtung und Überheblichkeit gegenüber den in vielen Städten bundesweit stattfindenen Montagsdemos, die mit hohem Engegement seit über 4 Jahren Woche für Woche von leider viel zu wenigen Aktiven organisiert und durchgeführt werden - auch wenn zumeist nur 15 - 30 und nur selten mehr Unentwegte sich jeden Montag zur Demo oder Kundgebung treffen.
Wir erinnern uns: in 2004 und 2005 waren es Zehntausende, die kämpferisch auf die Straße gegangen sind - bis, ja, bis die Berliner PDS unter Stefan Liebich und etwas später auch ver.di-Berlin sich aus der Demo-Gemeinschaft abgespalten und sinngemäß getönt haben: Hartz IV sei jetzt Gesetz und es lohne nicht, dagegen zu noch weiter demonstrieren. Und seither werden nicht nur in Berlin die Montagsdemos medial in der Regel totgeschwiegen, leider auch von der ansonsten von mir sehr geschätzten "junge Welt". Als Totschlagargument wird dabei in unschöner Regelmäßigkeit die "MLPD" vorgeschoben.
Wir über fünftausend TeilnehmerInnen haben am vergangenen Samstag der unsäglichen Liebich-Parole wieder einmal mehr Lügen gestraft, Paroli geboten und ein machtvolles Signal ausgesandt. - Und das war gut so!
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Ergänzungen
Kritik - Polizei - Route
Schlecht waren die Plakate und Aussagen a la "Das Volk sind Wir!" - Das sollte nochmal reflektiert werden. Schön wäre es auch, wenn die unterschiedlichen Spektren sich wieder unterstützen und zusammenarbeiten würden. Am selben Tag fast zur selben Zeit demonstrierten 1500 Menschen in Potsdam für Freiräume.
Es gab, soweit ich das mitbekommen habe, keine Vorkontrollen. Auch gab es keine Berlin-typischen Auflagen. Stahlkappenschuhe und lange Transparente gab es. Die Polizei war kaum wahrnehmbar, erst am Bundestag sind sie kurz mal martialisch aufgetreten.
Die Route ging vom Alexanderplatz zur Fridrichstrasse, zum Bundestag über die Itzhak-Rabin-Strasse auf die Strasse des 17. Juni, bis zum Brandenburger Tor. Dort fand dann die Abschlusskundgebung statt. Die Route ist zwar sehr zentral, aber angesichts der wenigen Menschen wenig effektiv. Da die kommerziellen Medien nicht wirklich über diese Demonstrationen berichten wäre es gut, wenn die Demonstrationen durch Wohngebiete ziehen würden.
Bezüglich Neonazis
noch mehr Links
Bernd Kudanek alias bjk
Unterschichtler
Freie Rede
Das dieser Bericht hier nicht auf der Newswire-Spalte aufgeführt ist, spricht Bände. ;)))
Habe hier noch ein paar schöne sw-Bilder gefunden:
Solibesuch
Proletarisches Milieu auf Demo, Nazis
Mit dem "Pitt Bull Germany" Teil ist es halt so, daß das ja glaub ich ne Marke von den "Böhsen Onkelz" sind, die die "Bundesprüfstelle" zwar als rechts einstuft trotzdem in weiten Teilen der sogenannten Linken (nicht nur der subkulturellen) verbreitet ist. Troopers und Dritte Wahl machen halt den GEGEN-Sound dazu. Ich wäre aber vorsichtig zu sagen, dass alle "Pit Bull" Träger Nazis seien. Vielleicht rechts angehaucht oder konservativ aber daraus gleich eine "rechtsradikale Organisierung" zu schließen (wie es bei Thor Steinar der Fall ist) wäre ich vorsichtig. Trotzdem sollte man so ein Pack auf "Linken Demos" nicht dulden und es entweder den Scheiss ausziehen lassen oder runterschmeissen!
@hexe
auf Demos, wo Prügelbullen reinstürmen, bin ich oft genug und fotoberichte hier auf indy auch immer wieder davon. Daß mensch dort geschlossene Ketten bilden muß, um den uniformierten Brutalos das Eindringen in die Demo zu erschweren, wird auch sehr oft so gemacht und ist ein alter Hut. Dito bei übrigens verbotenen Seitentranspis über 1,5 m Länge oder gar Seilen!
Bloß, was hat das mit der Herbstdemo vom vergangenen Samstag zu tun? Da ist ein ganz anderes Demo-Publikum, das ist wie bei einer braven Gewerkschaftsdemo. Da sind (fast) keine aktiven Antifas, Anarchisten oder sonstwie gefährdete GenossInnen dabei, deren Gesichter zur Sicherheit gegen Nazi-Mißbrauch unkenntlich gemacht werden müßten. Das sind alles Leute, die ausdrücklich Gesicht zeigen wollen! Da gibt's auch keine Seitentranspis und schon gar keine Seile, da passen schon die Ordner auf. Deshalb gibt's da - wenigstens in den letzten Jahren - auch keine reinstürmenden Prügelbullen mehr.
Die Lauti-Durchsagen mit den Sechserreihen waren nicht zum Schutz vor Bullen gemeint sondern um nach außen eine disziplinierte Marschordnung von lauter braven gesetzestreuen BürgerInnen zu demonstrieren. Nicht mehr und nicht weniger. Glaub mir das ruhig, bin lange genug dabei - wo's brav zugeht und wo's nicht so brav zugeht. :)))))))))))
So gut Deine Ratschläge auch gemeint sind aber Du hast sie an die falsche Adresse geschickt. Nix für ungut also
oi oi oi
Bernd Kudanek alias bjk
Unterschichtler, anarchistisch angehauchter :)))))))))
Ein Bericht zur Demo
"Über 6000 Menschen auf der Anti-Hartz IV Demo":
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Neonazis auf Demo?
keine träumerei!
@Anarchoautomat
Warum nicht gleich in der Gruppe in uniformen Komfort-Konform-Anzüge marschieren.
Und zwar im Gleichschritt.
Mit Nazi-Methoden gegen V E R M E I N T L I C H E Nazis!!!!!
Was bist du? Ein schwarz-roter Nazi?
"Eine bessere Welt! - Aber nur für mich und meinesgleichen" - Das ist faschistisch!
träum weiter!
@hexe
wenn Du schon seit 33 Jahren Demo-Hexe bist, solltest Du eigentlich auch schon mal was von mir gehört haben. ;))))))))))))
Und solltest außerdem auch meinen Fotobericht mit dem Bullenübergriff bei der Anti-Hartz-Demo des Sozialforums von vor 2 Jahren kennen. ;)))))))))))
Wärste nicht so schnippisch, würde ich Dir ja sogar den Thread nennen. ;)))))))))))
So aber sag ich Dir bloß das Forum
Mein Bericht sollte übrigens auch auf indy zu finden sein.
Ich mag zwar Hexen aber keine neunmalschlauen und naseweisen :)))))))))))))))))
Gruß
Bernd Kudanek alias bjk
unbekannter möchtegern schlauer?!