Antifa-Demo in Dresden 18.10.2008

Spongebob 18.10.2008 20:46 Themen: Antifa
In Dresden fand heute eine für die hiesigen Verhältnisse sehr gut besuchte (mindestens 1.500 Leute), wenn auch nicht zu jedem Zeitpunkt sehr kraftvolle linke Demonstration statt.
Anlass war das nach wie vor immer aktuelle Thema Thor Steinar und vor allem die besorgniserregenden Ausmaße, die rassistische und faschistische Pöbeleien, Übergriffe etc. in der ach so schönen sächsischen Landeshauptstadt angenommen haben (siehe u.a. die Artikel auf der Startseite von Indymedia).

Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot (die absolut überbesetzten Jungs und Mädels haben sich zu großen Teilen sichtlich gelangweilt, was sich in extrem peniblen Vorkontrollen u.ä. widerspiegelte) ging es während der ersten Demohälfte recht laut vom Wiener Platz aus durch die sehr belebte Innenstadt, wo auf einer Zwischenkundgebung mehrere Redebeiträge gehalten wurden. In Sichtweite des nach dem Umzug neu eröffneten Steinar-Ladens "Larvik" wurde einer kleinen Handvoll Anabolika-Nazis gewunken und lautstark mitgeteilt, was mensch von ihnen hält.

Von der Innenstadt ging es Richtung Pirnaische Vorstadt und an der bei Nazis und rechten bzw. rechtsoffenen Hooligans beliebten "Ackis Sportsbar" am Straßburger Platz vorbei, aus der (von der Polizei eingepfercht) eine weitere Handvoll Nazis mit hochgezogenen Halstüchern und großen Augen herausglotzten. Eine Reihe weitere Redebeiträge folgten. Danach wurde die Demo ein bisschen müde, was sicherlich vor allem an der nicht sonderlich hohen Attraktivität dieses Teils der Route lag - eher unbewohntes Gebiet.

In der Neustadt angelangt, kam nochmal ein bisschen Leben in das Ganze. Am Albertplatz wurde ein drittes Mal gestoppt und u.a. auf den kommenden Februar hingewiesen, in dem - von den neusten geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen wie üblich unbeeindruckt - in Dresden vorrausichtlich wieder der größte Naziaufmarsch Europas zum Gedenken an den herbeifabulierten "Bombenholocaust" stattfinden wird. Der Verfasser verließ aus Zeitgründen an dieser Stelle die Demo.

Von nennenswerten Auseinandersetzungen und vor allen den großspurig angekündigten Gegenaktionen der Nazis ist nichts zu hören oder zu sehen gewesen. Einzig und allein ein paar versprengte, latent merkwürdig dreinschauende Typen hüpften immer mal mit ihren Fotohandys um die Demo rum. Nun ja, wenn das alles an Recherchearbeit gewesen sein soll...

Anmerkungen etc. sind willkommen, dieser Artikel sollte schlicht ein erster, kurzer Bericht sein.
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Ergänzungen

Naziaktionen

Vita 18.10.2008 - 21:26
Die Nazis haben wieder großes Getöse veranstaltet, aber gewesen war bisher nichts. Es gibt Gerüchte über eine größere Gruppe Nazis (etwa 50) die relativ früh schon am Busbahnhof von der Polizei festgesetzt wurden, und dann sich wieder verzogen haben. Sonst waren ein paar kleinere Grüppchen von Nazis in der Altstadt unterwegs. Die größte Gruppe 12-15 Nazis die einmal ums Karstadt gezogen sind und sich dann durch den Karstadt durch verpisst haben. Eine andere vielleicht auch dieselbe soll mit Passanten oder Touristen in Streit geraten sein, und dabei über die eigenen Beine gestolpert sein... Ronny Thomas ist wie üblich kamikazemäßig allein rumgezogen, aber niemand wollte sein ADS befriedigen.

Die Demo war erstaunlich groß, das Polizeiaufgebot auch, die Reaktionen der Passanten gemischt. Die Autofahrer und ÖPNV-Benutzer die wegen der Demo warten mussten, waren natürlich weniger begeistert, aber bei vielen Menschen, die sich die Demo angeschaut haben, waren positive Reaktionen zu hören, wenn man ihnen erklärt hat warum die Demo veranstaltet wird. Das nächste mal vielleicht auch Leute einteilen, die um die Demo herum Flugblätter verteilen und nicht sich drauf verlassen, dass das irgendwer schon von allein macht.

Abendgestaltung

---wirsing--- 18.10.2008 - 23:40
Mal ein kurzer Überblik zur aktuellen Lage:
Bis jetzt ist der Abend relativ ruhig verlaufen.
Die groß angekündigten "Stadtspaziergänge" seitens der "Freien Offensive" Nazis sind bis jetzt eher lächerlich ausgefallen...Ca. 4 Spinner mit "frei-sozial-national"-Rufen in der Neustadt.
Angemessene Reaktionen ließen natürlich auch nicht lange auf sich warten...;)

Ein paar ganz Mutige haben sich auch kurzzeitig Richtung AZ Conni verirrt und wurden schnell wieder gegangen...
Naja ansonsten die üblichen Gerüchte von Nasen-Grüppchen und viel Polente unterwegs.
Haltet die augen offen und passt auf euch auf.

Nazis in den Arsch treten!

Abgeordneter fordert Panzerfaust gegen Antifa

http://www.jungewelt.de 19.10.2008 - 19:03
Im sächsischen Landtag konnte ein Neofaschist am Freitag erneut für einen Eklat sorgen. Der mehrfach vorbestrafte Ex-NPD-Abgeordnete Klaus-Jürgen Menzel erklärte: »Gegen Zionisten, Freimaurer, Kriegstreiber und andere Psychopathen« würden keine langen Reden, sondern »nur noch Handgranaten« helfen. Obwohl ihm der Landtagspräsident Erich Iltgen (CDU) das Wort in der von der NPD beantragten Debatte entzog, setzte der Abgeordnete noch einmal nach: »Wo aber Rotfront und Antifa haust, da helfen keine Sprüche, sondern nur noch die Panzerfaust«, rief er aus. Iltgen sprach am Freitag von ungeheuerlichen und volksverhetzenden Äußerungen und wies den 68jährigen aus dem Plenarsaal.

Der Grünen-Abgeordnete Johannes Lichdi erklärte, Menzel spreche nur aus, was die NPD-Basis denke. Er habe die wahren Absichten der Rechtsextremisten zum Ausdruck gebracht, nämlich die gewaltsame Abschaffung der Demokratie. »Gewalt gegen Andersdenkende ist das einzige Mittel der Rechtsextremen«, sagte SPD-Fraktionschef Martin Dulig. Menzel kenne nur eine Sprache, die von Haß und Gewalt. Der SPD-Politiker erinnerte daran, daß Menzel in den Dresdner Landtag über die NPD-Liste eingezogen war.

Deren Fraktion hatte Menzel vor knapp zwei Jahren wegen seines »unsauberen Finanzgebarens« ausgeschlossen. Er bezeichnet die Anhänger und Mitglieder der Partei aber nach wie vor als »meine Kameraden«. In die Schlagzeilen geriet Menzel unter anderem wegen seines öffentlichen Bekenntnisses zu Adolf Hitler. Er ist bereits mehrfach verurteilt worden. So hatte er versucht, eine Waffe in den Landtag zu schmuggeln. Ermittlungen gab es auch wegen versuchten Betrugs und Falschaussage in einem Prozeß.

Das Landtagspräsidium beschloß in einer Sondersitzung, Menzel »wegen der Schwere der Ordnungsverletzung« von neun weiteren Sitzungen auszuschließen. Danach kann’s weitergehen.

Ackis Sportsbar ist keine bloße Fußballkneipe

Ladenenschluss 05.11.2008 - 13:23
Ackis Sportsbar ist keine bloße Fußballkneipe, sondern mehrfacher Ausgangspunkt rechter Gewalttaten. Die Betreiber selbst lassen „Ackis Sportsbar“ von organisierten Rechtsextremisten schützen.



Am Vorabend der Demonstration des Bündnisses „Ladenschluss jetzt“ wurde Ackis Sportsbar von 20 – 30 organisierten Nazis bewacht. Unter ihnen auch Paul Lindner, Vorstandsmitglied des NPD-Kreisverbandes Dresden. Bis ca. 3.00 Uhr nachts standen die Nazis vermummt vor der Tür und innerhalb der Kneipe. Außer diesen offensichtlich der rechten Szene zugehörigen Personen hielt sich kaum „normales“ Publikum in der Kneipe auf.



Am Tag der Demonstration selbst wurde „Ackis Sportsbar“ erneut von organisierten Nazis bewacht, wobei es offensichtlich eine Koordination zwischen dem Nazi-Objekt auf der Oskar-Röder-Straße in Reick und „Ackis Sportsbar“ gab. So begab sich Marco Eißler, ein Nazi aus dem Umfeld des hiesigen NPD-Kreisverbandes, zunächst auf die Oskar-Röder-Straße und bewachte später „Ackis Sportsbar“. Eißler war unter anderem am 21. Juni an einen gewalttätigen Angriff auf einen tschechischen Journalisten im Zuge einer Nazi-Spontandemonstration beteiligt. (siehe ART PM vom 2. Juni 2008, Dresdner Neonazi beteiligt an Angriff auf Journalisten) Weitere rechte Hooligans waren sowohl an „Ackis Sportsbar“ als auch beim Betreten der Oskar-Röder-Straße zu sehen.

Bereits mehrfach war „Ackis Sportsbar“ Ausgangspunkt rechter Gewalttaten. Nach einer Weihnachtsfeier im Dezember 2007 in der Kneipe am Straßburger Platz, war ein Mob von 75 – 100 Hooligans in die „Dance Factory“ gezogen. Aus dieser Gruppe heraus wurden gegen drei Uhr nachts zwei sudanesische Studenten angegriffen und verletzt.
Auch im Juni 2008 gingen die Übergriffe auf die Dönerläden nach dem „EM-Halbfinale“ von „Ackis Sportsbar“ aus. Dort hatte sich ein Mob von rechten Hooligans und Nazis zusammengefunden und zog geschlossen Richtung Dresdner Neustadt.

All diese rechten Aktionen fanden unter den Augen der Betreiber Ackermann statt. Die Besucher waren offensichtlich der rechten Szene zuzuordnen. Die Aussage: „Als Kellner kriegst du nicht mit, wenn plötzlich welche gehen“ ist eine reine Schutzbehauptung. Denn wenn plötzlich der Großteil der Kneipe leer ist oder wenn Vermummte mehrere Stunden vor und in der Kneipe rumstehen, weiß der Kneiper sehr wohl, was vor sich geht. „Ackis Sportsbar“ ist ein Szenetreffpunkt und kooperiert mit der organisierten Naziszene in der Landeshauptstadt.



Quelle: Antifa Recherche Team Dresden (ART DD, 04.11.08)
 http://ladenschluss-jetzt.org/content/view/46/1/

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Neustadt — Dresden

Überfall am Jugendklub — http://www.maerkischeallgemeine.de