Auch Nazis können Bochum sein - ein Exempel

anarch@ 17.10.2008 22:42 Themen: Antifa
Wer von sogenannter „Ausländerkriminalität“ reden will, sollte die Zunahme von rassistisch und faschistisch motivierten (Gewalt-)Delikten nicht übersehen. Doch davon wollen die NPD NRW und Claus Cremer, dessen letzter Prozess wegen Landfriedensbruch noch einmal „glimpflich“ ausgegangen ist, natürlich nichts hören. Und wahrscheinlich äußerst ungelegen für Cremer und die NPD kam der Hausbesuch bei seiner Lebensgefährtin Wegener im Zuge der Durchsuchungswelle gegen die HDJ in der vergangenen Woche. Gerade jetzt, kurz vor dem „Höhepunkt“ ihrer menschenfeindlichen Kampagne „Ausländerstopp-NRW“, geraten sie ins Fadenkreuz des von ihnen so verhassten „Systems“.
Und auch am Donnerstag dieser Woche (16.10.) gab es wieder ein Kasperletheater vorm Amtsgericht Bochum zu bestaunen. Robin B., ein 25jähriger Arbeitsloser aus Bochum spazierte vor ein paar Wochen, „ermutigt“ durch eine Flasche Sangria, über die Schmechtingswiesen und konnte seine Abneigung gegen ebenfalls dort spazierende Migranten nicht zurückhalten. Mit den Worten „Verpisst euch!“ und „Scheiß Ausländer!“ begegnete er ihnen und garnierte seine „Meinungsäußerung“ mit der Zurschaustellung von Hakenkreuz und SS-Runen, die auf einem seiner Unterarme als Brandings verewigt sind. Unmittelbar nach diesem Vorfall wurde er von der Polizei verhaftet und in die Ausnüchterungszelle gesteckt. Auf der Wache hatte er die Vorwürfe bereits gestanden und sich „entschuldigt“, doch von einer Hauptverhandlung (Aktenzeichen 33 Ds 435/08) sollte er nicht verschont bleiben. Mangels Anwalt konnte er sich nur mühselig mit den Argumenten verteidigen, das Verfahren sei schier ungerecht, weil er ja schließlich unmittelbar nach seiner Tat auch verkloppt worden sei (von unbekannten Personen). Und dass er seine Taten auch ganz bestimmt nicht wiederholen würde. Völlig unverständlich war ihm dies, und so mussten die junge Staatsanwältin und die Richterin Schmidt ihm wiederholt erklären, dass es verboten ist, mit nationalsozialistischen Abzeichen herumzustolzieren. Diese „Lektion“ soll er jetzt in der Verbüßung einer 3jährigen Bewährungzeit (ansonsten 3 Monate Knast) und der Ableistung von 60 Sozialstunden lernen. Zu seinen Gunsten wurde sein damaliger Alkoholspiegel gewertet, gegen ihn sprachen allerdings seine noch immer nicht vergoltenen Geldstrafen, die er vor zwei Jahren wegen Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung kassiert hatte.

Völlig außen vor blieben im Übrigen die Vorwürfe der Betroffenen, nach denen Robin B. sie mit den Worten „gleich hol ich mein Messer“ bedroht haben soll.

Dieses Verfahren darf vielleicht als Exempel genommen werden für die stetig sinkende Hemmschwelle zur Aggression (und letztlich Gewalt), der aus einfachem Hass auf ganze Bevölkerungsgruppen, und gegen einzelne „Stellvertreter“ derselben, freien Lauf gelassen wird. Es steht für die vielen Verfahren gegen einzelne rassistisch motivierte Täter, deren Fälle sich auf dem Schreibtisch z.B. der Staatsanwaltschaft Bochum häufen.

Allgemein gesagt dürfte klar sein, dass die strafrechtliche Verfolgung gegen solche „Gesinnungs“-Täter nie wirklich gefruchtet hat und es auch nicht wird. Mal ganz abgesehen davon, dass es die Justiz häufig schlichtweg überhaupt nicht interessiert, welch manifestes Motiv hinter solchen Übergriffen steht. Der Paragraph 86a (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) ist viel zu kurz gegriffen und dient bis heute gewiss bei vielen zur Beruhigung ihres „antifaschistischen“ Gewissens (nach dem Motto „der Staat und die Justiz hält die Rechten bestimmt schon im Griff“).

Und so gilt es stattdessen jeden Tag – und erst recht auf Demonstrationen – dem sich mal subtil, mal symbolgewaltig bis gewalttätig gebährenden Rassismus entgegenzustellen (sprich: zu intervenieren). Sowohl in der „Mitte der Gesellschaft“, als auch am stumpfesten rechten Rand.

Anlass genug aufzustehen, sich hinzusetzen und zu blockieren, bietet die NPD-Demonstration am Sa., den 25.10. in Bochum. Hiergegen wendet sich ein Bündnis aus autonomen antifaschistischen Gruppen aus dem Ruhrgebiet, die für 10.00 Uhr am Bochumer HBF zu einer Gegen-Demonstration aufrufen.

Kein Zuckerschlecken für Nazis aus Bochum und sonstwoher!

Nicht am 25. Oktober und sonstwann!

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Ergänzungen

Termine gegen den Naziaufmarsch

... 17.10.2008 - 23:20
18.10., 15:00, HBF: Gedenkdemo
GEDENKEN ZUM 11. TODESTAG VON JOSEF ANTON GERA
 http://ajb.blogsport.de

24.10., 19:00, HBF: Vorabenddemo
MEHR ALS "GEGEN NAZIS!" - DIE KAPITALISTISCHE TOTALITÄT ANGREIFEN!
 http://kommunistischegruppebochum.blogsport.de

25.10., 10:00, HBF: Antifa-Demo
GEGEN RASSISMUS, VOLKSGEMEINSCHAFT UND NATIONALE IDENTITÄT
 http://ajb.blogsport.de

25.10., 10:30, DR-Platz: DGB-Kundgebung
 http://www.bochumgegenrechts.de

25.10., 12:00, HBF: Naziaufmarsch
Action

Fahnen

Antifa 18.10.2008 - 12:14
Die Antifaschistische Jugend Bochum hat unter ihrem Aufruf doch eine Deutliche Ansage zu Fahnen und Emblemen gemacht! Es sind weder nationalfahnen (wie. Z.B. Die ISRAEL-Fahne), noch partei und religions embleme erwünscht.

Leute! Lasst den Scheiß: ihr könnt die Faschos anders Ärgern, aber mit diesem Nationalfetischismus gibts nur ärger für euch. Zumal ihr auf der demo damit sofort runtergeschmissen werdet.... kann ich mir vorstellen.

falsch verstanden

autor 18.10.2008 - 19:39
sorry, tut mir leid dass du das falsch verstanden hast. das war nur eine angabe zur person, die während der verhandlung mitgeschrieben wurde. und überhaupt, dieser artikel geht doch überhaupt nicht ein auf einen zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus.

das sollte nicht überheblich klingen.

@ #!/garbage
*> Robin B., ein 25jähriger Arbeitsloser
*tut es irgendwas zur sache, dass der trottel arbeitslos ist?

*besteht eure antifa grundsätzlich aus nicht reflektierenden vollzeit-arbeitenden oder deutschen *hochschul-eliten die sich aufgrund ihres gesellschaflichen habitus ganz weit weg von der strasse befinden?

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 7 Kommentare an

wie.. — ..siehts..

also .. — .. ik...

israelfahnen? — acab

Keine Nationalfahnen — icantshoot

Antinational — Antinational

antifa elite — #!/garbage

fahne! — no flags