Wer von sogenannter „Ausländerkriminalität“ reden will, sollte die Zunahme von rassistisch und faschistisch motivierten (Gewalt-)Delikten nicht übersehen. Doch davon wollen die NPD NRW und Claus Cremer, dessen letzter Prozess wegen Landfriedensbruch noch einmal „glimpflich“ ausgegangen ist, natürlich nichts hören. Und wahrscheinlich äußerst ungelegen für Cremer und die NPD kam der
Hausbesuch bei seiner Lebensgefährtin Wegener im Zuge der Durchsuchungswelle gegen die HDJ in der vergangenen Woche. Gerade jetzt, kurz vor dem
„Höhepunkt“ ihrer menschenfeindlichen Kampagne
„Ausländerstopp-NRW“, geraten sie ins Fadenkreuz des von ihnen so verhassten „Systems“.
Und auch am Donnerstag dieser Woche (16.10.) gab es wieder ein Kasperletheater vorm Amtsgericht Bochum zu bestaunen. Robin B., ein 25jähriger Arbeitsloser aus Bochum spazierte vor ein paar Wochen, „ermutigt“ durch eine Flasche Sangria, über die Schmechtingswiesen und konnte seine Abneigung gegen ebenfalls dort spazierende Migranten nicht zurückhalten. Mit den Worten „Verpisst euch!“ und „Scheiß Ausländer!“ begegnete er ihnen und garnierte seine „Meinungsäußerung“ mit der Zurschaustellung von Hakenkreuz und SS-Runen, die auf einem seiner Unterarme als Brandings verewigt sind. Unmittelbar nach diesem Vorfall wurde er von der Polizei verhaftet und in die Ausnüchterungszelle gesteckt. Auf der Wache hatte er die Vorwürfe bereits gestanden und sich „entschuldigt“, doch von einer Hauptverhandlung (Aktenzeichen 33 Ds 435/08) sollte er nicht verschont bleiben. Mangels Anwalt konnte er sich nur mühselig mit den Argumenten verteidigen, das Verfahren sei schier ungerecht, weil er ja schließlich unmittelbar nach seiner Tat auch verkloppt worden sei (von unbekannten Personen). Und dass er seine Taten auch ganz bestimmt nicht wiederholen würde. Völlig unverständlich war ihm dies, und so mussten die junge Staatsanwältin und die Richterin Schmidt ihm wiederholt erklären, dass es verboten ist, mit nationalsozialistischen Abzeichen herumzustolzieren. Diese „Lektion“ soll er jetzt in der Verbüßung einer 3jährigen Bewährungzeit (ansonsten 3 Monate Knast) und der Ableistung von 60 Sozialstunden lernen. Zu seinen Gunsten wurde sein damaliger Alkoholspiegel gewertet, gegen ihn sprachen allerdings seine noch immer nicht vergoltenen Geldstrafen, die er vor zwei Jahren wegen Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung kassiert hatte.
Völlig außen vor blieben im Übrigen die Vorwürfe der Betroffenen, nach denen Robin B. sie mit den Worten „gleich hol ich mein Messer“ bedroht haben soll.
Dieses Verfahren darf vielleicht als Exempel genommen werden für die stetig sinkende Hemmschwelle zur Aggression (und letztlich Gewalt), der aus einfachem Hass auf ganze Bevölkerungsgruppen, und gegen einzelne „Stellvertreter“ derselben, freien Lauf gelassen wird. Es steht für die vielen Verfahren gegen einzelne rassistisch motivierte Täter, deren Fälle sich auf dem Schreibtisch z.B. der Staatsanwaltschaft Bochum häufen.
Allgemein gesagt dürfte klar sein, dass die strafrechtliche Verfolgung gegen solche „Gesinnungs“-Täter nie wirklich gefruchtet hat und es auch nicht wird. Mal ganz abgesehen davon, dass es die Justiz häufig schlichtweg überhaupt nicht interessiert, welch manifestes Motiv hinter solchen Übergriffen steht. Der Paragraph 86a (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) ist viel zu kurz gegriffen und dient bis heute gewiss bei vielen zur Beruhigung ihres „antifaschistischen“ Gewissens (nach dem Motto „der Staat und die Justiz hält die Rechten bestimmt schon im Griff“).
Und so gilt es stattdessen jeden Tag – und erst recht auf Demonstrationen – dem sich mal subtil, mal symbolgewaltig bis gewalttätig gebährenden Rassismus entgegenzustellen (sprich: zu intervenieren). Sowohl in der „Mitte der Gesellschaft“, als auch am stumpfesten rechten Rand.
Anlass genug aufzustehen, sich hinzusetzen und zu blockieren, bietet die NPD-Demonstration am Sa., den 25.10. in Bochum. Hiergegen wendet sich ein Bündnis aus autonomen antifaschistischen Gruppen aus dem Ruhrgebiet, die für 10.00 Uhr am Bochumer HBF zu einer Gegen-Demonstration aufrufen.
Kein Zuckerschlecken für Nazis aus Bochum und sonstwoher!
Nicht am 25. Oktober und sonstwann!
Ergänzungen
Termine gegen den Naziaufmarsch
GEDENKEN ZUM 11. TODESTAG VON JOSEF ANTON GERA
24.10., 19:00, HBF: Vorabenddemo
MEHR ALS "GEGEN NAZIS!" - DIE KAPITALISTISCHE TOTALITÄT ANGREIFEN!
25.10., 10:00, HBF: Antifa-Demo
GEGEN RASSISMUS, VOLKSGEMEINSCHAFT UND NATIONALE IDENTITÄT
25.10., 10:30, DR-Platz: DGB-Kundgebung
25.10., 12:00, HBF: Naziaufmarsch
Action
Fahnen
Leute! Lasst den Scheiß: ihr könnt die Faschos anders Ärgern, aber mit diesem Nationalfetischismus gibts nur ärger für euch. Zumal ihr auf der demo damit sofort runtergeschmissen werdet.... kann ich mir vorstellen.
falsch verstanden
das sollte nicht überheblich klingen.
@ #!/garbage
*> Robin B., ein 25jähriger Arbeitsloser
*tut es irgendwas zur sache, dass der trottel arbeitslos ist?
*besteht eure antifa grundsätzlich aus nicht reflektierenden vollzeit-arbeitenden oder deutschen *hochschul-eliten die sich aufgrund ihres gesellschaflichen habitus ganz weit weg von der strasse befinden?
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
wie.. — ..siehts..
also .. — .. ik...
israelfahnen? — acab
Keine Nationalfahnen — icantshoot
Antinational — Antinational
antifa elite — #!/garbage
fahne! — no flags