Bundesweiter Bildungskongress @ TU Berlin

Black Gold 12.10.2008 01:05 Themen: Bildung Kultur Soziale Kämpfe
An diesem Wochenende findet in der Technischen Universität Berlin der bundesweite Bildungskongress der Initiativen statt, die am 12.November zum großen bundesweiten Protesttag aufrufen. Der Kongress soll den inhaltlichen Rahmen der sich formierenden Protestbewegung abstecken. Die Veranstalter müssen allerdings eingestehen mit rund 150 Teilnehmern hinter den Erwartungen geblieben zu sein, erklären sich dies aber mit dem geringen Alter der Zielgruppe, die zumeist aus Schülern besteht.
Zum Kongress der Schüler- und Studierendeninitiativen sind an diesem Wochenende rund 150 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, deren Durchschnittsalter kaum über 20 liegen dürfte. Ziel ist es Erfahrungen aus zu tauschen, KOntakte zu knüpfen und zu verstärken, sowie eine inhaltliche Ausrichtung für die sich formierende Protestbewegung zu finden.

Am Freitag abend sind die ersten Teilnehmer angekommen und neben der allgemeinen Begrüßung fand eine Vorstellung der Bildungsproteste aus Griechenland und Frankreich statt und es wurde unterschiedliche Mobilisierungsvideos geschaut. Letzteres hatte dann irgendwie doch stark den Charakter der Selbstbeweihräucherung.

Das eigentliche Programm sollte am Sonnabend stattfinden. Der Tag startete zunächst ab etwa halb 11 mit einer Vorstellung der Initiativen aus den verschiedenen Städten durch deren Vertreter. Diese beleuchteten dabei, wie die Proteste bei ihnen bisher aussahen, wie es zur Gründung ihrer Bündnisse und Initiativen kam, mit welchen anderen Städten sie sich bisher vernetzt haben und auf welche Aktionsformen sie bisher zurückgegriffen haben.
Der eigentlich interessante Teil fing schließlich mit den unterschiedlichen Workshops etwa ab 15 Uhr an. Dabei waren der Workshop zu "Schule im Kapitalismus" als der theoretischste und der Workshopf zu "Graffiti" als der unpolitischste, die am stärksten frequentierten Veranstaltungen. Außerdem gab es u.a. noch Workshops zur 1968er Revolte von REVOLUTION( http://www.revolution.de.com/), zur Notwendigkeit und bisherigen Versuchen einer Schülergewerkschaft oder auch ganz praktisch zur Fragestellung, wie man Schülerkomitees an den einzelnen Bildungsstätten aufbaut.
Der Workshop "Schule im Kapitalismus" wurde von der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin ( http://arab.antifa.de) organisiert. Diese hatten mit Dr. Freerk Huisken( http://www.fhuisken.de/) einen Referenten der Redaktion Gegenstandpunkt( http://www.gegenstandpunkt.com/) eingeladen. Dieser kritisierte zunächst die Aufstellung der Forderungen zur Einstellung von mehr Lehrern und u.a. der Abschaffung des 3-gliedrigen Schulsystems als ins Leere laufend, weil diese am Zweck der Schule bei Erfüllung nichts ändern würden. Als Zweck der Schule im Kapitalismus bestimmte er zum einen die Zurichtung der Schüler für die Wirtschaft und zum anderen das Herausbilden von mündigen Bürgern, also staatstreuen Menschen. Seine Position ist es, dass eine Beteiligung an diesen Protesten kategorisch ab zu lehnen sei, wenn sich nicht von den Forderungen verabschiedet würde und der Gesamtzusammenhang zum kapitalistischen System herausgestellt und dessen Abschaffung propagiert würde.
In der anschließenden Diskussion ging es also um den Sinn sich bei den Bildungsprotesten zu engagieren und darum, wie sich aus dieser Analyse der kapitalistischen Bildung eine Praxis entwickeln könne.
Beim folgenden Plenum im Vorlesungssaal wurden die Ergebnisse der Workshops präsentiert, woraus sich eine breite Diskussion entwickelte.
Nachdem ein Vertreter von der GAM(Gruppe Arbeitermacht)-Jugend/Revolution( http://onesolutionrevolution.de/) sich über die ARAB bzw. deren Referenten beschwerte und auf das Aufstellen von Forderungen, wie die Abschaffung des 3-gliedrigen Schulsystems, pochte, entgegnete wiederum eine Person der ARAB, dass es doch garnicht darum ginge, davon ab zu sehen diese Forderungen auf zu stellen, sondern man eine radikale Kritik am Kapitalismus und seiner Bildung verbreiten müsse und angesichts dessen die zu gewinnenden Schüler nicht mit solchen Forderungen verarschen und sie im Glauben, alles würde dann besser werden, lassen solle.
Dies untermauerte er schließlich noch mit der Feststellung, dass gerade die Abschaffung der 3-Gliedrigkeit eine Zunahme der Konkurrenz unter den Schülern bedeuten würde, das ja alles also doch sogar noch wesentlich negativer für das Groß der Schüler gemacht wäre. Allgemein wies auch er auf die Aufrechterhaltung des Zwecks der Schule hin. In der Folge meldeten sich einige andere Aktivisten, die diese Position unterstützten, ehe schließlich die SAV( http://www.sozialismus.info/) inhaltlich nochmal den Schritt zurück machte und nun noch mit mehr Pathos als die Genossen von der GAM-Jugend/Revolution die eben verworfenen bzw. arg kritisierten Forderungen hervorholte und gar darauf hinwies, dass um jeden Preis eine riesige Bewegung auf zu bauen sei und da erstmal bei den Minimalforderungen der Schüler angesetzt werden müsse. Weitere Meldungen wiesen schließlich sogar noch drauf hin, dass man von den politischen Programmen absehen solle und es hier lediglich um das Schaffen von Massenprotest ginge, die entsprechenden Argumente stellen sie also hinten an. Dass diese so aber auch mit Faschisten zusammengehen könnten, klammerten sie fleißig aus. Nach gut 40 Beiträgen wurde die Redeliste dann geschlossen und zum Abendessen gerufen.

Am morgigen Sonntag öffnet die TU Berlin ab 10 Uhr noch einmal ihre Türen.
Dann soll darüber diskutiert werden, wie der bundesweite Protesttag erfolgreich gestaltet werden könne, welche Aktionen auch im Vorfeld gemacht werden, wie mir Repression umgegangen werden soll und schließlich wie es nach dem 12.November weitergeht.
Am frühen Nachmittag dann soll eine Erklärung der am Kongress beteilgten Initiativen verabschiedet werden.

Der nächste große Termin ist der Bildungsgipfel von Angela Merkel mit den Kultusministern der Bundesländer in Dresden am 22.Oktober. Zeitgleich dazu wird es einen Gegengipfel geben.
Am 5.November wird von einigen Gruppen hierzulande zu einem globalen Aktionstag gegen die Kommerzialisierung der Bildung aufgerufen, an dem sich auch andere Zusammenhänge in Europa beteiligen. Der große bundesweite Protesttag schließlich soll der 12.November sein, an dem das inzwischen entstandene Netzwerk von diversen Initiativen die 100000 Teilnehmer-Marke anpeilt. Linksradikale Zusammenhänge, wie die ARAB, rufen hier im Zuge der Protestdemonstrationen zu antikapitalistischen Blöcken auf.
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Ergänzungen

remember remember the 5th of november

internationalista 12.10.2008 - 12:46
global action day for education am 5. november:
 http://www.youtube.com/watch?v=OOeoMVnBjWg

kleine und feine aktionen rund um den globus :)

mit dabei sind bislang:
argentinien, usa, kannada, spanien, frankreich, deutschland, macedonien, litauen, kroatien, großbrittanien...

nicht nur SAV und GAM

autonome in bewegung 12.10.2008 - 17:42

selbst hier in Kassel, wo man es echt schwer hat mal NICHT auf die SAV-Affen zu treffen beteidigen sich autonome und "andersgeartete" linksradikale gruppen.
So haben die autonome antifa, die jugendantifa Kassel (JAKs) und viele studenten (vornehmlich von der RAL - revolutionär-antifaschistische Liste . und dem SDS) einen Antikap block auf der letzten großdemo organisiert, an dem ca. 300 leute teilnahmen.
Des Weiteren startete dieser block nach der Hauptdemo eine weitere SpontiDemo durch Kassel, worunter der Verkehr und die Bullen ziemlich gelitten haben - ein Konzept, welches sich andere Städte auch überlegen sollten...

alerta antifascista

Eher 200 Leute! Keine Abschlusserklärung

Zahlenfan 12.10.2008 - 19:56
Ich finde Zahlenspiele sonst eher nervig, aber sehe auch keinen Grund, die Zahl unnötig tief zu wählen. Ich war dort und habe während der Plena gezählt. Zeitweise saßen über 180 Leute im Raum, zuzüglich Leuten, die draußen standen und einigen, die nur an einem Tag (ein Dutzend Leute kam z.B. nur für Workshops) da waren.

Das Ende der Veranstaltung konnte leider kaum glänzen. Es wurde keine Abschlusserklärung verabschiedet, weil in dem engen Zeitrahmen - viele mussten schnell abreisen - keiner Lust auf eine parlamentarische Prozedur oder gar auf Konsens hatte... Stattdessen haben lieber ein paar Berliner Gruppen ihre Grabenkämpfe ausgefochten. Somit war es fast ein Wunder, als zum Ende hin noch ein Konsens erzielt werden konnte: Die nächste Konferenz soll das Kasseler Bündnis organisieren, dabei aber natürlich auch auf die Interessen der anderen Bündnisse achten.

Bericht in der jungen Welt

Huey 12.10.2008 - 20:25
Morgen erscheint in der Tageszeitung "junge Welt" eine ganze Seite über den SchülerInnenkongress und die bevorstehenden GEW-Streiks:
 http://www.jungewelt.de/2008/10-13/001.php
 http://www.jungewelt.de/2008/10-13/002.php
 http://www.jungewelt.de/2008/10-13/003.php

Aufruf zum antikap. Block am 12.11.

... 12.10.2008 - 20:35
If the Kids are united…

Gegen Lernfabriken und Leistungsterror!
Heraus zum bundesweiten Schulstreik am 12. November!

Hi. Wie dir vielleicht schon aufgefallen ist, labern sie in der Glotze und anderen unwirklichen Orten in letzter Zeit ziemlich viel von der Bildung und ihrem angeblichen Notstand. In Zeitungen und öden Diskussionsrunden wird die „Krise“ des Schulsystems ausgerufen, Medien und Politik überschlagen sich im Panik machen. Es geht um Rütli-Schüler_innen, Jugendkriminalität, verprügelte Rentner, versaute PISA-Studien und vor allem und immer wieder um Deutschlands drohenden Untergang. Der Grund für diese ganze Panikmache bist du! Denn nach Meinung von Politik und Medien reißt du dir nicht genügend den Arsch auf, um dich in der internationalen Konkurrenz als qualifizierte Arbeitskraft durchzusetzen. Weil du und deine Freund_innen die ganze Zeit nur rumgammeln, ficken und kiffen, statt für die Schule zu lernen, geht der Wirtschaftsstandort Deutschland den Bach runter. So eine Scheiße aber auch. Und die Chines_innen übernehmen dann die Weltherrschaft. Um das zu verhindern, hat sich die Kanzlerin nun dem Thema “Bildung” persönlich verschrieben und macht sich mit ihren Sachberatern fleißig Gedanken darüber, warum die Lernfabrik Schule nicht mehr genügend verwertbare Arbeitskräfte ausspuckt und warum andere Staaten, wie Finnland, das besser machen. Um dabei nicht so alleine dazustehen, hat sie alle Bundesländer dazu aufgerufen am 22. Oktober am nationalen Bildungsgipfel in Dresden teilzunehmen, mit dem Ziel, eine “nationale Bildungsstrategie” zu beschließen, die helfen soll “deutsche Schüler” wieder auf Weltniveau zu bringen. Bis dahin tourt Angela Merkel durch die deutschen Bildungsanstalten und rührt kräftig die Werbetrommel für dieses Projekt, umringt von fröhlichen Kindern mit Seitenscheitel. Warum die Tatsache, dass sich Wirtschaft, Politik und Medien solche Sorgen um deine Bildung machen für dich nichts Gutes bedeutet und warum du gut daran tätest dich gegen ihre Reformen, ihr Schulsystem und sowieso die ganze Scheiße zur Wehr zu setzen, versuchen wir auf den nächsten Seiten zu beleuchten. Beginnen wollen wir mit dem eigentlichen Sinn und Zweck einer staatlichen Institution namens „Schule“.

“Guten Morgen, setz dich bitte”

Montag bis Freitag ist Schule, davor war Wochenende und davor, im 19. Jahrhundert, die Humboldtsche Bildungsreform, wo das deutsche Schulsystem seine Anfänge hatte. Im Mittelpunkt der Reform stand die Schaffung des humanistischen Gymnasiums, in dem die Erziehung vor allem idealistisch und nicht auf konkrete Berufe vorbereiten sollte - gut. Im Gegensatz zu Humboldts Vorstellungen war das humanistische Gymnasium allerdings nur einer recht wohlhabenden Minderheit vorbehalten - nicht so gut. Aber auch die Massen von Arbeiter_innenkindern, die sich auf den Strassen der rasant wachsenden Städte herumtrieben, sollten eine “Bildung” erhalten. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich daher das dreigliedrige Schulsystem, das neben dem Gymnasium auch die Real- und die Volkshochschule beinhaltete. Doch bei letzteren ging es nicht darum, den Kindern idealistische Träumereien und schwülstige Poesie zu vermitteln, sie sollten vielmehr “fit” gemacht werden für das Schuften in der Fabrik. Ganz oben auf dem Lehrplan standen deshalb „Tugenden“ wie Pünktlichkeit, Ordnung, Fleiß und Disziplin. Es ging nicht darum den Kinder bei der “Entfaltung ihrer Persönlichkeit” zu helfen oder ähnlichen Schnickschnack, sondern lediglich darum, möglichst fleißige Arbeiter_innen zu produzieren, die ihr Vaterland und den Kaiser lieben und nicht soviel meckern.

Zwar wurde in der Weimarer Republik die vierjährige Grundschule eingeführt und die drei Schultypen damit zu „weiterführenden Schulen“, aber geändert hat sich an der Dreiteilung dadurch nix, außer, dass die „Volksschule“ in „Hauptschule“ umbenannt und weniger Humanismus betrieben wurde. Je nach Bundesland werden noch immer Schüler_innen nach der vierten bzw. nach der sechsten Klasse nach Leistung selektiert und auf verschiedene Schultypen aufgeteilt. So wird früh festgelegt, wer später Erfolg haben wird und wer nicht, wer Steuerberater, DHL-Kurier, Burgerverkäufer, Reisebüro-Sachbearbeiter, Holzfäller-Wander-Hack-Bauer wird, in Computer macht oder was mensch alles tun kann. Selbst wenn inzwischen 30-40 Prozent der Schüler_innen ein Gymnasium besuchen, hat das nur dazu geführt, dass sich die Chancen für Haupt- und Realschüler_innen auf berufliche Erfolge noch weiter verringert haben. Dort landen meistens - Überraschung - die Kinder aus ärmeren Familien. Ein enormes Frustpotenzial, das sich an immer mehr Schuldirektoren verprügelnden U-Bahn-Schlägern und Bushido-Chart-Einstiegen abzeichnet.

Aber selbst wenn dieses Manko durch Reformen wie die Ersetzung der Dreigliedrigkeit durch eine Zweigliedrigkeit (wie von verschiedenen “fortschrittlichen” Kräften gefordert) beseitigt werden sollte, bleibt doch das Hauptproblem bestehen: Schule ist in der heutigen Gesellschaft nicht dazu da den Schüler_innen eine möglichst allumfassende Bildung und die Möglichkeit zur eigenen Meinungs- und Persönlichkeitsentwicklung zu geben. Auch wenn Politiker_innen etwas anderes behaupten, die „Lösungen“ und „Verbesserungen“, die sie aus dem katastrophalen Abschneiden Deutschlands in internationalen Vergleichen wie z.B. der PISA-Studie gezogen haben, sollen nicht dem/der einzelnen Schüler_in dienen, sondern vor allem Bedürfnissen und Wünschen der Wirtschaft nachkommen: Der Fachkräftemangel muss behoben werden, das „Vaterland“ muss international wettbewerbsfähig bleiben und dem technologischen Fortschritt angepasst werden. Viele Lehrstellensuchende sind laut Wirtschaftsverbänden „schlichtweg zu dumm“ für die angebotenen Ausbildungsplätze. Letztendlich droht – huch, wie schlimm – Deutschland sogar in der Forschung ins Hintertreffen zu geraten. Abhilfe wird mit Exzellenzinitiativen und Eliteuniversitäten geschaffen. Mensch kann also ganz deutlich sehen: Die Gründe, weshalb auf Merkels Bildungsgipfel über Reformen diskutiert wird sind dieselben, die auch schon vor über 200 Jahren zur Durchsetzung der Allgemeinen Schulpflicht im Deutschen Reich geführt haben, nämlich das zukünftige Deutschland für den internationalen Wettbewerb fit zu machen. Nur diesmal mit Marketingkonzept!

Wir halten also fest: Es geht (und ging) bei der gesamten Veranstaltung namens Schule nie darum dir irgendwas beizubringen was dich interessiert, sondern lediglich darum dich so zurechtzubiegen, dass du für die Wirtschaft optimal verwertbar bist. Und genau deshalb musst du jeden Tag so früh aufstehen. Scheiße wa?

Freie Meinung? - Von wegen!

Nun, wir wollen nicht zu den Leuten gehören, die gesagt haben, wir haben es euch ja gesagt. Das haben Kritiker an der kapitalistischen Bildung nämlich schon vor mehr als hundert Jahren gesagt: Dass Wissenschaft und Bildung im Kapitalismus profitorientiert sind und den Kapitalismus als ewige, quasi „natürliche“ Tatsache darstellen, dass über Möglichkeiten und Alternativen zwar gesprochen wird, aber halt nur innerhalb der Systemlogik und den zu akzeptierenden Schranken. Veränderbare Verhältnisse werden in der Schule als unveränderbar dargestellt, aber wie sollte es auch anders sein in einem System, in dem du nur als Kostenfaktor wahrgenommen wirst.

Der gesellschaftliche Auftrag der Schule besteht darin, die Schüler_innen zu mündigen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten zu erziehen, die das Fundament einer demokratischen Gesellschaft bilden. Dass auf diesem demokratischen Fundament schon lange nichts Grünes mehr wächst erschließt sich daraus, dass die Aufsicht der Schulen dem Staat obliegt. Er bestimmt was gelehrt wird, in Form von Lehrplänen, wie gelehrt wird, und vor allem wer lehrt. Somit entpuppt sich der Anspruch der freien Meinungsbildung als staatliches Konstrukt: In erster Linie zählt, die gesellschaftlichen und politische Normen zu erhalten. Die Schüler_innen sollen – damals wie heute- zu willigen und treuen Staatsbürgern erzogen werden. In der für die Meinungsbildung besonders wichtigen Phase, der Kindheit und Jugend, wird nichts dem Zufall überlassen. Ein gutes Beispiel für das Eingreifen des Staates in diesem Bereich ist der Unterricht in PW oder Geschichte, in denen den Schüler_innen vor allem die Vorzüge der heutigen Gesellschaft, des Staates BRD und des Kapitalismus im Allgemeinen eingebläut werden.

In allen Fächern werden Schüler_innen auf eine ungewisse Zukunft auf dem Arbeitsmarkt vorbereitet: Flexibilität und Anpassungsbereitschaft, Unterwürfigkeit vor und Opferbereitschaft für den zukünftigen Arbeitgeber werden zu „Tugenden“ erhoben und den Schüler_innen fortlaufend eingetrichtert. Natürlich muss das ja nichts zwangsläufig schlimm sein - in einer masochistisch orientierten Sklaven-Kolonie zum Beispiel, wäre dieser Umstand das Paradies.

Chancengleichheit? - Hier nicht!

Chancengleichheit ist ein naives Konzept sozialdemokratischer Weltverbesserer, das mit der gesellschaftlichen Realität eines sich alternativlos gebärdenden Kapitalismus eigentlich gar nichts zu tun hat, geblieben von der Chancengleichheit und anderen Versprechungen vergangener Wahlkämpfe ist nur noch ihre Seltsamkeit. Chancengleichheit wird auch nicht durch die Zusammenlegung aller drei Schulformen entstehen. Denn damit wäre die Gleichheit auch nur formal erreicht. Tatsächlich würde es dann darauf ankommen, wie viel die Eltern in die Bildung investieren, wie die außerschulische Lernumgebung gestaltet ist usw., usf - letztendlich sogar auf die Wahl der Schule. Insofern kann dann mangelnder späterer Erfolg auf dem Arbeitsmarkt als individuelles Versagen abgestempelt werden, denn formal hätten ja alle die gleichen Chancen. Nebenbei bemerkt, selbst wenn diese Chancengleichheit erreicht wäre: Ein Garant für gleichen Wohlstand und gleichen beruflichen Erfolg wäre selbst das nicht, denn es kommt nicht darauf an, wie gut mensch gebildet ist, sondern was gerade von Staat und Wirtschaft gebraucht wird. Es geht also selbst bei dem Anstreben von Chancengleichheit durch Bildung nicht darum, junge Menschen möglichst umfassend zu bilden, sondern darum, der Wirtschaft und dem Staat Arbeitskräfte in ausreichender Zahl zu ermöglichen. Zu Risiken und Nebenwirkungen des kapitalistischen Arbeitsmarktes befragen Sie ihre arbeitenden Eltern.

Verbraucherinformation

Naive Zungen behaupten, dass alle Menschen gleich sind und es keine Klassenunterschiede mehr gibt, sondern nur noch faule und fleißige Schüler. Die fleißigen Schüler treiben sich demnach auf schick eingerichteten Elitegymnasien rum, während die faulen ihre Zeit damit totschlagen an der Rütli-Schule Drogen zu verticken oder in der Münchner U-Bahn pensionierte Schuldirektoren zu verkloppen. So ist das Schulsystem dann doch irgendwie gerecht und die faulen Rütli-Schüler bekommen was sie verdienen.

Die stolzen Eltern eines Abiturienten mit 4.0-Schnitt werden sicherlich keine Abschaffung des Gymnasiums befürworten, denn dann könnten die faulen Haupt- und Realschüler mit den „Fleißigen“ verwechselt werden, weil die auch zwei Arme und Beine haben. Sicherlich ist es möglich, sich als armer Lump hochzuarbeiten, wenn mensch das richtige Timing erwischt, aber bedauerlicherweise sind nur Züge pünktlich (und selbst die auch nicht immer).

Abgesehen von einigen, sagen wir mal, idyllischen Beispielen (die von Hippies im Walde gesammelten Pilze oder Beeren oder Muscheln, die bei Sonnenuntergang am Strand gesammelt werden), ist so ziemlich alles im Kapitalismus Ware. Auch die Bildung und vor allem du bzw. deine Arbeitskraft.
Wie sich das zeigt? Ausbildung von Lohnabhängigen einerseits und von andererseits, Vermittlung von systemkonformen Lerninhalten und Disziplinierung; zudem wird Bildung immer mehr privatisiert (Privatschulen, Eliteunis) und damit direkt zur Quelle von Profit. Kurz, die Verwertung für die kapitalistische Ökonomie, egal ob mensch Haupt-, Realabschluss oder Abitur hat. Herzlich Willkommen am Arsch…

Was tun?

Ok. Nun kennst du die bittere Wahrheit. In diesem System existierst du nur als Kostenfaktor. Auch in der Schule. Das Interesse von Wirtschaft, Politik und Medien ist es, dass du möglichst billig und tüchtig bist. Am besten billiger und tüchtiger als die Chinesen. Dein Interesse ist es dagegen, dich möglichst teuer zu verkaufen, das heißt deinen Körper und deinen Geist für den bestmöglichen Preis auf dem Arbeitsmarkt zu prostituieren. Das klingt jetzt nicht sonderlich nett, aber leider ist es alles was du unter kapitalistischen Bedingungen tun kannst. Wenn du keine Lust hast dein ganzes Leben nur als Kostenfaktor zu existieren, liegt es in deinem Interesse mit dieser ganzen Scheiße namens Kapitalismus endlich Schluss zu machen. Und zwar radikal. Doch niemand hat gesagt, dass das einfach wird. Dafür braucht es eine organisierte Schülerschaft, die sich ihrer Scheißsituation bewusst ist und sich mit anderen Bevölkerungsgruppen wie Arbeiter_innen, Arbeitslosen, Rentner_innen, Student_innen und den Chines_innen zusammentut, um für ihre Interessen zu kämpfen. Und vor allem sich von dem hohlen Gelaber von Lehrer_innen, Eltern, Politiker_innen, Bullen und Sozialarbeiter_innen nicht länger einlullen lässt. Wir wollen euch keinen Blödsinn erzählen: bis dahin ist es in Deutschland noch ein sehr weiter weg.

Klar gibt es auch legitime Forderungen nach Verbesserungen im Schulsystem wie kleinere Klassen, mehr Lehrer_innen und die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. Doch das Problem damit ist, dass sie entweder unter kapitalistischen Bedingungen absolut unrealistisch sind oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir finden es zwar richtig, dass die Schülerschaft nach jahrzehntelangem Schweigen wieder beginnt Forderungen zu stellen und sich nicht mehr mit jeder Scheiße abfindet. Deshalb unterstützen wir als Revolutionäre, Linksradikale, Kommunist_innen, Anarchist_innen, Chaot_innen und Steineschmeißser_innen die Vorbereitungen für einen bundesweiten Schulstreik. Wir sind jedoch der Meinung, dass sehr viel radikalere Losungen her müssen als “Bildung für alle”, “Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem” und “kleinere Klassen”. Wenn du das ähnlich siehst, beteilige dich an den antikapitalistischen Blöcken auf den Schulstreikdemonstrationen am 12. November und gründe eine Kommunistische Partei. Denn wir wollen keinen Kuchen oder zwei - wir wollen die ganze Bäckerei!

Für eine revolutionäre Jugendbewegung!
Gegen die Gesamtscheiße - Kapitalismus abschaffen!

Hinein in den antikapitalistischen Block beim bundesweiten Schülerstreik am 12. November 2008!

Teil-

nehmer 12.10.2008 - 21:03
Von Beweihräucherung konnte nicht die Rede sein. Die beteiligten Gruppen, z.B. die SAV hat explizit darauf hingewiesen, das Ziel sind selbstoranisierte SchülerInnen in einer kämpferischenn Bewegung. Von den "Sekten" kamen viele konstruktive Vorschläge, wie genau das zu erreichen ist.

Das alte Lied ist diese absurde, ultralinke Kapitalismuskritik. Noch absurder ist es den Bewusstseinsstand zu ignorieren und SchülerInnen unbedingt beibringen zu müssen, dass der Kapitalismus weg muss. Sicher muss er das, aber dieses absolute entweder-revolutionär-oder-gar-nix-Gerede kam, meiner Ansicht nach, bei den SchülerInnen eher negativ an.

Es ging bei diesem Konkress um Vernetzung, Austausch, Vorbereitung für den Schulstreik und möglichst viel an praktischen Nutzen mit nach Haus zu nehmen. Eine Kapitalimusdiskussion, so nötig sie auch ist, war nicht Ziel. In ihrem Kampf für bessere Bildung werden die SchülerInnen, hoffentlich zusammen mit Beschäftigten, sowieso an politische Grenzen stoßen und diese Schlussfolgerung ziehen. Die Dynamik der Kämpfe und die Konfrontation mit den Herrschenden schafft antikapitalistisches Bewusstsein. Wer glaubt durch Flyer Bewusstsein zu schaffen kann auch an die Herrschenden mit dem Angebot "Lasst uns mal zusammen Revolution machen, weil..." herantreten. Die Stellung von Menschen in der Gesellschaft, ihre Erfahrung und ihr Bewusstsein treten dabei völlig in den Hintergrund. Daran muss allerdings angeknüpft werden.

Das es nicht zu einer Resolutionsverabschiedung kam war neben der zeitlichen Misere einigen Leuten in den vorderen Reihen zu verdanken, die demokratische Beschlüsse meinten niederbrüllen zu müssen oder durch Kampfabstimmungen zu ändern. Wenn etwas destruktiv war, dann DAS.

Perspektive

mein Name 15.10.2008 - 16:43
Statt jetzt durch einzelne Posts den Eindruck ausufernder Grabenkämpfe zu vermitteln sollten wir uns lieber überlegen, wie wir denn nach dem 12.11. weitermachen. Dazu muss die Konferenz in Kassel im Dezember organisiert werden, mit möglichst viel Beteiligung. Nachdem auf der Konferenz öfters (zu Recht) ein bundesweites Forum gefordert wurde hier deshalb nochmal der Hinweis: Das gibt es schon seit den Streiks am 12.6.

www.forum.bundesweiter-schulstreik.de

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Oha

aha 12.10.2008 - 10:40
Gruppe Arbeitermacht, SAV und Gegenstandpunkt streiten sich im workshop über die wahrhaft revolutionäre Linie...kein wunder, dass die kids, die ihr wochenende diesem 'Kongress' geopfert haben, lieber grafitis sprühen, als sich das debile gelalle dieser Sektenhaft organisierten Vollversager anzuhören, die seit 20 Jahren nix gerissen kriegen. ( und von denen sowieso keiner in Schüler-Realitäten steckt).

An die ARAB bleibt nur noch die Frage, warum so ein workshop, wenn er so aus dem Ruder läuft, nicht einfach beendet wird. Is ja peinlich, sowas. Wenn man eure Website liest, macht ihr doch eigentlich einen ganz zurechnungsfähigen Eindruck.

Jugendbewegungen lassen sich auch nicht "aufbauen", die entstehen, oder entstehen eben nicht.
Sicher könnten sich die vorhandenen linken Jugendlichen besser organisieren, aber das ist dann keine "Bewegung"
Ausserdem, warum sollten 16jährige etwas hinbekommen (organisierte Kerne in einer erhofften Massenbewegung), was die komplette Restlinke seit 20 Jahren nicht schafft ??

Dr. Huisken for President

antikapitalistischeR berliner SchülerIn 12.10.2008 - 13:58
Ist denn bei der Diskussion zur inhaltlichen Ausrichtung der Schülerproteste etwas herausgekommen bzw beschlossen worden?
Also zB den antikapitalistischen Character als Basis der Proteste anzuerkennen (was anderes hat keinen Sinn!), einige der Forderungen von "Schulaction" können ja trotzdem noch gestellt werden, aber höchstens nebensächlich und mit der Begründung, dass die Schule dadurch erträglicher für die SchülerInnen werden würde. Antikapitalismus ist nunmal Grundlage beim Kampf gegen Probleme, die durch den Kapitalismus verursacht werden (alle Kritikpunkte, die "Schulaction" zu Recht an Schule / am Schulsystem hat). Wenn die inhaltliche Ausrichtung so bleibt, wie sie momentan ist, wird bei den Protesten nicht viel herumkommen, außer dass Herr Körting und Co sich am 12.11. in der Abendschau erfreut über das "Engagement der berliner Schüler" zeigen (mit der Versicherung die Kritikpunkte ernst zu nehmen). So lässt sich auf jedenfall keine Bewegung aufbauen.

Wer soll eigentlich mit Gruppen wie der SAV oder der "GAM(Gruppe Arbeitermacht)-Jugend/Revolution" erreicht werden?! Jugendliche (ich kann das sehr gut einschätzen, da ich selbst noch zur Schule gehe) finden solche Gruppen nur steinzeitlich (schon vom äußeren her) und "komisch" und können anders als z.B. (!) zu jüngeren Antifa-Gruppen keinen Bezug zu sich herstellen. Aber da die emanzipatorische radikale Linke und jung-autonome Linke (außer der ARAB) anscheinend keinen Bock hat, sich an den Bildungsprotesten zu beteiligen (Schade) darf man sich nicht beschweren: irgendwer muss es ja machen.

WICHTIG: Die Diskussion um Inhalte der berliner Bildungsproteste gibt es ja schon länger. Letztes Jahr:  http://www2.de.indymedia.org/2008/05/217865.shtml Vor allem der letzte Kommentar von "für L." interessiert hier.


*We want the whole fucking bakery!*

nicht beim workshop

huiski puiski 12.10.2008 - 14:00
diese schwachsinnsdiskussion der gam-jugend und der sav, dass doch solche forderungen dringend notwendig sind, fand nicht beim workshop statt, sondern bei dem plenum, wo die ergebnisse der einzelnen workshops zusammengetragen wurden. die arab hatte auf diese diskussion, außer mit eigenen wortmeldungen, keinen einfluss, weil die redeleitung vom podium übernommen wurde. bei der diskussion direkt im anschluss an das referat von dr freerk huisken ging es darum, wie diese kritik schülern beigebracht werden könne und wie man ohne diese forderungen realpolitisch wirken könne.

@antikapitalistischeR berliner SchülerIn

ergänzer_in 12.10.2008 - 14:24
ganz so schlimm sieht es (zumindest in Berlin) nicht aus. Hier beteiligen sich auch die Antifaschistische Initiative Reinickendorf und die Jugendantifa Berlin am "Bildungsblockaden einreißen!"-Bündis und machen organisieren zusammen mit der ARAB einen antikapitalistischen Block auf der Schulstreik-Demo, wie bereits am 22.Mai. Aus anderen Städten ist diesbezüglich bisher nicht soviel bekannt, allerdings ging aus einzelgesprächen im verlauf des kongresses hervor, dass auch aktivist_innen anderer linksradikaler strukturen anwesend waren, allerdings nicht im namen ihrer gruppen.

ARAB, AIR und JAB veröffentlichen demnächst auch einen Aufruf an linksradikale Strukturen und letztlich vor allem auch an Schüler_innen, dass diese sich einbringen und antikapitalistische Blöcke organisieren sollen, zumindest aber präsenz zeigen.
ein vorabaufruf gibt es auf  http://rsb.blogsport.de

@ergänzerIn

antikapitalistischeR berliner SchülerIn 12.10.2008 - 17:19
Das Antifa-Bündnis ist inhaltlich schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Euer Aufruf ist prinzipiell gut (bis auf den "Kommunistische Partei gründen"-Schwachsinn am Schluss), allerdings weiß ich nicht, ob das Block-Prinzip auf der Demo am 12.11. so angebracht ist. Mit diesem geplanten "antikapitalistischen Block" wird es dort einen abgetrennten BlackBlock geben, der isoliert von der restlichen Demo im Bullenspalier sein Dasein fristen darf. Wirklich "gehen" tut so auch nicht viel, wie wir aus vielen, vielen vergangenen großen Bündnis-Demos wissen. Die Aufgabe des Antifa-Bündnises ist aus meiner Sicht eher das inhaltliche Einwirken auf "Schulaction" und Gruppen wie Revo (die sich ja auch als "antikapitalistisch" verstehen, jedoch nicht unbedingt im Antifa-BlackBlock mitmarschieren würden). Der Protest muss sich INSGESAMT radikalisieren und autonome Besucher der Schulstreik-Demo sollten sich lieber innerhalb der gesamten Demo verteilen: so lässt sich auch den Bullen mehr Angst einjagen.
Wenn ihr euren Aufruf jetzt noch (stark gekürzt) in hoher Anzahl vor Schulen verteilt (ich helf euch gern;), besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass die Demo am 12.11. sowie "Schulaction" insgesamt nicht nur radikalisiert wird, sondern auch einer nicht unbeträchtlichen Anzahl SchülerInnen nachhaltig antikapitalistische Politik vermittelt wird.

Sehen einige Autonome...

nonsense 12.10.2008 - 21:18
...hier ihr Protestmonopol gefährdet oder was sollte der Auftritt bei der Konferenz? Alles, was dort von Seiten der ARAB kam schien nur dazu zu dienen die Schulstreiks zur rein szeneinternen Angelegenheit zu machen bzw. am Schluss die weitere bundesweite Vernetzung über Kleingruppen- und (ja, eben gerade auch) Orgakreise hinaus zu verhindern, in Kooperation mit dem brüllenden Rumpelstilzchen von der LSV Berlin. Das zur Abschreckung von "Normalos" sogar ein Gegenstandpunkt-Referent rangeholt wurde spricht Bände. Schwer vorstellbar, wie irgendwelche SchülerInnen ohne jahrelange Szeneangehörigkeit SAV und GAM-Revo noch uncooler finden sollen.

gsp nicht verständlich?

schüler 12.10.2008 - 23:24
also ich bin schüler und nicht gerade die szeneperson und konnte den ausführungen des gegenstandpunkt sehr gut folgen, weil sie sachlich waren und sehr logisch aufgebaut wurde. vielleicht sollten sich die sav und gam mal gedanken machen ob es nicht sinnvoller ist wissenschaftlich an gesellschaftliche zusammenhänge ran zu gehen statt sie auf das naturgegebene bewusstsein des proletariats herabbrechen zu wollen und damit die fakten, dass dies eben genau nicht so ist, zu verwischen. am besten erzählen diese spinner einem dann noch was von antiimperialistischen geist der unterdrückten völker! ^^

@nehmer 12.10.2008 - 21:03

kommunist 13.10.2008 - 00:11
wenn ihr sav/gam'ler dieses "ultralinke" kapitalismuskritik-gerede so falsch findet, warum habt ihr dann mit eurer kapitalismuskosmetik a.k.a. übergangsforderungen aufstellen noch nicht die soziale revolution machen können und warum leben wir dann noch nicht im sozialismus oder viel besser im kommunismus? vielleicht weil ihr nichts anderes als sozialarbeiter-blödsinn macht statt kommunistische positionen zu beziehen. das schlimme ist, dass ihr aus eurer eigenen these "wenn sie sehen, dass sie mit den forderungen gegen die wand fahren und nicht ernst genommen werden, werden sie sich schon radikalisieren" überhaupt nichts gelernt habt, sondern seit ferdinand lasalle daran festhaltet.
wer hat UNS verraten? SOZIALDEMOKRATEN! das was ihr macht, ist hausgemachte sozialdemokratische politik!

ROTFRONT!

völlig klar...

...aber völlig... 13.10.2008 - 15:43
... das man eine breite bundesweite Bewegung am besten so aufbaut, das man sich mit mit lauter Berliner Gruppen gegenseitig erzählt, warum der kapitalismus abgeschafft gehört und das das dann Schülerinnen in Aktivität bringt... ich finde auch wenn die SchülerInnen noch nicht verstanden haben, das sie den kapitalismus abschaffen müssen, dann sollte man nicht mit ihnen zusammen kämpfen, sondern lieber mit 500 entschlossen-kapitalismuskritischen Leuten eine Demonstration machen unter dem Motto "dem...entgegentreten" oder irgendwas mit "nationalistischem konsens" aufs fronttranspi schreiben, da kriegt das Kapital richtig Angst und die Scheiss-Schüler, die sich mit kleineren klassen ja nur den Kapitalismus erträglicher machen wollen können dann mal zusehen.

Kampf für Verbesserungen stärkt nur den kapitalismus, deswegen gibts in imperialistischen Ländern wie Frankreich auch nie Bewegungen oder Streiks aber in absolut verarmten Drittweltstaaten eigentlich täglich revolutionen...und wenn meine Eltern meine Kapitallesekurse nicht finanzieren würden hätte ich das auch nie verstanden, also lassen wir die nach der Revolution nicht enteignen, OK?

@...aber völlig... 13.10.2008 - 15:43

kommunist 13.10.2008 - 18:56
du hast ja echt garkeine ahnung. wärst du mal zum "schule im kapitalismus"-workshop gegangen, würdest du hier nicht so eine scheiße quatschen und einsehen, dass man schüler sehr wohl über die kritik an der schule zur kapitalismuskritik bringen kann, als marxist gar muss.
was sav/gam machen ist die blanke verarsche und vor allem mehr als verlogen. erst den schülern weiß machen, dass sie die schule verändern können und wenn sie dann enttäuscht sind, sie auf einmal davon überzeugen, dass der kapitalismus dran schuld ist. dann sagt es ihnen doch gleich.
natürlich ist es für schüler in der kapitalistischen bildung sinnvoll mehr lehrer und kleinere klassen haben zu wollen, denn dann lernen sie halt besser, werden viel besser auf ihre eigene verwertung in der kapitalistischen wirtschaft vorbereitet.
dass ihr als selbsternannte sozialisten soetwas fordert ist total abstrus und dem marxismus unwürdig. selbst die forderung nach der abschaffung des 3-gliedrigen schulsystems ist im sinne der kapitalistischen bildung die totale widerwärtigkeit. ihr erhöht damit nur die konkurrenz der schüler untereinander und fordert sogar das, was ihr selbst immer am bildungssystem kritisiert, nämlich das bildung vom geldbeutel abhängig wird.
vielleicht solltet ihr euch mal dessen klar werden, ehe ihr die schüler verarscht. und selbst wenn es euch so wichtig ist, dass ihr diese dämlichen forderungen aufstellt, dann seid doch wenigstens den schülern gegenüber so ehrlich und sagt, dass das nur kosmetik an einem bildungssystem ist, welches nicht auf die individuelle bestmögliche entfaltung ausgerichtet ist, sondern lediglich darauf arbeitskräfte zu schaffen, die die fresse halten und sich zu tode ackern sollen.
und wenn ihr ihnen nämlich diesen menschenverachtenden umstand des zweckes der bildung im kapitalismus klargemacht habt, habt ihr ihnen schon ein gutes, zumindest erstmal hinreichendes, stück kapitalismuskritik beigebracht und nicht eben die ganze zeit von revolution gequatscht!

aber kapitalismuskritik geht bei euch anscheind ja immer nur, wenn ihr gleich groß dahinter revolution schreibt.