Anmerkung der Moderationsgruppe: Trotz der Bitte, de.indymedia.org zum Veröffentlichen von eigenen Berichten und selbst recherchierten Reportagen zu nutzen, wurde hier ein Termin, ein Aufruf, die Einladung zu einer Veranstaltung oder die Ankündigung einer Aktion reinkopiert.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia, ein möglichst umfassendes Infoportal incl. Terminkalender anzubieten. Indymedia will eine Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihren eigenen Inhalte bieten. Das Veröffentlichen von Terminen, Aufrufen und Einladungen gehört nicht zu den Zielen des Projektes. Mehr Informationen, warum sich Indymedia nicht zum Veröffentlichen von Terminen eignet, findest Du hier.    Bitte nutze stattdessen die verlinkten Terminkalender-Seiten.

Antinationaler Jugendantifablock am 6.9.

Antifaschistische Jugend Bochum 30.08.2008 09:35
Aufruf zu einem antinationalen Jugendantifablock am 6. September 2008 in Dortmund
Wir haben keinen Lieblingsstaat
Gegen Staat, Nationalismus, Krieg und Kapital!

Aufruf zu einem antinationalen Jugendantifablock am 6. September 2008 in Dortmund

Am 6. September werden geschätzte 1000 Nazis zum Antikriegstag durch Dortmund marschieren. Eine Gegendemo ist bereits von Seiten der Linkspartei angemeldet worden und das antideutsche Spektrum mobilisiert mit einem eigenen Aufruf zu dieser Demo. Wir als Jugendantifas, die sich als antinational und antimilitaristisch definieren, möchten einen eigenen Beitrag zu dieser Demonstration leisten. Wir möchten unsere Inhalte mit in diese Demonstration tragen und es nicht einem einzelnen politischen Spektrum überlassen die Demonstration inhaltlich zu füllen. Wir sehen die Demonstration in Dortmund als allgemeine Antifa-Demo und nicht als Demonstration der Antideutschen. Um zu vermeiden, dass die Demonstration im Endeffekt doch eher zu letzterem wird und der antideutsche Versuch die Demonstration für sich zu vereinnahmen andere Antifas abschreckt, rufen wir für den 6.9. zu einem eigenen antinationalen Jugendantifablock in der Demonstration auf. Die Demo beginnt um 10 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof.

Antifaschistische Jugend Bochum (AJB)

 http://ajb.blogsport.de
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

antifa radio

antifa medienzentrum 30.08.2008 - 12:03
netzradio berichterstattung am 05. und 06.09. unter  http://radio.nadir.org

stay tuned!

Oh Gott das Azzencafe

Jay 30.08.2008 - 12:43
ohje du liebes kleines azzencafe...

statt großspurig eigenen block anzukündigen und so die demo zu teilen wäre es sinnvoller einen großen geschlossenen antifablock zu haben.
wer das spalten will sollte zumindest mal vorher die organisierenden gruppen fragen. aber eine woche vorher bemerken dass in der nachbarstadt ein fies großer naziaufmarsch ist und dann auf einmal großspurig einen eigenen block ankündigen ist echt peinlich und vor allem taktisch sehr unklug. vor allem wenn man bedenkt, dass das azzencafe oder wie auch immer es sich gerade nennt nicht grad so die massen zieht (zumindest nicht zu den minidemos die von dem so gemacht worden sind...)

es sollte ziel aller aktivitäten sein die nazis effektiv zu stören und vorher eine geschlossene demo durchzusetzen. deshalb an das azzencafe die bitte sich dem nicht entgegenlaufend zu verhalten.

united & strong!

Wie peinlich

Dortmunder 30.08.2008 - 22:01
Da geht die "Antifa Union" hin und post ihren Aufruf, in dem sie mal wieder alle anderen Linken und Antifaschisten angreift, schon vor Wochen.
Sie verschweigt dabei, dass es "Die Linke" ist, die diese Demo veranstaltet, anmeldet, verantwortlich für diese zeichnet und dazu aufruft.
Mit diesem Vorgehen soll es so aussehen, als ob die Anti-Deutschen eine tragende Kraft der antifaschistischen Bewegung in Dortmund seien.
Das ist aber mehr als unwahr. Schon allein dies Vorgehen und der Inhalt des Aufrufs beweisen, dass sie die Arbeit gerne andere machen lassen, aber so tuen, als ob sie sie gemacht hätten. Es beweist weiterhin, dass sie an einer "Unity" kein, an einer Selbstdarstellung um so mehr Interesse haben.

Die Anti-Deutschen wollen es krachen lassen in Dortmund?
Schon sehr merkwürdig, dass sie solches sagen.
Auf jeden Fall haben sie nach dem 1.Mai 2007 alle verhafteten Antifas im Stich gelassen. Nicht nur, dass sie die von einem auswertigen EA gesammelten Ergebnisse "aus Sicherheitsgründen" (?!) vernichteten und somit eine Anti-Reppressions-Arbeit sehr erschwerten. Sie ließen sich bei der Antireppressions-Arbeit auch nicht blicken.
Also erst vollmundig alle Leute nach Dortmund einladen und dann in der Patsche sitzen lassen! Das ist die "Antifa Union".

Es waren unter anderem die AJB aus Bochum, die in dem letzten jahr versuchte die Reppression gegen die ihnaftierten Antifas aufzufangen. Sie machten Veranstaltungen, Flugis und organisierten Prozeßbesuche. Wo war da die Antifa-Union?
Don`t believe the "Antifa Union".

Und noch etwas:
Die angemeldete Antifa-Demo hat überhaupt nicht die Funktion, die Nazidemo anzugreifen. Sie ist eine Protestform angemeldet von einer sozialdemokratischen Partei. Nix weiter ist "Die Linke". "Die Linke" ermöglicht über ihre Anmeldung, dass überhaupt eine Demo stattfindet, es einen allgemeinen Ausdruck aller Linken geben kann. Das ist die Funktion dieser Demo.
Die Anti-Deutschen wollen es krachen lassen? Aus der Deckung der Demo "Der Linken" heraus? Ohja "Unity" wie es Anti-Deutsche verstehen.
Warum melden die Anti-Deutschen denn die Demo nicht an? Weil sie dann die Verantwortung zu tragen hätten? Weil dann wegen ihrer Diffamierungen linker Politik nur Anti-Deutsche kämen und man merken würde, was sie für ein kläglich kleiner verbalradikaler Haufen sind, die sich hinter der Masse jugendlicher Antifaschisten verstecken?

Wenn also diverse Antifas sich, angewidert von den Anti-Deutschen, in anderen Blöcken organisieren ist das gut und nicht schlecht!


»Protest ist, wenn ich sage, das und das paßt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht länger geschieht..." ( http://www.ruhr-uni-bochum.de/bsz/516/516meinhoff.htm)
Wir werden sehen, was am 6.9.2008 in Dortmund gehen wird.
Auf eines wird man sich aber verlassen können: "unity" werden die Anti-Deutschen nicht produzieren.

Das Block-Transpi ist fertig

AJB 31.08.2008 - 18:23
So das Transparent für den antinationalen Jugendantifablock ist fertig.
Kommt zahlreich und bringt Eure Transparente mit.

Antifaschistische Jugend Bochum

Es gibt noch weitere Positionen

Ruhrpott Antifa 31.08.2008 - 18:51
zu dem leidigen Auseinandersetzungen. Mal hier nachlesen:  http://neonazifrei.blogsport.de/

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 18 Kommentare

KINDERSCHEISSE

ich komm wegen euch nicht!!! 30.08.2008 - 10:29
Was soll diese scheisse mit spalterei. Diese Diskussion gehört nicht auf die Strasse, ihr dämlichen Vollidioten. Ich mag antids auch nicht aber Zusammen erreicht man mehr.

Aber ihr freaks müsst es einem versauen, ich bleib zu haus!

Wunderbar

Anarcho 30.08.2008 - 10:31
Danke, schön zu sehen das es doch noch Leute mir Hirn gibt, zeigen wir ALLEN Nationalisten an dem Tag was wir von ihnen halten!

super sache!

xyz 30.08.2008 - 10:31
kann man das auch irgendwo unterstützen?

Für einen eigenen Block!

Meiner 30.08.2008 - 10:41
Bei einer Bündnisdemo einen eigenen Block zu bilden ist keine Spalterei.
Die Gemeinsamkeiten von Linken und AD sind eben begrenzt, von daher ist die Überlegung einen eigenen Block zu machen, nachvollziehbar und richtig.

kleine unbedeutende spalter

x 30.08.2008 - 10:54
Oh Du meine Güte, was müsst Ihr doch für arme kleine Loser sein. Das einzige was man seit Jahren von der AJB/Azzoncao hört, ist peinlich-hilfloses Herumgemäkel an anderen Gruppen. Bleibt doch zu Hause! Leute, die nicht mal in der Lage sind auch nur die kleinste Aktion selbst auf die Beine zu stellen und die vermutlich ihr ganzes Selbstwertgefühl aus einen pathologischen Anti-Antideutschen-Reflex beziehen braucht wirklich kein Mensch!

A

B 30.08.2008 - 10:58
Eigener Block ist total okay.

Was anderes ists hingegen, wenn diverse Wursthaarträger dazu aufrufen nicht an dieser pööööööhsen Demo teilzunehmen.

6.9 Nazis wegbashen!

Ihr seit Antinational????

Sonja 30.08.2008 - 11:31
Ihr wollt Antinational sein??? ihr seit doch Geistige Nationalisten weil ihr die Grenzen in euren Köpfen habt.

@x

Antinationaler Block ist ne gute Idee 30.08.2008 - 11:54
Du sagst u.a.:
" Oh Du meine Güte, was müsst Ihr doch für arme kleine Loser sein. Das einzige was man seit Jahren von der AJB/Azzoncao hört, ist peinlich-hilfloses Herumgemäkel an anderen Gruppen."

Aus der Ferne betrachtet, kann mensch aber auch nur den Kopf schütteln - bei den ganzen sogenannten antideutschen Identitätsantifa-Gruppen im Pott.

Unerträglich - diese Antifa-Strukturen mit Kleingärtner-Mentalität...

NAZIFAKE!

KAI NEANGABE 30.08.2008 - 12:46
Für mich klingt das eher wie ein Nazifake um die Demo zu spalten...

Und wenn es kein Fake ist hat es die selbe Stoßrichtung.

Ich vertrau mal auf die Leute die Demo organisiert haben, dass da alles vernünftig läuft!

Wir sehen uns in Dortmund zu einer hoffentlich vielseitigen aber geschlossenen Demo!

Anmerkungen zum Diskurs der"antinationalen" L

waldi wichtig 30.08.2008 - 12:56
vorab: es sit doch sehr bezeichnend das die antinalen jugendantifas aus bochum sich nicht entblödet die hardcore-antiimerialistische und somit volksbefreierische "intitativ e.v." vorfeldorganisation "rote antifa duisburg" zu verlinken. wie dies mit einem antinationalem "weltbildchen" zusammenpasst darf gerne mal erklärt werden. ;)



"Wir dokumentieren an dieser Stelle ein Flugblatt das auf einer "Libertären Demo" unter dem Motto "Für ein freies und selbstbestimmtes Leben - Kapitalismus abschaffen!" in Dortmund am 30.04. verteilt wurde.

In einem Aufruftext zu einer "antinationalen" Demonstration, die am 01.09.2006 in
Dortmund stattfand, hieß es, man werde auf der Demonstration "keineswegs Nationalflaggen egal(!) von welchem Staat tolerieren", da diese "für feste und klare Herrschaftsstrukturen" stünden und ein "Bestandteil des Systems was es zu bekämpfen gilt" seien. Anhand dieses kurzen aber prägnanten Zitats wollen wir einige inhaltliche Differenzen zwischen uns und den Organisatoren der heutigen Demonstration beleuchten.

Auf den ersten Blick scheinen die oben aufgeführten Aussagen der Antinationalen aus kommunistischer Sicht ebenso zutreffend wie unterstützenswert. Die "freie Assoziation der Individuen", wie Karl Marx sie forderte, steht in einem unüberbrückbaren Gegensatz zum (National-)Staat und ohne Zweifel sind Nationalflaggen und alles, was sie symbolisieren, bezeichnend für ein System, das wir lieber heute als morgen auf dem Müllhaufen der Geschichte sähen. Jedoch (und hier dürften die ersten Differenzen zu Tage treten) sehen wir den Nationalstaat nicht ausschließlich als Herrschaftsinstrument und Zurichtungsanstalt (was er ohne Zweifel auch ist). Vielmehr sind wir der Meinung, dass es zur Kenntnis zu nehmen gilt, dass der bürgerliche Nationalstaat (und alles, was er historisch mit sich brachte: Volkssouveränität im Sinne bürgerlicher Demokratie, Gewerbe- und Vertragsfreiheit sowie Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit und nicht zuletzt bürgerliche Rechtsverhältnisse, die erstmals den Einzelnen vor der Willkür des Staates bzw. des Souveräns schützten) im historischen Kontext in erster Linie einen Fortschritt darstellt. Zwar soll durch diese Erkenntnis der bürgerliche Nationalstaat keinesfalls vor berechtigter und notwendiger Kritik in Schutz genommen werden, denn das Leben im Kapitalismus ist und bleibt für jeden Einzelnen eine tagtägliche Zurichtung und Erniedrigung. Doch drängt sich in Anbetracht der Weltgeschichte (insbesondere der, der letzten 100 Jahre) die deprimierende Einsicht auf, dass dieser bürgerliche Nationalstaat die freiste Gesellschaftsordnung hervorgebracht hat, die es bisher gab. Dies gilt sowohl im Vergleich mit praktisch jeder vor-nationalen bzw. vor-bürgerlichen Gesellschaft (Vor der französischen Revolution 1789 und der damit einhergehenden Herausbildung des ersten Nationalstaats im modernen Sinne herrschten in ganz Europa absolutistisch regierende Monarchen) als auch unter Betrachtung der facettenreichen faschistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts, die den ursprünglich bürgerlichen Charakter des Nationalstaats durch Außerkraftsetzen bürgerlicher Rechtsverhältnisse zu überwinden suchten. Die Erkenntnis, dass so ziemlich alles bisher da gewesen deutlich "schlimmer" war als der bürgerliche Nationalstaat, sollte zu denken geben, wenn sie auch keinesfalls die berechtigte Forderung nach seiner Abschaffung diskreditieren soll. Doch gilt es gerade heute zur Kenntnis zu nehmen, dass die freudig erwartete soziale Revolution seit gut 150 Jahren ausbleibt und sich in vielen Ländern zur Zeit nicht die herrschaftsfreie Gesellschaft als greifbare Alternative zum bürgerlichen Nationalstaat präsentiert, sondern in höchstem Maße gegen die individuelle Freiheit gerichtete Gesellschaftskonzeptionen wie Faschismus oder Islamismus.


Ein Exkurs in Sachen Kapitalismuskritik

Die Tatsache, dass wir alle auch nach über 150 Jahren Kapitalismus noch vergeblich auf die soziale Revolution warten, wirft zudem die Frage auf, ob der "Großteil der Gesellschaft", der den "kapitalistischen MachthaberInnen" (folgt man der Darstellung des Aufrufs zur heutigen Demonstration) "ohnmächtig gegenüber" steht, überhaupt ein Interesse an der Aufhebung des Systems hat, das ihn tagtäglich auf erniedrigende Weise zu Wirtschaftssubjekten degradiert. (Letzteres gilt für die viel zitierten "kapitalistischen MachthaberInnen" -wer auch immer das sein soll- übrigens ebenso wie für die Klofrau bei Mc Donalds.) Bezeichnend für das kapitalistische Herrschaftssystem ist schließlich gerade die Tatsache, dass es kein personalisierbares System von Herrschern und Beherrschten (wie z.B. im Feudalismus der Fall) ist, sondern alle Mitglieder der Gesellschaft (Top-Manager und Klofrau) den selben
ökonomischen Prinzipien unterwirft und von den Meisten kritiklos mitgetragen wird.


Gegen jeden Nationalismus?

Ein weiterer wesentlicher Kritikpunkt in der Weltsicht der Antinationalen ist für uns die immer wieder implizit oder explizit geäußerte Gleichsetzung aller Nationen bzw. Nationalismen.
Dass eine solche Gleichsetzung alles andere als legitim ist, erschließt sich bei der vergleichenden Betrachtung der Genese des Nationalgedankens in Frankreich und Deutschland.
Im Zuge der französischen Revolution erklärten sich die Vertreter des dritten Standes, also all jener, die nicht dem Adel oder Klerus angehörten, 1789 zur Nation und prägten dadurch erstmals die moderne Bedeutung dieses Begriffes. Die Nation stand somit für die Einheit aller männlichen Staatsbürger, die erstmals unabhängig von Stand, sozialer Herkunft oder Religionszugehörigkeit über gleiche einklagbare Rechte gegenüber dem Souverän verfügten. Wer zur Nation gehörte, war in Frankreich also durch die mit bestimmten Rechten verbundene Staatsbürgerschaft definiert. In Deutschland entwickelte sich ein von einer breiten Bevölkerungsschicht getragener Nationalgedanke erst einige Jahrzehnte später und zwar als eine Bewegung gegen die napoleonische Besetzung des Rheinlandes, durch die erstmals in deutschsprachigem Gebiet bürgerliche Rechtsverhältnisse durchgesetzt worden waren. Der deutsche Nationalismus richtete sich somit nicht allein gegen die französische Besatzungsmacht als solche, sondern auch gegen all jene bürgerlichen Errungenschaften, die die Besatzer mit sich gebracht hatten. (So wurde beispielsweise 1817 im Rahmen des Wartburgfestes eine rituelle Verbrennung verschiedener liberaler Schriften sowie des Code Civil, des französischen bürgerlichen Gesetzbuchs, vorgenommen.) Hinzu kam der seit jeher völkische und antisemitische Charakter des deutschen Nationalismus: Wer "Deutscher" war, war keine Frage der Staatsbürgerschaft, sondern wurde an der "Volkszugehörigkeit" festgemacht. Dieser Logik folgend galten den Vordenkern des deutschen Nationalismus die Juden als undeutsch; eine rechtliche Gleichstellung dieser gesellschaftlich marginalisierten Gruppe gehörte nie zu den Forderungen der Mehrheit der deutschen Nationalisten (im Gegensatz zu den französischen).
Auf die Tradition des deutschen Nationalismus bezogen sich seit den 1920er Jahren auch die
Nationalsozialisten. Getreu der Vorstellung, Deutscher könne nur sein, "wer deutschen Blutes ist" (NSDAP-Parteiprogramm), griffen sie die traditionell völkischen, antisemitischen und anti-aufklärerischen Motive des deutschen Nationalismus auf und führten unter reger Anteilnahme der deutschen Mehrheitsgesellschaft einen historisch beispiellosen Vernichtungsfeldzug gegen alles als volksfremd imaginierte. Dementsprechend kann es keinesfalls als Zufall gelten, dass die größte Barbarei der Menschheitsgeschichte nicht von einer Staatsnation mit bürgerlich-liberaler Tradition wie Frankreich oder den USA ausging, sondern von Deutschland. Im Gegensatz zum bürgerlichen Staatsnationalismus Frankreichs war der hegemoniale Teil der deutschen Nationalisten also seit jeher völkisch, antisemitisch und antiliberal. In Anbetracht der verhängnisvollen historischen Folgen, die aus diesem Unterschied erwachsen sind, verbietet sich jede Gleichsetzung dieser beiden Nationalismen.


Zur Notwendigkeit der Existenz eines jüdischen Staates nach Auschwitz

Abschließend wollen wir es uns nicht nehmen lassen, auf das Lieblings-Reizthema der deutschen Linken einzugehen, und deutlich zu machen, warum wir auf der Notwendigkeit der Existenz des Staates Israel bestehen. Dass Israel kein Staat wie jeder andere ist, ist so offensichtlich, dass es eigentlich keiner näheren Erläuterung bedürfte: Israel wurde 1948 von jüdischen Emigranten gegründet, die den Vernichtungsplänen der Nazi-Deutschen entkommen waren. Er wurde explizit mit dem Anspruch gegründet eben das durchzusetzen, was die bürgerlichen Gesellschaften Europas so offensichtlich nicht gewährleisten konnten oder wollten: gleiche staatsbürgerliche Rechte und insbesondere das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit für Juden. Das politische Bekenntnis zu Israel von linksradikaler Seite ist somit der schlichten Tatsache geschuldet, dass wir in einer Welt leben, in der Antisemitismus (also die Ideologie, die zur größten Barbarei der Menschheitsgeschichte führte) eine Selbstverständlichkeit und die soziale Revolution (und mit ihr die unwiederbringliche Überwindung all dessen, was Auschwitz möglich machte) in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. Auch wenn Israel seinen Bürgern momentan nicht die Sicherheit vor Angriffen von Antisemiten bieten kann, die man sich wünschen würde, stellt dieser Staat doch für viele eine Lebensversicherung dar. Hätte es vor 1945 schon einen jüdischen Staat gegeben, wären wahrscheinlich viele hunderttausende europäische Juden den deutschen Massenmördern entgangen. Doch auch nach 1945 bzw. nach 1948 - dem Jahr der Gründung Israels - wurden Juden verfolgt und zur Flucht gezwungen, ob aus den arabischen Staaten, aus Äthiopien oder aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Staat Israel hat in den letzten Jahrzehnten Millionen von Menschen aufgenommen und sie so dem direkten Zugriff von Antisemiten jeglicher Couleur in ihren Herkunftsländern entzogen. Der antinational begründete Antizionismus europäischer Linker stellt deshalb schlichtweg eine unerträgliche Ignoranz gegenüber der Lebensrealität der vom Antisemitismus Verfolgten dar. Solange wir in einer Welt leben, in der es Staaten gibt, in der es Kapitalismus gibt und in der es Antisemiten gibt, muss die Existenz Israels und ihre notfalls militärische Verteidigung von der Linken als Notwendigkeit anerkannt werden.


Antifas aus dem Ruhrgebiet (April 2007)


Alle auf Personengruppen bezogenen Substantive, die im Text verwendet wurden, sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Antifaschismus hat nur ein Ziel!!!

groove against 30.08.2008 - 13:45
Ihr könnt ja Demos und Blöcke machen soviel ihr wollt, hauptsache es ist möglich den Naziaufmarsch effektiv zu stören und bestenfalls zu stoppen oder was auch immer möglich ist. Alles andere ist Spalterei oder ein Nazifake...

Wo liegt das Problem?

Realist 30.08.2008 - 17:24
Wo liegt denn das Problem, wenn einige besonnene Antifas im Ruhrgebiet einfach keine Lust mehr darauf haben den penetranten Antideutschen ständig beide Wangen hinzuhalten?

Und jetzt scher mir hier bitte mal keiner alle nicht-AntiDs über einen Kamm, nur weil 3 bekloppte Antiimps sich im JUZ von Buxtehude mal daneben benommen haben.

Gemeinsam gegen Nazis - O.K.! (Ob mit Hip-Hop-Freaks oder AntiDs - egal!)
Zieht gemeinsam die Demo durch, lasst es scheppern und gut ist...
Sowas nennt sich kleinster gemeinsamer Nenner!

liebe indymods

allo 30.08.2008 - 20:06
liebe indymotz motzt doch bitte nicht immer so rum nur weil ein paar leute die aktuellen geschehnisse in ihrer bewegung offenstellen.

-

dein name - kein name 30.08.2008 - 21:45
Oh nein immer diese Spalter, dass das Einzige was von antideutscher Seite kommt... an konstruktiver Kritik kommt nichts...bei einem solchen Demo aufruf sollte man sich fragen von wem die Spalterei ausgeht...

gegen jeden Militarismus....

Schutz der Strukturen

x 31.08.2008 - 09:02
Das ist ja wohl ein Unding wie hier von zumindest einer Person munter Interna von Antifastrukturen ausgeplaudert werden. Mal völlig davon abgesehen, wie man die Beiträge inhaltlich bewertet ist es ein Unding, daß hier (vermutlich mit nicht mehr als ungesundem Halbwissen) wer wo den EA gestellt hat und wer mit wem bei welchen Veranstaltungen kooperiert. In Dortmund/Bochum gibt es ja schon seit einiger Zeit eine Plaudertasche, die im Internet Personen und Strukturen aus der lokalen Linken offenlegt, die ihr nicht in den Kram passen. Man kann nur hoffen dass die Genossen vor Ort diese undichte Stelle bald finden und nachhaltig verschließen. Ein Angriff auf die eigenen Strukturen – und nicht anderes stellen diese Outing dar – gehört unterunden.

@Schutz der Strukturen

logo Alter 31.08.2008 - 11:38
1. hat hier niemand Internas ausgeplaudert.
2. hat die Antifa-Union über 100 Inhaftierte nach dem 1. Mai 2007 fallen gelassen und macht immer noch auf dicke Hose.
3. Die Ruhrgebiets-EA-Gruppen und Rote Hilfe Organisationen brauchen überhaupt nicht anzutreten, wenn solche Gruppen wie die "Antifa Union" die Ergebnisse der EA-Arbeit vernichten und somit den Rote Hilfe-Gruppen die Basis ihrer Arbeit entziehen.
4. Die Ea-Gruppen und die "Rote Hilfe" sollten vielmehr der "Antifa Union" das vertrauen und die Zusammenarbeit entziehen.

Man sollte den Genossen dankbar sein, die auf solche dilettantischen und struikturgefährdenden Zusammenhänge wie die "Antifa Union" hinweisen.

Aber stattdessen gibt es ja Leute, die etwas von Internas ausquatschen hier posten.
Mach doch einfach den Kopp zu!

Geil

mal endlich 31.08.2008 - 20:39
eine gelungene Kritik an den Pseudokommunisten der Anti-Ds.
Ja man kann halt nicht ein bischen schwanger sein, und auch kein bischen (israel-)national. Bei beiden kommt steht halt die Geburt an Ende. Bei den Anti-Ds ein neoliberaler-patriachaler Staat.

super

antinationalist 02.09.2008 - 14:20
gut, dass es diese maßnahme von einem eigenen block gibt! wäre peinlich für die AUDO, wenn sie mit 300 ADs letztendlich alleine dasteht und das würde wiederum auch dem öffentlichkeitsbild der antifa schaden.